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	<title>Michael Brake &#187; Tiere</title>
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		<title>Am Randrillenrand</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Oct 2013 17:19:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
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		<description><![CDATA[BERLINER SZENE über eine die letzten Tage der Wespen in Berlin.(aus der taz vom 14. Oktober 2013) Auch an den letzten warmen Tagen in Berlin kommt die U-Bahn bei mir nicht alle vier Minuten vorbei, denn ich sitze vorm falschen Café. Dafür]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>BERLINER SZENE über eine die letzten Tage der Wespen in Berlin.<strong><img title="Weiterlesen …" alt="" src="http://michaelbrake.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" /><span id="more-1623"></span>(aus der <a href="http://taz.de/Berliner-Szenen/!125456/" target="_blank">taz</a> vom 14. Oktober 2013)</strong></h3>
<p>Auch an den letzten warmen Tagen in Berlin kommt die U-Bahn bei mir nicht alle vier Minuten vorbei, denn ich sitze vorm falschen Café. Dafür kommt alle vier Sekunden eine Wespe vorbei – die Mädchen am Nebentisch reden auch über nichts anderes. Ich verstehe diese Wespenpanik nicht, dieses „Mach das weg, mimimi“ und das „Jetzt NICHT bewegen“ und das „Ganz vorsichtig!“ und das „Neiiihiiin, mach sie nicht auch noch sauer!“. Man muss doch nur stillhalten.</p>
<p>„Bonjour“, sagt der Kellner und spricht dann auf Fränkisch weiter. Es ist noch schön warm in der Nachmittagssonne und ich lese zum Frühstück das neue <em>Strapazin</em>. Na ja, eigentlich bin ich dauernd abgelenkt und schaue Dinge im Handy nach oder mache Fotos. Ob es schon Cafés mit Instagramverbot gibt? Am anderen Nebentisch bestellt und isst ein Mann mit Anzug und Brille das Gulasch mit Spätzle in weniger als zehn Minuten. Er sieht dynamisch aus.</p>
<p>Die Wespen sind jetzt alle zu mir rübergeschwirrt. Ich schaue ihnen zu. Der Honig aus meinem Quark hat sich in die Randrille des runden Frühstücksbrettchens ergossen und mehrere Wespen sitzen am Randrillenrand und schlürfen wie Pferde am Ufer eines Baches. Manche Wespen kämpfen auch miteinander in der Luft, ihr Futter wird knapp, bald werden sie tot sein, alle. Das ist so traurig! Ich rette eine Wespe vom Grund meines Latte-macchiato-Glases, sie schüttelt sich und fliegt davon.</p>
<p>„Was muss ich denn eigentlich bestellen, wenn ich einen Kaffee mit Milch, aber ohne Schaum bestellen will“, fragt der Mann, der nun da sitzt, wo vorher der Gulaschmann war. „Einen Kaffee mit Milch ohne Schaum“, sagt der Kellner.</p>
<p>Wenig später fegt der Wind die Zeitung des Mannes auf die Straße, ein Krankenwagen überfährt sie. Ein Spatz mit weißen Sprenkeln auf dem Kopf hüpft unter den Tischen lang.</p>
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		<title>Atombombenstarke Niedlichkeit</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Aug 2013 19:32:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
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		<description><![CDATA[KOLUMNE NULLEN UND EINSEN Auch 2013 bleiben Katzen die Flauschköniginnen des Netzes. Warum eigentlich Katzen? Warum keine Wiesel, Hunde oder Pinguine? (taz.de vom 8. August 2013) Wisst ihr noch? 2012? Das Jahr des Hasen – das in Vietnam das Jahr der]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>KOLUMNE NULLEN UND EINSEN Auch 2013 bleiben Katzen die Flauschköniginnen des Netzes. Warum eigentlich Katzen? Warum keine Wiesel, Hunde oder Pinguine?<span id="more-1558"></span> (<a href="http://taz.de/Kolumne-zum-Weltkatzentag/!121217/" target="_blank">taz.de</a> vom 8. August 2013)</h3>
<p><a href="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/weltkatzentag2013.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1565" alt="weltkatzentag2013" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/weltkatzentag2013.jpg" width="620" height="310" /></a></p>
<p>Wisst ihr noch? 2012? Das Jahr des Hasen – das in Vietnam <a href="http://www.vivatier.com/Artikel/Das_Jahr_des_Hasen,_pardon_der_Katze" target="_blank" shape="rect">das Jahr der Katze ist</a> – war gerade vorüber und die Apocatlypse stand bevor. Katzen <a href="http://www.wasmitmedien.de/2012/05/02/rp12-tag-1/" target="_blank" shape="rect">abgewertet von AAA auf AA+</a>, Eulen und Igel auf dem Vormarsch. Ein Ende der Ailurokratie im Internet drohte.</p>
<p>Die Sache wurde abgeblasen und 2013 ist wieder ganz in Katzenhand, Erfolgsmeldungen überall: <a href="http://www.focus.de/wissen/natur/tiere-und-pflanzen/futterbranche-im-wandel-trendtier-katze-verdraengt-wellensittich_aid_1051207.html" target="_blank" shape="rect">„Trendtier Katze verdrängt Wellensittich“</a> +++ <a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/lammert-lehnt-aenderung-der-hausordnung-ab-weiter-hundeverbot-im-bundestag/8556600.html" target="_blank" shape="rect">„Weiter Hundeverbot im Bundestag“</a> +++<a href="http://www.zeit.de/news/2013-06/10/d-katzen-hunden-und-frettchen-reisen-in-der-eu-kuenftig-einfacher-10160402" target="_blank" shape="rect">„Katzen, Hunden und Frettchen reisen in der EU künftig einfacher“</a>+++ <a href="http://www.immo-site.de/bundesgerichtshof-generelles-hunde-und-katzenverbot-unwirksam-9977.html" target="_blank" shape="rect">„Generelles Hunde- und Katzenverbot im Mietvertrag unwirksam“</a>. Zusätzlich eröffnen jede Woche gefühlt drei Katzencafés, gerade erst <a href="http://www.berliner-zeitung.de/berlin/katzencaf--in-neukoelln-macchiato-mit-mieze,10809148,23887902.html" target="_blank" shape="rect">eins in Neukölln</a>, und die Igel – die lieben, die dummen Igel! – sind inzwischen ausgestorben oder so, man hört ja nichts mehr von ihnen.</p>
<p>Aber warum sind es denn eigentlich immer wieder Katzen im Internet? Und nicht Gürteltiere, Wiesel, Wellensittiche oder gar Hunde? Warum selbst Pinguine <a href="http://www.youtube.com/watch?v=4YuWLKQ5e54" target="_blank" shape="rect">nur in Ausnahmefällen</a>?</p>
<p>Eine Theorie: Hundebesitzer konnten sich schon immer auf der Straße und im Park erkennen, sie können sich dort austauschen und ihre Hunde bestaunen. Katzenbesitzer können das erst, seitdem es das Internet gibt und haben starken Nachholbedarf. Oder anders: Katzen sind im Internet auch deshalb populär, weil sie dort rumliegen, wo das Internet gemacht wird, nämlich in Wohnungen bzw. auf den Unterarmen der Netznutzer. Was im Umkehrschluss bedeutet, dass Katzen mit dem Durchbruchs des mobilen Internets vor einer riesigen neuen Herausforderung stehen. Auf Instagram sieht man schon heute gefühlt so viele Hunde wie Katzen.</p>
<p>Auch der große Denker und Katzenfreund <a href="http://blog.stuttgarter-zeitung.de/" target="_blank" shape="rect">Peter Glaser</a> sieht den technischen Fortschritt als Erklärung. Im 20. Jahrhundert seien, so Glaser, in den Medien fast ausschließlich Tiere präsent gewesen, die sich dressieren lassen, vor allem im Bewegtbild, wo man stets vorher mühsam die Kamera einrichten musste.</p>
<p>Das, was wir alle so gern auf YouTube bestaunen, seien aber die kleinen Wunder des Lebens, die sekundenlangen Momente der Unplanbarkeit. Deshalb gehörten die unberechenbaren Katzen zu den prädestinierten Wunderproduzenten. Und deshalb, so Glaser, könnten wir erst jetzt, wo jedes kleine Gadget eine integrierte, schnell auslösende Kamera hat, die Augenblicksgeschwindigkeit der Katzen überhaupt einfangen.</p>
