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	<title>Michael Brake &#187; Echo</title>
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		<title>Eine Zuflucht für verlorene Seelen</title>
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		<pubDate>Tue, 26 Mar 2013 11:27:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
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		<description><![CDATA[AUSGEHEN UND RUMSTEHEN mit Lana, Lena, erogenen Zonen und der tollsten Iris-Heterochromie in der Berliner Kulturszene seit David Bowie. (aus der taz vom 26. März 2013) Fuck. Fuckfuckfuck. Es ist Donnerstag kurz vor Mitternacht, ich habe Kopfschmerzen, gerade wie im Wahn einen Text]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><strong>AUSGEHEN UND RUMSTEHEN mit Lana, Lena, erogenen Zonen und der tollsten Iris-Heterochromie in der Berliner Kulturszene seit David Bowie.<span id="more-1758"></span> </strong><strong>(aus der taz vom 26. März 2013)</strong></h3>
<p>Fuck. Fuckfuckfuck. Es ist Donnerstag kurz vor Mitternacht, ich habe Kopfschmerzen, gerade wie im Wahn einen Text fertig geschrieben und bin bei der Echoverleihung, also genauer: im Pressezentrum, wo sie erst die Stargäste an einer brüllenden Fotografenhorde vorbeigetrieben und danach die Preisverleihung auf einer großen Leinwand gezeigt haben. Und jetzt stelle ich fest, dass ich nicht auf die Aftershowparty gehen kann. Fuck.</p>
<p>Mir fehlt das richtige Bändchen, vom PR-Team ist nur noch die Praktikantin da und eigentlich hab ich es auch nicht verdient, dabei zu sein, denn auf dem roten Teppich, der in Wirklichkeit lila ist, hielt ich Rudolf Schenker für Peter Plate und den Sänger von Hurts für Dave Gahan.</p>
<p>Aber ich wollte doch auf der Party Lena del Rey abschleppen. Oder Lana Meyer-Landrut. Oder beide. Oder zumindest Freigetränke. Stattdessen fahre ich mit der letzten U-Bahn nach Hause. Fuck. Fuckfuckdoppelfuck.</p>
<p>Wenn das Wochenende schon so losgeht. Am Freitagabend habe ich immer noch Scheißlaune. Der Smartphoneakku ist fast alle, der Tabak ist krümelig und ich finde die bescheuerte Drecksgalerie in der doofen Schierker Straße nicht, weil nirgends ein Hinweis steht, dass die unten im Körnerpark ist. Der wurde übrigens unter Straßenniveau angelegt, damit es im Sommer angenehm kühl ist, erklärt mir M., die auch da ist. In der Wikipedia steht, der Park läge tiefer, weil er in eine Kiesgrube gebaut wurde. Aber M. ist dort im Kiez groß geworden und die Wikipedia nicht, also wem glaube ich wohl?</p>
<p>„Boah, hier sind so viele Frauen lesbisch!“, sagt irgendjemand. „Der Chef von der Thyssen-Krupp-Stiftung ist 99 und hat in der <i>Bild</i> gesagt, ich hör nicht auf“, sagt jemand anders. Die Ausstellung heißt „Erogenous Zone“, ich finde sie sehr lieblos und bin mir ziemlich sicher, dass das nicht bloß an meiner schlechten Laune liegt. Immerhin backt als Performance-Element eine mollige, nur mit einer Schürze bekleidete Frau mollige unbekleidete Teigfrauen, weswegen es die ganze Zeit gut riecht. Um Punkt zehn Uhr wird dann das Licht ausgemacht. Sind noch vierzig Leute im Ausstellungsraum, aber egal. Feierabend! Alle werden nebenan zur Party geschickt, hier braucht man kein Bändchen, hier will man aber auch keins.</p>
