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	<title>Michael Brake &#187; Film</title>
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		<title>The Death Star Conspiracy</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Mar 2013 19:15:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Endlich Gegenöffentlichkeit zur Star-Wars-Propaganda: Ein Aufklärungsfilm wirft neues Licht auf die Ereignisse rund um die Zerstörung des Todessterns. (taz.de vom 22. März 2013) Es ist der Tag, der das Imperium erschüttert. Danach ist nichts mehr, wie es war. Eine Gruppe]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Endlich Gegenöffentlichkeit zur Star-Wars-Propaganda: Ein Aufklärungsfilm wirft neues Licht auf die Ereignisse rund um die Zerstörung des Todessterns. <span id="more-1363"></span>(<a href="https://www.taz.de/!113296/" target="_blank">taz.de</a> vom 22. März 2013)</h3>
<p><a href="http://michaelbrake.de/2013/03/22/innen-gepresst-drausen-frei-wild/starwars_diewahrheit_video/" rel="attachment wp-att-1364"><img class="aligncenter size-full wp-image-1364" alt="starwars_diewahrheit_video" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/starwars_diewahrheit_video.jpg" width="620" height="310" /></a></p>
<p>Es ist der Tag, der das Imperium erschüttert. Danach ist nichts mehr, wie es war. Eine Gruppe Terroristen, die sich auf der guten Seite der Macht wähnt, fliegt mit einfachen Kleinmaschinen gegen ein Monument imperialer Baukunst – und zerstört es.</p>
<p>Doch kann es wirklich sein, dass die Flugabwehr komplett versagt? Kann man mit einem Flieger wirklich so genau den neuralgischen Punkt eines Bauwerks treffen, dass es kollabiert? Oder steckt dahinter ein hochrangiges Mitglied der imperialen Führungselite, das den vermeintlichen Terroranschlag nur mit Hilfe von Strohmännern fingiert hat und den Tod von Tausenden Menschen hinnimmt, um seine innenpolitische Machtposition zu stärken? Ist alles nur ein „Inside Job“?</p>
<p>Diese Fragen sind bis heute ungeklärt. Und zwar gleich in zwei Fällen: Beim Kollaps des World Trade Centers am 11. September 2011 in New York und bei der Vernichtung des Todessterns vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis. Während sich um 9/11 aber bereits zahllose Aufklärer – von bösen Zungen oft als „verrückte Verschwörungstheoretiker“ verleumdet – im Internet kümmern, wird die Aufklärung rund um die Vorkommnisse im Todesstern bis heute von der gleichgeschalteten Mainstreammedienmaschine totgeschwiegen.</p>
<p>Das einzige öffentliche Dokument, das sich damit beschäftigt, ist der semifiktive Kinofilm „Star Wars“ aus dem Jahr 1977, der aber einen grausam verzerrten Blick auf die Geschehnisse bietet: Hier werden die Terroristen, zu denen auch der vermeintliche Todespilot Luke Skywalker zählt, als Rebellen heroisiert. Doch was passierte wirklich an diesem denkwürdigen Tag?</p>
<p>Das zeigt nun das siebenminütige Werk <a href="http://www.youtube.com/watch?v=2dvv-Yib1Xg" target="_blank">„</a><a href="http://www.youtube.com/watch?v=2dvv-Yib1Xg" target="_blank">Luke&#8217;s Change: an Inside Job“</a>, eine liebevolle Anspielung auf den 9/11-Lehrfilm <a href="http://www.youtube.com/watch?v=yyiwOJ2pnGg" target="_blank">„Loose Change“</a>. Auch in der Aufmachung – Kamerafahrten über Fotografien –, Musikauswahl und Sprachduktus haben sich die Macher von „A Luke&#8217;s Change“ am großen Vorbild orientiert.</p>
<p>Viele fragwürdige Fakten werden erstmals offengelegt. Die unfassbar geringe Wahrscheinlichkeit, dass jemand mit einem Torpedo so genau trifft, dass der Todesstern zerstört wird. Das ungewöhnliche Verhalten Darth Vaders, dem einzigen Überlebenden und Kommandanten des Todessterns, der die Kampfstation kurz vor ihrer Zerstörung in einem einfachen TIE-Fighter verlässt. Die offensichtlich suspekte Familienkonstellation – Darth Vader ist, wie kaum jemand weiß, der <i>Vater</i> von Luke Skywalker. Die Vorkommnisse um den Planeten Alderaan, in die Leia, die Schwester Luke Skywalkers verwickelt war. Und vieles mehr.</p>