<p>In diese Richtung geht auch <a href="http://katjadittrich.de/" target="_blank" shape="rect">Katja Berlin</a>, die Autorin des Klolektüre-Instant-Klassikers „Cat Content – SMS von meinem Kater“: Katzen produzieren gute Pointen „weil es so unvorhersehbar ist, man kann Katzen nicht dressieren oder trainieren, darauf, dass sie lustige Dinge zu machen, sondern es lebt von so einer unfreiwilligen Komik“, sagt sie <a href="http://www.fritz.de/neues_wort/multimedia/2013/04/internetgeheimnisse.html" target="_blank" shape="rect">im Radiointerview</a>.</p>
<p>Und noch eine These <a href="http://www.steadynews.de/allgemein/das-phanomen-katze-im-internet-warum-sind-katzen-meme-und-nicht-hunde-video" target="_blank" shape="rect">aus dem Internet</a>: Weil Katzen sich nicht beherrschen lassen, weil sie in ihrem Wesen elegant und unantastbar sind, ist jeder Bruch von diesem Bild ein Ereignis. Ein Hund ist schon blöd genug, den muss man nicht auch noch dabei zeigen, wie er sich zum Löffel macht (kann man aber <a href="http://www.buzzfeed.com/mattbellassai/dogs-who-are-too-stupid-for-their-own-good" target="_blank" shape="rect">trotzdem</a>). Katzen hingegen „bewegen sich normalerweise so elegant und graziös, dass jeder Fehltritt und jede tollpatschige Geste absurd und komisch wird – der Kaiser ist mal wieder splitternackt.“</p>
<p>Gut. Theorie. Boring. In Wirklichkeit sind Katzen natürlich aus einem viel einfacheren Grund so beliebt: Weil sie die beiden Kardinaltugenden der Tierreichs – Flauschigkeit und Awwwwwwigkeit – optimiert in sich vereinen. Oder um es mit den Worten Peter Glasers zu sagen: Wegen ihrer atombombenhaften Niedlichkeit.</p>
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		<title>„Ich spreche Lolspeak“</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Aug 2013 19:25:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kate Miltner schrieb ihre Masterarbeit über Katzenfotos mit albernen Texten. Ein Gespräch über Allergie, Dummheit und Cheeseburger. (aus der taz vom 8. August 2013)   taz: Frau Miltner, Sie haben Ihre Masterarbeit über Katzenfotos geschrieben, die mit albernen Texten in absichtlich]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Kate Miltner schrieb ihre Masterarbeit über Katzenfotos mit albernen Texten. Ein Gespräch über Allergie, Dummheit und Cheeseburger.<span id="more-1532"></span><!--more--> (aus der <a href="http://taz.de/Social-Media-Forscherin-ueber-Netzkatzen/!121397/" target="_blank">taz</a> vom 8. August 2013)</h3>
<p style="text-align: center;"> <a href="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/Magical-Kitty-lol-cats-30656645-1280-800.png"><img class="size-full wp-image-1552 aligncenter" alt="-Magical-Kitty-lol-cats-30656645-1280-800" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/Magical-Kitty-lol-cats-30656645-1280-800.png" width="620" height="446" /></a></p>
<p><strong>taz: Frau Miltner, Sie haben Ihre Masterarbeit über Katzenfotos geschrieben, die mit albernen Texten in absichtlich falschem Englisch im Internet verbreitet werden – allgemein als Lolcats bekannt. Sind Sie ein Nerd, eine Katzenverrückte oder beides zusammen?</strong></p>
<p><strong>Kate Miltner: </strong>Also, meine erste Internetseite habe ich 1997 online gestellt, als Teenagerin, das war eine Fanpage zur Fernsehserie „Akte X“. Gegen Katzenhaare hingegen bin ich allergisch. Die Lolcats habe ich wegen ihrer kulturellen Bedeutung als Thema gewählt– und nicht, weil ich so gerne Katzen mag.</p>
<p><strong>Und an welcher Uni kann man bitte zu Lolcats eine Abschlussarbeit schreiben?</strong></p>
<p>An der London School of Economics, im Fach „Media and Communications“.</p>
<p><strong>Wie sind Sie auf Ihr Thema gekommen?</strong></p>
<p>Der Ursprung war ein Seminar meiner Professorin Sonia Livingstone. Dort habe ich gelernt, dass man bei der Untersuchung von Kulturerzeugnissen nie auf den Inhalt – den „Text“ – schauen sollte, sondern immer nur auf die Reaktion des Publikums, selbst wenn es sich um die dümmsten TV-Sendungen handelt. Wenn etwas wirklich beliebt ist, erfüllt es für die Menschen offensichtlich irgendeine Funktion, es befriedigt ein Bedürfnis. Der Gedanke hat mich ziemlich gepackt, dieses Phänomen wollte ich untersuchen.</p>
<p><strong>Und warum genau an Lolcats?</strong></p>
<p>Ich wollte über etwas forschen, worüber noch nie jemand zuvor geforscht hatte, zur Literatur etwas komplett Neues beisteuern. Außerdem interessieren mich Internetmeme, und ich will verstehen, was dafür sorgt, dass einzelne Meme durch die Decke gehen. Das wäre nun aber ein zu großes Thema für eine Masterarbeit, also habe ich schließlich die Lolcats als Fallstudie gewählt – wegen ihrer breiten und lang anhaltenden Anziehungskraft.</p>
<p><strong>Wie lange gibt es die Lolcats denn schon?</strong></p>
<p>Zum ersten Mal sind sie im Internet 2005 aufgetaucht. Im August 2007 gab es den ersten Zeitungstext über Lolcats, im <em>Wall Street Journal,</em> dadurch haben sie noch mehr Fahrt aufgenommen und sind dann langsam in den Mainstream übergegangen.</p>
<p><strong><a href="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/HAPPYCAT_I_CAN_HAS_CHEEZBURGER.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-1554" alt="HAPPYCAT_I_CAN_HAS_CHEEZBURGER" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/HAPPYCAT_I_CAN_HAS_CHEEZBURGER.jpg" width="310" height="452" /></a>2005, das sind acht Internetjahre, also quasi achthundert Menschenjahre. Wie konnten Lolcats so ungewöhnlich lange überleben?</strong></p>
<p>Vor allem weil sie zwischendurch von einer Community zu einer anderen gewechselt sind – was eigentlich nicht vorgesehen war. Ich habe bei meiner Forschung drei verschiedene Lolcat-Nutzergruppen identifiziert.</p>
<p><strong>Welche sind das?</strong></p>
<p>Da sind einmal die „Casual User“, die Lolcats bloß nebenbei konsumieren, meistens bei der Arbeit, wenn sie Fotos via Mail oder Facebook geschickt bekommen. Sie haben sonst aber keine tiefere Bindung an Lolcats und erzeugen auch keine eigenen Bilder. Die „Meme Geeks“ hingegen sind aktive Nutzer, sie haben Lolcats in den Anfangsjahren groß gemacht, erst auf Seiten wie <a href="http://www.somethingawful.com/" target="_blank">Something Awful</a> und dann vor allem bei <a href="http://www.4chan.org/" target="_blank">4chan</a>. Normalerweise wäre das Mem irgendwann verbraucht gewesen, aber dann wurde <a href="http://icanhas.cheezburger.com/">icanhas.cheezburger.com</a> groß.</p>
<p><strong>Was ist das für eine Seite und welche Rolle spielt sie?</strong></p>
<p>Sie tauchte um den Jahreswechsel 2006/2007 auf und bestand zunächst nur aus einem einzigen Foto. Es zeigte Happycat, eine graue Kurzhaarkatze aus Russland, versehen mit dem Text „I can has cheezburger?“. Daraus hat sich mit dem Cheezburger Network ein kleines Imperium gebildet, zu dem zahlreiche Seiten gehören, außerdem ein Forum und ein Programm, mit dem man auch ohne Fotobearbeitungskenntnisse sehr schnell eigene Lolcat-Bilder bauen kann. So kamen die „Cheezfrenz“ als Fangruppe hinzu, die bis heute aktiv sind.</p>
<p><strong>Okay, die Casual User sind halbwegs klar. Aber Meme Geeks? Cheezfrenz? Was soll das sein? Wie unterscheiden sich die Gruppen?</strong></p>
