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	<title>Michael Brake &#187; Reportage</title>
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		<title>Der Reggaeclub aus dem Güllegürtel</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Oct 2013 17:36:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Rasta Vechta hat den Durchmarsch aus der dritten Liga in die Basketball-Bundesliga geschafft. Dort setzt man auf vertrautes Personal – und einen guten Namen. (aus der taz vom 2. Oktober 2013) Zum 13-Uhr-Training ist auch der Zoll gekommen. Dabei haben die Besucher]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Rasta Vechta hat den Durchmarsch aus der dritten Liga in die Basketball-Bundesliga geschafft. Dort setzt man auf vertrautes Personal – und einen guten Namen. <span id="more-1620"></span>(aus der <a href="http://taz.de/Basketball-Bundesligist-Rasta-Vechta/!124793/" target="_blank">taz</a> vom 2. Oktober 2013)</h3>
<p><a href="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/SC_Rasta_Vechta_logo.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1626" alt="SC_Rasta_Vechta_logo" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/SC_Rasta_Vechta_logo.jpg" width="620" height="349" /></a></p>
<p>Zum 13-Uhr-Training ist auch der Zoll gekommen. Dabei haben die Besucher in den dunkelgrünen Overalls gar kein Interesse an den Wurfübungen der Basketballer von Rasta Vechta. Sie sind hier, um die Arbeitsgenehmigungen der Handwerker zu überprüfen. Ein Routinetermin.</p>
<p>Denn kurz vor dem ersten Bundesligaspiel in Vechtas Vereinsgeschichte ist der Rasta Dome noch eine Baustelle. Es werden Stuhlreihen angeschweißt, im VIP-Bereich wird der Boden gebohnert, ein Praktikant und ein FSJler tragen die Papierbahnen der Werbebanden vom Spielfeld.</p>
<p>Der Hallenausbau auf über 3.000 Zuschauerplätze ist verpflichtend für den Aufsteiger in die Basketball-Bundesliga (BBL). Sechs Meter wird die Halle dafür breiter gemacht und ein neuer Oberrang eingezogen. Die neuen Standkorbanlagen sind bereits installiert, die LCD-Displays für die Spielstände gerade mit dem Schiff aus China angekommen. „So dick war der Stapel mit den Auflagen“, sagt Manager Alexander Müller und deutet einen halben Meter hohen Papierberg in der Luft an.</p>
<p>Dabei hatte man die Halle erst im Sommer 2012 gebaut, in bloß fünf Monaten. Da war Vechta erstmals in die ProA, die zweithöchste deutsche Liga, aufgestiegen. Die Mannschaft galt als Abstiegskandidat, verlor die ersten drei Spiele – und schaffte danach den Durchmarsch in die BBL. Der vorläufige Höhepunkt eines Wegs, der in den späten 70ern als AG des Vechtaer Gymnasiums Antonianum begann.</p>
<h6>Fünf Spieler aus Liga drei</h6>
<p>In die neue Spielzeit geht Vechta gleich mit sieben Spielern aus dem Aufstiegskader, fünf waren sogar schon in Liga drei dabei. Ein ungewöhnliches Wagnis im Hire-and-fire-Sport Basketball, das Trainer Pat Elzie aber gern eingeht: „Der Großteil der Jungs hat sich das verdient“, sagt er. Dabei setzt Elzie vor allem auf Spielmacher Richard Williams, 2013 in der ProA zum wertvollsten Spieler gewählt.</p>
<p>Hinzu kommen Neuzugänge wie der aus der kanadischen Profiliga gewechselte 130-Kilo-Center Isaac Butts. „Er bringt die Masse mit, die wir in der BBL brauchen“, so Elzie. Butts soll unter den Brettern den 2,12-Meter-Mann Dirk Mädrich unterstützen, der beide Aufstiege mitgemacht hat und als einer von nur drei Rasta-Spielern BBL-Erfahrung hat. „Er ist unser Leitwolf, er hat einen unglaublichen Wurf für seine Größe“, sagt Coach Patrick Elzie über Mädrich.</p>