<p>Es sind erstmal nicht mehr als Fragen, die gestellt werden. Aber waren es wirklich Luke Skywalkers Torpedos, die den Todesstern pulverisieren? Denn kann es wirklich sein, dass ein einfacher Bauernjunge, der nie eine militärische Ausbildung genossen hat, die bestbewachteste Kampfstation aller Zeiten zerstört, die zufällig seinem Vater gehört, der wiederum der einzige Überlebende der Katastrophe ist? Die Entscheidung, liebe Leser, liegt bei Ihnen.</p>
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		<title>Der kleine dumme Bär</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Apr 2011 14:28:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Disneys neuer Pu-der-Bär-Film ist eine Entdeckung der Langsamkeit, stilistisch klar, kindgerecht und mit viel Liebe zum Detail. (veröffentlicht auf fluter.de) Der Esel I-Aah hat seinen Schwanz verloren. Dabei ist er doch sowieso schon immer so traurig und niedergeschlagen. Und dann]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><strong>Disneys neuer Pu-der-Bär-Film ist eine Entdeckung der Langsamkeit, stilistisch klar, kindgerecht und mit viel Liebe zum Detail. <span id="more-538"></span>(veröffentlicht auf <a href="http://film.fluter.de/de/416/kino/9315/" target="_blank">fluter.de</a>)</strong></h3>
<p><img class="alignright size-full wp-image-539" title="winnie-the-pooh-film" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/winnie-the-pooh-film.jpg" alt="" width="620" height="283" />Der Esel I-Aah hat seinen Schwanz verloren. Dabei ist er doch sowieso schon immer so traurig und niedergeschlagen. Und dann ist auch noch Christopher Robin verschwunden! Die kluge Eule entziffert einen Zettel, der an seiner Tür hängt: Offenbar wurde Christopher Robin von einem gemeinen Balzrück entführt, einem sicherlich ganz riesigen Ungeheuer. Was für ein aufregender Tag für die Tiere aus dem Hundertmorgenwald!</p>
<p>Und mittendrin steckt Pu, der freundliche Bär mit dem kleinen Verstand und dem großen Hunger, der doch eigentlich nur etwas Honig frühstücken will. 1926 erfand der Brite Alan Alexander Milne Pu und seine Freunde, inspiriert von den Kuscheltieren seines Sohns Christopher Robin. Milnes vielschichtige, sprachwitzige und überhaupt sehr britische Kurzgeschichten sind bis heute ein Klassiker der Kinderliteratur.</p>
<p>Zu Pus 85. Geburtstag bringt Disney nun mal wieder einen Pu-Film ins Kino: Einerseits, nach einer mittlerweile unüberschaubaren Masse an Miniserien, Direct-to-DVD-Movies und Spin-Offs, die ungefähr hundertste Verwurstung der von Disney 1961 erworbenen Pu-Lizenz; andererseits erst der zweite Pu-Kinofilm aus den renommierten Walt Disney Animation Studios (der Rest wurde von den nachgeordneten DisneyToon Studios produziert) – also etwas Besonderes. Und dieser Anspruch wird eingelöst: mit stilistischer Klarheit und einer ausgeprägten Liebe zum Detail erzählen Stephen J. Anderson und Don Hall ihren kleinen, kindgerechten, lediglich rund 60 Minuten langen Film.</p>
<p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/t2Wtpphk_Ss" frameborder="0" width="620" height="345"></iframe></p>
<p>Dabei nehmen sie ihr Publikum mit auf eine Zeitreise, auf eine Entdeckung der Langsamkeit des Präkommunikationszeitalters. Als Story-Grundlage dienten drei der orginalen Milne-Geschichten, zudem ist der Film (bis auf Kleinigkeiten wie eine computeranimierte Honigwelle) komplett handgezeichnet, die Hintergründe sind stilistisch eine Reminiszenz an die Originalillustrationen von Ernest Shepard.</p>
<p>Auch die Schnittfrequenz ist niedrig, die Perspektiven sind meist einfach gewählt – und trotzdem wird es nicht langweilig. Dafür sorgt nicht zuletzt das kunstvolle Spiel mit der Metaebene Buch: Pu interagiert mit der Erzählerstimme, stapft manchmal direkt durch die Buchseiten und stolpert über Buchstaben, die sich ihrerseits auch im Hundertmorgenwald materialisieren. Das ist alles nicht weltbewegend – aber ein wunderschöner Film über einen kleinen, dummen Bären.</p>
<p><strong>(Winnie the Pooh) Animationsfilm, USA 2011, Regie: Stephen J. Anderson, Don Hall, Buch: Burny Mattinson nach der Romanvorlage von A.A. Milne, 63 min, Kinostart: 14. April 2011 bei Disney</strong></p>
<p style="text-align: right;">Foto: Verleih</p>
