<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Michael Brake &#187; Fernsehen</title>
	<atom:link href="http://michaelbrake.de/category/fernsehen/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://michaelbrake.de</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Thu, 31 Jan 2019 00:16:17 +0000</lastBuildDate>
	<language></language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.2</generator>
		<item>
		<title>Wunderbare Jahre</title>
		<link>http://michaelbrake.de/2013/10/19/wunderbare-jahre/</link>
		<comments>http://michaelbrake.de/2013/10/19/wunderbare-jahre/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 19 Oct 2013 17:51:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[taz]]></category>
		<category><![CDATA[Indiecomics]]></category>
		<category><![CDATA[Nostalgie]]></category>
		<category><![CDATA[Strapazin]]></category>
		<category><![CDATA[Strips]]></category>
		<category><![CDATA[TV-Serien]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://michaelbrake.de/?p=1624</guid>
		<description><![CDATA[Von Lassie bis MacGyver: In 150 kitschfreien Strips lässt die Schweizer Comiczeitschrift „Strapazin“ legendäre Fernsehserien wieder aufleben. (aus der taz vom 19. Oktober 2013) Fernsehserien spielen in der Heile-Welt-Rekonstruktion der eigenen Kindheit für die heute 30- bis 70-Jährigen eine extrem]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Von Lassie bis MacGyver: In 150 kitschfreien Strips lässt die Schweizer Comiczeitschrift „Strapazin“ legendäre Fernsehserien wieder aufleben.<span id="more-1624"></span> (aus der <a href="http://taz.de/TV-Nostalgie-in-Comicform/!125667/" target="_blank">taz</a> vom 19. Oktober 2013)</h3>
<p style="text-align: center;"><a href="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/strapazin_wickie_neu.jpg"><img class="size-full wp-image-1633 aligncenter" alt="strapazin_wickie_neu" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/strapazin_wickie_neu.jpg" width="620" height="226" /></a></p>
<p>Fernsehserien spielen in der Heile-Welt-Rekonstruktion der eigenen Kindheit für die heute 30- bis 70-Jährigen eine extrem wichtige Rolle. Die gemeinsamen Stunden vor der Wunderkiste rundeten, so geht zumindest die Erzählung, erfüllte Tage ab, die voll waren mit Dingen, die Kinder heute angeblich gar nicht mehr kennen: Frösche aufblasen, Baumhäuser bauen und Brauner Bär essen.</p>
<p>Zugleich schufen die Serienmacher nie alternde Helden, die dank der Kanalarmut des Präinternet-Zeitalters wirklich jeder kannte, selbst die armen Teufel, die wegen ihrer Bildungsbürgereltern gar keinen Fernseher hatten: Fury und Flipper, Al Bundy und MacGyver, die Bezaubernde Jeannie und Mila Superstar.</p>
<p>Längst ist das alles Teil einer eher anstrengenden Nostalgiewelle, und so ist es umso bemerkenswerter, welch wunderbaren Weg einer kitsch- und „Früher war alles besser“-freien Erinnerung das<em>Strapazin</em> gefunden hat: In der 112. Ausgabe <a href="http://michaelbrake.de/2010/10/30/%E2%80%9Esie-verstehen-es-nicht/" target="_blank" shape="rect">des Schweizer Indiecomicmagazins</a> setzen sich 150 Zeichnerinnen und Zeichner mit ihren Lieblingsserien auseinander, im Heft als Reise durch die Zeit nach vorne angeordnet, von 1954 („Lassie“!) bis in die Gegenwart.</p>
<p>Nicht mehr als den schmalen Platz eines Comicstrips haben die Autoren, aber das lösen sie, dem <em>Strapazin</em>-Standard entsprechend, mit einer enormen stilistischen und narrativen Vielfalt. So zeigen manche Zeichner nur Impressionen oder ikonische Augenblicke, andere erzählen einzelne Serienszenen, oftmals nie gedrehte oder aus ungewohnter Perspektive.</p>
<p>Da läuft ein Meister Eder durch den Park, spricht scheinbar mit der Luft und alle schütteln heimlich den Kopf über den brabbelnden Alten. Man sieht, wie ein Zylone aus „Kampfstern Galactica“ sein Raumschiff verkauft und mit dem Bus nach Hause fährt („Man braucht allerdings eine Vorheizung, es wurde eben nicht für den finnischen Winter gebaut“), wie Barbapapa und Barbamama Sex haben oder wie Biene Maja Willis Spekulationen über ein mysteriöses Bienensterben in der nahen Zukunft mit „So ein Quatsch“ abtut.</p>
<p><a href="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/Strapazin-112-650.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-1634" alt="Strapazin-112-650" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/Strapazin-112-650.jpg" width="310" height="408" /></a>Andere Zeichner nähern sich dem Serienstoff über Erinnerungen an das eigene Erleben der Serie, vielfach gibt es Abrisse einer prototypischen Folge auf kleinstem Raum. Denn anders als die komplexen Fernsehserien des Breaking-Bad-Zeitalters waren die meisten der früheren ja noch ehrlicher Pulp, B-Movie-Welten mit klarem Rahmen und plakativen Figuren, in denen am Ende alles wieder so war wie zu Beginn und auch die Sprüche immer die gleichen sind: „Ich weiß genau, was Sie jetzt denken, und Sie haben recht.“ &#8211; „Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert.“ – „Gute Nacht, Jim-Bob!“</p>
<p>Das alles macht sehr viel Spaß, natürlich noch mehr, wenn man die Figuren auch kennt, etwa wenn man versteht, dass ein Dialog zwischen Batman und Robin auf die – Heilige Drehbuchschreiber! – grenzdebilen Wortbeiträge von Robin anspielt. Aber es funktioniert auch bei unbekannten Serien gut, etwa den vielen asiatischen, die durch den internationalen Zeichnerpool mit im Heft sind.</p>
<p>Doch keine Sorge: Fast alle alten Helden sind vertreten, Klassiker wie „Magnum“ oder „Knight Rider“ kommen gleich doppelt und dreifach vor und „Twin Peaks“ sogar viermal.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://michaelbrake.de/2013/10/19/wunderbare-jahre/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Was Spione halt so machen</title>
		<link>http://michaelbrake.de/2013/07/19/was-spione-halt-so-machen/</link>
		<comments>http://michaelbrake.de/2013/07/19/was-spione-halt-so-machen/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 19 Jul 2013 19:45:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Nullen und Einsen]]></category>
		<category><![CDATA[taz]]></category>
		<category><![CDATA[Drohnen]]></category>
		<category><![CDATA[James Bond]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Lanz]]></category>
		<category><![CDATA[NSA]]></category>
		<category><![CDATA[Rügen]]></category>
		<category><![CDATA[Yps]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://michaelbrake.de/?p=1568</guid>
		<description><![CDATA[KOLUMNE NULLEN UND EINSEN Die Überwachungshysterie verfolgt einen in diesen Tagen bis ans Ende der Welt. Wir sollten uns alle ein Beispiel an James Bond nehmen. (aus der taz vom vom 19. Juli 2013) 50 Euro Belohnung verspricht der Aushang. „Am]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>KOLUMNE NULLEN UND EINSEN Die Überwachungshysterie verfolgt einen in diesen Tagen bis ans Ende der Welt. Wir sollten uns alle ein Beispiel an James Bond nehmen.<span id="more-1568"></span> (aus der <a href="http://taz.de/Kolumne-Nullen-und-Einsen/!120210/" target="_blank">taz</a> vom vom 19. Juli 2013)</h3>
<p><a href="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/drohneentflogen.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-1569" alt="drohneentflogen" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/drohneentflogen.jpg" width="310" height="365" /></a>50 Euro Belohnung verspricht der Aushang. „Am 26. 6. vom Parkplatz ’Nordstrand‘ startete ich meinen Quadcopter DJI Phantom in Richtung der beiden Leuchttürme von Kap Arkona. Leider kam mein Fluggerät nicht zurück und ging irgendwo im ’Gelände‘ verloren. Unter dem Quadcopter hing eine GoPro Hero 3 Kamera.“ So sieht also die Zukunft aus, „Drohne entflogen“ wird das neue „Hund/Katze entlaufen“. Nur die beiden Fotos <a href="http://twitter.com/freelancepolice/status/357865592306425857" target="_blank" shape="rect">auf dem Zettel</a> sind nicht mitleiderregend genug. Drohnen haben keine traurigen Augen. Noch nicht.</p>
<p>Bei Flugdrohnen mit Kameras denkt man ganz schnell wieder an Überwachung, man kommt von dem Thema in diesen Tagen einfach nicht los, auch nicht im Rügen-Urlaub. Weil ich da mal Zeit für so was habe und ja auch nicht den ganzen Tag im „Gelände“ verbringen kann, lese ich im analogen Feedreader (= alte Zeitungen) und stolpere über ein taz-Interview, in dem die NSA <a href="http://www.taz.de/!119017/" target="_blank" shape="rect">als „die geheimste Behörde der Welt“ bezeichnet wird</a>. Die geheimste! Wäre das nicht eher eine, über die nicht alle reden?</p>
<p>Abends schaue ich auch mal wieder Fernsehen, Zuhause geht das ja gar nicht, weil der von meinen Eltern importierte 70er-Jahre-Designfernseher, ein echter Esslinger!, sich nicht mit der digitalen Empfangstechnik verträgt. Ich weiß jetzt also, dass ich diese nachvorngelehnte, inswortfallende, obergewitzte Interviewtechnik von Markus Lanz ganz grauenvoll finde, und in Ina Müller habe ich mich ein wenig verliebt.</p>
<p>Zwischendurch reden bei Maybrit Illner schon wieder Menschen über den NSA-Skandal und am letzten Abend läuft „Liebesgrüße aus Moskau“. Es geht um eine Dechiffriermaschine, und als James Bond vom Flughafen abgeholt wird, verfolgt ihn ein Auto. „Wir werden beschattet, hat das einen besonderen Grund?“ – „Es sind Bulgaren, sie arbeiten für die Russen. Sie verfolgen uns, wir verfolgen sie. Das tut der Freundschaft keinen Abbruch.“</p>
<p>Ja, so war das damals, alles noch ein wenig entspannter. Auf eine Art verstehe ich die heutige Empörung um den NSA-Skandals ohnehin nicht so recht, meine Empörungssensoren sind aber auch extrem unterausgeprägt, das war schon immer so. Was sollen Spione denn bitte sonst machen, wenn nicht spionieren? Bloß dass sie bei Sean Connery noch kein Internet hatten, sondern bloß mit einem Periskop von unten in das russische Konsulat schauen konnten. Aber damals sagte man ja auch noch „Ich lasse meine Zigeuner für mich arbeiten“ und als Gadget gab es einen Agentenkoffer, mit dem man richtig schießen kann. Wie im <em>Yps-</em>Heft.</p>
