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	<title>Michael Brake &#187; Bratwurst</title>
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		<title>„Man sollte kraftvoll zubeißen“</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Jun 2013 00:23:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit Würde eine Wurst essen – kaum etwas ist schwieriger. Warum es Politiker trotzdem nicht lassen können, erläutert der Experte Constantin Alexander. (aus der taz vom 19. Juni 2013) taz: Herr Alexander, Sie sammeln Bilder von Politikern, die Bratwürste essen. Wie]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Mit Würde eine Wurst essen – kaum etwas ist schwieriger. Warum es Politiker trotzdem nicht lassen können, erläutert der Experte Constantin Alexander.<span id="more-1688"></span> (aus der <a href="http://taz.de/Politologe-ueber-Bratwurstessen/!118333/" target="_blank">taz</a> vom 19. Juni 2013)</h3>
<p><strong>taz: Herr Alexander, Sie sammeln Bilder von Politikern, die Bratwürste essen. Wie kam es denn bitte dazu?</strong></p>
<p><strong>Constantin Alexander: </strong>Bei meiner Arbeit als Journalist ist mir aufgefallen, dass <a href="http://www.taz.de/index.php?id=bildergalerie&amp;tx_gooffotoboek_pi1[srcdir]=Bratwurst-Politik" target="_blank" shape="rect">es bestimmte Politikerfotos immer wieder gibt.</a>Das ist gerade bei durchchoreografierten Terminen so, etwa bei Volksfesten oder Wahlkampfveranstaltungen: Der Politiker, der eine Maß Bier in der Hand hält, der Politiker, der irgendwas in die Kamera hält, der ein Lamm streichelt, ein Stück Käse isst. Ich habe mich gefragt, welche Pose man am häufigsten findet, und deswegen Archive von Nachrichten- und Fotoagenturen durchsucht. Dabei sind mir zwei Sachen aufgefallen. Erstens: Es gibt von nahezu jedem deutschen Volksparteipolitiker ein Bild, wie er in eine Bratwurst beißt. Und zweitens: Bratwürste sind unmöglich würdevoll zu essen.</p>
<p><strong>Warum?</strong></p>
<p>Die Dinger sind heiß, sie sind fettig, man sieht nicht elegant dabei aus. Und dann kann so eine Bratwurst ja auch noch als phallisches Symbol interpretiert werden. Wenn du zu sehr reinbeißt, gibt es Männer, die sich bedroht fühlen. Aber wenn du es zu zärtlich machst, ist das auch schon wieder zu sexuell aufgeladen. Es ist also sehr, sehr schwierig, es professionell zu machen.</p>
<p><strong>Und warum machen sich dann alle deutschen Politiker mit Bratwürsten zum Kasper?</strong></p>
<p>Wenn du auf einer öffentlichen Veranstaltung bist und irgendetwas ablehnst – oder dein Assistent lässt es nicht zu dir durch –, dann kriegen die Leute vor Ort das mit. Hängen bleibt: Da kommt ein wichtiger Politiker und will uns repräsentieren, lehnt aber das Essen, das wir selber essen, ab. Man kann vielleicht noch argumentieren, die Wurst könnte vergiftet sein oder so was – aber zieh das mal durch. Und außerdem will der Politiker ja Volksnähe demonstrieren.</p>
<p><strong>Wie viel Symbol steckt denn in der Wurst?</strong></p>
<p>Enorm viel, denn Lebensmittel in der Kultur- und Kunstdarstellung stehen nie für sich. Früher haben Könige, reiche Bürger und Kirchenobere sich sehr gern so darstellen lassen, dass ihr Reichtum deutlich wurde, etwa mit einem Fasan. Heute aber, wo wir in Deutschland Demokratie haben, ist es sehr schwierig geworden, sich mit gewissen Luxusgegenständen ablichten zu lassen. Es gibt ja die Geschichte, wie Sahra Wagenknecht in Straßburg Hummer gegessen hat, und davon gab es ein Foto, und dann hat sie sofort dafür gesorgt, dass dieses Foto einfach nicht erscheint.</p>
<p><strong>Hat das funktioniert?</strong></p>
<p>Ja, das Foto wurde gelöscht. Für jemanden von der Linken in Deutschland ist Hummer, genau wie Kaviar oder Champagner, sehr luxuriös konnotiert. Heute müssen Politiker aber über Essen Volkstümlichkeit simulieren. Ein Barack Obama hat deshalb im US-Wahlkampf in nahezu jede Art von Fastfood mindestens einmal gebissen: Hot Dogs, Pizza, Burger, Barbecue. Von Mitt Romney hingegen gibt es keine Bilder, wie er in einen Taco beißt, denn der symbolisiert für die Republikanerwähler die Einwanderer aus Mexiko, die „Illegalen“. Das ist eine politische Bedeutung, da geht es gar nicht darum, ob etwas lecker ist oder nicht.</p>