<p>Die Meme Geeks sind eher männlich und zwischen 20 und 30 Jahre alt. Sie sind sehr internetaffin und beschäftigen sich auch mit anderen Memen. Unter den Cheezfrenz befinden sich hingegen überdurchschnittlich viele Frauen, sie sind außerdem älter und eher durch ihre Liebe zu Katzen zu den Lolcats gekommen. Früher war Lolcat-Humor auch bösartiger und aggressiver, das hat sich durch die Cheezfrenz geändert.</p>
<p><strong>Was macht den Lolcat-Humor denn überhaupt aus?</strong></p>
<p>Im Wesentlichen zwei Aspekte. Zum Einen gibt es die anthropomorphe Distanz: Wir lachen eigentlich über uns selbst, aber projizieren das auf Katzen, weil uns das leichterfällt. So kann man Lolcats auch nutzen, um Gefühle auszudrücken.</p>
<p><strong><a href="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/why_no_one_comes_to_my_party-40490.jpg"><img class="size-full wp-image-1553 alignright" alt="why_no_one_comes_to_my_party-40490" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/why_no_one_comes_to_my_party-40490.jpg" width="310" height="414" /></a>Wie das?</strong></p>
<p>Ich habe von einer Frau gehört, deren Freund mit ihr Schluss gemacht hat. Ihre Freundin schickte ihr eine Lolcat mit der Aussage: „Er ist ein Trottel, es tut mir leid“, um sie aufzumuntern. Oder anstatt zu schreiben: „Ich hatte einen schlechten Tag“, kann man eben auch eine Lolcat online stellen. Mitunter verstehen dann nur gute Freunde die wirkliche Botschaft und erkundigen sich nach dem Wohlbefinden, während Unbeteiligte denken, das ist nur wieder so ein Katzenfoto – ein Phänomen, das Danah Boyd als „soziale Steganographie“ bezeichnet hat.</p>
<p><strong>Und was ist der andere Aspekt?</strong></p>
<p>Insiderwitze. Sie sind ein wesentlicher Teil des Lolcat-Phänomens. Man bringt kulturelle Referenzen an oder schafft sich eigene, die nur wenige Menschen verstehen, und fühlt sich so als Teil eines exklusiven Clubs. Hierbei ist auch Lolspeak wichtig, also das absichtlich falsche Englisch, das die Katzen sprechen – es braucht einige Zeit, um alle Lolspeak-Regeln zu meistern, was dabei hilft, die Grenze zwischen den Insidern und den Leuten draußen zu definieren. Lolspeak benutzen die Cheezfrenz auch, um untereinander zu kommunizieren, etwa auf ihrem Blog <a href="http://cheeztowncryer.wordpress.com/" target="_blank">„Cheeztown Cryer“</a>, wo sie sich mitunter auch über ernste Themen wie schwere Krankheiten oder den Tod ihrer Tiere in Lolspeak austauschen.</p>
<p><strong>Wie lange haben Sie gebraucht, um Lolspeak zu lernen?</strong></p>
<p>Das weiß ich nicht mehr genau. Und ich spreche auch kein flüssiges Lolspeak. Aber ich kann Mails verfassen, und sie werden akzeptiert.</p>
<p><strong>Machen einem Lolcats überhaupt noch Spaß, wenn man sich so intensiv mit ihnen beschäftigt?</strong></p>
<p>Ich konnte mit Leuten stundenlang über Lolcats reden, manche brachten ihre Katzen mit zum Videochat – ich hatte noch nie so viel Spaß bei der Arbeit und mag Katzen jetzt sogar noch mehr!</p>
<p><strong>Was können wir durch Lolcats lernen?</strong></p>
<p>Sie helfen uns, zu verstehen, dass die Dinge, die wir online so machen, vielleicht albern wirken, aber dennoch wichtige Funktionen erfüllen: mit anderen Menschen in Kontakt treten, Gefühle ausdrücken, an kulturellem Austausch teilhaben, Gemeinschaften bilden. Das alles geht mit jeder Art von Inhalten, auch mit Katzenfotos.</p>
<p><strong>Machen Sie denn auch selbst Lolcat-Bilder?</strong></p>
<p>Ja. Bei meinem letzten Job haben wir ständig Lolcats im Büro ausgetauscht, ich habe schon ganze Unterhaltungen nur durch den Einsatz von Lolcats geführt. Das habe ich aber schon vor der Masterarbeit gemacht, 2008 war ich sogar als Lolcat verkleidet bei Halloween.</p>
<p><strong>Ach was. Als welche?</strong></p>
<p>Als HappyCat. Mein damaliger Freund war ein Cheeseburger.</p>
<p><em><strong><a href="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/kate-miltner.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1549" alt="kate-miltner" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/kate-miltner.jpg" width="131" height="131" /></a>Kate Miltner</strong> lebt in Boston und arbeitet nach ihrem Abschluss an der London School of Economics als Social Media Reseach Assistent für Microsoft.</em></p>
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		<title>Alphaalpakas und tanzende Hunde</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Nov 2012 13:48:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der größte Hund steht vor dem Eingang. Er ist aus Hüpfburggummi und seine Pfote thront auf einer aufblasbaren Riesenkatzenfutterdose. Daneben verkaufen Männer Überraschungstüten für Katzen, Stückpreis 10 Euro. Es ist Heimtiermesse, zum achten Mal in Berlin, zum zweiten Mal im Velodrom. In den]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-1120" title="IF" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/tiermesse_4.jpg" alt="" width="620" height="310" /></p>
<p>Der größte Hund steht vor dem Eingang. Er ist aus Hüpfburggummi <span id="more-1108"></span>und seine Pfote thront auf einer aufblasbaren Riesenkatzenfutterdose. Daneben verkaufen Männer Überraschungstüten für Katzen, Stückpreis 10 Euro. Es ist Heimtiermesse, zum achten Mal in Berlin, zum zweiten Mal im Velodrom.</p>
<p>In den Gängen mischt sich der Tierfuttergeruch von Zoohandlungen mit Kaffee und Bockwurst. Es ist eine Welt, in der T-Shirts mit großen Wolfsmotiven noch genauso unironisch getragen werden wie Animal Prints, und die deswegen seltsam fremd wirkt in der reduzierten Waschbetonästhetik des Velodroms. Eine Welt von Menschen, die etwas, das eine große Mehrheit als fröhlichen Zeitvertreib versteht, zu ihrem Hauptlebensinhalt gemacht hat.</p>
<p>Ich laufe hohe Treppen hinab, bis in den Innenraum, wo ich zum ersten Mal eine Bahnradbahn in echt sehe, die Neigung in den Kurven ist irre, wie eine Wand. Auf der großen Aktionsfläche tanzt eine Frau mit ihrem Hund, oder zumindest heißt die Disziplin Dogdance, im Hintergrund läuft ein Schlagermedley. Die Frau hebt die Hand, der Hund hebt die Pfote, die Frau wackelt mit dem Po, der Hund wackelt mit, die Frau macht Pirouetten, der Hund läuft durch die Beine, „Das ist doch gar nicht schlecht für einen so alten Hund“, sagt der Mann am Mikrofon mit komischer Betonung.</p>
<p>Tiere sind hier vor allem in Showrollen zu sehen, beim Kaninhop, beim Hundefrisbee oder bei der Rassekatzenschau. Ansonsten stellen Tierspsychologen aus und Hundefotografen, es gibt wahnsinnig viel Zubehör zu Messepreisen, Hundekörbe, Gummiknochen, Leinen, Terrarien und ganze Kratzbaumwälder. Immerhin, am Eingang findet man Aras aus Bochum und hier unten im Innenraum stehen ein paar Alpakas aus dem Havelland herum, braunwollige Huftiere mit irgendwie zu kleinen Köpfen und zu langen Hälsen. Ihr Besitzer nötigt eine Putzfrau zum Anfassen des Alphaalpakas. Es hat weißes Fell und trägt einen Indiohut.</p>
<p>Am einem benachbarten Stand gucke ich mir die Blattschneideameisen an, sie tragen kleine grüne Ecken, die größer sind als sie selbst. Ein Ameisen-Starterset umfasst eine Königin und einige Arbeiterinnen, mittels Röhren und abnehmbaren Pfropfen lässt sich das Gehege erweitern, theoretisch kann man sich die ganze Wohnung zum Ameisengehege machen. Toll!</p>
<p>Nachdem ich den Ameisen lange genug zugeschaut habe, gehe ich zur Katzenschau.</p>
<p><img title="IF" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/tiermesse_10.jpg" alt="" width="620" height="310" /></p>
<p><img title="tiermesse_1" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/tiermesse_1.jpg" alt="" width="620" height="310" /></p>