<p>Zurück in Berlin probiere ich den <a href="http://https//www.google.de/search?q=Anzeigenvorgaben-Manager&amp;ie=utf-8&amp;oe=utf-8&amp;rls=org.mozilla:de:official&amp;client=firefox-a&amp;channel=fflb&amp;gws_rd=cr" target="_blank" shape="rect">Google-Anzeigenvorgaben-Manager</a> aus, von dem mir <a href="http://taz.de/Datenskandale-und-Online-Werbung/!119314/" target="_blank" shape="rect">Kollege Gernert</a> erzählt hat. Da kann ich sehen, was Google glaubt, was mich interessiert, basierend auf Suchanfragen und besuchten Websites. Einiges stimmt: Katzen, Berlin, Sportnachrichten. Einiges stimmt nicht, ist aber erklärbar: Wetter, Rezepte. Und manches ist einfach auch totaler Unsinn: Saarland? Egoshooter? Kosmetikartikel? Ostasiatische Musik? Toyota???</p>
<p>Zu meinen Interessen zählen demnach auch „Geheimdienste und Terrorismusbekämpfung“. Man kommt von dem Thema in diesen Tagen wirklich nicht los.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://michaelbrake.de/2013/07/19/was-spione-halt-so-machen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Innen gepresst, draußen Frei.Wild</title>
		<link>http://michaelbrake.de/2013/03/22/innen-gepresst-drausen-frei-wild/</link>
		<comments>http://michaelbrake.de/2013/03/22/innen-gepresst-drausen-frei-wild/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 22 Mar 2013 07:22:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[taz]]></category>
		<category><![CDATA[Die Toten Hosen]]></category>
		<category><![CDATA[Echo]]></category>
		<category><![CDATA[Frei.Wild]]></category>
		<category><![CDATA[Hannes Wader]]></category>
		<category><![CDATA[Helene Fischer]]></category>
		<category><![CDATA[Musikindustrie]]></category>
		<category><![CDATA[Musikpreis]]></category>
		<category><![CDATA[NPD]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://michaelbrake.de/?p=1360</guid>
		<description><![CDATA[In einer flickenteppichhaften Inszenierung wurden am Donnerstag über 20 Echos verliehen, die meisten an die Toten Hosen. Die Kontroversen um Frei.Wild blieben außen vor. (taz.de vom 22. März 2013) Wie kann man es nur schon auf den ersten Metern so dermaßen]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>In einer flickenteppichhaften Inszenierung wurden am Donnerstag über 20 Echos verliehen, die meisten an die Toten Hosen. Die Kontroversen um Frei.Wild blieben außen vor. <span id="more-1360"></span>(<a href="https://www.taz.de/Echo-Verleihung-in-Berlin/!113253/" target="_blank">taz.de</a> vom 22. März 2013)</h3>
<p><a href="http://michaelbrake.de/2013/03/22/innen-gepresst-drausen-frei-wild/echo2013/" rel="attachment wp-att-1365"><img class="aligncenter size-full wp-image-1365" alt="echo2013" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/echo2013.jpg" width="620" height="422" /></a></p>
<p>Wie kann man es nur schon auf den ersten Metern so dermaßen verhühnern? An zwei sehr sichtbaren Seilen schwebt Moderatorin Helene Fischer ins Berliner Palais am Funkturm, schlägt einige ungelenke Salti, singt eine unheimlich biedere Version von „Let Me Entertain You“ und begrüßt, auf dem Boden angekommen, das Publikum allen Ernstes mit „Tja, der Echo. Das ist schon eine ganz besondere Musikpreisverleihung.“</p>
<p>Tja, haha. Das ist er wirklich. Liegen ihm doch bei den Nominierungen, man kann nicht oft genug daran erinnern, keinerlei künstlerische Kriterien zu Grunde, sondern ausschließlich die Chartsplatzierungen der vergangenen 12 Monate. „Der-Teufel-scheißt-auf-den-größten-Haufen“-Preis wäre ein passenderer Name.</p>
<p>Was für Probleme dieses Verfahren mit sich bringen kann, bekamen die Echo-Veranstalter vom Bundesverband Musikindustrie (BVMI) vor zwei Wochen zu spüren: Die automatische Nominierung der Südtiroler Rockband Frei.Wild führte dazu, dass die ebenfalls in der Kategorie „Rock/Alternative national“ aufgestellten Kraftklub und MIA. ihre <a title="„Ich will nicht nach Berlin“" href="http://michaelbrake.de/2013/03/06/ich-will-nicht-nach-berlin/" target="_blank">Teilnahme absagten</a>, weil sie Frei.Wild zu nah an rechtem Gedankengut sehen.</p>
<p>Anderthalb Tage wogten Empörungswellen, vor allem auf den Facebook-Seiten der Betroffenen, danach entschloss der BVMI sich, <a href="http://https//www.taz.de/Echo-Nominierungen/!112419/" target="_blank" shape="rect">Frei.Wild wieder auszuladen</a> – damit der Musikpreis nicht von einer politischen Diskussion überlagert würde, so die Begründung. Man wolle für die Zukunft auch <a href="http://https//www.taz.de/Diskussion-um-FreiWild/!112468/" target="_blank" shape="rect">die Nominierungsrichtlinien überdenken</a>.</p>
<h6>Mahnwache der NPD</h6>
<p>Von diesem Vorlauf ist am Abend der Verleihung nur noch vor dem Palais am Funkturm etwas zu spüren. Dort veranstaltet die NPD eine Mahnwache für Frei.Wild – knapp 15 Gestalten stehen verloren herum, ohne Fahnen oder Transparente, aber von doppelt so vielen Polizisten bewacht.</p>
<p>Auf der anderen Straßenseite hingegen feiern sich Frei.Wild. Die vier Musiker baden in ihren Fans, mehrere hundert sind gekommen. Sie halten Plakate hoch und tragen weiße Shirts mit der Aufschrift „Frei.Wild gegen Rassismus und Extremismus“ (die Fans, nicht die Band), daneben steht ein Truck mit der Aufschrift „Leckt uns am Arsch“. Wie auch immer die Ausladung vom Echo zu bewerten ist: Dem Zusammenhalt zwischen Frei.Wild und ihren Anhängern hat die Geschichte sicher gut getan.</p>
<p>Nach drinnen dringt das alles nicht vor. Nur ein Wort fällt: „Kontrovers“ sei die Kategorie ja gewesen, so die Preisüberreicherin Katie Melua. Sagt aber nicht, warum, und vergisst vor lauter Aufregung auch noch, die anderen Nominierten vorzulesen, was sonst in keiner Kategorie passiert. Ein Zufall? Dann ein ziemlich unglücklicher. Unheilig bekommt schließlich den Preis. Die Band hatte sich vorher als einziger Nominierter der Kategorie komplett aus dem Streit herausgehalten.</p>
<h6>Überblick verloren</h6>
<p>Ansonsten verliert man bei den 27 sich zum Teil überlappenden Kategorien – beste Künstler, beste Alben, beste Bands, Newcomer, national und international, Pop, Rock, Schlager, Volksmusik, undsoweiter – spätestens nach der vierten den Überblick. Gerade waren Pur und Boss Hoss noch die Nominierten bei der „Besten Band national“ (Gewinner: Tote Hosen), dann sagt Hartmut Engler von Pur in einem Einspieler-Filmchen an, dass Boss Hoss jetzt den Preis für die beste Künstlerin vergeben.</p>
<p>Die verleihen dann den Preis an Ivy Quainoo, die Gewinnerin genau jener Casting-Show, in der Boss Hoss selbst in der Jury saßen – zusammen mit Rea Garvey, der seinerseits als bester Künstler nominiert ist und direkt anschließend in einem Einspieler … willkommen in der äußerst überschaubaren Welt des deutschen Spitzenpop.</p>
<p>Das Spielchen, dass jeder Nominierte auch mal Presenter ist, in einem Einspielerfilmchen vorkommt und häufig auch noch als Live-Act, zieht sich durch den gesamten Abend, mit dem Höhepunkt, dass Moderatorin Fischer selbst zwei Echos bekommt. Es ist einer der wenigen Momente, wo man sie überhaupt mal auf der Bühne sieht: Fast alle Programmpunkte werden durch Einspieler, Laudatoren oder durch Olli Briesch, der nur als Stimme aus dem Off vorkommt, übernommen.</p>
<p>So wird die flickenteppichartige Beliebigkeit, die Musikpreisen im Allgemeinen und dem Echo im Speziellen ohnehin anhaftet, ins fast Unerträgliche gesteigert. Alles läuft wie auf Speed, es schmeckt auch ähnlich metallen. Die Kunst des Timings, die Magie der Pause, des Tempowechsels, des Innehaltens scheint der Regie fremd zu sein – was auch wenig Wunder nimmt, wenn zahllose Kategorien und rund ein Dutzend Live-Acts in drei Stunden gepresst werden. Die meisten Preise gewinnen übrigens die Toten Hosen, aus sieben Nominierungen werden vier Echos.</p>
<h6>Keine magischen Momente</h6>
<p>Die „magischen Momente“, die von der zu keinem Zeitpunkt locker wirkenden Helene Fischer in einer Moderation beschworen werden, schafft man mit derart hochgetakteter Professionalität natürlich nicht. Es gibt sie allenfalls im Kleinen: Roman Lob („Radio-Echo“) und Lena Meyer-Landrut („Bestes Video“) zeigen sich wirklich ergriffen von ihren Preisen, Deichkind („Electronic/Club/Dance“) schaffen mit einer mitgebrachten Laudatiovorleserin ein kleines dadaistisches Element.</p>
<p>Max Raabe wiederum schummelt mit seinem nonchalanten Näselbass wirklich ein wenig Glamour und Witz in die Veranstaltung („Sie werden es bemerkt haben, die größten Chancen hat man heute Abend, wenn man entweder aus Düsseldorf kommt oder eine Pandamaske trägt. Die größten Chancen hat also ein Panda, der aus Düsseldorf kommt“). Und Campinos frei gehaltene Laudatio auf Led Zeppelin, die einen Lebenswerk-Echo international bekommen, ist gelungen und aufrichtig.</p>
<p>Genau wie die umfangreiche Ehrung von Hannes Wader für sein Lebenswerk national. Zum Thema Frei.Wild sagt Wader allerdings genausowenig wie alle anderen, er hat auch gar keine Zeit dafür. Dafür gelingt ihm das letzte Bonmot des Abends: „Ich guck mir das morgen alles in Ruhe auf YouTube an.“</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://michaelbrake.de/2013/03/22/innen-gepresst-drausen-frei-wild/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die halbierte Halbzeitpause</title>
		<link>http://michaelbrake.de/2012/06/02/die-halbierte-halbzeitpause/</link>
		<comments>http://michaelbrake.de/2012/06/02/die-halbierte-halbzeitpause/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 02 Jun 2012 17:56:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
				<category><![CDATA[EM 2012]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[taz]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://michaelbrake.de/?p=1267</guid>