<p>Die Offensive, die in der ProA 91 Punkte pro Spiel machte, scheint gerüstet. „Aber man muss in der Ersten Liga gut verteidigen, da gibt es ein ganz anderes Niveau als in der ProA“, sagt Pat Elzie, „und wir müssen unsere Fehler minimieren.“ 22 Ballverluste wie bei der Niederlage im vorletzten Testspiel gegen Ligakonkurrent Bayreuth wird man sich im Auftaktspiel am 3. Oktober in Trier bestimmt nicht leisten können.</p>
<h6>Teamgeist über alles</h6>
<p>Elzie selbst ist unbestritten der Vater des Erfolgs: Seit 1984 arbeitet er, von kurzen Stationen in Syrien und Zypern abgesehen, als Spieler und Trainer in Deutschland, vor dreieinhalb Jahren kam er nach Vechta. Der 53-Jährige vereint eine natürliche Autorität mit Herzlichkeit. Man nimmt ihm ab, wenn er immer und immer wieder das Mantra sämtlicher Außenseiter der Sportwelt beschwört und den Teamgeist als große Stärke von Rasta Vechta herausstellt: „Zusammen ist alles möglich. Bei uns können mehrere Spieler Top-Scorer sein und den entscheidenden Wurf nehmen.“</p>
<p>Ein weiterer Trumpf des Vereins ist sein Name. Rasta ist kein Sponsor, es geht tatsächlich um Reggaemusik: 1979 wollte die Basketball-AG vom Antonianum einen Verein gründen, und als über den Namen beraten wurde, lief „Rastaman Vibrations“ von Bob Marley.</p>
<p>Heute sichert der Teamname Medienaufmerksamkeit und Vermarktungspotenzial, man wirbt mit „Rasta ist der geilste Club der Welt“, die Cheerleader nennen sich die „Marleys“. Sogar in der größten Tageszeitung Jamaikas stand schon ein Artikel. Deswegen hat sich Vechta in der Liga von Namensungetümen wie den New Yorker Phantoms Braunschweig auch bewusst gegen ein Namenssponsoring entschieden. „Weil wir das nicht wollen“, sagt Manager Alexander Müller.</p>
<h6>Tiefschwarze Heimat</h6>
<p>Der FC St. Pauli der BBL ist Vechta dennoch nicht, denn Rastas Heimat hat mit Alternativkultur wenig zu tun. Vechta liegt zwischen Oldenburg und Osnabrück und bildet mit dem Nachbarkreis Cloppenburg eine katholische Insel in den Weiten der niedersächsischen Tiefebene. Hier erreichte die CDU bei der Bundestagswahl über 60 Prozent, hier liegt die Geburtenrate deutlich über und die Arbeitslosenquote deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Die Region boomt. „Güllegürtel“ wird sie auch genannt. Riesige Hühner- und Schweinemastbetriebe prägen das Bild.</p>
<p>Auch Stefan Niemeyer ist auf diese Weise wohlhabend geworden. Dem Mäzen und langjährigen Vereinspräsidenten von Rasta gehört ein Futtermittelunternehmen. Niemeyer ist ein bulliger, hemdsärmeliger Mann, der sich nach der Saisoneröffnungs-Pressekonferenz mit den Sponsoren – der lokale Versicherer, die lokale Landessparkasse, seit neuestem ist auch der lokale Energieversorger dabei – das Jackett so schnell wie möglich wieder auszieht.</p>
<p>Vorher hatte er zufrieden erklärt, dass der Aufstieg nicht nur ein positiver Ausrutscher war: „Wir haben das feste Ziel, Basketball auf diesem Niveau in Vechta zu etablieren.“ Warum auch nicht? Rastas Vorbereitung verlief mit sieben Siegen und zwei Niederlagen erfolgreich. Das Team wurde früh zusammengestellt und ist entsprechend eingespielt. Und mit einem Etat von rund 1,5 Millionen Euro liegt man zwar im unteren Ligadrittel, aber auch nicht abgeschlagen am Ende der BBL.</p>
<p>Deswegen hat auch Coach Pat Elzie große Ziele: „Wir gehen in jedes Spiel, um es zu gewinnen“, sagt er. „Wir wollen möglichst früh mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Die Spieler haben die Qualität. Aber es wird eine knüppelharte Saison.“</p>