<p><img title="IF" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/tiermesse_9.jpg" alt="" width="620" height="310" /></p>
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		<title>Miao, miao, Weltkatzentag!</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Aug 2012 15:23:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Tiere]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie die Katzen 2012 den Angriff eines anderen Flauschtieres geschickt weggeschnurrt haben. Und: Das beste Katzencomic der Welt. (veröffentlich auf taz.de) Endlich ist wieder Weltkatzentag, oder WKT, wie wir Katzeninsiderprofis sagen. Und es war ein aufwühlendes Jahr für die Katzen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Wie die Katzen 2012 den Angriff eines anderen Flauschtieres geschickt weggeschnurrt haben. Und: Das beste Katzencomic der Welt.<span id="more-1017"></span> (veröffentlich auf <a href="https://www.taz.de/Kolumne-zum-Weltkatzentag/!99124/" target="_blank">taz.de</a>)</h3>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1018" title="IF" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/weltkatzentag000.jpg" alt="" width="620" height="310" /></p>
<p>Endlich ist wieder Weltkatzentag, oder WKT, wie wir Katzeninsiderprofis sagen. Und es war ein aufwühlendes Jahr für die Katzen. Menschen machten sie zu <a href="http://www.youtube.com/watch?v=-HnwhGgsgXc" target="_blank">Helikoptern</a>. Andere nutzten sie als <a href="http://www.berliner-kurier.de/panorama/unfreiwilliger-drogenkurier-katze-schmuggelt-heroin-in-russischen-knast,7169224,16827424.html" target="_blank">Drogenkuriere</a>. Eine Katze überlebte einen <a href="http://www.welt.de/newsticker/news2/article106260136/Katze-in-Suedafrika-ueberlebt-fast-zweistuendigen-Waschmaschinen-Gang.html" target="_blank">2-Stunden-Waschmaschinengang</a>, der dickste Kater der Welt überlebte hingegen <a href="http://www.spiegel.de/panorama/uebergewichtiger-kater-meow-ist-tot-a-831956.html" target="_blank">nicht</a>.</p>
<p>Meine Katze Mono fing ihren ersten Vogel (<a href="http://michaelbrake.de/2012/08/08/mono-und-die-meise/" target="_blank">explizite Bilder</a>). Und auf der re:publica wurde es dann <a href="http://www.youtube.com/watch?v=m42G0iI4S5U#t=73m58" target="_blank">von Sascha Lobo ausgesprochen</a>: Katzen im Internet, abgestuft von AAA auf AA+. Igel und Eulen gleichzeitig aufgewertet. Die Ende der Hegemonie in Flauschdigitalien drohte.</p>
<p>Und auch ich war da schon längst der Eule verfallen. Der Sphinx der Lüfte, dem Vogel der <a href="http://www.youtube.com/watch?v=m6mxInxtLsk" target="_blank">1.000 Gesichter</a>, einem verknautscht-verspulten Außenseitertier mit Superfeatures wie Pseudoohren und 270-Grad-Halsdrehfunktion. Ihr unaufhaltsam steiler Aufstieg war so unaufhaltsam und steil, dass schnell ganz Facebook vereult war und die Eulen schon im Frühjahr die Stars in einem <a href="http://https://www.youtube.com/watch?v=5xdh9ajfwX4" target="_blank">Lufthansa-Werbespot</a> waren.</p>
<p>Doch wie so viele Sachen, die ganz schnell ganz toll sind, war es genauso plötzlich wieder vorbei. Aus dem Nichts standen sie <a href="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/prismaeule.jpg" target="_blank">auf dem Titelblatt</a> der kostenlosen TV-Beilage <em>Prisma</em>, als „Kult“ – und durften sich in der Trendtierliste ganz weit hinten, irgendwo zwischen Berner Sennenhund und Antilope, einsortieren. Hätten Eulens es doch alles ein wenig langsamer angegangen. Vielleicht gibt es ja noch eine zweite Chance.</p>
<p>Bleiben die Igel. Die lieben Igel! Die haben sich angesichts des Eulenschocks auch erstmal zurückgezogen und halten ihre niedlichen Füßchen still. Und so sind die Katzen wieder die Alphatiere in diesem Internet, zu deren Ehren am 30. August in Minneapolis endlich das erste <a href="http://www.walkerart.org/openfield/programs/internet-cat-video-film-festival/" target="_blank">Internet Cat Video Festival</a> ausgerichtet wird – wer keine Zeit hat, kann sich mit <a href="http://www.kotzendes-einhorn.de/blog/2012-07/nicht-genug-cat-content-meowbify-katzifiziert-deine-lieblingsseite/" target="_blank">Meowbify</a> auch einfach alle Webseiten mit Katzenvideos zupflastern.</p>
<p>Doch zu Katzenvideos wurde ja vor einem Jahr <a href="http://www.taz.de/%2175734/" target="_blank">schon alles gesagt</a>, neu dazu gekommen ist nur die <a href="http://www.youtube.com/watch?v=ZsMmCNK6vRk" target="_blank">Anfield Cat</a> aus dem Premier-League-Spiel Liverpool gegen Tottenham. Dieses Mal soll es hier um Katzencomics gehen, genauer: Die Rückübertragung des Katzenvideoprinzips in Comicform.</p>
<p>Da gibt es einmal die ziemlich berühmte Simon&#8217;s Cat, eine Erfolgsstory, die mit einem wirklich hübschen <a href="http://www.youtube.com/watch?v=w0ffwDYo00Q" target="_blank">Animationsfilm</a> über eine Katze, die ihren Besitzer aufweckt, begann. Das schöne an dem Film ist, dass er halbwegs reduziert und realistisch (okay, abgesehen von dem Baseballschläger) zeigt, wie Katzen halt sind. Doch, ach: Die Verlockung einer auszuschlachtenden Humor-Marke machte Zeichner Simon Tofield schwach. Er machte immer mehr Filme und daraus auch noch Comicbücher, inzwischen gibt es vier davon, sie sind auch in Deutschland erschienen.</p>
<p>Hier gibt es armseliges Lustigkeitsgewitter statt präziser Beobachtung, antropomorphisierenden Quark, wie Garfield, aber ohne gute Pointen und unanimiert dann eigentlich auch gar nicht so gut gezeichnet – allenfalls brauchbar als Geschenk für Menschen, die sich selbst als der „Dosenöffner“ ihrer Katze vorstellen.</p>
<p>Wie bräsig das alles wirkt, merkt man vor allem, wenn man als Kontrast das wesentlich ältere <a href="http://www.chroniclebooks.com/titles/cat-getting-out-of-a-bag-and-other-observations.html" target="_blank">„Cat Getting Out of a Bag and Other Observations“</a> und seinen Nachfolger „Cats Are Weird“ daneben stellt, von Jeffrey Brown, der zuletzt das allein schon von der Idee her großartige <a href="http://www.chroniclebooks.com/titles/darth-vadertm-and-son.html" target="_blank">„Darth Vader and Son“</a> gezeichnet hat.</p>
<p>In drei mal drei Bildern pro Seite passiert meist sehr wenig: Katze putzt sich. Katze niest. Katze dreht sich im Kreis und legt sich hin. Katze bewegt sich durch die Küche. Katze versteckt sich. Katze gähnt. Zenhafte Szenen, hinreißend gezeichnet, in grobem, leicht expressionistichem Kohlestrich. Jeder Katzenmensch wird „Ja! Genau so ist es!“ rufen und Jeffrey Brown für seine Bilder lieben. Alle anderen werden sich langweilen.</p>
<p>Sollen sie halt. Sie haben es nicht besser verdient.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Mono und die Meise</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Aug 2012 14:05:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Fotos]]></category>
		<category><![CDATA[Gebloggtes]]></category>
		<category><![CDATA[Tiere]]></category>

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		<description><![CDATA[Es war ein Sonntagmorgen im Mai, ich musste zur Arbeit und stand im Bad. Vom Balkon hörte ich ein Rennen, ein Fauchen, ein Piepen und ein Miau.Ich dachte mir nichts dabei, bis ich sah, was passiert ist: Mono hatte eine]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es war ein Sonntagmorgen im Mai, ich musste zur Arbeit und stand im Bad. Vom Balkon hörte ich ein Rennen, ein Fauchen, ein Piepen und ein Miau.<span id="more-969"></span>Ich dachte mir nichts dabei, bis ich sah, was passiert ist: Mono hatte eine Meise gefangen. Entweder hatte die sich ins Innere des Katzennetzes verirrt oder Mono hatte sie irgendwie unten durchgefummelt.</p>