		<description><![CDATA[KOLUMNE B-NOTE Mit Mini-Nachrichten gaukeln ARD und ZDF in den EM-Halbzeitpausen ihre Infokompetenz vor. (aus der taz vom 28. Juni 2012) Wir müssen uns beeilen, da kommen ja schon die Mannschaften aufs Feld, sagte Reinhold Beckmann bei der Halbzeitanalyse von Spanien]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>KOLUMNE B-NOTE Mit Mini-Nachrichten gaukeln ARD und ZDF in den EM-Halbzeitpausen ihre Infokompetenz vor.</h3>
<h3><span id="more-1267"></span> (aus der <a href="http://taz.de/Kolumne-B-Note/!96221/" target="_blank">taz</a> vom 28. Juni 2012)</h3>
<p>Wir müssen uns beeilen, da kommen ja schon die Mannschaften aufs Feld, sagte Reinhold Beckmann bei der Halbzeitanalyse von Spanien gegen Frankreich zu Mehmet Scholl. Huch! Wie konnte denn das passieren? So viele Highlights gab es in diesem Viertelfinalspiel doch gar nicht.</p>
<p>Es war halt wie immer: Statt das Spiel aufzubereiten, zeigt die ARD lieber die „Tagesthemen“. 7:26 Minuten lang durfte ein freundlicher junger Mann namens Ingo Zamperoni ein bisschen Weltgeschehen präsentieren. Rechnet man das ganze Gedöns der Trailer, Sponsorenpresenter und Respect-Clips weg, bleiben dann noch schmale fünf Minuten fürs Sportliche. Die Frage ist: Warum?</p>
<p>Denn natürlich ist es wichtig, was in Syrien und in Ägypten passiert. Und vielleicht auch ein Bericht vom Bundesverband der Deutschen Tafeln aus Suhl. Und mit viel Fantasie sind sogar die Viele-Nackte-Menschen-Skulpturen von Spencer Tunick wichtig. Aber das hätte man ja auch schon vorher in der „Tagesschau“ sehen können. Oder im ZDF. Oder auf dem Digitalkanal – you name it – tagesschau24.</p>
<p>Bei der „Sportschau“ gab es sowas lange Zeit auch, eine Mini-„Tagesschau“ mittendrin, keine zwei Minuten lang, aber die hatte zumindest eine Funktion: Sie teilte die Sendung in zwei Teile, sodass die ARD mehr Werbung schalten konnte. Musste man nicht gut finden, konnte man aber verstehen.</p>
<div>
<p>Bei der EM gibt es keine Gründe. Es gibt auch keine Pflicht: Problemlos könnte man „Tagesthemen“ und „Heute“ einfach im Anschluss und dafür in ganzer Länge zeigen – worauf man aber verzichtet, weil Waldi Hartmann und Markus Lanz mit ihren lustigen Fußballtalkrunden warten und dazwischengeklatschte Nachrichten den Audience Flow kaputt machen würden.</p>
<p>So bleibt es seit Ewigkeiten bei einer Lösung, die in ihrer Kompromisshaftigkeit öffentlich-rechtlicher nicht sein könnte, die weder Fußball- noch Nachrichtenbedürfnisse vernünftig abdeckt und für die es nur zwei Erklärungen gibt:</p>
<p>1. ARD und ZDF wollen den bildungsfernen Massen ihre wahnsinnige Infokompetenz vorgaukeln, während genau diese seit Jahren zusammengekürzt und auf lustige späte Sendeplätze verschoben wird. 2. Die Reduktion der Halbzeitberichterstattung soll den Mangel an Kompetenz in Sachen Fußballfragen bei quasi allen Beteiligten kaschieren. „Wir können ja gar nicht in die Tiefe gehen, in 5 Minuten. Hallo?“</p>
<p>PS: Parallel zum Samstags-Viertelfinale lief im ZDF das „Heute-Journal“ übrigens nicht um 21.45 Uhr, wie fast immer, sondern erst um 23.20 Uhr. Es musste verschoben werden, weil nach dem Krimi „Stubbe – von Fall zu Fall“ erst noch ein ganzer Bella-Block-Krimi laufen musste.</p>
</div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://michaelbrake.de/2012/06/02/die-halbierte-halbzeitpause/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Das Ende ist nahe</title>
		<link>http://michaelbrake.de/2012/02/04/das-ende-ist-nahe/</link>
		<comments>http://michaelbrake.de/2012/02/04/das-ende-ist-nahe/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 04 Feb 2012 00:08:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[taz]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://michaelbrake.de/?p=737</guid>
		<description><![CDATA[Im Frühjahr werden die Senderechte der Bundesliga neu versteigert. Und plötzlich droht angeblich der Tod der &#8220;Sportschau&#8221;. Schuld soll mal wieder das Internet sein. (aus der taz vom 4. Februar) Und da geisterte es mal wieder durch die Medien. &#8220;Das]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Im Frühjahr werden die Senderechte der Bundesliga neu versteigert. Und plötzlich droht angeblich der Tod der &#8220;Sportschau&#8221;. Schuld soll mal wieder das Internet sein. <span id="more-737"></span>(aus der <a href="https://www.taz.de/Senderechte-der-Fussball-Bundesliga/!86986/" target="_blank">taz</a> vom 4. Februar)</h3>
<p>Und da geisterte es mal wieder durch die Medien. &#8220;Das Ende der Sportschau&#8221;. Ja, Wahnsinn! Unsere &#8220;Sportschau&#8221;. Eine Institution! Erst neulich wurde sie 50, eine Welle von Tordesmonats-Ernsthuberty-Nabendallerseits-Nostalgie rollte durch die Republik. Und jetzt soll sie plötzlich sterben? Was ist da los?</p>
<p>Das war Mitte Januar und das Bundeskartellamt hatte gerade etwas abgesegnet. Und zwar das Verfahren der Senderechteversteigerung der Fußball-Bundesliga für die Zeit von 2013 bis 2017 durch die Deutsche Fußball Liga (DFL). Die besondere Neuerung: Anders als bei der Rechterunde vor vier Jahren darf die sogenannte &#8220;zeitnahe Highlight-Berichterstattung&#8221; jetzt auch im Internet stattfinden – solange sie nach wie vor kostenlos angeboten wird.</p>
<p>Und ebenjene zeitnahe Highlight-Berichterstattung: das sind die Spielzusammenfassungen der fünf Samstagnachmittag-Spiele ab 18.30 Uhr. Das ist die &#8220;Sportschau&#8221;.</p>
<p>Umgehend machte die ARD Panik. Intendantin Monika Piel warnte, &#8220;dass die DFL einen großen Teil des Publikums ausschließt&#8221; – gemeint sind Zuschauer in ländlichen Regionen, die nicht ans Highspeed-Internet angeschlossen sind. Genau deretwegen hatte das Kartellamt 2008 noch anders entschieden. Inzwischen ist Deutschland aber so gut verkabelt, dass von einem &#8220;großen Teil&#8221; kaum noch die Rede sein kann. Dennoch: Landauf, landab wird seitdem vom Tod der &#8220;Sportschau&#8221; fabuliert.</p>
<p>Tatsächlich hat die ARD auf einmal Konkurrenz zu fürchten, die es im deutschen Fernsehmarkt zuletzt nicht gab, denn die großen Privatsenderverbünde konnte man mittels Gebührengeld ausstechen: 100 Millionen Euro ist der ARD die Highlight-Berichterstattung momentan wert, pro Jahr (zum Vergleich: Das Gesamtbudget von ZDF Neo liegt bei 30 Millionen Euro).</p>
<h6>Die Gewissensfrage</h6>
<p>Doch wie weit kann die ARD guten Gewissens mitbieten, sollte sich einer der großen Internet- oder Mobilfunk-Player – Google mit seiner Tochter YouTube, Vodafone und Yahoo sind im Gespräch – zum Einstieg entscheiden? Ist die Bundesliga wirklich Grundversorgung? Warum muss ein öffentlich-rechtlicher Sender überhaupt Geld für etwas ausgeben, das so populär ist, dass es ohnehin seinen Weg in deutsche Wohnzimmer finden würde?</p>
<p>Ob sich die ARD solche Fragen wird stellen müssen, steht aber auf einem anderen Blatt. Das Rechteverfahren, das bis Anfang Mai über die Bühne gehen soll, ist ein fragiles Gebilde aus zahllosen Einzellizenzen, Abhängigkeiten und Mitspielern.</p>
<p>Die DFL präsentiert sich dabei gern in einer Art Opferrolle, weil in England, Spanien und Italien mehr als doppelt so viel Geld fließt als die rund 420 Millionen Euro, die momentan insgesamt pro Jahr ausgeschüttet werden – was vor allem an der hierzulande schwach ausgeprägten Pay-TV-Affinität liegt. Um mehr rauszuholen, gilt es für die DFL nun, die besten Bieterkombinationen zu finden und medial ein wenig Panik zu stiften, um alle gegeneinander auszuspielen.</p>
<p>Über 30 interessierte Bieter soll es geben, 23 sogenannte Pakete werden in der aktuellen Runde verhandelt: Live- oder Highlight-Rechte, zeitnah nach Spielende oder später, Free- oder Pay-TV, für Internet, Fernsehen oder Mobile Devices. Wobei die DFL für die Highlight-Berichterstattung grob mit zwei Szenarien plant: Beim klassischen läuft die Bundesliga weiterhin in der &#8220;Sportschau&#8221;, beim modernen erst ab 21.45 Uhr im frei empfangbaren Fernsehen – hier gilt Online first. Durch die neuen Möglichkeiten der Internet-Vermarktung hofft die DFL, die Erlöse zukünftig auf 450 bis 500 Millionen steigern zu können.</p>
<h6>Strategiewechsel von Sky</h6>
<p>Aber das sind nicht alle Überlegungen. Neben dem Reingewinn aus dem Rechteverkauf spielt auch die Zuschauerreichweite eine Rolle, um die zahllosen Trikot-, Banden- und Krawattenschildsponsoren zufriedenzustellen. Denn wenn keiner deren Werbung wahrnimmt, zahlen die Sponsoren auch weniger an die Vereine. Sprich: ein Internetplayer müsste die 100 Millionen der ARD weitestgehend refinanzieren plus einen Betrag X, weil für die kommenden Jahre, trotz wachsender Smartphone- und DSL-Durchdringung, noch von einer geringeren Reichweite als bei der &#8220;Sportschau&#8221; ausgegangen werden muss.</p>
<p>Dazu kommt ein Strategiewechsel von Sky. Der defizitäre Pay-TV-Anbieter hält die exklusiven Live-Fernsehrechte und ließ sie sich zuletzt rund 250 Millionen Euro kosten. Auch dieses Mal wird Sky darum mitbieten, Fußball ist ein wesentlicher Teil der Senderidentität. Doch während Sky in den vergangenen Jahren sogar noch Extra-Geld draufgelegt hätte, um die Bundesliga bis 22 Uhr aus dem Free-TV rauszuhalten und so sein eigenes Produkt exklusiver zu machen, ließ Sky-Deutschland-Chef Brian Sullivan jüngst verlauten, man hätte kein Problem mehr mit der &#8220;Sportschau&#8221;. Aus dieser Richtung kann die DFL für ein Online-first-Szenario in der Highlight-Berichterstattung also keine Mehreinnahmen erwarten.</p>
<p>Auch Kai Pahl, Autor des Sportmedien-Blogs <a href="http://www.allesaussersport.de/" shape="rect" target="_blank">allesaussersport.de</a>, glaubt aktuell nicht an ein solches Szenario. &#8220;Rein finanziell halte ich es für unwahrscheinlich, dass damit genügend verdient wird, um die Ausfälle im Sponsoring wieder gutzumachen&#8221;, sagt Pahl. &#8220;Auf der anderen Seite steht der taktische Zwang der DFL, Online für die Zukunft als lukrative Medienplattform aufzubauen. Eine Möglichkeit wäre es, um 21.45 Uhr zeitgleich mit dem Free-TV umfangreiche Kurzberichte für das Internet freizugeben.&#8221;</p>