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		<title>Videoclip mit Überlänge</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Jan 2011 23:33:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vor 30 Jahren entdeckte das Popcorn-Kino mit &#8220;Tron&#8221; den Cyberspace. Die Fortsetzung &#8220;Tron: Legacy&#8221; hat kaum noch etwas von der avantgardistischen Optik des Originals. (veröffentlicht auf fluter.de) Irgendwo in unseren Computern, in den unendlichen Weiten des Datennetzes – oder nennen]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><strong>Vor 30 Jahren entdeckte das Popcorn-Kino mit &#8220;Tron&#8221; den Cyberspace. Die Fortsetzung &#8220;Tron: Legacy&#8221; hat kaum noch etwas von der avantgardistischen Optik des Originals. <span id="more-160"></span>(veröffentlicht auf <a href="http://film.fluter.de/de/405/kino/9126/" target="_blank">fluter.de</a>)</strong></h3>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-161" title="tron-legacy5" src="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/tron-legacy5.jpg" alt="" width="600" height="300" /></p>
<p>Irgendwo in unseren Computern, in den unendlichen Weiten des Datennetzes – oder nennen wir es doch einfach beim Namen: im Cyberspace – gibt es eine uns unbekannte Parallelwelt. Dort wohnen die Programme, die unsere tägliche Arbeit verrichten. Sie sehen aus wie Menschen, verhalten sich auch so, tragen futuristische Anzüge mit Leuchtapplikationen und leben unter der Herrschaft des despotischen Master Control Programs. Doch ein zufällig in diese Welt geworfener Mensch hilft, das böse Control Program zu besiegen, und sorgt für Frieden in Cyberland.</p>
<p>Klingt gaga? Richtig. Und dennoch war dieses Szenario 1982 die Grundlage für einen Kultfilm: &#8220;Tron&#8221; war der erste Film, in dem im großen Stil Computeranimationen zum Einsatz kamen. Er wurde vor allem dank seiner innovativen Optik zum Meilenstein, für die der französische Comic-Visionär Moebius und der US-Amerikaner Syd Mead, kurze Zeit später Designer des Sci-Fi-Klassikers &#8220;Blade Runner&#8221;, verantwortlich zeichneten.</p>
<div>
<p>Nun ist es bei einem Film, der eine Generation von computerbegeisterten Kids geprägt hat, nur eine Frage der Zeit, bis eben diese Kids – erwachsen geworden und in den Film- und Trickstudios Hollywoods angestellt – einen Nachfolger produzieren. Die Geschichte von &#8220;Tron: Legacy&#8221; knüpft dabei am Original an: Kevin Flynn, Held des ersten Teils sowie Chef und kreativer Kopf der imaginären Softwarefirma Encom, verschwand 1989 spurlos. Zwanzig Jahre später ist Encom ein mächtiger Konzern, Flynns Nachfolger sind kalte Technokraten und sein 27-jähriger Sohn Sam, der offizielle Firmenerbe, hält sich aus dem operativen Geschäft fern und widmet sich lieber Hobbys wie Hacken und Motorradfahren.</p>
<p>Bis Sam eine mysteriöse Pager-Nachricht zur alten Spielhalle seines Vaters führt und er dort eine Geheimtür entdeckt. Sie führt in den Keller, wo Kevin Flynn an einem Geheimprojekt arbeitete, der alte 1980er-Jahre-Rechner steht noch angeschaltet da. Was Sam nicht weiß: Auch die Laservorrichtung, mittels derer man sich in das Tron&#8217;sche Paralleluniversum schicken lassen kann, ist noch funktionsfähig. Und so passiert es: Sam wird unvermittelt ins Grid (in der deutschen Filmversion etwas schräg als <em>der</em> &#8221;Raster&#8221; übersetzt) gebeamt. Dem Ort, an dem die Programme leben, den sein Vater auf- und ausgebaut hat, der beherrscht wird von Clu – einem Computerprogramm, das Kevin Flynn einst selber schrieb.</p>
</div>
<div>
<p><strong>New-Age-Dude in Cyberland</strong></p>
<p>Und es ist alles noch da: die leuchtenden Anzüge, die Gladiatorenkämpfe, bei denen sich die Kämpfer per Flugdiskus zu Pixelbrei verarbeiten. Diese wahnsinnig ästhetischen Motorräder mit den Riesenreifen, Lichtrenner genannt. Die fliegenden Greifer. Analog zum Originalfilm wird Sam gefangen genommen und muss sich im Kampf beweisen. Und analog zum Originalfilm kann Sam auf einem der Lichtrenner fliehen.</p>