<p><strong>Und die deutschen Politiker müssen in die Bratwurst beißen. Gibt es denn keine Alternative für sie?</strong></p>
<p>Es gibt natürlich regionale Spezialitäten. Fischbrötchen im Norden, Leberkäse und Weißwurst in Bayern, dann die Nürnberger, die Frankfurter, in Berlin und im Ruhrgebiet die Currywurst. Aber die Bratwurst gibt es überall, in jedem größeren Bahnhof findest du eine Bude. Und dann ist da natürlich noch der Döner …</p>
<p><strong>Ist das nicht so etwas wie der Taco der Deutschen?</strong></p>
<p>Exakt. Von Claudia Roth, Renate Künast und vielen Grünenpolitikern gibt es halt dieses klassische Symbolbild: multikulturell, offen, tolerant, „neues Deutschland“. Ob sie es wirklich dann auch essen, weiß ich nicht, denn oft stehen sie nur am Dönerspieß. Denn ein Döner ist genauso unmöglich zu essen: Der fällt auseinander, ist eine Maulsperre und überhaupt.</p>
<p><strong>An der Wurst führt also kein Weg vorbei. Was aber ist denn nun die beste Art, eine Bratwurst zu essen?</strong></p>
<p>Souverän. Es gibt schlicht keine würdevolle Art. Man sollte vermeiden, zu gierig zu wirken. Ganz schlimm ist es, die Augen zuzumachen beim Kauen. Man sollte kraftvoll zubeißen, aber nicht zu doll – denn sobald man das im Mund hat und ihn wieder aufmachen müsste, um Kälte reinzulassen, ist es zu spät. Man sollte ohnehin immer etwas warten, bis die Wurst abgedampft hat.</p>
<p><strong>Ein Problem ist, dass die Bratwurst zu heiß ist?</strong></p>
<p>Ja. Aber es wird eben auch erwartet, dass man sofort reinbeißt.</p>
<p><strong>Dann ist da die bereits angesprochene Sache mit den Zähnen …</strong></p>
<p>… zeigt man sie, wirkt es wie aggressives Zubeißen. Zeigt man sie nicht, wie laszives Lutschen.</p>
<p><strong>Uli Hoeneß zeigt auf einem Foto nur seinen Unterkiefer und macht dabei einen sehr guten Eindruck. Eine Empfehlung?</strong></p>
<p>Das hängt natürlich auch davon ab, was für ein Gesicht man hat. Hoeneß macht das auf dem Bild sehr gut, aber er ist ja auch ein Profi. Außerdem hat er eine Nürnberger gegessen, das ist einfacher.</p>
<p><strong>Warum?</strong></p>
<p>Die ist ein bisschen kleiner, das macht sie mundlicher. Und man kann sie besser durch Ausatmen ankühlen. Das gilt auch für die Currywurst: Die Stücke sind nicht so heiß, weil sie kleiner sind und mehr Außenfläche haben.</p>
<p><strong>Das Wichtigste ist also das Wurstformat?</strong></p>
<p>Das Wichtigste ist die Körperhaltung. Also nicht zu sehr nach vorne gebeugt, nicht zu sehr den Kiefer zeigen, sondern die Wurst zum Mund führen.</p>
<p><strong>Die Wurst muss zum Mund, nicht der Mund zur Wurst?</strong></p>
<p>Genau.</p>
<p><strong>Und wer ist der Meister des Bratwurstessens?</strong></p>
<p>Gerhard Schröder. Es wirkt am natürlichsten bei ihm, und man hat das Gefühl: Der hat Bock drauf, der kennt sich damit aus, und der hat das auch schon vorher gemacht, bevor er ein gewichtiger Politiker geworden ist. Noch heute gibt es ja in allen öffentlichen Hannoveraner Kantinen auch immer noch die Kanzlerplatte, das ist Currywurst/Pommes. Gleichzeitig kursierte in der Berliner dpa-Redaktion das Gerücht, dass Schröder 1998 im Bundestagswahlkampf einen Bratwurst-Coach hatte.</p>
<p><strong>Hat die Bratwurst die Wahlen 1998 und 2002 mitentschieden?</strong></p>
<p>Ich würde sagen: Die Fähigkeit eine Bratwurst zu essen, zeigt, wirklich zu verstehen, wie die Mehrheit des deutschen Volkes tickt. Das ist so, wie in manchem Wirtschaftskreisen zu wissen, wie man eine Zigarre raucht: Und seit der der Finanzkrise gibt es immer weniger Bilder von Politikern, die Zigarre rauchen.</p>