<p>Da fahre ich doch lieber in meine Lieblingsgalerie. Das Team Titanic fühlt sich an wie der „Drive“-Soundtrack, ein Ort, der verlorenen Seelen eine Zuflucht bietet. An diesem Abend vernissagiert Anna Kneer, sie hat eine Delegation Schweizer mitgebracht und ihre Mutter, die aussieht wie aus einem Lynchfilm. Kneer stellt kleinformatige wunderschöne Wolkenbilder aus, großformatige, äh, Farbflächendingse, mit blauen Kristallen überzogene Tiere, ein unverkäufliches ausgestopftes Frettchen. Die Galeristinnen mixen Drinks mit Titanic-Eiswürfeln, an einer Wand hängt eine Nasa-Eintrittskarte und mittendrin, mit der tollsten Iris-Heterochromie der Berliner Kulturszene seit David Bowie: Galeriehund Trotzki, halb Husky, halb Wolfshund, keine zwei Jahre alt, aber die Widerristhöhe eines Kutschpferdes und ein Kopf so groß wie meine beiden Katzen zusammen. Meine Katzen. Fuck. Ich habe ihren Geburtstag vergessen. Am vergangenen Montag sind sie vier geworden. Und warum fällt mir das gerade jetzt ein? Fuckfuckfuck.</p>
<p>Samstag ist alles viel besser, da gehe ich mit A. Schlittschuhlaufen. Wir stapfen durch die verlassenen Eiswüsten Hohenschönhausens, verirren uns in den Wellblechpalast, wo Eishockeyzwerge das „Gasag-U12-Turnier um den Clean-Rohr-Pokal“ ausspielen, und später zeigt A. mir, wie man rückwärts fährt, aber ich verstehe es nicht so ganz. Aber das macht mir nichts, denn A. ist schöner als Lena, Lana und alle anderen vom Echo zusammen. So geht es doch auch.</p>
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		<title>Innen gepresst, draußen Frei.Wild</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Mar 2013 07:22:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In einer flickenteppichhaften Inszenierung wurden am Donnerstag über 20 Echos verliehen, die meisten an die Toten Hosen. Die Kontroversen um Frei.Wild blieben außen vor. (taz.de vom 22. März 2013) Wie kann man es nur schon auf den ersten Metern so dermaßen]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>In einer flickenteppichhaften Inszenierung wurden am Donnerstag über 20 Echos verliehen, die meisten an die Toten Hosen. Die Kontroversen um Frei.Wild blieben außen vor. <span id="more-1360"></span>(<a href="https://www.taz.de/Echo-Verleihung-in-Berlin/!113253/" target="_blank">taz.de</a> vom 22. März 2013)</h3>
<p><a href="http://michaelbrake.de/2013/03/22/innen-gepresst-drausen-frei-wild/echo2013/" rel="attachment wp-att-1365"><img class="aligncenter size-full wp-image-1365" alt="echo2013" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/echo2013.jpg" width="620" height="422" /></a></p>
<p>Wie kann man es nur schon auf den ersten Metern so dermaßen verhühnern? An zwei sehr sichtbaren Seilen schwebt Moderatorin Helene Fischer ins Berliner Palais am Funkturm, schlägt einige ungelenke Salti, singt eine unheimlich biedere Version von „Let Me Entertain You“ und begrüßt, auf dem Boden angekommen, das Publikum allen Ernstes mit „Tja, der Echo. Das ist schon eine ganz besondere Musikpreisverleihung.“</p>
<p>Tja, haha. Das ist er wirklich. Liegen ihm doch bei den Nominierungen, man kann nicht oft genug daran erinnern, keinerlei künstlerische Kriterien zu Grunde, sondern ausschließlich die Chartsplatzierungen der vergangenen 12 Monate. „Der-Teufel-scheißt-auf-den-größten-Haufen“-Preis wäre ein passenderer Name.</p>
<p>Was für Probleme dieses Verfahren mit sich bringen kann, bekamen die Echo-Veranstalter vom Bundesverband Musikindustrie (BVMI) vor zwei Wochen zu spüren: Die automatische Nominierung der Südtiroler Rockband Frei.Wild führte dazu, dass die ebenfalls in der Kategorie „Rock/Alternative national“ aufgestellten Kraftklub und MIA. ihre <a title="„Ich will nicht nach Berlin“" href="http://michaelbrake.de/2013/03/06/ich-will-nicht-nach-berlin/" target="_blank">Teilnahme absagten</a>, weil sie Frei.Wild zu nah an rechtem Gedankengut sehen.</p>
