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	<title>Michael Brake &#187; Satire</title>
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		<title>War was 2009?</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Dec 2009 19:45:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Warum stundenlang fernsehen, wenn es auch in 30 Minuten geht: Der satirische Jahresrückblick „!!!“ (23.50 Uhr, ZDF) (aus der taz vom 22. Dezember 2009) Ratatazong! Im Schweinsgalopp hetzen Werner Doyé und Andreas Wiemers, die Satire-Beauftragten von „Frontal 21“, durch ihren]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Warum stundenlang fernsehen, wenn es auch in 30 Minuten geht: Der satirische Jahresrückblick „!!!“ (23.50 Uhr, ZDF)<span id="more-1804"></span> (aus der <a href="http://www.taz.de/Satire-Rueckblick-im-Zweiten/!45798/" target="_blank">taz</a> vom 22. Dezember 2009)</h3>
<p>Ratatazong! Im Schweinsgalopp hetzen Werner Doyé und Andreas Wiemers, die Satire-Beauftragten von „Frontal 21“, durch ihren halbstündigen satirischen Jahresrückblick. In den Hauptrollen: die neue Bundesregierung, die Schweinegrippe, die Mitarbeiterüberwachung von Bahn &amp; Co, Wahlkampfparolen (WUMS!), Abwrackprämie, Staatsschulden, SPD-Krise, Dieter Althaus – und immer wieder Angela Merkel.</p>
<p>Der Fokus liegt also klar auf der Innenpolitik, auf Kultur- oder Sportthemen (Klinsmann-Rausschmiss? Michael Jackson tot? War da was?) wurde verzichtet. Auf Einlassungen zu 20 Jahren Mauerfall übrigens auch, ein Segen.</p>
<p>Nicht nur die Themen sind zahlreich, auch die Ideen. Mit viel Liebe zum Detail werden Playmobilfiguren animiert, Fotocollagen zusammengestöpselt oder mit Textmarkern ins Bild gekritzelt, es gibt es den Horst-Köhler-Satzbau-Zufallsgenerator, und Kinderdarsteller sprechen Zitate von Gabriel, zu Guttenberg und Kristina Köhler nach.</p>
<p>Und wenn Doyé und Wiemers mal nichts Spezielles einfällt, bleiben ihnen immer noch die Genre-Standards: ein süffisanter Sprecherstil, Bild-Text-Scheren mit markantem Archivmaterial und lustige Politikerzitate (Trittin: „Wenn der Mond ein Käse ist, dann würde er tropfen“), dazu Boing- und Floing-Geräusche und die übliche Musik, von „Forrest Gump“ über die „Muppet-Show“ bis zum „Rosaroten Panther“. Bloß auf die unvermeidliche „Sendung mit der Maus“-Persiflage hätte man auch mal verzichten können. Haben wir 2009 oder 2001?</p>
<p>Das Pointen-Streufeuer bringt indes gleichermaßen Rohrkrepierer und Volltreffer mit sich, aber nach einem etwas bemühten Start grooven sich Doyé und Wiemers, die als kleine Strichmännchen selbst immer mal wieder in den Archivbildern rumhampeln, gut ein. Und zeigen, dass das ZDF auch über sich selbst lachen kann: Die Verschwendung von Gebührengeldern ist genauso Thema wie das 30 Millionen Euro schwere neue „heute“-Studio, „selbstgebaut, nur mit etwas Tapete und zehn Eimern grüner Farbe, für unter 100 Euro“. Bloß der Skandal um Nikolaus Brender fehlt – aber der war ja auch wirklich nicht zum Lachen.</p>
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		<title>Fernsehen über Fernsehen</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Sep 2009 17:01:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit aktuellen Serien wie der grandiosen US-Mediensatire „30 Rock“ will der am Sonntag startende Digitalkanal ZDF Neo junge Zuschauer erreichen. (aus der taz vom 31. Oktober 2009) So konsequent haben wir die Öffentlich-Rechtlichen bei ihrem Versuch, endlich junge Zuschauer zu]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Mit aktuellen Serien wie der grandiosen US-Mediensatire „30 Rock“ will der am Sonntag startende Digitalkanal ZDF Neo junge Zuschauer erreichen.<span id="more-1772"></span> (aus der taz vom 31. Oktober 2009)</h3>
<p><a href="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/tinafey1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1774" alt="tinafey1" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/tinafey1.jpg" width="620" height="343" /></a></p>
<p>So konsequent haben wir die Öffentlich-Rechtlichen bei ihrem Versuch, endlich junge Zuschauer zu erreichen, noch nicht erlebt. Am Sonntag wird in den ZDF-Digitalprogrammen der Dokukanal durch den neuen Sender ZDF Neo ersetzt. Und der bietet eine Privatsendern ähnliche Formatmischung: Doku-Soaps, Comedyformate, ein eigenes Musikmagazin, Dokus aus den Archiven, Spielfilme und &#8211; man staune, man staune &#8211; aktuelle englische und amerikanische Serien wie „In Plain Sight“ und „Spooks“.</p>
<p>Das Highlight im Neo-Programm ist allerdings die deutsche Erstausstrahlung von „30 Rock“ – eine grandiose Mediensatire über das Team der fiktiven NBC-Comedysendung „The Girlie Show“, die in den USA bereits in der vierten Staffel läuft. Geschrieben wurde „30 Rock“ von Tina Fey, die ihre jahrelange Erfahrung als Headwriterin von „Saturday Night Live“ verwurstete und zugleich die Hauptdarstellerin gibt.</p>
<p>Ihr Alter Ego ist die Mittdreißigerin Liz Lemon, Nerd und Workaholic, die x-beinig in Turnschuhen durchs Leben geht und abends lieber „Star Wars“ sieht, als geschminkt und aufgerüscht in Manhattans Szenebars nach Mr. Right zu suchen. Im NBC-Hauptgebäude mit der Adresse 30 Rockefeller Plaza muss Lemon ein Team aus neurotischen Schauspielern und Autoren zusammenhalten. Zudem wird ihr gleich in der ersten Folge mit Jack Donaghy (Alec Baldwin) ein neuer Chef vor die Nase gesetzt.</p>
<p>Als Abgesandter des NBC-Mutterkonzerns General Electric hat Donaghy vom Fernsehen keine Ahnung, dafür aber von Marktforschung, Product Placement und Mikrowellen. Als erste Amtshandlung schlägt Donaghy gegen den Willen des Teams den abgehalfterten afroamerikanischen Schauspieler Tracy Jordan als neuen Star der Sendung vor, denn genau wie das ZDF möchte auch der NBC-Manager neue Zielgruppen erreichen.</p>
<p>Leider ist Jordan manisch-paranoid &#8211; womit er im Team nicht weiter auffällt: vom kindlich-naiven Pagen bis zum pornosüchtigen Autor mit Trucker-Basecap besteht der bis in die Nebenrollen stark besetzte Cast aus wunderbar absurden Charakteren. Zudem scheut sich „30 Rock“ nicht vor Seitenhieben gegen seinen Haussender NBC, ist überhaupt selbstreferenziell bis zum Gehtnichtmehr, inklusive diverser Cameo-Auftritte populärer US-Mediennasen &#8211; und hat sich so seine zehn Emmys absolut verdient.</p>
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