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		<title>Reduzierte Form für Liebhaber</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Apr 2010 12:54:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mehr als ein Diavortrag mit Tonspur: Audioslideshows sind besonders für Reportagen gut geeignet. In Deutschland ist das junge Genre noch ziemlich unbekannt. (aus der taz vom 20. April 2010) Text. Foto. Video. Diese drei klassischen Formen dominieren den Onlinejournalismus. Hin]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Mehr als ein Diavortrag mit Tonspur: Audioslideshows sind besonders für Reportagen gut geeignet. In Deutschland ist das junge Genre noch ziemlich unbekannt.<span id="more-1821"></span> (aus der <a href="http://www.taz.de/!51353/" target="_blank">taz</a> vom 20. April 2010)</h3>
<p><a href="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/audioslideshow.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1824" alt="audioslideshow" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/audioslideshow.jpg" width="620" height="310" /></a></p>
<p>Text. Foto. Video. Diese drei klassischen Formen dominieren den Onlinejournalismus. Hin und wieder verirrt sich dazwischen mal eine interaktive Grafik oder Landkarte, aber noch immer bilden sich eigenständige, crossmediale Online-Genres nur langsam heraus. Und wenn sie dann da sind, kriegt es kaum jemand mit – wie bei der Audioslideshow.</p>
<p>Die macht für den fernsehkonfektionierten User zunächst den Eindruck eines vollautomatischen Diavortrags mit Tonspur: Foto folgt auf Foto, nichts bewegt sich, allenfalls wird mal ein wenig gezoomt. Doch die reduzierte Form schafft eine spezielle Atmosphäre: Während Videos oft einfach so vorbeifließen, kann man sich hier die einzelnen Fotos genauer anschauen, wirken lassen, Details entdecken.</p>
<p>Ein gutes Foto ist ein Konzentrat der Zeit vor und nach dem Augenblick der Aufnahme, sagt Robert Wenkemann, Multimedia-Chef von faz.net. „In einer Audioslideshow springt man von einer sehr intensiven Situation zur nächsten“, so Wenkemann. „Wenn man dann noch Atmo-Geräusche hört oder ein Reporter dazu subjektiv erzählt, hat man viel stärker das Gefühl, man sei vor Ort.“ Entsprechend eignet sich das Format besonders gut für magazinig-zeitlose Themen, Reportagen und Porträts. Bei faz.net finden sich etwa Beiträge über das größte hinduistische Fest in Deutschland bei Hamm, über die verlassene Todeszone von Tschernobyl und über Fußball in Palästina.</p>
<p>Ihren Durchbruch schafften die Audioslideshows vor einigen Jahren, dank der preiswerten und leicht bedienbaren Software Soundslides, die sich schnell als Produktionsstandard durchsetzte. Doch während sich die Slideshows in den USA eine bedeutende Rolle erarbeitet haben – ein herausragendes Beispiel ist <a href="http://www.nytimes.com/packages/html/nyregion/1-in-8-million/" target="_blank">„One in 8 Million“</a> von nytimes.com, eine Serie von 54 Kurzporträts der Bewohner New Yorks aus dem Jahr 2009 –, führen sie hierzulande noch ein Nischendasein. Ausprobiert wurden sie zwar inzwischen von vielen Seiten, aber neben faz.net setzt nur sueddeutsche.de wirklich regelmäßig auf das Format.</p>
<h6>Chancenlos gegen das Bewegtbild?</h6>
<p>Anlass genug für erste Abgesänge: So erklärte Zeit-Online-Multimedia-Chef Fabian Mohr <a href="http://www.onlinejournalismus.de/2010/01/10/audio-slideshow-vs-video-nie-mehr-als-nische/" target="_blank">kürzlich</a> in einem vielverlinkten Blogbeitrag, warum die Slideshow gegen das omnipräsente Bewegtbild verloren hätte. Der Online-Journalist Fabian Schweyher, der seine Diplomarbeit über Audioslideshows geschrieben hat und auch selbst produziert, sieht es weniger drastisch: „Vor ein paar Jahren gab es dank Soundslides eine gewisse Euphorie, daher kommt jetzt wohl die Enttäuschung.“ Aber auch er glaubt, dass der große Durchbruch in Deutschland ausbleiben wird.</p>