<h6>Die Springerfrage</h6>
<p>Dass große Player wie Apple oder Google ausgerechnet auf dem deutschen Markt ins Sport-Broadcasting einsteigen, kann Pahl sich hingegen kaum vorstellen – das sei eher schon dem Axel Springer Verlag zuzutrauen. Der hat auf bild.de mit der Übertragung von Sportereignissen wie dem El Clásico zwischen Barcelona und Real Madrid bereits Erfahrungen mit der Infrastruktur gesammelt und könnte zahlreiche Synergie-Effekte mit dem konzerneigenen Medienzoo nutzen. Allzu hoch ist die Wahrscheinlichkeit auch hierfür wohl nicht, denn auch Springer dürfte noch keinen Plan haben, wie sich eine derartige Investition zum heutigen Zeitpunkt amortisieren könnte. Aber als Schlagzeile wäre das natürlich am allerschönsten: &#8220;<em>Bild</em> killt die Sportschau&#8221;.</p>
<p>Obwohl: Quatsch. Die &#8220;Sportschau&#8221; würde natürlich gar nicht sterben. Wie könnte sie? Sie hat schließlich auch das 15-jährige Moratorium überlebt, als die Bundesliga von 1988 bis 2003 erst bei RTL und dann auf Sat.1 lief. Sie ist die Dachmarke der gesamten Sportaktivitäten der ARD, von Olympia, Länderspielen und unzähligen Wintersport-Weltcups. Nein, die &#8220;Sportschau&#8221; würde nicht verschwinden. Sie würde sich nur ändern.</p>
<div>
<p>Denn ein Verlust der Bundesliga-Rechte wäre auch eine Chance für die ARD. Eine Chance, sich wieder an ihren Grundversorgungsauftrag zu erinnern – und daran, dass es neben Fußball noch Dutzende weitere Sportarten gibt, die viele Menschen in Deutschland betreiben und mögen, die aber nur genau alle vier Jahre mal im Fernsehen gezeigt werden. Und vielleicht gibt es so irgendwann wieder eine &#8220;Sportschau&#8221; mit Frauenhandball, Trabrennen und Rudern. Damit sollten auch Nostalgiker zufrieden sein: denn exakt diese Disziplinen waren Teil der allerersten &#8220;Sportschau&#8221; am 4. Juni 1961. Fußball wurde nicht gezeigt.</p>
</div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://michaelbrake.de/2012/02/04/das-ende-ist-nahe/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wie zu kolumnieren sey</title>
		<link>http://michaelbrake.de/2012/01/13/wie-zu-kolumnieren-sey/</link>
		<comments>http://michaelbrake.de/2012/01/13/wie-zu-kolumnieren-sey/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 13 Jan 2012 01:08:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[taz]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://michaelbrake.de/?p=1590</guid>
		<description><![CDATA[KOLUMNE FERNEHEN Fernseh-Kolumnen schreiben ist gar nicht schwer! Eine praktische Handreichung für jedermann, in acht handlichen Absätzen. (aus der taz vom 13. Januar 2012) Der erste Satz muss sitzen. Die Leser sofort reinziehen. Eine situative Alltagsbeschreibung, eine zeitlose Weisheit, ein]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>KOLUMNE FERNEHEN Fernseh-Kolumnen schreiben ist gar nicht schwer! Eine praktische Handreichung für jedermann, in acht handlichen Absätzen.<span id="more-1590"></span> (aus der <a href="http://www.taz.de/Kolumne-Fernsehen/!85503/" target="_blank">taz</a> vom 13. Januar 2012)</h3>
<p>Der erste Satz muss sitzen. Die Leser sofort reinziehen. Eine situative Alltagsbeschreibung, eine zeitlose Weisheit, ein Bezug zur aktuellen Nachrichtenlage (Wulff!). Denkbar ist auch der Aufbau einer klassischen Simpsons-Folge: Mit irgendwas absurd Komischem beginnen, um auf etwas komplett anderes zu kommen.</p>
<p>Spätestens im zweiten Absatz muss man dann aber ans eigentliche Thema ran. Ruhig langsam eingrooven und blumig beschreiben, irgendwie muss der Text ja voll werden. Aktuell vielleicht was zum „Dschungelcamp“, zu „Unser Star für Baku“, zu Ashton Kutcher als Sheen-Nachfolger bei „Two and a Half Men“. Oder: 10 Jahre Ende von Viva II. Das war noch Fernsehen. Charlotte Roche. Hach!</p>
<p>Für Saure-Gurken-Wochen gibt es die Dauerbrenner. Wo jeder mitreden kann, so wie im echten Leben über Wetter, Facebook und die Deutsche Bahn. Was immer geht: „Tatort“, „Wetten, dass ..?“, Castingshows, der Talkshowwahnsinn der ARD, die Innovationsunfreundigkeit des deutschen Fernsehens im Allgemeinen und der Öffentlich-Rechtlichen im Speziellen. Been there, done that. Und natürlich die epische Genialität der HBO-Serien, die ja das Einzige sind, was die Großstadtbohème noch guckt. Die neuen Romane! Aber wem sage ich das.</p>
<p>Alternativ beschreibt man irgendeine konkrete Fernsehnase oder -sendung. Möglichst wen aus der zweiten oder dritten Reihe, da fällt es nicht so auf, wenn Details nicht stimmen. Das dann bitte bösartig, aber fundiert. „Das Prinzip Plasberg“ etwa. „Die Opdenhövel-Masche“. Unterstreichen kann man das gut, indem man typische Sätze und Gesten beschreibt. „Wenn Jörg Thadeusz glaubt, gleich etwas sehr Kluges zu sagen, schaut er erst mal nach links und nach rechts.“ Klingt gut, oder?</p>
<p>Was hingegen gar nicht geht: Kulturpessimismus. Soll ich Ihnen etwa erzählen, dass ich gar keinen Fernseher habe und ihn auch nicht brauche? Klar, für diese Haltung wurde die taz einst gegründet. Aber in der Postpostmoderne kann man Fernsehen nicht einfach um seiner selbst Willen schlecht finden. Das wäre ja viel zu einfach.</p>
<p>Einmal pro Quartal ist allerdings ein Empören über den skrupellosen Umgang der Privaten mit den Protagonisten ihrer Kuppel- und Castingshows völlig angemessen (aktuelles Beispiel: „Schwer verliebt“. Ab nächste Woche dann wieder: Bohlen und DSDS).</p>
<p>Nach einer Handvoll mittelguter Pointen, einigen Tritten gegen schon am Boden Liegende (Seniorensender ZDF, höhöhö), popkulturellen Referenzen für den Distinktionsgewinn und ein paar hastig zusammengegoogelten Fun Facts und Statistiken wird es spätestens im siebten Absatz Zeit für die steile These. Generell gilt: immer die Gegenposition beziehen. Und zwar die zum Antimainstream, das macht interessant. Seriengucken ist total Nuller Jahre, heute guckt man wieder Filme!!! Na ja. Glaubt mir jetzt keiner. Aber Sie haben das Prinzip verstanden.</p>
<p>Am Ende noch ein Abbinder. Eine Pointe. Oder irgendwas, das die These noch mal um 180 Grad umbürstet. Notfalls eine ironische Distanzierung. Und schließlich: ein lakonischer Schlusssatz. Fertig.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://michaelbrake.de/2012/01/13/wie-zu-kolumnieren-sey/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Im kollektiven Wohnzimmer</title>
		<link>http://michaelbrake.de/2011/12/30/im-kollektiven-wohnzimmer/</link>
		<comments>http://michaelbrake.de/2011/12/30/im-kollektiven-wohnzimmer/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 30 Dec 2011 00:58:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[taz]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://michaelbrake.de/?p=1587</guid>
		<description><![CDATA[KOLUMNE FERNSEHEN Bei Tee mit Ingwerstückchen und Orangina kann Public Viewing mitunter sehr privat und einfach öde sein: Szenen eines Tatort-in-der-Kneipe-Guckens. (aus der taz vom 30. Dezember 2011) Ich habe nichts gegen den Tatort. Viele meiner besten Freunde gucken Tatort.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>KOLUMNE FERNSEHEN Bei Tee mit Ingwerstückchen und Orangina kann Public Viewing mitunter sehr privat und einfach öde sein: Szenen eines Tatort-in-der-Kneipe-Guckens.<span id="more-1587"></span> (aus der <a href="http://www.taz.de/Kolumne-Fernsehen/!84580/" target="_blank">taz</a> vom 30. Dezember 2011)</h3>
<p>Ich habe nichts gegen den Tatort. Viele meiner besten Freunde gucken Tatort. Sogar ich, ab und zu, wenn das richtige Mädchen es von mir verlangt. Aber – und das wird man ja wohl noch sagen dürfen! – das Phänomen des öffentlichen Tatort-in-der-Kneipe-Guckens werde ich nie verstehen.</p>
<p>Kennen Sie nicht? Dann leben Sie offenbar weder in einer Studentenstadt noch in Berlin. Da machen die Menschen in den gentrifizierten Vierteln so was nämlich. Auch am 4. Advent, auch in Nordneukölln, und sowieso im Ringo, einer ansonsten unverdächtigen Bar, in der meine Tatort-kundige Begleitung F. uns zum Glück die letzten Plätze freigehalten hat, denn es ist proppenvoll.</p>
<p>Dann geht es schon los. Der Kellner bittet uns, die Stehlampe in unserer Ecke auszuknipsen. Es wird sehr schnell sehr still. Und sehr ernst. Rund 40 Menschen starren aus zu tiefen Sitzmöbeln, die für andere Zwecke erschaffen wurden, auf die runtergelassene Leinwand. Viele von ihnen trinken Orangina und diese Art von Tees, wo Ingwerstücke und Pfefferminzblätter im Glas schwimmen.</p>
<p>Public Viewing ist in Deutschland ja die Ausnahme. Fernsehen ist Privatsache. Außer: besondere Events wie der Eurovision Song Contest. Und Fußball. Aber das sind Sachen, die schon in ihrer Real-Aufführung vor Publikum stattfinden, da ist das Geschehen Gesprächsanlass, erfordert keine ungeteilte Aufmerksamkeit, man kann also auch mal fünf Minuten verpassen und entsprechend quatschen.</p>
<p>Beim Tatort geht das alles nicht. Der verlangt Konzentration. Fußball schaut man miteinander. Tatort nebeneinander. Und jetzt kommen Sie mir nicht mit Kino! Klar, der Vergleich liegt nahe, aber ins Kino gehe ich, weil ich Filme sehen will, die im Fernsehen noch nicht laufen, und zwar unter High-End-Technik-Bedingungen: Mit Dolby Surround und auf einer Leinwand mit den Ausmaßen von drei aufeinandergestapelten Pottwalen.</p>
<p>Die Leinwand im Ringo ist so groß wie eine Opossumfamilie und die Bildqualität ist … was war gleich das Gegenteil von HD? Der Ton ist sogar nur ein bisschen schlechter. Wenn es wenigstens eine Wettbörse gäbe. Bis 21 Uhr könnte man auf den Mörder setzen, dazu kämen Spezialwetten, etwa „Droht der Täter in der Schlussszene mit Selbstmord?“ oder „Verliebt sich einer der Kommissare?“ oder „Wie viele Nebendarsteller sprechen den korrekten Dialekt?“ Aber nichts.</p>
