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	<title>Michael Brake &#187; Animationsfilm</title>
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		<title>Gurrende Fabelschnabelnagetiere</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Jul 2010 16:47:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Von Totenkopfblumen, Wallace, Gromit und bösen Pharmakonzernen – 3sat zeigt mit „Trickreich“ Animationsfilme. (aus der taz vom 20.Juli 2010) Es ist 2010. Im Kino läuft Wes Andersons traumhaft guter Film „Der fantastische Mr. Fox“, die „Simpsons“ wurden neulich 20, der]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Von Totenkopfblumen, Wallace, Gromit und bösen Pharmakonzernen – 3sat zeigt mit „Trickreich“ Animationsfilme.<span id="more-1848"></span> (aus der taz vom 20.Juli 2010)</h3>
<p><a href="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/blood_tea_and_red_string-02.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1851" alt="blood_tea_and_red_string-02" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/blood_tea_and_red_string-02.jpg" width="620" height="408" /></a></p>
<p>Es ist 2010. Im Kino läuft Wes Andersons traumhaft guter Film „Der fantastische Mr. Fox“, die „Simpsons“ wurden neulich 20, der Anime „Akira“ ist sogar noch ein bisschen älter. Und in deutschen Pressetexten muss man immer noch betonen, dass „die Zeiten vorbei sind, in denen Trickfilme ausschließlich als reine Kinderfilme galten“. So auch 3sat, das sein Sommerprogramm mit dem Animationsfilms-Special „TrickReich“ aufhübscht.</p>
<p>Den Auftakt macht heute (22.25 Uhr) Kristl Philippis Doku „Bewegte Bilder“: ein routiniertes Round-up für Einsteiger. Vorgestellt wird Prominenz wie „Wallace and Gromit“, „Persepolis“ und „Waltz with Bashir“, aber auch das belgische Indie-Duo Vincent Patar und Stéphane Aubier.</p>
<p>Im Anschluss folgt eine komplett wortlose Entdeckung der Langsamkeit im Stop-Motion-Gewand: „Blood Tea and Red String“ (22.55 Uhr) spielt in einem selbst gebastelten Märchenwald mit Cellophanfolienbächen und Wattebauschwolken, in dem eine Familie gurrender Fabelschnabelnagetiere lebt und eine Frauenpuppe genäht hat.</p>
<h6>Der Charme osteuropäischer Kinderfilme</h6>
<p>Drei weiße Mäuse in Zirkusdirektor-Jacken stehlen die Schönheit, und so müssen sich die Fabelwesen auf Reisen begeben. Sonnenblumen mit Totenkopfgesichtern, Froschzauberer, eine Spinne mit Frauengesicht, die Blaumeisen fängt – alles atmet den Charme osteuropäischer Kinderfilme aus den Sechzigern, leider ist auch die Animationsqualität entsprechend. Es zuckelt und ruckelt und hüpft, und man muss schon wissen, dass „Blood Tea and Red String“ beinahe im Alleingang über 13 Jahre von der US-Amerikanerin Christiane Cegavske gedreht wurde, um darüber hinwegzusehen. Ein gewöhnungsbedürftiges Stück Independent-Kino.</p>
<p>Von einem anderen Ende des Animationsfilmspektrums kommt „Renaissance“ (Donnerstag, 22.25 Uhr), gedreht im Motion-Capture-Verfahren, bei dem Schauspielerbewegungen in Animationen umgewandelt werden, und dann noch so weit nachbearbeitet, bis nur noch ein wenig Weiß und sehr viel Schwarz übrig ist.</p>
<p>Auf diese Weise entstanden eiskalte, teilweise grandiose Bilder, die ideal zum Szenario eines dystopisch angehauchten Paris im Jahr 2054 passen. So schablonenhaft wie die Optik ist allerdings auch die Geschichte: Ein Lonely-Wolf-Cop verstrickt sich in eine Verschwörung rund um einen Pharmakonzern. Das lässt sich bequem wegschauen, ist aber nicht wirklich bahnbrechend.</p>
<h6>Plympton und Miyazaki</h6>
<p>Was auch für „Das Mädchen, das durch die Zeit sprang“ (Mittwoch, 22.25 Uhr) gilt: ein japanischer Coming-of-Age-Film über eine Teenagerin, die plötzlich übersinnliche Fähigkeiten entwickelt. Außerdem zeigt 3sat eine dänische Marionettensaga, eine recht aktuelle französische Lucky-Luke-Verfilmung, eine Kurzfilmrolle, ein Werk des Independent-Filmers Bill Plympton – und auch der Anime-Großmeister Hayao Miyazaki ist mit dabei, leider mit seinem vergleichsweise schwachen „Wandelnden Schloss“, einem bonbonbunten Antikriegsmärchen um eine verzauberte Hutmacherin, dem vor lauter fantasievoller Ideen leider die Stringenz abhandengekommen ist.</p>