<p>Anderthalb Tage wogten Empörungswellen, vor allem auf den Facebook-Seiten der Betroffenen, danach entschloss der BVMI sich, <a href="http://https//www.taz.de/Echo-Nominierungen/!112419/" target="_blank" shape="rect">Frei.Wild wieder auszuladen</a> – damit der Musikpreis nicht von einer politischen Diskussion überlagert würde, so die Begründung. Man wolle für die Zukunft auch <a href="http://https//www.taz.de/Diskussion-um-FreiWild/!112468/" target="_blank" shape="rect">die Nominierungsrichtlinien überdenken</a>.</p>
<h6>Mahnwache der NPD</h6>
<p>Von diesem Vorlauf ist am Abend der Verleihung nur noch vor dem Palais am Funkturm etwas zu spüren. Dort veranstaltet die NPD eine Mahnwache für Frei.Wild – knapp 15 Gestalten stehen verloren herum, ohne Fahnen oder Transparente, aber von doppelt so vielen Polizisten bewacht.</p>
<p>Auf der anderen Straßenseite hingegen feiern sich Frei.Wild. Die vier Musiker baden in ihren Fans, mehrere hundert sind gekommen. Sie halten Plakate hoch und tragen weiße Shirts mit der Aufschrift „Frei.Wild gegen Rassismus und Extremismus“ (die Fans, nicht die Band), daneben steht ein Truck mit der Aufschrift „Leckt uns am Arsch“. Wie auch immer die Ausladung vom Echo zu bewerten ist: Dem Zusammenhalt zwischen Frei.Wild und ihren Anhängern hat die Geschichte sicher gut getan.</p>
<p>Nach drinnen dringt das alles nicht vor. Nur ein Wort fällt: „Kontrovers“ sei die Kategorie ja gewesen, so die Preisüberreicherin Katie Melua. Sagt aber nicht, warum, und vergisst vor lauter Aufregung auch noch, die anderen Nominierten vorzulesen, was sonst in keiner Kategorie passiert. Ein Zufall? Dann ein ziemlich unglücklicher. Unheilig bekommt schließlich den Preis. Die Band hatte sich vorher als einziger Nominierter der Kategorie komplett aus dem Streit herausgehalten.</p>
<h6>Überblick verloren</h6>
<p>Ansonsten verliert man bei den 27 sich zum Teil überlappenden Kategorien – beste Künstler, beste Alben, beste Bands, Newcomer, national und international, Pop, Rock, Schlager, Volksmusik, undsoweiter – spätestens nach der vierten den Überblick. Gerade waren Pur und Boss Hoss noch die Nominierten bei der „Besten Band national“ (Gewinner: Tote Hosen), dann sagt Hartmut Engler von Pur in einem Einspieler-Filmchen an, dass Boss Hoss jetzt den Preis für die beste Künstlerin vergeben.</p>
<p>Die verleihen dann den Preis an Ivy Quainoo, die Gewinnerin genau jener Casting-Show, in der Boss Hoss selbst in der Jury saßen – zusammen mit Rea Garvey, der seinerseits als bester Künstler nominiert ist und direkt anschließend in einem Einspieler … willkommen in der äußerst überschaubaren Welt des deutschen Spitzenpop.</p>
<p>Das Spielchen, dass jeder Nominierte auch mal Presenter ist, in einem Einspielerfilmchen vorkommt und häufig auch noch als Live-Act, zieht sich durch den gesamten Abend, mit dem Höhepunkt, dass Moderatorin Fischer selbst zwei Echos bekommt. Es ist einer der wenigen Momente, wo man sie überhaupt mal auf der Bühne sieht: Fast alle Programmpunkte werden durch Einspieler, Laudatoren oder durch Olli Briesch, der nur als Stimme aus dem Off vorkommt, übernommen.</p>