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<p><em><strong>Constantin Alexander</strong>, 30, ist Politikwissenschaftler und arbeitet als freier Journalist. Bratwurstforschung betreibt er auf <a href="http://peoplebitingintobratwurst.tumblr.com/" target="_blank">peoplebitingintobratwurst.tumblr.com</a>. Außerdem ist er Teil des Elektro-Lyrik-Projekts „Beatpoeten“ – und seit 14 Jahren Vegetarier.</em></p>
</div>
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		<title>Von Schweißen bis Antarktis</title>
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		<pubDate>Wed, 08 May 2013 19:07:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Klassifikation der LOLCat-Lover, bratwurstessende Politiker und das Ende der Arbeit: der zweite Tag der Internetkonferenz „re:publica“. (veröffentlicht auf taz.de am 8. Mai 2013) Anmerkungen: Hier geht es zu Tag 1 und Tag 3 der re:publica 2013. Hier findet sich die sehr knapp]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Die Klassifikation der LOLCat-Lover, bratwurstessende Politiker und das Ende der Arbeit: der zweite Tag der Internetkonferenz „re:publica“. <span id="more-1731"></span>(veröffentlicht auf <a href="http://taz.de/Netzkonferenz-republica-1-Tag/!115847/" target="_blank">taz.de</a> am 8. Mai 2013)</h3>
<p><em>Anmerkungen: Hier geht es zu <a href="http://michaelbrake.de/2013/05/07/sternenmensch-und-schweinehaelften/" target="_blank">Tag 1</a> und <a href="http://michaelbrake.de/2013/05/09/die-katzen-der-ascii-aera/" target="_blank">Tag 3</a> der re:publica 2013. Hier findet sich die sehr knapp zusammenfassende <em><a href="http://michaelbrake.de/2013/05/24/von-mondfahrzeugen-und-ascii-kuehen/" target="_blank">Print-Kolumne</a></em> aller Tage. Der letzte Punkt war, stellenweise 1:1, ebenfalls Teil einer Kolumne. Mit <a href="http://michaelbrake.de/2013/06/19/man-sollte-kraftvoll-zubeissen/" target="_blank">Constantin Alexander</a> und <a href="http://michaelbrake.de/2013/08/08/ich-spreche-lolspeak/" target="_blank">Kate Miltner</a> habe ich zu ihren Themen längere Interviews geführt.</em></p>
<p>Am zweiten Tag der Internetkonferenz re:publica in Berlin <a href="http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.internetkongress-republica-zetsche-spottet-ueber-google-auto.d2349fe7-5e15-463d-8e0a-a7caf9dd0518.html" target="_blank" shape="rect">lästerte Daimler-Chef Dieter Zetsche</a> über das Google-Auto. Im Beisein der kubanischen Bloggerin Yoani Sánchez wurden die <a href="http://thebobs.com/deutsch/category/2013/?only_winners=true" target="_blank" shape="rect">The-Bobs-Awards</a> für Online-Aktivismus der Deutschen Welle <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/re-publica-Bobs-fuer-Online-Aktivisten-1858557.html" target="_blank" shape="rect">verliehen</a>. Und Telekom-Manager Jan Krancke <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/re-publica-netzneutralitaet-a-898553.html" target="_blank" shape="rect">stellte sich mehr oder weniger der Kritik</a>, dass sein Konzern den Abbau der Netzneutralität vorantreibt.</p>
<p>Alles Ereignisse, die es nicht in diesen streng subjektiven Tagesüberblick geschafft haben. Denn wie schon für den <a href="http://www.taz.de/Netzkonferenz-republica-1-Tag/!115847/" target="_blank" shape="rect">Montag</a> gilt, dass es 5.000 individuell verschiedene re:publicas gibt, das hier ist nur eine davon. Die Grundfrage bleibt aber die gleiche: Was konnte man auf der re:publica lernen?</p>
<p><strong>1. Niemand sieht beim Bratwurstessen so wenig scheiße aus wie Gerhard Schröder.</strong> Und das ist wichtig als Politiker, denn dauernd muss man sich mit der Wurst fotografieren lassen – auf Volksfesten wird sie einem angeboten, ablehnen geht nicht, und überhaupt demonstriert sie wie kaum sonst etwas Volksnähe und Bodenständigkeit.</p>