<p>Seinen echten Vater findet er schließlich in den Outlands, der wüsten Landschaft rund um die Schaltzentrale des Grids. Wie schon 1982 hat Jeff Bridges die Rolle des Kevin Flynn übernommen, doch aus dem jugendlichen Draufgänger ist ein New-Age-Dude geworden, mit Vollbart und Muschelarmband, in weiße Gewänder gehüllt. Er ist ein Gefangener im Grid, den Kampf gegen Clu hat er längst aufgegeben.</p>
<p>Aber immerhin kann Flynn Senior seinem Sohn erklären, was zu tun ist, um wieder zurück in die richtige Welt zu finden. Und ihm eine Gefährtin zur Seite stellen: das Programm Quorra, eine ebenso hübsche wie begabte Kämpferin. Warum Quorra genau beim alten Flynn lebt und welche Funktion sie sonst ausübt, wird nicht so genau klar. Die Tron-Saga bleibt sich treu: Die Story ist auch diesmal von kleinplanetgroßen Logiklücken durchsetzt, die Schauspielerleistungen sind ähnlich hölzern wie im ersten Teil und auch die pseudoreligiöse Metaebene ist wieder mit drin – interessiert aber keinen. Denn nach spätetens einer Stunde schaltet man ohnehin ab und gibt sich allein den Bildern hin.</p>
<p><strong>Düstere Megalopolis</strong></p>
<p>Die sind durchaus überwältigend: sei es die Neuinterpretation des Grids, das sich von einem 80er-Jahre-Computerspiel mit großflächigen Polygonen und grünen Gitterlinien in eine düstere Megalopolis verwandelt hat. Sei es die in einen Felsen gehauene Wohnung des alten Kevin Flynn, eine schneeweiße Designhotel-Zahnarztpraxis kombiniert mit Klassikelelementen wie Kronleuchtern und Lederbüchern.</p>
<p>Oder sei es die Skybar des zwielichtigen Castor – seinerseits optisch eine Mischung aus der Comicfigur Mad Hatter und dem WikiLeaks-Sprecher Julian Assange – mit Designertheke, fluoreszierenden Cocktails und <em>Daft Punk</em> hinterm DJ-Pult. Das französische Elektronik-Duo, das sich seit 15 Jahren hinter Roboterhelmen vor der Öffentlichkeit versteckt, steuert neben diesem Cameo-Auftritt übrigens auch den Soundtrack zu &#8220;Tron: Legacy&#8221; bei – beziehungsweise inszeniert Regisseur Joseph Kosinski die Bilder eines 125-minütigen <em>Daft-Punk</em>-Musikvideos. So genau weiß man das nicht.</p>
<p>&#8220;Tron: Legacy&#8221; ist ein bis in die Spitzen gestyleter Triumph der Ästhetik und Oberfläche, und doch verliert der Film am Ende genau dieses Duell gegen seinen Vorgänger. Denn der stammt aus einer Zeit, als Cyber- und Computer-Optik noch etwas Visionäres anhaftete, als die Vorstellung, wie es im abstrakten digitalen Raum aussehen mochte, zu neuen visuellen Konzepten führte.</p>
<p>Seitdem hatten wir Cyberpunk, wir hatten Neal Stephensons Metaversum, wir hatten zwei Shrillionen Filme und Computerspiele, die sich auf all das bezogen. Die Geschichte hat &#8220;Tron: Legacy&#8221; längst überholt, und so geleckt und überwältigend sein Look auch sein mag, geht ihm doch jegliche Innovation ab. Es ist der übliche Verschnitt aus &#8220;Star Wars&#8221;, &#8220;Blade Runner&#8221; und &#8220;<a href="http://film.fluter.de/de/17/film/1864/?tpl=1260" target="_blank">Matrix</a>&#8220;, alles tausendfach gesehen – bis hin zur <em>Saturn</em>-Werbung, deren Geiz-ist-geil-Frau problemlos als Schwester von Quorra durchgehen würde.</p>
<p><strong>Tron Legacy, USA 2010, Regie: Joseph Kosinski, Buch: Edward Kitsis, Adam Horowitz, mit Garrett Hedlund, Olivia Wilde, Jeff Bridges, Michael Sheen, Bruce Boxleitner, James Frain, Beau Garrett u.a., 125 min, Kinostart: 27. Januar 2011 bei Disney</strong></p>
<p>Foto: Verleih</p>
</div>
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		<title>500 Millionen Freunde</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Oct 2010 12:26:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Verrat, Intrigen, Industriespionage und ein Soziopath namens Mark Zuckerberg – die Gründungsgeschichte von Facebook soll großen Kinostoff bieten. Doch &#8220;The Social Network&#8221; fehlt einfach das Drama. (veröffentlicht auf fluter.de) Es ist 2010 vermutlich nicht zu früh, einen Film über den]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><strong>Verrat, Intrigen, Industriespionage und ein Soziopath namens Mark Zuckerberg – die Gründungsgeschichte von Facebook soll großen Kinostoff bieten. Doch &#8220;The Social Network&#8221; fehlt einfach das Drama. <span id="more-589"></span>(veröffentlicht auf <a href="http://film.fluter.de/de/389/kino/8838/" target="_blank">fluter.de</a>)</strong></h3>