<p>Man sieht einfach nur gesittet fern, selten bricht die Außenwelt in das meditative Schweigesetting ein: Ab und an blenden Scheinwerfer kehrender Autos das halbe Beamerbild weg. Einmal kommt ein Rosenverkäufer rein, bleibt total überfordert in der Tür stehen und dreht sich, um sein professionelles Dauerlächeln ringend, wieder um.</p>
<p>Als die Ermittler den geplanten Anschlag verhindern, gibt es keinen kollektiven Jubel. Am Ende klatscht auch keiner. Alle gehen einfach nach Hause. Zu „Waltzing Mathilda“ läuft auf der Leinwand noch ein bisschen Günther Jauch, dann wird sie eingerollt. Nein, ich werde dieses Konzept wirklich nie verstehen. Na ja. Für Leute mit einer kaputten Heizung ist das vielleicht was. Aber auch nur für die.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://michaelbrake.de/2011/12/30/im-kollektiven-wohnzimmer/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Demnächst auch in Ihrem Möbelmarkt</title>
		<link>http://michaelbrake.de/2011/12/16/demnaechst-auch-in-ihrem-moebelmarkt/</link>
		<comments>http://michaelbrake.de/2011/12/16/demnaechst-auch-in-ihrem-moebelmarkt/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 16 Dec 2011 00:57:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[taz]]></category>
		<category><![CDATA[Möbelmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[N24]]></category>
		<category><![CDATA[Nachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[Sky]]></category>
		<category><![CDATA[Sportnachrichten]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://michaelbrake.de/?p=1585</guid>
		<description><![CDATA[KOLUMNE FERNSEHEN Stewardessen präsentieren das Wetter in Bahrain, während Megamaschinen Island fressen. Oder so ähnlich. (aus der taz vom 16. Dezember 2013) Ein Bett wollte ich kaufen. Ich hatte nicht viel Geld. Also ging ich zu Möbel Kraft, einer Einrichtungskette der]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>KOLUMNE FERNSEHEN Stewardessen präsentieren das Wetter in Bahrain, während Megamaschinen Island fressen. Oder so ähnlich. <span id="more-1585"></span>(aus der <a href="https://www.taz.de/Kolumne-Fernsehen/!83779/" target="_blank">taz</a> vom 16. Dezember 2013)</h3>
<p>Ein Bett wollte ich kaufen. Ich hatte nicht viel Geld. Also ging ich zu Möbel Kraft, einer Einrichtungskette der eher unteren Preiskategorie. Man kriegt hier Bettgestelle für 150 Euro, und damit der Einkauf zum Erlebnis wird, gibt es alles, was Ikea auch hat, bloß nachgebaut aus Pfeifenreinigern und buntlackiertem Pappmaché:</p>
<p>Ein trostloses Kinderland, vor dem ein sprechender Baum steht, ein Restaurant ohne Fenster und eine kleine Kaffeebar. Dort trank ich einen Latte macchiato und guckte mir auf einem Flachbildschirm an, wie eine Frau in Stewardessenuniform eine Wettervorhersage präsentiert.</p>
<p>Es lief N24. The Technikreportagensender-mit-Vormittagsnachrichtenstrecke formerly known as Vollzeitnachrichtensender. Es war irgendwie surreal. Warum das? Warum hier? Schnell vorm Sofakauf noch eine Reportage über den „Power Tower in Bahrain“ geschaut? Sich beim Küche-Aussuchen über „Mega-Maschinen“, die „Felsenfresser von Island“ oder „Britanniens Brücken“ informieren?</p>
<p>Irritierend war aber nicht nur die Senderauswahl, sondern dass da überhaupt ein Fernseher war. Ich war ja nicht in den USA, wo selbst in besseren Restaurants Bildschirme über der Bar hängen und ich am Schalter des Alamo-Autoverleihs am Louis Armstrong New Orleans International Airport den pathostriefenden Auftakt der NFL-Saison mitverfolgen kann.</p>
<p>In Deutschland haben nur ausgewählte Wirte ausrollbare Leinwände, die lediglich an Champions-League- oder „Tatort“-Abenden zum Einsatz kommen. Dazu zeigen allenfalls ein paar Banken und businessaffine Hotels n-tv, dessen Programm zu zwei Dritteln aus der „Telebörse“ besteht.</p>
<p>Das liegt natürlich auch daran, dass uns die Sender für so was fehlen: Die öffentlich-rechtliche Nachrichtenkompetenz verpufft im Dickicht zahlloser Sonderkanäle, die private Konkurrenz … nun ja: In der „Tagesschau“ laufen gern mal übernommene Bilder von BBC, al-Dschasira und CNN. Können Sie sich vorstellen, dass umgekehrt im amerikanischen Fernsehen „Exclusive footage“ von n-tv oder N24 gezeigt wird?</p>
<p>Anfang Dezember wurde nun ein neues Pferd ins Nebenbei-Berieselungs-Rennen geschickt: Sky Sport News HD (das HD ist ein lustiger Zusatz, den Sie sich nicht merken brauchen, weil er bald obsolet ist; als hätte es damals „Tele 5 in Farbe“ oder „Pro7 mit Videotext“ geheißen), kurz: SSN. Das ist natürlich keine deutsche Erfindung, in den USA gibt es schon seit 15 Jahren ESPNews &#8211; aber hey, immerhin.</p>
<p>Was man von SSN im bisherigen Sendebetrieb erleben konnte, waren Sportnachrichten für ADHS- und Alzheimer-Kranke: Die immer gleichen News werden immer wieder aufs Neue abgefeuert und angeteasert. Angelegt sind die Sendestrecken auf eine halbe Stunde, gefühlt wiederholt sich alles im Fünfminutentakt. Zudem funktioniert SSN auch ohne Ton: unten gibt es eine Newsleiste, rechts eine Statistikbox, und die Bewegtbilder von Sportlern sind ohne Sprache eh meist schmeichelhafter.</p>
<p>Ideal also für Wartebereiche, Flughafen-Lounges, Sportbars oder Fitnessstudios. Und demnächst auch in Ihrem Möbelmarkt.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://michaelbrake.de/2011/12/16/demnaechst-auch-in-ihrem-moebelmarkt/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Es geht um Tausendstelsekunden</title>
		<link>http://michaelbrake.de/2011/12/02/es-geht-um-tausendstelsekunden/</link>
		<comments>http://michaelbrake.de/2011/12/02/es-geht-um-tausendstelsekunden/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 02 Dec 2011 00:47:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[taz]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://michaelbrake.de/?p=1580</guid>
		<description><![CDATA[KOLUMNE FERNSEHEN Alle Jahre wieder in epischer Breite: der Wintersport bei den Öffentlich-Rechtlichen. (aus der taz vom 2. Dezember 2011) Spätnovember in Deutschland – die Krankheitssaison beginnt. Und deswegen organisierte ich mir am Freitag eine amtliche Erkältung, kaufte 20 Tüten]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>KOLUMNE FERNSEHEN Alle Jahre wieder in epischer Breite: der Wintersport bei den Öffentlich-Rechtlichen.<span id="more-1580"></span> (aus der <a href="http://www.taz.de/Kolumne-Fernsehen/!82938/" target="_blank">taz</a> vom 2. Dezember 2011)</h3>
<p>Spätnovember in Deutschland – die Krankheitssaison beginnt. Und deswegen organisierte ich mir am Freitag eine amtliche Erkältung, kaufte 20 Tüten Saft, räumte den Fernseher ins Schlafzimmer und verbrachte das Wochenende mit den Katzen im Bett.</p>
<p>Wir sahen, von Bella Block bis zu Charlie Sheen, von „Schwer verliebt“ bis zu Dokus über den Grazer Schlossberg und Jean Seberg, vom „Kriminalist“ bis zu den „Simpsons“, viel Unterhaltsames und Aufschlussreiches. Außer bei der ARD. Hier machten bunt gekleidete Menschen in Nadelwäldern komische Dinge, während Kommentatoren von „Anfahrtshocke“ und „steil angestellten Skiern“ sprachen, dass der Springer „keinen Druck unterm Vorbau“ spüre und der Rodler „die Bahn aus dem Hintern“ führe.</p>
<p>Denn es ist Spätnovember in Deutschland – und die TV-Wintersportsaison hat begonnen. Bis in den Februar wird es nun jedes Wochenende öffentlich-rechtliche Großkampfdoppeltage geben, sieben Stunden Minimum. Wie jedes Jahr werden Dieter Thoma, Norbert König, Tom Bartels, Franziska Schenk und Dutzende weitere Mitarbeiter in bunten Anoraks nach Kuusamo, Lillehammer, Bergisel, Val di Fiemme und in andere Bergdörfer dieser Welt geschickt.</p>
<p>Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich liebe Sport im Fernsehen. Aber wieso wird ausgerechnet dieser antitelegene Wintersport in derart epischer Breite abgedeckt? Wieso tauchen 90 Prozent der olympischen Sommerdiszipinen bloß genau alle vier Jahre im deutschen Fernsehen auf, während vom Winterprogramm jede popelige Weltcup-Qualifikation gezeigt wird. Es ist mir unbegreiflich.</p>
<p>Rodeln etwa: Da werden um einen Eiskanal herum 20 Kameras angebracht, und alle zeigen, wie ein Schlitten sehr schnell vorbeihuscht. Der Zuschauer starrt derweil auf die Zeitanzeige, wer am Ende vier Tausendstelsekunden vorn liegt. Das kann man sich genauso gut im Videotext anschauen. Beim Riesenslalom, Eisschnelllauf, Bob und Langlauf ist es ähnlich. Die einzige Ausnahme ist Biathlon, bei dem die Fernsehregisseure in den letzten 15 Jahren die Inszenierung von Hektik perfektioniert haben.</p>
<p>Ein möglicher Grund für den Dauerbeschuss aus Kunstschneekanonen: Die Deutschen sind gut beim Wintersport, sie gewinnen viel. Aber das tun sie beim Hockey, Beachvolleyball und Sportschießen auch, und das läuft trotzdem nie im Fernsehen. An den national bekannten Vorzeigesportlern kann es ebenfalls nicht liegen. Oder kennen Sie Felix Loch? Tino Edelmann? Beide haben am Wochenende Weltcups gewonnen. Wie soll man aber auch eine Bindung zu den Wintersportlern aufbauen? Sie sind hinter Schutzbrillen und Funktionskleidung versteckt, und wenn man sie vor die Kameras zerrt, entpuppen sie sich als rotbackige Südbayern, so sympathisch wie austauschbar.</p>
<p>Man muss sich wohl damit abfinden: Wintersport gehört längst zum unhinterfragbaren öffentlich-rechtlichen Standardkanon, genau wie etwa Adelshochzeiten, Volksmusik, Krimis, Lottozahlen, Frank Elstner, Rosamunde-Pilcher-Filme und Reisereportagen aus Russland. Es wird geschaut, weil es da ist. Und weil es geschaut wird, wird es immer da sein.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://michaelbrake.de/2011/12/02/es-geht-um-tausendstelsekunden/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Im Namen des Vaters</title>
		<link>http://michaelbrake.de/2010/09/23/im-namen-des-vaters/</link>
		<comments>http://michaelbrake.de/2010/09/23/im-namen-des-vaters/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 23 Sep 2010 21:36:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[taz]]></category>
		<category><![CDATA[Dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[Felix Moeller]]></category>