<p>Nun saß sie da und spielte mit dem halbtoten Vogel. Wenn Nauschka ihr zu nahe kam, knurrte sie. Ich versuchte, ihr die Meise wegzunehmen, um ein Foto zu machen, was nach kurzer Zeit dazu führte, dass Mono sie ins Maul nahm und in die Wohnung nahm. Das musste ja nun auch nicht sein, also dass sie den Vogel in meinem Bett auseinander nimmt, deswegen lief ich hinterher. Nach zehn Minuten Jagd hatte ich Katze und Vogel wieder auf dem Balkon.</p>
<p>Mono nutzte die kurze Ruhepause, um den Vogel in einem Bissen aufzuessen. Sie hatte wohl Angst, ich würde ihn ihr wieder wegnehmen. Ich war so stolz auf meine Katze.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img class="size-full wp-image-973 alignnone" title="IF" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/00_totemeise.jpg" alt="" width="620" height="312" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-976" title="IF" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/01_totemeise.jpg" alt="" width="620" height="453" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-972" title="IF" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/02_totemeise.jpg" alt="" width="620" height="402" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-975" title="IF" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/03_totemeise.jpg" alt="" width="620" height="385" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-974" title="IF" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/04_totemeise.jpg" alt="" width="620" height="484" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-970" title="IF" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/05_totemeise.jpg" alt="" width="620" height="424" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-971" title="IF" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/07_totemeise.jpg" alt="" width="620" height="465" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-977" title="IF" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/08_totemeise.jpg" alt="" width="620" height="406" /></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Pictoplasma Character Walk</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Apr 2012 23:34:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Fotos]]></category>
		<category><![CDATA[Gebloggtes]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Tiere]]></category>

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		<description><![CDATA[Today I met some new guys in Mitte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Today I met some new guys in Mitte.</p>
<div><a href="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/00characterwalk_truckercap.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-476" title="IF" src="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/00characterwalk_truckercap.jpg" alt="" width="620" height="432" /></a></div>
<div><a href="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/01characterwalk_dino.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-478" title="IF" src="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/01characterwalk_dino.jpg" alt="" width="402" height="465" /></a></div>
<div><a href="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/characterwalk_artist.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-472" title="IF" src="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/characterwalk_artist.jpg" alt="" width="614" height="465" /></a></div>
<div><a href="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/characterwalk_catsink.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-483" title="IF" src="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/characterwalk_catsink.jpg" alt="" width="678" height="465" /></a></div>
<div><a href="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/characterwalk_robot.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-475" title="IF" src="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/characterwalk_robot.jpg" alt="" width="555" height="465" /></a></div>
<div><a href="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/characterwalk_atak.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-479" title="IF" src="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/characterwalk_atak.jpg" alt="" width="673" height="465" /></a></div>
<div><a href="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/characterwalk_anime.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-473" title="IF" src="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/characterwalk_anime.jpg" alt="" width="620" height="465" /></a></div>
<div><a href="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/characterwalk_dachs.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-480" title="IF" src="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/characterwalk_dachs.jpg" alt="" width="642" height="465" /></a></div>
<div><a href="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/characterwalk_steckerkopf.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-484" title="IF" src="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/characterwalk_steckerkopf.jpg" alt="" width="763" height="465" /></a></div>
<div><a href="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/characterwalk_abstrakt.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-477" title="IF" src="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/characterwalk_abstrakt.jpg" alt="" width="826" height="465" /></a></div>
<div><a href="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/characterwalk_maennchen.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-485" title="IF" src="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/characterwalk_maennchen.jpg" alt="" width="682" height="465" /></a></div>
<div><a href="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/characterwalk_pullover.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-482" title="IF" src="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/characterwalk_pullover.jpg" alt="" width="620" height="465" /></a></div>
<div><a href="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/characterwalk_starwars.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-481" title="IF" src="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/characterwalk_starwars.jpg" alt="" width="620" height="247" /></a></div>
<div><a href="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/characterwalk_loneguy.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-474" title="IF" src="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/characterwalk_loneguy.jpg" alt="" width="575" height="465" /></a></div>
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		<title>Karfreitag</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Apr 2012 21:34:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Fotos]]></category>
		<category><![CDATA[Gebloggtes]]></category>
		<category><![CDATA[Tiere]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Beitrag zum Fest der Liebe (Ostern).   Am Wegesrand verspeiste eine Katze eine Maus. Sie ließ sich dabei durch nichts stören. Fertig!   Wenn man in sowas wohnen kann, will ich das auch!   Britz. Die WM 2010 ist auch]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<address><span id="more-95"></span></address>