<p>Aber Qualität schien ohnehin nicht das Hauptkriterium von 3sat bei der Filmauswahl gewesen zu sein. Hauptziel war ganz offenbar, so gut es geht die gesamte inhaltliche und gestalterische Bandbreite des aktuellen Animationsfilms abzudecken. Das ist gelungen, auch wenn „TrickReich“ dadurch ein wenig wie Kraut und Rüben wirkt.</p>
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		<title>Von beseelten Steinen und Waldgeistern</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Apr 2010 13:04:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<h3>In einer sechsteiligen Hommage widmet sich Arte dem japanischen Animationsfilmregisseur Hayao Miyazaki. Aber warum eigentlich erst jetzt?<span id="more-1822"></span> (aus der <a href="http://www.taz.de/!50807/" target="_blank">taz</a> vom 8. April 2010)</h3>
<p><a href="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/totoro_f.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1823" alt="Mein Nachbar Totoro" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/totoro_f.jpg" width="620" height="309" /></a>Eine retrofuturistische fliegende Insel, ein von Gottwesen bevölkertes Badehaus, ein archaischer Märchenwald aus der Shogun-Zeit, eine Endzeit-Erde, die von einem bizarr-schönen Giftpilzwald überwuchert wird, und ein bonbonbuntes Fantasiekönigreich aus dem frühindustriellen Europa, durch das ein Haus auf zwei Beinen stapft &#8211; so sieht es aus in der Welt von Hayao Miyazaki, des vielleicht bedeutendsten Animationsfilmregisseurs der Welt, dessen Filme in den letzten 30 Jahren stets zu den beliebtesten und bestbesuchten in ganz Japan gehörten.</p>
<p>Es ist etwas rätselhaft, warum Arte Miyazaki erst jetzt eine Werkschau widmet, bestehend aus sechs seiner zehn Filme, die bis zum 22. April immer montags und donnerstags um 20.15 Uhr gezeigt werden – wo sich der mittlerweile 69-Jährige doch gerade im comicaffinen Frankreich großer Beliebtheit erfreut. In Deutschland nahm die Öffentlichkeit erstmals 2002 Notiz von Miyazaki, als „Chihiros Reise ins Zauberland“ den Goldenen Berlinale-Bären gewann. In den vergangenen Jahren wurden dann zwar einige ältere Filme nachträglich ins Kino gebracht und auf Super RTL und RTL II gezeigt, doch Miyazakis neuestes Werk, „Ponyo – Das verzauberte Goldfischmädchen“, auf dessen Ausstrahlung Arte aus rechtlichen Gründen leider verzichten muss, fand trotz einer Wettbewerbsteilnahme in Venedig keinen deutschen Kinoverleiher.</p>
<p>Ein Jammer. Denn die Imaginationskraft Miyazakis ist einzigartig. In den von ihm geschaffenen Welten verschwimmen die Grenzen von Realität und Fantasie, bevölkert werden sie von einem Bestiarium sonderbarer Wesen, oftmals ambivalente Charaktere, die nicht dem klassischen Gut-Böse-Schema Hollywoods entsprechen – dabei sind es meist tapfere, tomboyhafte Mädchen, die Miyazaki auf Abenteuerreise schickt. Wie für Anime üblich, sprechen seine Filme Kinder und Erwachsene gleichermaßen an. Und transportieren nebenbei eine klare Haltung gegen Krieg und die fortschreitende Umweltzerstörung.</p>
<p>Kennzeichnend für Miyazakis Filme ist die Vermischung von westlichen und östlichen Bild- und Erzähltraditionen: Odysseus, Gullivers Reisen, Jules Verne, Lewis Carroll werden zitiert, dazu bedient Miyazaki sich aus dem prallen Fundus der japanische Sagenwelt, der Anime-Symbolik und beim Shintoismus, jenem animistischen, japanischen Volksglauben, in dem jeder Baum, jeder Fluss, jeder Stein beseelt sein kann. Besonders stark ist der Shinto-Einfluss dabei in „Mein Nachbar Totoro“, der heute Abend läuft, Miyazakis reduziertesten und schönsten Film.</p>
<p>Zwei Mädchen, sechs und zehn Jahre alt, freunden sich im ländlichen Japan der 50er-Jahre mit einem Eulenbärenkatzen-Waldgeist an, dem Herren eines gigantischen Kampferbaums. In 80 Minuten passiert so gut wie gar nichts und gerade deswegen ist dieser Film von zenhafter Eleganz, ein traumähnlicher Einblick in die Gedankenwelt von Kindern, kongenial begleitet von der Musik Joe Hisaishis, dem Leibkomponisten Miyazakis.</p>
<p>Im Anschluss folgt die etwas verschrobene Dokumentation „Der Tempel der tausend Träume“ über Miyazaki, seinen Kollegen Isao Takahata und ihre gemeinsamen Produktionsfirma Studio Ghibli. Hier kann man die Miyazaki-Werke dann auch mal mit den japanischen Originalstimmen hören – welche die allenfalls passable deutsche Synchronisation, auf die Arte leider zurückgreift, bei weitem übertreffen.</p>
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