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	<title>Michael Brake &#187; Steuererklärung</title>
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		<title>Reality Bites</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Jun 2013 19:45:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
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		<description><![CDATA[KOLUMNE NULLEN UND EINSEN Computerspiele sollen immer wirklichkeitsgetreuer werden. Nach 32 Jahren als Testspieler der Realitäts-Betaversion bin ich schwer enttäuscht. (aus der taz vom 21. Juni) In Neal Stephensons Roman „Error” wird ein autistisch veranlagter Geologe beschrieben. Er ist so verbittert über]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>KOLUMNE NULLEN UND EINSEN Computerspiele sollen immer wirklichkeitsgetreuer werden. Nach 32 Jahren als Testspieler der Realitäts-Betaversion bin ich schwer enttäuscht. <span id="more-1567"></span>(aus der <a href="http://taz.de/Kolumne-Nullen-und-Einsen/!118459/" target="_blank">taz</a> vom 21. Juni)</h3>
<p><a href="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/realityworstgame.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1575" alt="realityworstgame" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/realityworstgame.jpg" width="620" height="496" /></a></p>
<p>In <a href="http://www.taz.de/Neal-Stephensons-Buch-Error/!103662/" target="_blank" shape="rect">Neal Stephensons Roman „Error”</a> wird ein autistisch veranlagter Geologe beschrieben. Er ist so verbittert über das unrealistische Design von Bergen in Computerspielen, dass er eine Engine programmiert, die Milliarden Jahre der Gebirgswerdung simuliert. Vulkanausbrüche, Plattentektonik, Witterung, das ganze Programm. Seine Berge sind also nicht mehr eine Firnisschicht Pixeltextur auf weißen Polygonen, sondern bis ganz unten durchgerechnete Steinhaufen.</p>
<p>Auch in der Realität ist die Realität der heilige Gral der Gamingbranche. Alles soll immer noch natürlicher aussehen, sich immer noch echter anhören und beim Level- und Storydesign sollen es immer noch mehr Freiheitsgrade sein, sollen möglichst alle herumstehenden Gegenstände und Personen nicht nur Pixelrequisite sein, sondern Spielinhalte, mit denen sich interagieren lässt.</p>
<p>So ist die Realität längst zum Selbstzweck geworden. Dabei bin ich nach 32 Jahren als Testspieler der Realitäts-Betaversion schwer enttäuscht. Denn klar, als Open-World-Simulation ist das Spielkonzept <em>State of the Art</em>, das ruckelfreie Echtzeitrendering mit einer scheinbar unbegrenzten Farbpalette in höchster Auflösung ist beeindruckend (Vorsicht: nichts für alte Grafikkarten!), die Physik-Engine sucht ihresgleichen und der Surroundsound ist von ungewohnter Klangtiefe.</p>
<p>Aber das alles wird kaum ausgespielt, meist bleibt das Leveldesign erschreckend monoton (Sibirien, Sahara, deutsche Fußgängerzonen), und über zwei Drittel der Spielfläche bestehen ohnehin aus langweilig animiertem Wasser. Hier haben die Projektmanager eindeutig am falschen Ende gespart – wie bei so vielen anderen Dingen.</p>
<p>Eine komplette Zumutung ist etwa das Game-Controlling: Gefühlt dauert es Jahre, auch nur die grundlegenden Funktionen zu lernen. Wer hat schon so viel Zeit? Klar, mit der „Hand“ wurde ein vielseitiges Steuerungselement geschaffen, das erstaunliche Kombos hinbekommt – aber das geht auf Kosten fast aller anderen Spielfunktionen. Oder kennen Sie irgendein Spiel, wo man selbst mit Übung kaum höher springen kann als die eigene Körpergröße?</p>
<p>Auch mögen sieben Milliarden Non-Player-Charaktere beeindruckend klingen – doch reden sie fast alle unverständliches Zeug und sind zum größten Teil auch noch langweilig. So verkommt künstliche Intelligenz zur Dutzendware! Ähnlich unausgegoren ist die Editorfunktion: Theoretisch lässt sich zwar alles Denkbare verändern, praktisch haben selbst hochgezüchtete Charaktere nicht genug Stärkepunkte, um auch nur einen kleineren Berg zu versetzen.</p>
<p>Dazu kommen Detailfehler wie die oftmals grausame Menüführung (Steuererklärung), das stark limitierte Inventory, in dem man trotzdem nie was findet (Haustürschlüssel), oder die Unmengen an Zeit, die man für Transport und Regeneration des Charakters aufwenden muss.</p>
<p>Komplett indiskutabel ist schließlich der Verzicht auf eine Speicherfunktion. Hat man sich in eine Sackgasse gespielt, bleibt nur der Reset-Knopf – was besonders ärgerlich ist, wenn man nach rund 25 Jahren erstmals substanzielle Fortschritte gemacht hat. Die Risikofreude geht so deutlich zurück.</p>
<p>Immerhin haben die Programmierer unzählige Quests und Missionen eingebaut, von denen viele auch im Multiplayermodus spielbar sind. Das komplett instransparente Erfahrungspunktesystem macht ein gezieltes Hochleveln des eigenen Charakters aber unmöglich. Und das Spielkonzept ist so undurchsichtig, dass man sich irgendwann fragt, welchen Sinn das alles hat.</p>
<p><strong>Fazit:</strong> die Realität – eine Sackgasse!</p>