		<category><![CDATA[Jud Süß]]></category>
		<category><![CDATA[NS-Propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[NS-Zeit]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Harlan]]></category>
		<category><![CDATA[Veit Harlan]]></category>
		<category><![CDATA[WDR]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://michaelbrake.de/?p=1858</guid>
		<description><![CDATA[Die Dokumentation „Im Schatten von Jud Süß“ nähert sich dem Leben und Denken Veit Harlans aus Sicht seiner Nachkommen. (aus der taz vom 23. September 2010) Aus heutiger Sicht ist kaum nachvollziehbar, was 1940 die Faszination von „Jud Süß“ ausmachte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Die Dokumentation „Im Schatten von Jud Süß“ nähert sich dem Leben und Denken Veit Harlans aus Sicht seiner Nachkommen.<span id="more-1858"></span> (aus der taz vom 23. September 2010)</h3>
<p><a href="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/veitharlan_doku.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-1860" alt="veitharlan_doku" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/veitharlan_doku.jpg" width="310" height="438" /></a>Aus heutiger Sicht ist kaum nachvollziehbar, was 1940 die Faszination von „Jud Süß“ ausmachte. Zu plump, zu theatralisch erscheinen die Szenen, zu simpel ist das Feindbild des jüdischen Geschäftsmanns gezeichnet. Dennoch traf „Jud Süß“, das Meisterstück der NS-Propagandamaschine, wie so viele der Filme des Regisseurs Veit Harlan, den Nerv der Zeit genau.</p>
<p>Doch war Harlan nun ein naiver Künstler, der Goebbels auf den Leim ging? Drehte er aus Angst? War er ein gewissenloser Ästhetiker, der die Chance auf unglaubliche Budgets sah? Oder einfach: ein Antisemit?</p>
<p>Anhand dieser Fragen führt Felix Moeller durch Harlans Leben: seine Ehe mit seiner Stammschauspielerin, der „Reichswasserleiche“ Kristina Söderberg, seine bombastischen Filmproduktionen der Nazizeit, seine berechtigte Stigmatisierung danach.</p>
<p>„Im Schatten von Jud Süß“, der passend zum heutigen Kinostart von Oskar Roehlers „Jud Süß – Film ohne Gewissen“ und einen Tag nach Harlans 111. Geburtstag im WDR läuft (23.15 Uhr), ist ein sachlicher und formal klassischer Dokumentarfilm. Der Hundertminüter nähert sich dem Thema aber mit einem klugen Kniff: Abgesehen von einem Filmwissenschaftler beurteilen ausschließlich die Kinder und Enkel Harlans die Frage nach dessen Rolle.</p>
<p>Mit der Schuld, die Harlan auf den Namen seiner Familie geladen hat, gehen sie sehr unterschiedlich um. Das geht von Harlans Sohn und Kritiker Thomas und seiner Enkelin Jessica Jacoby – Tochter eines Juden –, bis zu Kristian Harlan, für den doch „dein Vater dein Vater ist“, den man nicht öffentlich kritisiert.</p>
<p>Die Erinnerung der Nachkommen widerspricht sich manchmal diametral. Es ist ein weitverzweigter Clan, dessen Vielgestalt mindestens so spannend ist wie die Frage nach Harlans Schuld. Man wäre gerne mal bei einem Familientreffen dabei. Es ginge sicher hoch her.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://michaelbrake.de/2010/09/23/im-namen-des-vaters/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wunderwelt im Wolkenzug</title>
		<link>http://michaelbrake.de/2010/09/21/wunderwelt-im-wolkenzug/</link>
		<comments>http://michaelbrake.de/2010/09/21/wunderwelt-im-wolkenzug/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 21 Sep 2010 21:13:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[taz]]></category>
		<category><![CDATA[Arte]]></category>
		<category><![CDATA[Collagetechnik]]></category>
		<category><![CDATA[Dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[Hergé]]></category>
		<category><![CDATA[Tim und Struppi]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitreise]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://michaelbrake.de/?p=1854</guid>
		<description><![CDATA[Mit viel Hintergrundwissen und einer tollen Collagetechnik geht Arte „Auf Reisen mit Tim und Struppi“. Leider nerven die Banalitäten des Sprechers. (aus der taz vom 21. September 2010) Da hat Arte also mal eben ein neues Genre erfunden: die gefilmte Comic-Interpretationshilfe.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Mit viel Hintergrundwissen und einer tollen Collagetechnik geht Arte „Auf Reisen mit Tim und Struppi“. Leider nerven die Banalitäten des Sprechers.<span id="more-1854"></span> (aus der taz vom 21. September 2010)</h3>
<p><a href="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/tim-und-struppi.20100921.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1856" alt="Auf Reisen mit Tim und Struppi: Tim in Tibet" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/tim-und-struppi.20100921.jpg" width="620" height="310" /></a></p>
<p>Da hat Arte also mal eben ein neues Genre erfunden: die gefilmte Comic-Interpretationshilfe. Und nichts Geringeres als Hergés „Tim und Struppi“, der Übercomic der frankobelgischen Tradition, wird in dieser Woche in fünf Teilen analysiert.</p>
<p>Vier Regisseure haben sich pro Folge je einen der 24 Bände vorgenommen, gemeinsam mit Tim geht es nach Ägypten, Indien, China, Marokko, Peru, Tibet. Vor 70 Jahren, als Reisen noch ein seltener Luxus war, brachte Hergé die Wunder fremder Kontinente in europäische Wohnzimmer. Heute wirken die Schauplätze auch deshalb exotisch, weil wir uns zugleich auf eine Zeitreise begeben, in eine Welt, die noch den Geist der Kolonialreiche atmet und durch die man mit Dampfschiff und Eisenbahn reiste.</p>
<p>Schritt für Schritt wird der Handlungsverlauf der Comicbände nachvollzogen, um immer wieder abzuschweifen, Hintergründe und Einordnungen – Comic-Exegese, Landeswissen, Zeitgeschichte – zu vermitteln. Die Aufnahmen der Originalschauplätze werden dabei mit den entsprechenden Comicpanels gegengeschnitten oder, und das ist wirklich ein tolles neues Seherlebnis, in einem Bild collagiert. Manchmal werden Hergés Zeichnungen bloß in Fenster, in Kofferinnenseiten, auf Hochhäuser und Tischflächen eingepasst. Oft aber verschmelzen die Bilder direkt mit dem Filmmaterial. Da haben die Locationscouts und die Bildbearbeiter saubere Arbeit geleistet, so wie insgesamt viel Liebe zum Detail und Geld in der Reihe steckt.</p>
<h6>Eine eigentümliche Mischung</h6>
<p>&nbsp;</p>
<p>Überhaupt hat Arte da eine eigentümliche Mischung gebastelt: Versatzstücke aus Reisereportagen, Geschichts- und Naturdokus, dazu Spielszenen, Ichperspektiven, Archivmaterial, üppige Landschaftsbilder, O-Töne von Experten und den Einwohnern der heutigen Schauplätze sowie Originaldokumente, alte Fotos und Bücher.</p>
<p>Und was erfahren wir nicht alles: dass die Figur des Professor Bienlein dem französischen Wissenschaftler Auguste Piccard nachempfunden wurde, dass ein Sprengstoffattentat auf eine Eisenbahn in der heute ausgestrahlten Folge „Der blaue Lotos“ einer historischen Begebenheit entspricht, die Japan als Grund für die Eroberung der Mandschurei nahm; dass Lamas zur Familie der Kamele gehören und dass der peruanische „„Wolkenzug“ von Lima nach Jauja die älteste Gebirgsbahn der Welt ist.</p>
<p>Bloß die Umsetzung könnte an manchen Stellen gern ein wenig straffer und dichter sein. Speziell die Versuche, mit der nacherzählten Comic-Handlung Spannung zu erzeugen, sind umständlich und eher missraten. Nicht zuletzt dank des Sprechertextes, der teilweise aus unheimlichen Banalitäten besteht – und passenderweise auch noch in einem kinderhörspielartigen, zwischen theatralisch, naiv und salbungsvoll changierenden Sprachduktus vorgetragen wird.</p>
<h6>Blabla. Jaja.</h6>
<p>„Seltsam! Tim und der Kapitän sind auf einmal ganz allein im letzten Wagen!“ – „Es ist kein Zufall, dass Hergés Geschichte in diesem Land spielt, durch das der Wind buddhistische Botschaften voller Reinheit und Mitgefühl trägt.“ &#8211; Blabla. Jaja.</p>
<p>Aber geschenkt. Wenn man nur irgendwas mit Comics oder den betreffenden Ländern anfangen kann, sollte man dieses innovative und äußerst vielseitige Stück Fernsehen unbedingt ausprobieren.</p>
<p>„<strong>Auf Reisen mit Tim und Struppi“; Arte, Mo., 20.9., bis Fr., 24.9., jeweils 19.30 Uhr</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://michaelbrake.de/2010/09/21/wunderwelt-im-wolkenzug/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Gurrende Fabelschnabelnagetiere</title>
		<link>http://michaelbrake.de/2010/07/20/gurrende-fabelschnabelnagetiere/</link>
		<comments>http://michaelbrake.de/2010/07/20/gurrende-fabelschnabelnagetiere/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 20 Jul 2010 16:47:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[taz]]></category>
		<category><![CDATA[3sat]]></category>
		<category><![CDATA[Animationsfilm]]></category>
		<category><![CDATA[Bill Plympton]]></category>
		<category><![CDATA[Coming-of-Age]]></category>
		<category><![CDATA[Hayao Miyazaki]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://michaelbrake.de/?p=1848</guid>
		<description><![CDATA[Von Totenkopfblumen, Wallace, Gromit und bösen Pharmakonzernen – 3sat zeigt mit „Trickreich“ Animationsfilme. (aus der taz vom 20.Juli 2010) Es ist 2010. Im Kino läuft Wes Andersons traumhaft guter Film „Der fantastische Mr. Fox“, die „Simpsons“ wurden neulich 20, der]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Von Totenkopfblumen, Wallace, Gromit und bösen Pharmakonzernen – 3sat zeigt mit „Trickreich“ Animationsfilme.<span id="more-1848"></span> (aus der taz vom 20.Juli 2010)</h3>
<p><a href="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/blood_tea_and_red_string-02.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1851" alt="blood_tea_and_red_string-02" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/blood_tea_and_red_string-02.jpg" width="620" height="408" /></a></p>