<p>Nur leider sind die Dinger heiß, fettig und es ist unmöglich, sie würdevoll zu essen. Der Journalist Constantin Alexander hat deswegen eine <a href="http://www.re-publica.de/sessions/anwendungsorientierte-analyse-volkstuemlicher-lebensmittel-politischen-berichterstattung-od" target="_blank" shape="rect">„Anwendungsorientierte Analyse volkstümlicher Lebensmittel in der politischen Berichterstattung“</a> vorgestellt. Stoiber, Steinbrück, MacAllister – sie alle fallen durch beim Wurstverzehr. Ein weiterer Tipp von Alexander, der in einem <a href="http://peoplebitingintobratwurst.tumblr.com/" target="_blank" shape="rect">Tumblr</a> Wurstesserbilder sammelt: Haltung bewahren. Denn die Wurst muss zum Mund, nicht der Mund zur Wurst.</p>
<p><strong>2. Ein Gigabyte Daten nimmt das Google Car jede Sekunde auf.</strong>Und rund 3,5 Millionen Menschen in den USA verdienen ihren Lebensunterhalt als Fahrer. Sie könnten bald durch Maschinen überflüssig gemacht werden, so wie auch zahllose Fabrikarbeiter.</p>
<p>Doch auch vermeintlich sichere Berufe sind in Gefahr, die Mustererkennung im Big-Data-Bereich könnte Arbeitsbereiche von Anwälten und Diagnoseärzten betreffen. Und selbst an der Abschaffung von Sportjournalisten wird gearbeitet, die recht schematisch ablaufenden Spielereignisse könnten Computer bald selbst erkennen und dann mit den passenden Textbausteinen und Synonymen beschreiben – manch einer sagt allerdings, das wäre längst passiert.</p>
<p>Die Debatte, was das für Folgen hat, ist das Thema von Johannes Kleskes Vortrag <a href="http://www.re-publica.de/sessions/ende-arbeit-wenn-maschinen-uns-ersetzen" target="_blank" shape="rect">Das Ende der Arbeit</a>. Dabei gibt es zwei Lager: Neo-Ludditen wollen wie die Maschinenstürmer von einst dagegen ankämpfen, dass Maschinen uns erst die Arbeitsplätze wegnehmen und uns am Ende so kontrollieren. Die andere Seite sagt sich: Wir können uns der Zukunft nicht widersetzen, also sollten wir sie umarmen. Sie imaginiert ein digitales Athen: Eine Zeit, ähnlich der griechischen Antike, wo die Bürger ihren Alltag mit Politik, Kunst, Philosophie verbringen konnten, weil Sklaven ihnen die Arbeit abgenommen haben. Diese Sklaven sollen dann Maschinen sein.</p>
<p>Johannes Kleske fordert als Mittelweg den <a href="http://www.golem.de/news/mensch-vs-maschine-wir-brauchen-den-kritischen-geek-1305-99139.html" target="_blank" shape="rect">kritischen Geek</a>. Manch einer wird es aber lieber mit Science-Fiction-Autor Arthur C. Clarke halten, der sagte: „The goal of the future is full unenployment, so we can play.“</p>
<p><strong>3. Es gibt drei Sorten LOLCat-Fans: Die Meme Geeks, die Cheezfrenz und die Casual User.</strong> Das ist eine der Erkenntnisse von <a href="http://www.re-publica.de/users/kmiltner" target="_blank" shape="rect">Kate Miltner</a>, die ihre Masterarbeit tatsächlich das berühmteste aller Meme geschrieben hat: über <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lolcat" target="_blank" shape="rect">LOLCats</a>. Die Meme Geeks waren dabei die Vorreiter, sie sind jung, meistens männlich und machten LOLCats groß.</p>
<p>Doch dann kamen die Cheezfrenz, eher Frauen mittleren Alters, die sich über <a href="http://icanhas.cheezburger.com/" target="_blank" shape="rect">I can haz Cheeseburger?</a> und andere Seiten austauschen und die LOLCats wesentlich weniger aggressiv interpretieren. Einige Meme Geeks wandten sich gelangweilt ab, andere kämpfen einen erbitterten Streit mit den Cheezfrenz aus, wobei es unter anderem darum geht, wer besser LOLspeak sprechen kann. Den Casual Usern ist das alles egal, sie schauen sich nur die Ergebnisse der LOLCat-Bilderproduzenten auf der Arbeit an und freuen sich darüber.</p>
<p><strong>4. Auf dem Mond dauert ein Tag 29 Tage und es gibt 250 Grad Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht.</strong> Das ist wichtig, wenn man ein Gefährt bauen will, das auf dem Mond mindestens 500 Meter fährt, um den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Google_Lunar_X-Prize" target="_blank" shape="rect">Google Lunar X-Prize</a> von 30 Millionen Dollar zu gewinnen. Zwei Mitglieder vom deutschen Team <a href="http://https//www.facebook.com/PartTimeScientists" target="_blank" shape="rect">Part-Time Scientists</a> haben auf der re:publica ihr Projekt <a href="http://www.zeit.de/digital/2013-05/republica-raumfahrt" target="_blank" shape="rect">vorgestellt</a>.</p>