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		<title>Die Software, die Verrückte macht</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Feb 2013 19:47:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
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		<description><![CDATA[KOLUMNE NULLEN UND EINSEN Als Freiberufler kommt man an der elektronischen Steuererklärung, nicht vorbei. Danach möchte man ein paar Finanzämter anzünden. (aus der taz vom 1. Februar 2013) Anders als fast alle Menschen mache ich Steuererklärungen eigentlich ganz gerne: Honorare]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>KOLUMNE NULLEN UND EINSEN Als Freiberufler kommt man an der elektronischen Steuererklärung, nicht vorbei. Danach möchte man ein paar Finanzämter anzünden.<span id="more-1238"></span> (aus der <a href="http://taz.de/Kolumne-Nullen-und-Einsen/!110153/" target="_blank">taz</a> vom 1. Februar 2013)</h3>
<p><a href="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/elsterheader.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1242" alt="elsterheader" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/elsterheader.jpg" width="620" height="116" /></a></p>
<p>Anders als fast alle Menschen mache ich Steuererklärungen eigentlich ganz gerne: Honorare und Auslagen in Excel-Tabellen sammeln, übertragen und zusammenzählen ist wie Zen. Und Formulare, die klar vorgeben, an welche Stelle man welche Ziffer schreiben soll, sind eine angenehme Kontrastbeschäftigung zu leeren Word-Dokumenten, in denen man an jeder Stelle jedes Zeichen schreiben darf. Wo also ist das Problem?</p>
<p>Das Problem heißt <a href="http://www.elsteronline.de/eportal/" target="_blank" shape="rect">ELSTER Online</a>, die – knickknack, Akronym! – ELektronische STeuerERklärung. Ein Zeichen der deutschen Finanzämter, im Online-Zeitalter angekommen zu sein, ein Angebot… nein, eben gerade KEIN Angebot. Jedenfalls nicht, wenn man als Freiberufler Umsatzsteuervoranmeldungen und -erklärungen machen muss. Die gehen nämlich nur noch mit Elster. Auf Papier ist es verboten. Verboten! Und Elster ist die Hölle, die digitale Version vom „Haus, das Verrückte macht“, aus „Asterix erobert Rom“, speziell wenn man einen Mac nutzt (was unter Freiberuflern gar nicht so selten vorkommt, wie man hört).</p>
<p>Schon die Registrierung besteht aufgrund der absurden Sicherheitsmaßstäbe von Elster aus einem mehrteiligen Verfahren, das einen 20-stelligen Aktivierungscode und einen Brief und eine weitere PIN beinhaltet – Holm Friebe hat diesen Wahnsinn schon 2006 in der Berliner Zeitung <a href="http://www.berliner-zeitung.de/newsticker/die-aktivierung-des-basispakets-elster-online,10917074,10435212.html" target="_blank" shape="rect">dokumentiert</a>.</p>
<p>Danach muss man ein Zugangszertifikat im .pfx-Format auf dem Computer abspeichern, das man, wenn man sich ein Quartal später erneut anmelden will, natürlich nicht mehr wiederfindet. Außerdem kann man sich das selbstgewählte Passwort, wenn man es nicht mehr weiß, auch nicht zumailen lassen. Man muss dann das gesamte Registrierungsverfahren von vorn starten. Immerhin hat man unendlich viele Eingabeversuche.</p>
<p>Selbst wenn man alles parat hat, läuft Elster nie (in Worten: nie!) auf Anhieb. Denn es basiert auf Java, fordert grundsätzlich immer die alleraktuellsten Versionen von allem ein, das Konzept „Abwärtskompabilität“ ist nicht bekannt. Bei meinem letzten Versuch der Umsatzsteuerquartalsanmeldung fürs Q4 2012 – das war am 10. Januar, am gleichen Tag empfahl übrigens das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik den Internetnutzern, Java wegen schwerwiegender Sicherheitslücken zu deaktivieren – lief Elster in meinen drei Browsern nicht.</p>
<p><a href="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/eliaselster.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1241" alt="eliaselster" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/eliaselster.jpg" width="620" height="203" /></a></p>
<p>Man könnte in so einem Moment natürlich <a href="http://www.elster.de/nmIQ/avatar_faq.jsp" target="_blank" shape="rect">ELIAS</a> fragen, den – höhö, zwinkerzwinker – ELster-Informations-ASsistenten. Aber Elias ist ein dummer Roboter, der aussieht wie einer dieser MS-Office-Assistenten (erinnern Sie sich noch an <a href="http://www.time.com/time/specials/packages/article/0,28804,1991915_1991909_1991755,00.html" target="_blank" shape="rect">Clippy</a>, die sprechende Büroklammer?) und genauso unnütz ist.</p>
<p>Und die Umsatzsteuerjahreserklärung kann ich mit Elster Online gar nicht erst machen. Dafür braucht man das dazugehörige Offline-Programm und das gibt es nicht für Macs. Für das Steuerjahr 2011 wurde mir nach circa zehn Telefonaten mit dem Finanzamt noch als Ausnahmegenehmigung eingeräumt, es doch auf Papier abzugeben. Für 2012 muss ich vermutlich <a href="http://www.youtube.com/watch?v=lIiUR2gV0xk" target="_blank" shape="rect">Passierschein A38</a> vorlegen. Oder einen Windows-Rechner kaufen.</p>
<p>Das papierlose Büro galt jahrzehntelang als Utopie. Dank Elster wissen wir, dass es eine Diktatur sein wird.</p>
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