<p>Es ist 2010. Im Kino läuft Wes Andersons traumhaft guter Film „Der fantastische Mr. Fox“, die „Simpsons“ wurden neulich 20, der Anime „Akira“ ist sogar noch ein bisschen älter. Und in deutschen Pressetexten muss man immer noch betonen, dass „die Zeiten vorbei sind, in denen Trickfilme ausschließlich als reine Kinderfilme galten“. So auch 3sat, das sein Sommerprogramm mit dem Animationsfilms-Special „TrickReich“ aufhübscht.</p>
<p>Den Auftakt macht heute (22.25 Uhr) Kristl Philippis Doku „Bewegte Bilder“: ein routiniertes Round-up für Einsteiger. Vorgestellt wird Prominenz wie „Wallace and Gromit“, „Persepolis“ und „Waltz with Bashir“, aber auch das belgische Indie-Duo Vincent Patar und Stéphane Aubier.</p>
<p>Im Anschluss folgt eine komplett wortlose Entdeckung der Langsamkeit im Stop-Motion-Gewand: „Blood Tea and Red String“ (22.55 Uhr) spielt in einem selbst gebastelten Märchenwald mit Cellophanfolienbächen und Wattebauschwolken, in dem eine Familie gurrender Fabelschnabelnagetiere lebt und eine Frauenpuppe genäht hat.</p>
<h6>Der Charme osteuropäischer Kinderfilme</h6>
<p>Drei weiße Mäuse in Zirkusdirektor-Jacken stehlen die Schönheit, und so müssen sich die Fabelwesen auf Reisen begeben. Sonnenblumen mit Totenkopfgesichtern, Froschzauberer, eine Spinne mit Frauengesicht, die Blaumeisen fängt – alles atmet den Charme osteuropäischer Kinderfilme aus den Sechzigern, leider ist auch die Animationsqualität entsprechend. Es zuckelt und ruckelt und hüpft, und man muss schon wissen, dass „Blood Tea and Red String“ beinahe im Alleingang über 13 Jahre von der US-Amerikanerin Christiane Cegavske gedreht wurde, um darüber hinwegzusehen. Ein gewöhnungsbedürftiges Stück Independent-Kino.</p>
<p>Von einem anderen Ende des Animationsfilmspektrums kommt „Renaissance“ (Donnerstag, 22.25 Uhr), gedreht im Motion-Capture-Verfahren, bei dem Schauspielerbewegungen in Animationen umgewandelt werden, und dann noch so weit nachbearbeitet, bis nur noch ein wenig Weiß und sehr viel Schwarz übrig ist.</p>
<p>Auf diese Weise entstanden eiskalte, teilweise grandiose Bilder, die ideal zum Szenario eines dystopisch angehauchten Paris im Jahr 2054 passen. So schablonenhaft wie die Optik ist allerdings auch die Geschichte: Ein Lonely-Wolf-Cop verstrickt sich in eine Verschwörung rund um einen Pharmakonzern. Das lässt sich bequem wegschauen, ist aber nicht wirklich bahnbrechend.</p>
<h6>Plympton und Miyazaki</h6>
<p>Was auch für „Das Mädchen, das durch die Zeit sprang“ (Mittwoch, 22.25 Uhr) gilt: ein japanischer Coming-of-Age-Film über eine Teenagerin, die plötzlich übersinnliche Fähigkeiten entwickelt. Außerdem zeigt 3sat eine dänische Marionettensaga, eine recht aktuelle französische Lucky-Luke-Verfilmung, eine Kurzfilmrolle, ein Werk des Independent-Filmers Bill Plympton – und auch der Anime-Großmeister Hayao Miyazaki ist mit dabei, leider mit seinem vergleichsweise schwachen „Wandelnden Schloss“, einem bonbonbunten Antikriegsmärchen um eine verzauberte Hutmacherin, dem vor lauter fantasievoller Ideen leider die Stringenz abhandengekommen ist.</p>
<p>Aber Qualität schien ohnehin nicht das Hauptkriterium von 3sat bei der Filmauswahl gewesen zu sein. Hauptziel war ganz offenbar, so gut es geht die gesamte inhaltliche und gestalterische Bandbreite des aktuellen Animationsfilms abzudecken. Das ist gelungen, auch wenn „TrickReich“ dadurch ein wenig wie Kraut und Rüben wirkt.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://michaelbrake.de/2010/07/20/gurrende-fabelschnabelnagetiere/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Zu nerdig? Gibt&#8217;s nicht.</title>
		<link>http://michaelbrake.de/2010/05/25/zu-nerdig-gibts-nicht/</link>
		<comments>http://michaelbrake.de/2010/05/25/zu-nerdig-gibts-nicht/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 25 May 2010 19:50:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Games]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[taz]]></category>
		<category><![CDATA[Daniel Budiman]]></category>
		<category><![CDATA[Final Fantasy]]></category>
		<category><![CDATA[Game One]]></category>
		<category><![CDATA[Games-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[MTV]]></category>
		<category><![CDATA[Simon Kretschmer]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://michaelbrake.de/?p=1810</guid>
		<description><![CDATA[Das Computerspielemagazin „Game One“ ist eine der letzten anarchischen Inseln bei MTV. Ein Besuch. (aus der taz vom 25. Mai 2010) Winterhude. Stadtpark. Grauer Himmel. Daniel „Budi“ Budiman scheucht, in Montur eines American-Football-Trainers, ein Dutzend Cosplayer – als Videospielfiguren verkleidete]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Das Computerspielemagazin „Game One“ ist eine der letzten anarchischen Inseln bei MTV. Ein Besuch.<span id="more-1810"></span> (aus der taz vom 25. Mai 2010)</h3>
<p><a href="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/gameonemtv.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1811" alt="gameonemtv" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/gameonemtv.jpg" width="620" height="310" /></a></p>
<p>Winterhude. Stadtpark. Grauer Himmel. Daniel „Budi“ Budiman scheucht, in Montur eines American-Football-Trainers, ein Dutzend Cosplayer – als Videospielfiguren verkleidete Jugendliche – über eine riesige Wiese. Hinter einer Baumgruppe erlegt derweil Simon Krätschmer ein zweiköpfiges Eichhörnchen mit einem Golfschläger.</p>
<p>Ein ganz normaler Drehtag bei „Game One“, dem aktuell einzigen Computerspielemagazin im deutschen Fernsehen (mittwochs, 21.30 Uhr, MTV). Zwei bis drei umfangreiche Spieletests präsentieren Simon und Budi pro Sendung, drum herum gruppieren sich Meldungen und lose Rubriken wie „Ausgegraben“, &#8220;Top 5&#8243; oder „Mod ist ihr Hobby“ – immer von vorne, schnell geschnitten und mit einem derben, manchmal dezent infantilen Humor.</p>
<p>„Dieses ,Wir nehmen&#8217;s jetzt nicht so superernst&#8217; hat MTV erst nicht so gern gehabt“, sagt Simon in einer Drehpause. Deswegen halfen die „Game One“-Macher ein wenig nach: „Wenn die uns was rausgeschnitten hatten, haben wir es einfach auf YouTube gestellt“, so Simon. Etwa den Einspieler „Half Life in 60 Sekunden“: „Der hat heute fünf Millionen Klicks. Da hat man dann natürlich eine Argumentationsgrundlage.“</p>
<h6>Liebe zum Detail</h6>
<p>Alle Beiträge zeichnet eine beinahe übertriebene Liebe zum Detail aus. Die Sequenzen aus den Computerspielen, die sogenannten In-Game-Szenen, werden immer wieder von selbst gedrehten Minieinspielern unterbrochen. Das Kampfsystem des Rollenspiels „Final Fantasy XIII“ wird eben anhand der Footballtrainer-Metapher erklärt, und dass es der 13. Teil ist, mithilfe von 13 Berlinern („13 leckere Teilchen!“). Zu den albernen Kostümen und Requisiten kommen kleine Animations- und Grafikspielereien der Post Production – auf der Wiese wird in der fertigen Sendung neben Budi noch ein Riesenungeheuer stehen.</p>
<p>Produziert wird das alles mit einen Minibudget. Improvisieren gehört bei „Game One“ zum Arbeitsalltag, gesendet wird aus einem winzigen Studio irgendwo in einem Industriegebiet im Osten Hamburgs, Atmosphäre und Organisationsgrad am Set erinnern mitunter an eine Gruppe Jungs, die gerade lustige Videos für den Freundeskreis dreht. Bis heute hat sich „Game One“ Anmutung und Charme eines Fanzines erhalten. Man fühlt sich an frühe Viva-Tage erinnert – oder gar daran, wie experimentell, unfertig und rau MTV selbst mal war.</p>
<p>Inzwischen sucht „Game One“ im MTV-Germany-Programmschema, das von US-amerikanischen Animationsserien, Reality-, Dokusoap- und Dating-Formaten dominiert wird, seinesgleichen. 2006 reichten Simon und Budi, die beide in der Games-Redaktion bei NBC Giga arbeiteten, ihr Konzept ein. Der oftmals zu detailverliebte Nerdblick traf auf die erfahrenen, aber rundgelutschten Programmmacher mit ihren „1.000 ungeschriebenen Regeln“ (Simon).</p>
<h6>Irgendwas ist immer</h6>
<p>Grundsatzdiskussionen, etwa über die Länge von In-Game-Sequenzen, waren anfangs an der Tagesordnung. „Zu nerdig, zu intellektuell, zu bescheuert, zu viel Comedy – irgendwas war immer“, sagt Budi. „Wie die MTV-Bildsprache funktioniert, wie man Zuschauer anspricht – so was musste sich halt erst einspielen“, erklärt MTV-Mann Christoph Michel. Mittlerweile sind beide Seiten zufrieden: „&#8217;Game One&#8217; ist ein wichtiger Bestandteil unseres Portfolios und mehr als ein Prestigeobjekt: Die Ratings stimmen auch“, betont MTV-Brand-Manager Ralph Osteroth stolz. „MTV hat verstanden, dass es &#8216;zu nerdig&#8217; eigentlich nicht gibt“, sagt Budi.</p>
<p>Nach 133 Folgen hat „Game One“ so was wie Narrenfreiheit erreicht. Auch weil neben allem Quatsch die Informationen kompetent transportiert und Stärken wie Schwächen der getesteten Spiele klar benannt werden. Damit hebt sich „Game One“ vom Jubelperserjournalismus vieler Zeitschriften ab, die von den Anzeigenschaltungen der Gamesindustrie abhängig sind.</p>
<p>Im Verlauf des Tages wird übrigens noch ein Ei in der Mikrowelle explodieren, Budi und Simon werden sich als tibetanischer Mönch bzw. „Grafikhure“ verkleiden und Simons Katze einen Gastauftritt haben. Ein normaler Drehtag bei „Game One“.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://michaelbrake.de/2010/05/25/zu-nerdig-gibts-nicht/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Von beseelten Steinen und Waldgeistern</title>
		<link>http://michaelbrake.de/2010/04/08/von-beseelten-steinen-und-waldgeistern/</link>
		<comments>http://michaelbrake.de/2010/04/08/von-beseelten-steinen-und-waldgeistern/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 08 Apr 2010 13:04:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[taz]]></category>
		<category><![CDATA[Animationsfilm]]></category>
		<category><![CDATA[Anime]]></category>
		<category><![CDATA[Arte]]></category>
		<category><![CDATA[Hayao Miyazaki]]></category>
		<category><![CDATA[Japan]]></category>
		<category><![CDATA[Joe Hisaishi]]></category>
		<category><![CDATA[Märchen]]></category>
		<category><![CDATA[Retrof]]></category>