<p>Es ist 2010 vermutlich nicht zu früh, einen Film über den Gründungsmythos von Facebook zu drehen. Zwar hat sich das Über-Social-Network mit einer halben Milliarde Nutzer so tief in die Internet-Matrix gegraben wie keiner seiner Vorgänger oder Klone – aber wer weiß schon, ob das alles in ein paar Jahren nicht von einem noch nächsteren, noch größeren Ding dahingeweht wird. Also besser beeilen!</p>
<p>Blicken wir also zurück, auf den Campus von Harvard zum Jahreswechsel 2003/2004, wo Informatik-Student Mark Zuckerberg in mehreren Wochen intensiver Arbeit das Ur-Facebook schreibt. Virusartig verbreitet sich die anfangs simple Seite und Zuckerberg wird an der Uni zur Berühmtheit. Schon nach kurzer Zeit expandiert er mit Hilfe einiger Freunde, erst an andere Ostküsten-Elite-Unis, dann nach Kalifornien und am Ende in die ganze Welt. Investoren steigen ein, Zuckerberg und seine Crew ziehen ins Silicon Valley – und heute ist der ganze Laden so viel wert, dass Zuckerberg mit seinem 24-Prozent-Anteil als siebenfacher Dollarmilliardär geführt wird.</p>
<p>Aber Moment: Das wäre kaum genug Drama für einen Hollywood-Film. Deswegen geht es um Verrat. Zerbrochene Freundschaften. Industriespionage. Hybris. Gleich zwei millionenschweren Prozessen musste sich Zuckerberg in den Folgejahren stellen, sie bilden das Gerüst des Films und werden virtuos mit den Ereignissen 2003/2004 verschränkt: Im einen Fall klagt Eduardo Saverin, der als Facebook-Mitgründer und ehemaliger Studentenfreund Zuckerbergs im Sommer 2004 ausgebootet wurde. Und im anderen Fall das Zwillingspaar Tyler und Cameron Winklevoss, die Zuckerberg vorwerfen, er hätte ihnen die Idee geklaut.</p>
<p><strong>Nerds don&#8217;t come easy</strong></p>
<p>Im Zentrum aller Konflikte steht also Mark Zuckerberg. &#8220;Du wirst in dem Glauben durch das Leben gehen, dass Mädchen dich nicht mögen, weil du ein Streber bist. Und ich will dich wissen lassen, dass das nicht wahr sein wird. Es wird sein, weil du ein Arschloch bist&#8221;, haut ihm ein Mädchen zu Beginn des Films an den Kopf. Sie irrt. Zwar hat Zuckerberg natürlich diverse schlechte Eigenschaften: seine Arroganz, seine Verbohrtheit, sein Neid auf sozial erfolgreichere Menschen, seine genervten Blicke, wenn jemand seinen Ausführungen nicht schnell genug folgen kann. Bloß: Er meint es nicht so – es ist die Tragik Zuckerbergs, dass er eines der mächtigsten sozialen Tools geschaffen hat, im echten Leben aber offenbar über kaum nennenswerte soziale Empathie verfügt.</p>
<p>Er ist der Typ, der auf dem Campus Tennissocken in Badelatschen trägt. Als Zuckerberg in Harvard vor eine Disziplinarkommission gezerrt wird, erwartet er allen Ernstes, dass man ihm dafür dankbar ist, die Sicherheitslücken der Uni-Server aufgedeckt zu haben. Auf einer rationalen Ebene hat er damit recht – aber so funktioniert die Welt der Menschen nicht. Sein Darsteller Jesse Eisenberg gibt ihm mit einer versteinerten Mimik beinahe autistische Züge: Immer wieder gibt er nur stakkatohaftes &#8220;Ja&#8221;, &#8220;Ja&#8221;, &#8220;Ja&#8221; als Antwort. Zuckerberg ist ein Nerd und Nerds don&#8217;t come easy. Aber er ist kein Arschloch: Wenig deutet auf die eiskalte Berechnung hin, mit der etwa der Ölmagnat Daniel Plainview in &#8220;<a href="http://film.fluter.de/de/250/kino/6603/" target="_blank">There Will be Blood</a>&#8221; seine Umwelt schikaniert.</p>
<p>Und dass er die Winklevosses hintergeht – wenn man es denn überhaupt so auslegen will –, kann Zuckerberg auch kaum jemand übel nehmen: Sie sind Vertreter des alten WASP (White Anglo-Saxon Protestant)-Harvards, schnöselige, elitäre Gentleman-Schönlinge und erfolgreiche Ruderer noch dazu (die echten Winklevoss-Brüder nahmen an den Olympischen Sommerspielen 2008 teil). Zuckerbergs Ideenklau ist also letztlich nichts weiter als die Rache des Nerds am Sportler, dem &#8220;Jock&#8221;, eine Machtverschiebung zwischen zwei Archetypen der US-College-Welt, die wir in Zukunft noch häufiger erleben werden – denn die Welt steht unzweifelhaft am Beginn einer Ära, in der Computerspezialisten zu einer bestimmenden Kaste werden.</p>