<p>Ihr kleiner Roboter Asimov Jr. hat dabei auch eine integrierte Kamera für 3D-Aufnahmen. Projektintern wurde diskutiert, ob man eine Farbkamera brauche, wo doch auf dem Mond eh alles grau sei – am Ende entschied man sich für Farbe. Außerdem ist der Mond voll mit sehr feinem Staub, also muss Asimov Jr. sehr gut versiegelt sein. Denn dort oben gibt es keinen ADAC-Pannendienst, sagt Karsten Becker, der wie auch sein Ko-Referent Robert Böhme genau so aussieht und spricht, wie man sich in den USA deutsche Ingenieure vorstellt: Heftiger Akzent, helles Hemd, Jeans und ein Humor, der, siehe oben.</p>
<p><strong>5. Binge Viewing nennt man es, eine US-Serienstaffel mehr oder weniger  in einem Rutsch zu schauen.</strong> Wusstet ihr sicher alle, ich erfahre es erst abends im Hof beim Biobier. Und direkt danach, dass der Macher von True Blood ADD hat, was sich aber nicht einwandfrei begooglestätigen lässt. Und dann noch, dass Netflix eigene Serien produziert (also <em>das</em> wusstet ihr nun aber wirklich alle). Worüber man halt redet in den re:publica-Pausen: über TV-Serien. Wie überall sonst. Offen bleibt die Frage, wann es wohl mehr US-Netflix-Accounts gibt als US-Bewohner, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Virtual_Private_Network" target="_blank" shape="rect">VPN</a> sei dank.</p>
<p><strong>6. Von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schwei%C3%9Fen" target="_blank" shape="rect">Schweißen</a> zu <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Antarktis" target="_blank" shape="rect">Antarktis</a> liegen in der Wikipedia höchstens sechs Klicks.</strong> Eisenzeit – Frühgeschichte – Nordamerika – Arktischer Ozean – Arktis.  „Wir wollen nur kurz was bei Wikipedia nachschlagen und fünf Stunden später stellen wir fest, wir wissen jetzt alles über Quantenbotanik, aber nicht, wie wir da hin gekommen sind“, sagt Sebastian Vollnhals, einer der beiden Moderatoren von <a href="http://www.re-publica.de/sessions/six-degrees-wikipedia" target="_blank" shape="rect">„Six Degrees of Wikipedia“</a>, das aus der Not ein Spiel gemacht hat: Zwei Kandidaten müssen in möglichst wenigen Schritten und möglichst wenig Zeit von einem Begriff zum anderen kommen, dafür gibt es Punkte nach einem System, das man vielleicht verstanden hätte, wenn man von Anfang an dabei gewesen wäre.</p>
<p>So wird der Weg von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Arthrose" target="_blank" shape="rect">Arthrose</a> zu <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Einkommensteuer_%28Deutschland%29" target="_blank" shape="rect">Einkommenssteuer (Deutschland)</a> beschritten, von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Big_Time_Rush" target="_blank" shape="rect">Big Time Rush</a> zu <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Herr_der_Ringe" target="_blank" shape="rect">Der Herr der Ringe</a> schafft es einer in sechs Schritten und 70 Sekunden. Weil bei <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eisen" target="_blank" shape="rect">Eisen</a> zu <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%B6ne_Bescherung" target="_blank" shape="rect">Schöne Bescherung</a> auf der Bühne nichts passiert, probiere ich es am eigenen Computer und finde den Weg Eisen – Erdöl – Hannover – Weihnachtsmarkt – Advent – Weihnachten – Heiliger Abend – Bescherung – Schöne Bescherung. Während die Halbfinalisten den Weg von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Heesters" target="_blank" shape="rect">Johannes Heesters</a> zu <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mom_I%27d_Like_to_Fuck" target="_blank" shape="rect">Mom I&#8217;d Like to Fuck</a> suchen, gehe ich zurück in den Hof.</p>
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