<p>So wird die flickenteppichartige Beliebigkeit, die Musikpreisen im Allgemeinen und dem Echo im Speziellen ohnehin anhaftet, ins fast Unerträgliche gesteigert. Alles läuft wie auf Speed, es schmeckt auch ähnlich metallen. Die Kunst des Timings, die Magie der Pause, des Tempowechsels, des Innehaltens scheint der Regie fremd zu sein – was auch wenig Wunder nimmt, wenn zahllose Kategorien und rund ein Dutzend Live-Acts in drei Stunden gepresst werden. Die meisten Preise gewinnen übrigens die Toten Hosen, aus sieben Nominierungen werden vier Echos.</p>
<h6>Keine magischen Momente</h6>
<p>Die „magischen Momente“, die von der zu keinem Zeitpunkt locker wirkenden Helene Fischer in einer Moderation beschworen werden, schafft man mit derart hochgetakteter Professionalität natürlich nicht. Es gibt sie allenfalls im Kleinen: Roman Lob („Radio-Echo“) und Lena Meyer-Landrut („Bestes Video“) zeigen sich wirklich ergriffen von ihren Preisen, Deichkind („Electronic/Club/Dance“) schaffen mit einer mitgebrachten Laudatiovorleserin ein kleines dadaistisches Element.</p>
<p>Max Raabe wiederum schummelt mit seinem nonchalanten Näselbass wirklich ein wenig Glamour und Witz in die Veranstaltung („Sie werden es bemerkt haben, die größten Chancen hat man heute Abend, wenn man entweder aus Düsseldorf kommt oder eine Pandamaske trägt. Die größten Chancen hat also ein Panda, der aus Düsseldorf kommt“). Und Campinos frei gehaltene Laudatio auf Led Zeppelin, die einen Lebenswerk-Echo international bekommen, ist gelungen und aufrichtig.</p>
<p>Genau wie die umfangreiche Ehrung von Hannes Wader für sein Lebenswerk national. Zum Thema Frei.Wild sagt Wader allerdings genausowenig wie alle anderen, er hat auch gar keine Zeit dafür. Dafür gelingt ihm das letzte Bonmot des Abends: „Ich guck mir das morgen alles in Ruhe auf YouTube an.“</p>
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		<title>„Ich will nicht nach Berlin“</title>
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		<pubDate>Wed, 06 Mar 2013 14:22:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kraftklub zieht seine erste Echo-Nominierung zurück. Man will nicht in einer Reihe mit Frei.Wild stehen, denen eine rechte Gesinnung nachgesagt wird. (veröffentlich am 6. März 2013 auf taz.de) Der erste Plattenvertrag. Die erste Tournee. Der erste Festivalauftritt. Die erste Goldene Schallplatte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Kraftklub zieht seine erste Echo-Nominierung zurück. Man will nicht in einer Reihe mit Frei.Wild stehen, denen eine rechte Gesinnung nachgesagt wird. <span id="more-1321"></span>(veröffentlich am 6. März 2013 auf <a href="http://taz.de/Kraftklub-boykottiert-Echo-Verleihung/!112296/">taz.de</a>)</h3>
<p style="text-align: center;"><a href="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/kraftklub.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1323" alt="kraftklub" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/kraftklub.jpg" width="620" height="415" /></a></p>
<p>Der erste Plattenvertrag. Die erste Tournee. Der erste Festivalauftritt. Die erste Goldene Schallplatte. Die erste Charts-Topplatzierung. Und schließlich: die erste Echo-Nominierung. So oder ähnlich verlaufen Karrieren vieler deutscher Nachwuchsmusiker, so verlief auch die Karriere der Chemnitzer Band Kraftklub, die mit einer Mischung aus Indie und Sprechgesang seit drei Jahren immer erfolgreicher werden und Anfang 2012 mit ihrem Debütalbum „Mit K“ auf Platz 1 der deutschen Albumcharts landeten.</p>