<div>
<p><strong>Endloses Gerede</strong></p>
<p>Den &#8220;echten&#8221; Mark Zuckerberg lernen wir ohnehin nicht kennen: Das Drehbuch von Aaron Sorkin (Autor der Fernsehserie &#8220;The West Wing&#8221;) basiert auf Ben Mezrichs Buch &#8220;The Accidental Billionaires&#8221;. Die Eckdaten der Geschichte sind definitiv wahrheitsgetreu, wie umfangreich die Zuspitzung und Dramatisierung der Charaktere durch die doppelte Adaption ausfällt, ist aber unklar. Keine der beiden Geschichten wurde von Facebook autorisiert, Zuckerberg hat nie mit den Autoren gesprochen – pikanterweise war aber Eduardo Saverin der Hauptberater von Ben Mezrich. Entsprechend ließ Mark Zuckerberg auch demonstrativ verkünden, er hätte ohnehin keine Zeit, den Film zu gucken.</p>
<p>Viel verpasst er nicht. Denn selbst wenn Facebook eine Revolution sein mag: Sie bleibt abstrakt. Wo man einen Selfmade-Entrepeneur der Industriezeit mit großen Bildern von Konstruktionsprozessen, Prototypen, Fabrikhallen und Arbeiterkolonnen in Szene setzen kann, sitzen Zuckerberg &amp; Co. halt an ihren Rechnern und hacken irgendwelchen Kram ein.</p>
<p>Dazu kommen die rechtlichen Details, und so müssen die Figuren in &#8220;The Social Network&#8221; beinahe die ganze Zeit erklären, was sie gerade machen, vorhaben oder getan haben. Es wird geredet, geredet, geredet, was Regisseur David Fincher (&#8220;Fight Club&#8221;, &#8220;Benjamin Button&#8221;) irgendwann so genervt haben muss, dass er im Vinklewoss-Subplot eine wortlose und visuell überwältigende Sequenz einer britischen Ruderregatta eingebaut hat – die beste Szene des Films.</p>
<p>Inszenatorisch holt Fincher ohnehin viel aus dem Stoff raus, aber dennoch: Da ist einfach kein Drama, Baby! Niemand wird sterben, Facebook wird auch nicht pleite gehen, sondern nur immer noch erfolgreicher, es wird an keiner Stelle existenziell. Höchstens der Nicht-Nerd Eduardo Saverin taugt zur tragischen Figur, wenn er verzweifelt mit ansehen muss, wie er – aus unternehmerischen Gesichtspunkten nicht mal ungerechtfertigt – nach und nach aus der Firma gekegelt wird.</p>
<p>Ironischerweise spielt sich zeitgleich zum Filmstart von &#8220;The Social Network&#8221; gerade ein echtes Internet-Drama vor unser aller Augen ab: Die öffentliche Selbstzersetzung von Wikileaks, wo der mysteriöse Julian Assange innerhalb weniger Wochen vom Medienliebling zum gefallenen Engel mutiert ist. Weltpolitik, Geheimdienste, hehre Ideale, Verrat, Medienhype, Vergewaltigungsvorwürfe, Verschwörungstheorien – das ist mal großes Kino. Die Intrigenspiele und Gerichtsverhandlungen wohlhabender Harvard-Kids, bei denen es nur darum geht, wer jetzt noch ein bisschen reicher wird, sind es nicht.</p>
<p style="margin-top: 0px; margin-right: 0px; margin-bottom: 1em !important; margin-left: 0px; border-style: initial; border-color: initial; border-image: initial; outline-width: 0px; outline-style: initial; outline-color: initial; font-size: 14px; vertical-align: baseline; background-image: initial; background-attachment: initial; background-origin: initial; background-clip: initial; background-color: #ffffff; line-height: 20px; font-family: Georgia, 'Times New Roman', Times, serif; border-width: 0px; padding: 0px !important;"><strong>(The Social Network) USA 2010, Regie: David Fincher, Buch: Aaron Sorkin, nach der Buchvorlage von Ben Mezrich, mit Jesse Eisenberg, Andrew Garfield, Justin Timberlake, Brenda Song, Rashida Jones u. a., 121 min, Kinostart: 7. Oktober 2010 bei Sony Pictures</strong></p>
</div>
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		<title>Gurrende Fabelschnabelnagetiere</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Jul 2010 16:47:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Von Totenkopfblumen, Wallace, Gromit und bösen Pharmakonzernen – 3sat zeigt mit „Trickreich“ Animationsfilme. (aus der taz vom 20.Juli 2010) Es ist 2010. Im Kino läuft Wes Andersons traumhaft guter Film „Der fantastische Mr. Fox“, die „Simpsons“ wurden neulich 20, der]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Von Totenkopfblumen, Wallace, Gromit und bösen Pharmakonzernen – 3sat zeigt mit „Trickreich“ Animationsfilme.<span id="more-1848"></span> (aus der taz vom 20.Juli 2010)</h3>