<p>Ein Beitrag zum Fest der Liebe (Ostern).</p>
<address><img class="size-full wp-image-460 alignnone" title="asiatin_bsr_zettel" src="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/asiatin_bsr_zettel1.jpg" alt="" width="500" height="375" /></address>
<address> </address>
<p>Am Wegesrand verspeiste eine Katze eine Maus. Sie ließ sich dabei durch nichts stören.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-459" title="IF" src="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/mausekatze1.jpg" alt="" width="500" height="397" /></p>
<p>Fertig!</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-461" title="IF" src="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/mausekatze2.jpg" alt="" width="500" height="375" /></p>
<address> </address>
<p>Wenn man in sowas wohnen kann, will ich das auch!</p>
<address><img class="alignnone size-full wp-image-457" title="IF" src="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/containerhaus.jpg" alt="" width="500" height="948" /></address>
<address> </address>
<p>Britz. Die WM 2010 ist auch schon wieder fast 2 Jahre her.</p>
<address><img class="alignnone size-full wp-image-458" title="IF" src="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/dfahne.jpg" alt="" width="500" height="444" /></address>
<p>Mein Lieblingshaus am Hermannplatz. Mit dynamischen Rallyestreifen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-456" title="IF" src="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/1up_hermannplatz.jpg" alt="" width="500" height="337" /></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Der schönste Tag im Internet!</title>
		<link>http://michaelbrake.de/2011/08/08/der-schonste-tag-im-internet/</link>
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		<pubDate>Mon, 08 Aug 2011 14:25:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[taz]]></category>
		<category><![CDATA[Tiere]]></category>

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		<description><![CDATA[KOLUMNE ZUM WELTKATZENTAG Nur Katzen haben den DNA-Powermix aus pelziger Niedlichkeit und individualistischer Erhabenheit. Deswegen müssen wir sie uns immer wieder im Internet anschauen. (veröffentlicht auf taz.de) &#8220;Manchmal glaube ich, das Internet wurde von eitlen Katzen erfunden.&#8221; So kommentierte I. einst]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><em><strong>KOLUMNE ZUM WELTKATZENTAG </strong></em><strong>Nur Katzen haben den DNA-Powermix aus pelziger Niedlichkeit und individualistischer Erhabenheit. Deswegen müssen wir sie uns immer wieder im Internet anschauen. <span id="more-73"></span>(veröffentlicht auf </strong><strong><a href="http://www.taz.de/!75734/" target="_blank">taz.de</a>)</strong></h3>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-451" title="mono0001" src="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/mono0001.jpg" alt="" width="620" height="309" /></p>
<p>&#8220;Manchmal glaube ich, das Internet wurde von eitlen Katzen erfunden.&#8221; So kommentierte I. einst ein Facebook-Album, das ganz reizende Fotos meiner zweijährigen Katzenschwestern Mono und Naushika zeigt. Mono auf dem Schreibtischstuhl, Naushika beim Gähnen, Naushika, wie sie Mono den Kopf ableckt.</p>
<p>Dabei stimmt I.s Aussage natürlich nur halb: In Wirklichkeit wurde nämlich nicht bloß das Internet, sondern das gesamte Universum von eitlen Katzen erfunden. Damit wir ihnen huldigen. Und wann sonst sollten selbst tumbe Hundemenschen, die sich ausschließlich von kalten Dosenravioli und Autoreifen ernähren und sonntags ihre trostlose Freizeit mit Teppichklopfen verbringen, den Katzen huldigen, wenn nicht heute? Am 8. August, dem Weltkatzentag. Dem schönsten Tag!</p>
<p>Denn Katzen haben den DNA-Powermix aus individualistischer Erhabenheit und flauschiger Niedlichkeit (beziehungsweise erhabener Flauschigkeit uns niedlichem Individualismus). Sie sind, anders als diese servilen, ADHS-gestörten Hunde, klug und faul. &#8220;Von einer Katze lernen / heißt siegen lernen. / Wobei siegen &#8216;locker durchkommen&#8217; meint, / also praktisch: liegen lernen&#8221;, schrieb schon Robert Gernhardt, und weiter: &#8220;Was eine einzige Katze uns lehrt, / lehren uns alle: / So viel wie möglich nehmen, ohne zu geben, / und dann ab in die Falle.&#8221;</p>
<p>Gleichzeitig sind Katzen vollbepelzt – außer an den Augen, wo ihr Fell praktischerweise zwei Löcher hat, damit sie sehen können – und haben weiche Pfötchen. So schaffen sie es, bei allem, was sie tun, selbst im Nichtstun, süß und verehrenswert auszusehen, ohne auch nur eine Hundertstelsekunde ihre Würde zu verlieren.</p>
<p>Und weil das so ist, wird seit der Erfindung des YouTube-Videos, da hatte I. natürlich recht, im Internet die Katzenverehrung auf den Punkt gebracht. Hier kann man sich das alles angucken. Wie sie eine Kiste erforschen, etwa. Oder einen Faden jagen. Oder im Sitzen einschlafen. Oder aufstehen, sich dreimal um die eigene Achse drehen und sich wieder hinsetzen. Hach!</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-450" title="IF" src="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/nauschka0001.jpg" alt="" width="620" height="310" /></p>
<p>Für Menschen ohne Internet gibt es das übrigens auch als Comic, im ganz wunderbaren <a href="http://www.amazon.de/Cat-Getting-Out-Other-Observations/dp/0811858227/ref=sr_1_7?ie=UTF8&amp;qid=1312476687&amp;sr=8-7">&#8220;Cat Getting Out of a Bag (and Other Observations)&#8221;</a> von Jeffrey Brown. Im YouTube-Katzenkosmos haben sich über die Jahre sogar schon diverse Untergenres gebildet. Katzen, die auf einem <a href="http://www.youtube.com/results?search_query=cat+roomba&amp;aq=f">Roomba-Staubsauger</a> fahren. Katzen und <a href="http://www.youtube.com/results?search_query=cat+toilet&amp;aq=f">Toiletten</a>. Katzen und <a href="http://www.youtube.com/results?search_query=cat+turtle&amp;aq=f">Schildkröten</a>. Es ist dabei schwer zu beantworten, welches Katzenvideo das niedlichste ist. Denn jedes Katzenvideo ist das niedlichste!</p>
<p>Doch gibt es natürlich zeitlose Klassiker wie die <a href="http://www.youtube.com/watch?v=z3U0udLH974&amp;feature=related">Two Talking Cats</a> (über 43 Millonen Views) und dessen <a href="http://www.youtube.com/watch?v=1JynBEX_kg8">Übersetzung</a>  (28 Mio. Views – &#8220;Someone&#8217;s coming! Act like a cat!&#8221;), die <a href="http://www.youtube.com/watch?v=fzzjgBAaWZw">Stalking Cat</a> aus Japan (25 Mio. Views), die es zu einem eigenen <a href="http://moire.lowdope.com/">Blog</a> und <a href="http://www.amazon.co.jp/exec/obidos/ASIN/4048951793/lowdope-22/ref=nosim/">Buch</a> gebracht hat, oder <a href="http://www.youtube.com/watch?v=Vw4KVoEVcr0">Cat mom hugs baby kitten</a> (32 Mio. Views). Das <a href="http://www.youtube.com/watch?v=0Bmhjf0rKe8&amp;feature=related">Surprised Kitty</a> (51 Mio. Views) und die Trickfilmabenteuer von <a href="http://www.youtube.com/watch?v=4rb8aOzy9t4&amp;feature=relmfu">Simon&#8217;s Cat</a> (21 Mio. Views). Oder der neueste Star am LULZ-Himmel: Die – Vorsicht, Epileptiker, nicht klicken! – <a href="http://www.youtube.com/watch?v=QH2-TGUlwu4">Nyan Cat</a> (29 Mio. Views).</p>
<p>Sogar Jörg Kachelmann findet sich in der Katzenvideowelt, als er einst beim Wettervorhersagen von Studiokatze Lupin besucht wurde. <a href="http://www.youtube.com/watch?v=zP4zaMvV__4">Er nahm sie auf den Arm.</a> Kann so ein Mensch in der Lage sein, Frauen zu vergewaltigen? Ich denke: nein!</p>