<p>„Die Audioslideshow ist ein Format, das sehr stark sein kann – das sich durch sein recht starres Korsett aber auch relativ schnell abnutzt“, sagt er. Dazu kommt, dass Soundslides inzwischen an seine Grenzen stößt und so die Kreativität hemmt: Die Tonspur lässt sich nicht nachträglich editieren, der Einbau von Videosequenzen ist nicht möglich – wobei gerade die Kombination mit Video als nächster Entwicklungsschritt gesehen wird. Ein weiteres Problem ist der vergleichsweise hohe Produktionsaufwand. „Ich habe außerdem das Gefühl, dass eine Audioslideshow höhere Standards erfüllen muss als ein vergleichbares Video, weil das Format nicht so angenommen ist“, sagt Schweyher. „Genau wie die Bilder wirken auch die Fehler intensiver.“</p>
<p>Schließlich ist da noch der ökonomische Faktor: Deutsche Media-Agenturen vergöttern nach wie vor die Page Impression (PI), den Einzelseitenaufruf, als Reichweitenmessgröße für Onlinewerbung. Und da verliert jede Slideshow gegen eine schnell gebaute Fotoklickstrecke. Solange es kein Umdenken gibt, Werbung nach Unique Visits oder gar nach Nutzungsdauer zu honorieren, wird die Audioslideshow ein Liebhaber-Genre bleiben, das allenfalls zur Userbindung einer Webseite dienen kann.</p>
<h6>Spezielles Format für spezielle Anlässe</h6>
<p>„Wir machen das nicht, weil wir da Klicks einsammeln können, sondern weil es ein besonderer journalistischer Mehrwert ist“, sagt auch Robert Wenkemann. Leisten kann sich faz.net ein solches Aushängeschild nicht zuletzt dank des Zugriffs auf das weltweite Redaktionsfotografen-Netzwerk der Print-<i>FAZ</i>. Deswegen sieht auch Wenkemann die Zukunft der Slideshow eher als spezielles Format für spezielle Anlässe – und findet das auch gut so. Die Rückschau auf den letzten Bundesligaspieltag sei für eine Audioslideshow ohnehin zu profan.</p>
<p>Das Problem der PI-Fixiertheit kennt auch Hans-Jürgen Jakobs, Chefredakteur von sueddeutsche.de, will das Angebot dennoch ausbauen. „Es muss unsere journalistische Aufgabe sein, ein Thema auch anders zu erzählen, wir machen schließlich kein Onlinepapier“, sagt er. Man müsse beharrlich bleiben: „Viele Leute, gerade in der Werbebranche, sind ziemlich defensiv.“</p>
<p>Als Bestätigung für diese Haltung gewann der freie sueddeutsche.de-Autor Matthias Eberl Ende 2009 einen Reporterpreis für seine Slideshow <a href="http://rufposten.de/daten/xcess/" target="_blank">„Außen Puff, innen die Hölle“ </a>über eine Münchener Künstlerkneipe. Eberl ist in Deutschland ein Pionier, schon seit 2003 experimentiert er mit multimedialen Formen und neuen Verknüpfungen von Bild, Ton und Text. Von Audioslideshows allein leben kann Eberl noch nicht. Er ist aber zuversichtlich, dass sich ihre Zahl noch „erheblich steigern wird“, und sieht nicht nur die Redaktionen in der Pflicht: „Der Wille ist bei vielen da, ich glaube, es mangelt eher an Journalisten, die das Medium beherrschen.“</p>
<p>Und wenn der Onlinejournalismus endlich stärker auch in den Magazinnereich vordringt, könnte die große Stunde schlagen: „Wenn sich Tablet-PCs wie das iPad tatsächlich als Lesegerät für Zeitungen und Zeitschriften etablieren, wird die Audioslideshow bei Reportagen Standard sein.“</p>
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