<p><a href="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/blood_tea_and_red_string-02.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1851" alt="blood_tea_and_red_string-02" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/blood_tea_and_red_string-02.jpg" width="620" height="408" /></a></p>
<p>Es ist 2010. Im Kino läuft Wes Andersons traumhaft guter Film „Der fantastische Mr. Fox“, die „Simpsons“ wurden neulich 20, der Anime „Akira“ ist sogar noch ein bisschen älter. Und in deutschen Pressetexten muss man immer noch betonen, dass „die Zeiten vorbei sind, in denen Trickfilme ausschließlich als reine Kinderfilme galten“. So auch 3sat, das sein Sommerprogramm mit dem Animationsfilms-Special „TrickReich“ aufhübscht.</p>
<p>Den Auftakt macht heute (22.25 Uhr) Kristl Philippis Doku „Bewegte Bilder“: ein routiniertes Round-up für Einsteiger. Vorgestellt wird Prominenz wie „Wallace and Gromit“, „Persepolis“ und „Waltz with Bashir“, aber auch das belgische Indie-Duo Vincent Patar und Stéphane Aubier.</p>
<p>Im Anschluss folgt eine komplett wortlose Entdeckung der Langsamkeit im Stop-Motion-Gewand: „Blood Tea and Red String“ (22.55 Uhr) spielt in einem selbst gebastelten Märchenwald mit Cellophanfolienbächen und Wattebauschwolken, in dem eine Familie gurrender Fabelschnabelnagetiere lebt und eine Frauenpuppe genäht hat.</p>
<h6>Der Charme osteuropäischer Kinderfilme</h6>
<p>Drei weiße Mäuse in Zirkusdirektor-Jacken stehlen die Schönheit, und so müssen sich die Fabelwesen auf Reisen begeben. Sonnenblumen mit Totenkopfgesichtern, Froschzauberer, eine Spinne mit Frauengesicht, die Blaumeisen fängt – alles atmet den Charme osteuropäischer Kinderfilme aus den Sechzigern, leider ist auch die Animationsqualität entsprechend. Es zuckelt und ruckelt und hüpft, und man muss schon wissen, dass „Blood Tea and Red String“ beinahe im Alleingang über 13 Jahre von der US-Amerikanerin Christiane Cegavske gedreht wurde, um darüber hinwegzusehen. Ein gewöhnungsbedürftiges Stück Independent-Kino.</p>
<p>Von einem anderen Ende des Animationsfilmspektrums kommt „Renaissance“ (Donnerstag, 22.25 Uhr), gedreht im Motion-Capture-Verfahren, bei dem Schauspielerbewegungen in Animationen umgewandelt werden, und dann noch so weit nachbearbeitet, bis nur noch ein wenig Weiß und sehr viel Schwarz übrig ist.</p>
<p>Auf diese Weise entstanden eiskalte, teilweise grandiose Bilder, die ideal zum Szenario eines dystopisch angehauchten Paris im Jahr 2054 passen. So schablonenhaft wie die Optik ist allerdings auch die Geschichte: Ein Lonely-Wolf-Cop verstrickt sich in eine Verschwörung rund um einen Pharmakonzern. Das lässt sich bequem wegschauen, ist aber nicht wirklich bahnbrechend.</p>
<h6>Plympton und Miyazaki</h6>
<p>Was auch für „Das Mädchen, das durch die Zeit sprang“ (Mittwoch, 22.25 Uhr) gilt: ein japanischer Coming-of-Age-Film über eine Teenagerin, die plötzlich übersinnliche Fähigkeiten entwickelt. Außerdem zeigt 3sat eine dänische Marionettensaga, eine recht aktuelle französische Lucky-Luke-Verfilmung, eine Kurzfilmrolle, ein Werk des Independent-Filmers Bill Plympton – und auch der Anime-Großmeister Hayao Miyazaki ist mit dabei, leider mit seinem vergleichsweise schwachen „Wandelnden Schloss“, einem bonbonbunten Antikriegsmärchen um eine verzauberte Hutmacherin, dem vor lauter fantasievoller Ideen leider die Stringenz abhandengekommen ist.</p>
<p>Aber Qualität schien ohnehin nicht das Hauptkriterium von 3sat bei der Filmauswahl gewesen zu sein. Hauptziel war ganz offenbar, so gut es geht die gesamte inhaltliche und gestalterische Bandbreite des aktuellen Animationsfilms abzudecken. Das ist gelungen, auch wenn „TrickReich“ dadurch ein wenig wie Kraut und Rüben wirkt.</p>