<p>Ich könnte noch viel mehr über Katzen erzählen – zum Beispiel über die ebenfalls seit Jahren etablierten LOLCats, von denen es natürlich auch diverse Untergruppen beziehungsweise in dem Fall: Untermeme, gibt, die <a href="http://www.google.de/search?hl=de&amp;biw=1214&amp;bih=639&amp;tbm=isch&amp;sa=1&amp;q=im+in+ur+lolcat&amp;oq=im+in+ur+lolcat&amp;aq=f&amp;aqi=&amp;aql=&amp;gs_sm=e&amp;gs_upl=9859l12622l0l12706l11l11l1l9l0l0l155l155l0.1l1l0">&#8220;I&#8217;M IN UR &#8230;&#8221;-LOLCats</a>, die <a href="http://www.google.de/search?hl=de&amp;biw=1214&amp;bih=639&amp;tbm=isch&amp;sa=1&amp;q=invisible+lolcat&amp;oq=invisible+lolcat&amp;aq=f&amp;aqi=g-L2&amp;aql=&amp;gs_sm=e&amp;gs_upl=46651l49197l0l49533l8l7l0l0l0l0l140l755l2.5l7l0">&#8220;INVISIBLE &#8230;&#8221;-LOLCats</a> – aber jetzt muss ich Schluss machen und Mono dabei zuschauen, wie sie eine Fliege jagt. Gerade ist sie aus dem Stand einen Meter hoch gesprungen und nun ist sie in den Papierkorb gekrabbelt, nur noch ihre Ohren schauen raus. Wie niedlich!</p>
<p>Außerdem guckt Naushika mich mit großen Augen an. Sie möchte jetzt sofort auf der Tastatur liegen.</p>
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		<title>Der erste Hund im All</title>
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		<pubDate>Thu, 28 Apr 2011 22:42:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Poetisch, präzise und psychologisierend: Nick Abadzis&#8217; Graphic Novel über Laika, die als Weltraumreisende der Sowjetunion im Kalten Krieg zu Ruhm verhelfen sollte (veröffentlich auf fluter.de) Am 3. November 1957 startete die Sowjetunion ihren zweiten Weltraumsatelliten. An Bord der Sputnik II: Laika,]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Poetisch, präzise und psychologisierend: Nick Abadzis&#8217; Graphic Novel über Laika, die als Weltraumreisende der Sowjetunion im Kalten Krieg zu Ruhm verhelfen sollte <span id="more-1053"></span>(veröffentlich auf <a href="http://www.fluter.de/de/morgen/buecher/9363/" target="_blank">fluter.de</a>)</h3>
<p><img class="alignright size-full wp-image-1057" title="laika-cover00" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/laika-cover00.jpg" alt="" width="310" height="433" />Am 3. November 1957 startete die Sowjetunion ihren zweiten Weltraumsatelliten. An Bord der Sputnik II: Laika, eine kleine Mischlingshündin, die als erstes Erdlebewesen im All in die Geschichte einging. Für Laika war der Flug eine Reise ohne Wiederkehr. Ihr Schicksal rührte Menschen auf der ganzen Welt, sie wurde zu einer kleinen Ikone der Popkultur.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund entspinnt der britisch-schwedische Autor Nick<br />
seine mit dem Eisner Award als bester Jugendcomic ausgezeichnete Graphic Novel „Laika“. Neben der fiktiven Vorgeschichte Laikas als Straßenhund schildert er detailliert die Arbeit in den Laboren der russischen Weltraumforscher, die mit zahlreichen Hunden Parabelflüge und Schwerelosigkeitstrainings durchführten, um sich auf die bemannte Raumfahrt vorzubereiten. Hier steht die Arbeit des Wissenschaftlers Oleg Gasenko und der Hundebetreuerin Jelena Dubrowskaja im Mittelpunkt. Vor allem Jelena kümmert sich aufopfernd um ihre Tiere und gerät zunehmend in einen Konflikt, als sie eine zu enge emotionale Beziehung zu ihnen aufbaut.</p>
<p>Aber auch die permanent angespannte Atmosphäre, die innerhalb der Forschungseinheit herrscht, wird beschrieben sowie die politische und historische Dimension des Projekts. In den 1950er Jahren sah die Menschheit noch mit ungebrochenem Fortschrittsglauben die Eroberung des Alls als ihre nächste große Aufgabe an. Zugleich war die Weltraumforschung ein wichtiges Propagandainstrument im Kalten Krieg: Mit dem Start der Sputnik I düpierte das Sowjetreich im Oktober 1957 die westliche Welt.</p>
<p>Auf Geheiß von Staats- und Parteichef Nikita Chruschtschow musste danach binnen eines Monats, pünktlich zum 40. Jahrestag der Russischen Revolution, ein zweiter Satellit ins All geschossen werden. Eine beinahe unmögliche Aufgabe für die Konstrukteure, und so war es unter dem enormen Zeitdruck unmöglich, eine Rückholoption für Laika fertig zu planen. Auch sonst konnte nicht mit voller Präzision gearbeitet werden: Laikas Kapsel war schlecht isoliert, schon nach knapp fünf Stunden starb sie an Überhitzung – was erst Jahrzehnte später bekannt wurde.</p>
<p>Abadzis&#8217; Erzählweise wechselt zwischen poetisch, präzise und psychologisierend, die geschichtlichen Zusammenhänge der Stalin- und Chruschtschow-Zeit werden mit naiv anmutenden Passagen aus dem Leben des kleinen Hundes sowie moralischen Fragestellungen gegengeschnitten. Die Charaktere sind differenziert dargestellt – etwa der mächtige und brillante Chefkonstrukteur Sergei Pawlowitsch Koroljow, der skrupellos am Erfolg der Mission arbeitet und gleichzeitig, als ehemaliger Häftling eines der Vernichtungslager Stalins, permanent um seine innere Fassung ringen muss.</p>
<p>Den groben, leicht expressionistisch angehauchten Zeichenstil von Abadzis mit seinen oft fratzenartigen Gesichtern und verschobenen Proportionen muss man dabei allerdings mögen – genau wie die oftmals sehr kleinteilige, gehetzt wirkende Panelstruktur. Und leider ist das Lettering – die Sprechblasenbeschriftung – der deutschen Ausgabe ziemlich lieblos geraten. An der Vielschichtigkeit von „Laika“ ändert das aber nichts.</p>
<p><strong>Nick Abadzis: Laika (Atrium-Verlag 2011, 202 S., 20 €)</strong></p>
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		<title>Der kleine dumme Bär</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Apr 2011 14:28:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Disneys neuer Pu-der-Bär-Film ist eine Entdeckung der Langsamkeit, stilistisch klar, kindgerecht und mit viel Liebe zum Detail. (veröffentlicht auf fluter.de) Der Esel I-Aah hat seinen Schwanz verloren. Dabei ist er doch sowieso schon immer so traurig und niedergeschlagen. Und dann]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><strong>Disneys neuer Pu-der-Bär-Film ist eine Entdeckung der Langsamkeit, stilistisch klar, kindgerecht und mit viel Liebe zum Detail. <span id="more-538"></span>(veröffentlicht auf <a href="http://film.fluter.de/de/416/kino/9315/" target="_blank">fluter.de</a>)</strong></h3>
<p><img class="alignright size-full wp-image-539" title="winnie-the-pooh-film" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/winnie-the-pooh-film.jpg" alt="" width="620" height="283" />Der Esel I-Aah hat seinen Schwanz verloren. Dabei ist er doch sowieso schon immer so traurig und niedergeschlagen. Und dann ist auch noch Christopher Robin verschwunden! Die kluge Eule entziffert einen Zettel, der an seiner Tür hängt: Offenbar wurde Christopher Robin von einem gemeinen Balzrück entführt, einem sicherlich ganz riesigen Ungeheuer. Was für ein aufregender Tag für die Tiere aus dem Hundertmorgenwald!</p>
<p>Und mittendrin steckt Pu, der freundliche Bär mit dem kleinen Verstand und dem großen Hunger, der doch eigentlich nur etwas Honig frühstücken will. 1926 erfand der Brite Alan Alexander Milne Pu und seine Freunde, inspiriert von den Kuscheltieren seines Sohns Christopher Robin. Milnes vielschichtige, sprachwitzige und überhaupt sehr britische Kurzgeschichten sind bis heute ein Klassiker der Kinderliteratur.</p>