<p>Jetzt gibt es aber einen Bruch, einen selbstbestimmten: Am Mittwoch hat Kraftklub auf seiner Facebook-Seite <a href="http://www.facebook.com/kraftklub/posts/10151453314944754" target="_blank" shape="rect">bekanntgegeben</a>, dass sie ihre erste Echo-Nominierung wieder – es gibt dafür eigentlich gar kein richtiges Verb – zurückgeben: „Wir haben unsere Plattenfirma gebeten, dafür zu sorgen, daß unsere Nominierung für den Echo in der Kategorie &#8216;Rock/Alternativ National&#8217; zurückgezogen wird. Wir möchten nicht weiter in einer solchen Reihe genannt werden“, schreiben sie.</p>
<p>Diese Reihe der Nominierten in der offiziell sperrig benannten Kategorie „Künstler/Künstlerin/Gruppe/Kollaboration Rock/Alternative National“, liest sich folgendermaßen: Die Ärzte, Frei.Wild, Kraftklub, MIA., Unheilig. Was nicht stimmt an der Reihe? Es geht um Frei.Wild.</p>
<p>Nun macht die Südtiroler Band zum einen recht konventionelle Rockmusik, mit der sie unter anderem auf der WM-Fanmeile 2010 in Berlin und beim Wacken Open Air aufgetreten ist. Zum anderen steht sie wegen ihrer Texte und wegen der Vergangenheit von Sänger Philipp Burger im Verdacht, nationalistisch bis rechts zu sein.</p>
<h6>Fragwürdige Vergangenheit</h6>
<p>Burger, der bis 2008 Mitglied der rechtsliberalen, FPÖ-nahen Südtiroler Partei „Die Freiheitlichen“ war und früher in der italienischen Rechtsrockband Kaiserjäger spielte, hat sich mehrfach öffentlich von einer rechten Gesinnung Frei.Wilds distanziert, die Band besteht darauf, unpolitisch zu sein. Angesichts von Textzeilen wie „Kreuze werden aus Schulen entfernt /Aus Respekt vor den andersgläubigen Kindern“ und „Das ist das Land der Vollidioten / Die denken, Heimatliebe ist gleich Staatsverrat“ (aus „Das Land der Vollidioten“) bleiben aber Zweifel.</p>
<p>Für Kraftklub offenbar ausreichend, so dass sie der Echo-Verleihung am 21. März in Berlin fernbleiben. „Obwohl wir uns gefreut haben zusammen mit Mia., Die Toten Hosen, Unheilig, und Die Ärzte nominiert gewesen zu sein. Schade um die schöne Aftershowparty …“, steht in ihrem Facebook-Statement. Passenderweise heißt die erste Single-Auskopplung aus dem Album „Mit K“: „Ich will nicht nach Berlin“.</p>
<p>Die Echo-Preisträger werden nicht nach künstlerischen Kriterien nominiert, sondern auf Grundlage der Plattenverkäufe. Im Herbst stand „Feinde deiner Feinde“, das achte Album von Frei.Wild, auf Platz zwei der deutschen Albumcharts. Der Bundesverband Musikindustrie, der den Echo ausrichtet, war für ein Statement leider nicht zu erreichen.</p>
<p>Im Februar hatte es bereits eine Kontroverse um Frei.Wild gegeben: Sie <a href="http://www.visions.de/news/17994/With-Full-Force-Frei-Wild-sagen-ab" target="_blank" shape="rect">sagten ihren Auftritt beim Rockfestival „With Full Force“ ab</a>, nachdem zuvor mehrere Kooperations- und Sponsoringpartner des Festivals, unter anderem die Musikzeitschrift Visions und Jägermeister, mit Boykott gedroht hatten.</p>
<p>Den Rückzug von Kraftklub kommentierten Frei.Wild auf ihrer eigenen <a href="http://www.facebook.com/Frei.Wild/posts/165668286919093" target="_blank" shape="rect">Facebookseite</a> spöttisch: „Da warens nur noch 4 … Wir haben nach langem Überlegen unsere Plattenfirma, die wir selber sind :) gebeten, dafür Sorge zu tragen, dass nach der Nominierung für den Echo in der Kategorie &#8216;Rock/Alternativ National&#8217; genug Bier auf der Aftershowparty steht.“</p>
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