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		<title>Von beseelten Steinen und Waldgeistern</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Apr 2010 13:04:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In einer sechsteiligen Hommage widmet sich Arte dem japanischen Animationsfilmregisseur Hayao Miyazaki. Aber warum eigentlich erst jetzt? (aus der taz vom 8. April 2010) Eine retrofuturistische fliegende Insel, ein von Gottwesen bevölkertes Badehaus, ein archaischer Märchenwald aus der Shogun-Zeit, eine Endzeit-Erde, die von]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>In einer sechsteiligen Hommage widmet sich Arte dem japanischen Animationsfilmregisseur Hayao Miyazaki. Aber warum eigentlich erst jetzt?<span id="more-1822"></span> (aus der <a href="http://www.taz.de/!50807/" target="_blank">taz</a> vom 8. April 2010)</h3>
<p><a href="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/totoro_f.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1823" alt="Mein Nachbar Totoro" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/totoro_f.jpg" width="620" height="309" /></a>Eine retrofuturistische fliegende Insel, ein von Gottwesen bevölkertes Badehaus, ein archaischer Märchenwald aus der Shogun-Zeit, eine Endzeit-Erde, die von einem bizarr-schönen Giftpilzwald überwuchert wird, und ein bonbonbuntes Fantasiekönigreich aus dem frühindustriellen Europa, durch das ein Haus auf zwei Beinen stapft &#8211; so sieht es aus in der Welt von Hayao Miyazaki, des vielleicht bedeutendsten Animationsfilmregisseurs der Welt, dessen Filme in den letzten 30 Jahren stets zu den beliebtesten und bestbesuchten in ganz Japan gehörten.</p>
<p>Es ist etwas rätselhaft, warum Arte Miyazaki erst jetzt eine Werkschau widmet, bestehend aus sechs seiner zehn Filme, die bis zum 22. April immer montags und donnerstags um 20.15 Uhr gezeigt werden – wo sich der mittlerweile 69-Jährige doch gerade im comicaffinen Frankreich großer Beliebtheit erfreut. In Deutschland nahm die Öffentlichkeit erstmals 2002 Notiz von Miyazaki, als „Chihiros Reise ins Zauberland“ den Goldenen Berlinale-Bären gewann. In den vergangenen Jahren wurden dann zwar einige ältere Filme nachträglich ins Kino gebracht und auf Super RTL und RTL II gezeigt, doch Miyazakis neuestes Werk, „Ponyo – Das verzauberte Goldfischmädchen“, auf dessen Ausstrahlung Arte aus rechtlichen Gründen leider verzichten muss, fand trotz einer Wettbewerbsteilnahme in Venedig keinen deutschen Kinoverleiher.</p>
<p>Ein Jammer. Denn die Imaginationskraft Miyazakis ist einzigartig. In den von ihm geschaffenen Welten verschwimmen die Grenzen von Realität und Fantasie, bevölkert werden sie von einem Bestiarium sonderbarer Wesen, oftmals ambivalente Charaktere, die nicht dem klassischen Gut-Böse-Schema Hollywoods entsprechen – dabei sind es meist tapfere, tomboyhafte Mädchen, die Miyazaki auf Abenteuerreise schickt. Wie für Anime üblich, sprechen seine Filme Kinder und Erwachsene gleichermaßen an. Und transportieren nebenbei eine klare Haltung gegen Krieg und die fortschreitende Umweltzerstörung.</p>
<p>Kennzeichnend für Miyazakis Filme ist die Vermischung von westlichen und östlichen Bild- und Erzähltraditionen: Odysseus, Gullivers Reisen, Jules Verne, Lewis Carroll werden zitiert, dazu bedient Miyazaki sich aus dem prallen Fundus der japanische Sagenwelt, der Anime-Symbolik und beim Shintoismus, jenem animistischen, japanischen Volksglauben, in dem jeder Baum, jeder Fluss, jeder Stein beseelt sein kann. Besonders stark ist der Shinto-Einfluss dabei in „Mein Nachbar Totoro“, der heute Abend läuft, Miyazakis reduziertesten und schönsten Film.</p>
<p>Zwei Mädchen, sechs und zehn Jahre alt, freunden sich im ländlichen Japan der 50er-Jahre mit einem Eulenbärenkatzen-Waldgeist an, dem Herren eines gigantischen Kampferbaums. In 80 Minuten passiert so gut wie gar nichts und gerade deswegen ist dieser Film von zenhafter Eleganz, ein traumähnlicher Einblick in die Gedankenwelt von Kindern, kongenial begleitet von der Musik Joe Hisaishis, dem Leibkomponisten Miyazakis.</p>
<p>Im Anschluss folgt die etwas verschrobene Dokumentation „Der Tempel der tausend Träume“ über Miyazaki, seinen Kollegen Isao Takahata und ihre gemeinsamen Produktionsfirma Studio Ghibli. Hier kann man die Miyazaki-Werke dann auch mal mit den japanischen Originalstimmen hören – welche die allenfalls passable deutsche Synchronisation, auf die Arte leider zurückgreift, bei weitem übertreffen.</p>
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