<p>Zu Pus 85. Geburtstag bringt Disney nun mal wieder einen Pu-Film ins Kino: Einerseits, nach einer mittlerweile unüberschaubaren Masse an Miniserien, Direct-to-DVD-Movies und Spin-Offs, die ungefähr hundertste Verwurstung der von Disney 1961 erworbenen Pu-Lizenz; andererseits erst der zweite Pu-Kinofilm aus den renommierten Walt Disney Animation Studios (der Rest wurde von den nachgeordneten DisneyToon Studios produziert) – also etwas Besonderes. Und dieser Anspruch wird eingelöst: mit stilistischer Klarheit und einer ausgeprägten Liebe zum Detail erzählen Stephen J. Anderson und Don Hall ihren kleinen, kindgerechten, lediglich rund 60 Minuten langen Film.</p>
<p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/t2Wtpphk_Ss" frameborder="0" width="620" height="345"></iframe></p>
<p>Dabei nehmen sie ihr Publikum mit auf eine Zeitreise, auf eine Entdeckung der Langsamkeit des Präkommunikationszeitalters. Als Story-Grundlage dienten drei der orginalen Milne-Geschichten, zudem ist der Film (bis auf Kleinigkeiten wie eine computeranimierte Honigwelle) komplett handgezeichnet, die Hintergründe sind stilistisch eine Reminiszenz an die Originalillustrationen von Ernest Shepard.</p>
<p>Auch die Schnittfrequenz ist niedrig, die Perspektiven sind meist einfach gewählt – und trotzdem wird es nicht langweilig. Dafür sorgt nicht zuletzt das kunstvolle Spiel mit der Metaebene Buch: Pu interagiert mit der Erzählerstimme, stapft manchmal direkt durch die Buchseiten und stolpert über Buchstaben, die sich ihrerseits auch im Hundertmorgenwald materialisieren. Das ist alles nicht weltbewegend – aber ein wunderschöner Film über einen kleinen, dummen Bären.</p>
<p><strong>(Winnie the Pooh) Animationsfilm, USA 2011, Regie: Stephen J. Anderson, Don Hall, Buch: Burny Mattinson nach der Romanvorlage von A.A. Milne, 63 min, Kinostart: 14. April 2011 bei Disney</strong></p>
<p style="text-align: right;">Foto: Verleih</p>
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		<title>Kein Kuschelhaustier-Journalismus</title>
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		<pubDate>Mon, 03 May 2010 19:47:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das neue Magazin Zoón wirft einen abseitig-klugen Blick auf das Verhältnis von Mensch und Tier. Die Themenauswahl ist großartig, das Textniveau leider durchwachsen. (aus der taz vom 3. Mai 2010) Die isländisch-britischen Kabeljaukriege, die mafiösen Methoden thailändischer Vogelnesthändler oder die]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Das neue Magazin <em>Zoón</em> wirft einen abseitig-klugen Blick auf das Verhältnis von Mensch und Tier. Die Themenauswahl ist großartig, das Textniveau leider durchwachsen. <span id="more-847"></span>(aus der <a href="http://www.taz.de/Neues-Magazin-Zon/!51987/" target="_blank">taz</a> vom 3. Mai 2010)</h3>
<p><img class="alignright size-full wp-image-848" title="zooncover" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/zooncover.jpg" alt="" width="310" height="406" />Die isländisch-britischen Kabeljaukriege, die mafiösen Methoden thailändischer Vogelnesthändler oder die Entlassung eines italienischen Fernsehkochs, der von Katzenrezepten geschwärmt hatte: Es gibt zahllose spannende Geschichten über Tiere, doch leider schreibt sie kaum jemand auf. Das will nun <a href="http://www.zoon.de/" shape="rect" target="_blank"><em>Zoón</em></a> ändern, dessen Erstausgabe (Verkaufspreis: 5,90 Euro) am Freitag erschienen ist.</p>
<p><em>Zoón</em> besetzt eine Leerstelle im deutschen Tierjournalismus. Den dominieren Kuschel-Haustier-Blätter aus der <em>Ein Herz für Tiere</em>-Liga und spröde, hyperspezialisierte Fachzeitschriften für Einzelgattungen. Der einzige Ausreißer war bisher Gruner+Jahrs <em>dogs,</em> das Lifestyle-Hochglanzcharakter ausstrahlt. Der Stallgeruch von <em>Zoón</em> ist hingegen eher naturwissenschaftlich-sachlich. Die Faszination an der Tierwelt funktioniert hier über Beobachten und Verstehen oder die Einordnung in übergeordnete kulturelle und gesellschaftliche Zusammenhänge.</p>
<p>So tut <em>Zoón</em> ein bisschen das, was <em>11 Freunde</em> vor zehn Jahren mit den Fußballjournalismus machte: einen alternativen, intelligenten Blick auf ein bekanntes Feld werfen, mit überraschenden Themen, die auch Nicht-Tierbesitzer interessieren können. Auch Insa Voss, Chefredakteurin und mit Viktor Sammain Erfinderin von <em>Zoón,</em> nennt <em>11 Freunde</em> als Vorbild: „Immer wenn ich es gesehen habe, dachte ich: Genau das müsste es doch auch für Tiere geben. Allein wie es sich anfühlt.“ Deshalb habe man auch ein dezentes Layout und mattes, griffiges Papier gewählt: „Damit sich der Leser ernst genommen fühlt.“</p>
<h6>Auch was für Oma und Tante</h6>
<p>Diesen Leser beschreibt Voss als „Leute wie uns: die sich für ihre Umwelt interessieren, aber keine fanatischen Tierschützer sind, zwar bewusst essen, aber auch Fleisch.“ Und, ganz wichtig: „Wir machen kein Heft nur für Berlin-Bewohner, sondern auch für 70-Jährige. Ich habe auch meine Oma oder Tante vor Augen.“</p>
<p>So weit zur Idee. Die Umsetzung hat leider noch ein paar handwerkliche Schwächen – mitunter merkt man <em>Zoón</em> an, dass es von einer Dreipersonen-Redaktion in Insa Voss&#8217; Wohnung gestemmt wird. Die Heftgestaltung ist doch eher schlicht als elegant und hält leider nicht ganz, was das Cover verspricht. Der klassisch-kleinteilige Einstieg wirkt beliebig, und das Textniveau ist – trotz der wirklich großartigen Themenauswahl – durchwachsen.</p>
<p>So stehen neben guten Stücken, etwa über die Kulturgeschichte der Kuh oder über Primatologen von Fossey bis heute von Cord Riechelmann, auch mäßig redigierte Texte, die man getrost bis auf die halbe Länge hätte kürzen können – ausnehmend schmerzhaft ist hier eine achtseitige Räuberpistole über eine Fotosafari im Kruger-Nationalpark. Immerhin ist sie mit schönen Fotos vom Afrikanischen Wildhund illustriert, inklusive der blutigen Tötung eines Großen Kudus, woran sich einmal mehr der unverklärt-wissenschaftliche Impetus von <em>Zoón</em> zeigt. Der im Übrigen auch für etwas spezialistische Themen sorgt, etwa die Frage, ob es angesichts von Erbgut-Analysen nicht korrekter wäre, Menschen, Schimpansen und Bonobos zu einer Gattung zusammenzufassen.</p>
<h6>Grzimeks Erben</h6>
<p>Herausgegeben wird <em>Zoón</em> vom Münsteraner Natur und Tier Verlag (NTV), der bislang nur Fachbücher und -magazine wie <em>Reptilia, Rodentia</em> und <em>Koralle</em> publiziert hat. Als „wichtigen Schritt und logische Konsequenz“ für seinen Verlag bezeichnet NTV-Gründer Matthias Schmidt <em>Zoón.</em></p>
<p>Zusammen mit Christoph Grzimek wollte Schmidt schon seit mehreren Jahren einen Nachfolger für das 2000 eingestellte <em>Das Tier</em> schaffen – das erste deutsche Tiermagazin, 1959 von Grzimeks prominentem Großvater Bernhard gegründet. „Als Insa und Viktor mit ihrem Konzept kamen, haben wir dann Nägel mit Köpfen gemacht.“</p>
<p>Die Startauflage von <em>Zoón</em> liegt bei rund 53.000 Exemplaren „die Hälfte zu verkaufen wäre toll, ein Drittel wäre auch okay“, sagt Matthias Schmidt. Unabhängig davon sei das Erscheinen von <em>Zoón</em> mindeEstens für dieses Jahr gesichert. Im Zweimonatsrythmus wird es weitergehen, die Titelthemen der kommenden Ausgaben sind Angriffsstrategien und Brunft. Und danach? „Ich würde mich wundern, wenn <em>Zoón</em> so schwach läuft, dass wir es 2011 einstellen.“</p>
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