		<category><![CDATA[Shinto]]></category>
		<category><![CDATA[Totoro]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://michaelbrake.de/?p=1822</guid>
		<description><![CDATA[In einer sechsteiligen Hommage widmet sich Arte dem japanischen Animationsfilmregisseur Hayao Miyazaki. Aber warum eigentlich erst jetzt? (aus der taz vom 8. April 2010) Eine retrofuturistische fliegende Insel, ein von Gottwesen bevölkertes Badehaus, ein archaischer Märchenwald aus der Shogun-Zeit, eine Endzeit-Erde, die von]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>In einer sechsteiligen Hommage widmet sich Arte dem japanischen Animationsfilmregisseur Hayao Miyazaki. Aber warum eigentlich erst jetzt?<span id="more-1822"></span> (aus der <a href="http://www.taz.de/!50807/" target="_blank">taz</a> vom 8. April 2010)</h3>
<p><a href="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/totoro_f.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1823" alt="Mein Nachbar Totoro" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/totoro_f.jpg" width="620" height="309" /></a>Eine retrofuturistische fliegende Insel, ein von Gottwesen bevölkertes Badehaus, ein archaischer Märchenwald aus der Shogun-Zeit, eine Endzeit-Erde, die von einem bizarr-schönen Giftpilzwald überwuchert wird, und ein bonbonbuntes Fantasiekönigreich aus dem frühindustriellen Europa, durch das ein Haus auf zwei Beinen stapft &#8211; so sieht es aus in der Welt von Hayao Miyazaki, des vielleicht bedeutendsten Animationsfilmregisseurs der Welt, dessen Filme in den letzten 30 Jahren stets zu den beliebtesten und bestbesuchten in ganz Japan gehörten.</p>
<p>Es ist etwas rätselhaft, warum Arte Miyazaki erst jetzt eine Werkschau widmet, bestehend aus sechs seiner zehn Filme, die bis zum 22. April immer montags und donnerstags um 20.15 Uhr gezeigt werden – wo sich der mittlerweile 69-Jährige doch gerade im comicaffinen Frankreich großer Beliebtheit erfreut. In Deutschland nahm die Öffentlichkeit erstmals 2002 Notiz von Miyazaki, als „Chihiros Reise ins Zauberland“ den Goldenen Berlinale-Bären gewann. In den vergangenen Jahren wurden dann zwar einige ältere Filme nachträglich ins Kino gebracht und auf Super RTL und RTL II gezeigt, doch Miyazakis neuestes Werk, „Ponyo – Das verzauberte Goldfischmädchen“, auf dessen Ausstrahlung Arte aus rechtlichen Gründen leider verzichten muss, fand trotz einer Wettbewerbsteilnahme in Venedig keinen deutschen Kinoverleiher.</p>
<p>Ein Jammer. Denn die Imaginationskraft Miyazakis ist einzigartig. In den von ihm geschaffenen Welten verschwimmen die Grenzen von Realität und Fantasie, bevölkert werden sie von einem Bestiarium sonderbarer Wesen, oftmals ambivalente Charaktere, die nicht dem klassischen Gut-Böse-Schema Hollywoods entsprechen – dabei sind es meist tapfere, tomboyhafte Mädchen, die Miyazaki auf Abenteuerreise schickt. Wie für Anime üblich, sprechen seine Filme Kinder und Erwachsene gleichermaßen an. Und transportieren nebenbei eine klare Haltung gegen Krieg und die fortschreitende Umweltzerstörung.</p>
<p>Kennzeichnend für Miyazakis Filme ist die Vermischung von westlichen und östlichen Bild- und Erzähltraditionen: Odysseus, Gullivers Reisen, Jules Verne, Lewis Carroll werden zitiert, dazu bedient Miyazaki sich aus dem prallen Fundus der japanische Sagenwelt, der Anime-Symbolik und beim Shintoismus, jenem animistischen, japanischen Volksglauben, in dem jeder Baum, jeder Fluss, jeder Stein beseelt sein kann. Besonders stark ist der Shinto-Einfluss dabei in „Mein Nachbar Totoro“, der heute Abend läuft, Miyazakis reduziertesten und schönsten Film.</p>
<p>Zwei Mädchen, sechs und zehn Jahre alt, freunden sich im ländlichen Japan der 50er-Jahre mit einem Eulenbärenkatzen-Waldgeist an, dem Herren eines gigantischen Kampferbaums. In 80 Minuten passiert so gut wie gar nichts und gerade deswegen ist dieser Film von zenhafter Eleganz, ein traumähnlicher Einblick in die Gedankenwelt von Kindern, kongenial begleitet von der Musik Joe Hisaishis, dem Leibkomponisten Miyazakis.</p>
<p>Im Anschluss folgt die etwas verschrobene Dokumentation „Der Tempel der tausend Träume“ über Miyazaki, seinen Kollegen Isao Takahata und ihre gemeinsamen Produktionsfirma Studio Ghibli. Hier kann man die Miyazaki-Werke dann auch mal mit den japanischen Originalstimmen hören – welche die allenfalls passable deutsche Synchronisation, auf die Arte leider zurückgreift, bei weitem übertreffen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://michaelbrake.de/2010/04/08/von-beseelten-steinen-und-waldgeistern/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Immer schön authentisch bleiben!</title>
		<link>http://michaelbrake.de/2010/02/04/immer-schoen-authentisch-bleiben/</link>
		<comments>http://michaelbrake.de/2010/02/04/immer-schoen-authentisch-bleiben/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 04 Feb 2010 19:58:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[taz]]></category>
		<category><![CDATA[ARD]]></category>
		<category><![CDATA[Castingshow]]></category>
		<category><![CDATA[Eurovision Song Contest]]></category>
		<category><![CDATA[Lena Meyer-Landrut]]></category>
		<category><![CDATA[Matthias Opdenhövel]]></category>
		<category><![CDATA[Pro7]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Raab]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://michaelbrake.de/?p=1815</guid>
		<description><![CDATA[Stefan Raab castet in „Unser Star für Oslo“ den Eurovision-Song-Contest-Teilnehmer – und es geht sogar um Musik. (aus der taz vom 4. Februar 2010) Authentizität. Das war allen extrem wichtig beim Auftakt von &#8220;Unser Star für Oslo&#8221;, dem Vorentscheid für]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Stefan Raab castet in „Unser Star für Oslo“ den Eurovision-Song-Contest-Teilnehmer – und es geht sogar um Musik.<span id="more-1815"></span> (aus der taz vom 4. Februar 2010)</h3>
<p>Authentizität. Das war allen extrem wichtig beim Auftakt von &#8220;Unser Star für Oslo&#8221;, dem Vorentscheid für den Eurovision Song Contest (ESC). Erstmals wurde für die Suche nach dem deutschen Vertreter ein Casting-Format gewählt – und mit aller Kraft versucht, sich von konfektionierter Popeinheitsware à la DSDS abzugrenzen. &#8220;Wir wollen die Künstler ernst nehmen. Sie sollen singen, was sie wollen. Peter Maffay singt auch keinen Swing&#8221;, sagte Mastermind und Juryvorsitzender Stefan Raab vorab, und auch am Dienstagabend auf Pro7 wurden die Kandidaten reihenweise für ihre Unabhängigkeit gelobt. Gut gesungen hatten sie sowieso.</p>
<p>Offiziell ist „Unser Star für Oslo“ (USfO) eine Kooperation mit der ARD, die nach jahrelanger Erfolg- und Kreativlosigkeit beim ESC mit Raab den Mann holte, der als Sänger und Komponist (für Max Mutzke und Guildo Horn) dreimal in der Top Ten des Europa-Finals landete. Rund 4.500 Menschen meldeten sich zum Casting, 20 Kandidaten kamen durch, die bis zum Finale am 12. März nun ausgesiebt werden: immer dienstags auf Pro7, im März ergänzt durch Freitagabendshows im Ersten.</p>
<p>Obwohl, „Kooperation“ – da ist nicht viel ARD in „Unser Star für Oslo“. Es ist bloß ein weiterer Teil der großen Raab-Show: die Raab-Band macht die Musik, der Raab-Sprecher vertont die Einspieler, Raab-Buddy Matthias Opdenhövel moderiert (mit der vom ARD-Radiosender 1Live gestellten Sabine Heinrich) und die Erkennungsmusik von USfO hatte Raab gleich selbst komponiert.</p>
<h6>Kein Eurovision-Hitbaukasten</h6>
<p>„Wir sind die Trümmerfrauen des ESC“, hatte Raab bei der USfO-Pressekonferenz gesagt. Es ist ihm ein Anliegen, den ESC-Vorentscheid wieder zu einer ernstzunehmenden und unterhaltsamen Musikveranstaltung zu formen. Hierfür will Raab aber nicht „den Eurovision-Hitbaukasten“ nutzen oder osteuropäische Musikkultur kopieren. Der erste Platz beim Finale in Oslo sei ihm nicht so wichtig. Vielmehr solle auch ein „unkonformer Künstler“ gewinnen können.</p>
<p>Die erste Show konnte dieses Versprechen einlösen. Das Prinzip war dabei nicht neu: Erfreulich straff und beinahe ohne pseudodramatische Verzögerungen wurde immer wieder die Reihenfolge „Kandidat, Einspieler, Song, händchenhaltende Moderatoren, Jury, Platz nehmen“ durchgespielt. Am Ende folgte die Telefonabstimmung mit angekoppeltem Gewinnspiel.</p>
<p><span style="font-size: 13px;">Aber! Die Ausführung! Behutsam statt denunzierend ging die Jury vor, in der neben Raab Yvonne Catterfeld und ein entrückt-lässiger Westernhagen saßen – die Beisitzer wechseln in jeder Sendung, unter anderem werden Peter Maffay, Jan Delay und Sarah Connor auftreten. Es wurde wirklich über Musik gesprochen: von Intonationsproblemen und einem gut kontrollierten Vibrato war die Rede, von leisen und lauten Tönen, die Fachtermini Timbre und Falsett wurden erklärt. Verständlich blieb es trotzdem: „Tolle Stimme, toll bewegt“, „You rock!“, „für so einen Sound müssen andere lange saufen“.</span></p>
<h6>Kontrast zur Freakshow</h6>
<p>Auch die Kandidaten kontrastierten die DSDS-Freakshow. Es waren Lehrer, Mediengestalter, Berufsmusiker dabei, ein klarer Kontrast zu Bohlens verhuscht-schrillen Teenies mit Gelfrisur und Modeschal. In die Favoritenrolle sang sich die 18-jährige Schülerin Lena, die als Nora-Tschirner-Lookalike Jury und Publikum verzauberte, mit frecher Ausstrahlung, Emotionen („Ich freu mich so, so hart!“) und, na klar, astreiner Authentizität.</p>
<p>Und um zu zeigen, wie gut die Raab-Maschine funktioniert, wurde anschließend nahtlos zu „TV Total“ übergeleitet. Raab und Band wechselten vor laufender Kamera das Studio und begrüßten als Gäste: Catterfeld, Westernhagen und die fünf Castingsieger. Dass hier dann doch Outtakes von weniger begabten Bewerbern des Vorab-Castings gezeigt wurden, war allerdings unnötig, wollte man sich doch genau von solchen Bloßstellungen abgrenzen. Es blieb der einzige Schwachpunkt eines runden Unterhaltungsabends.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://michaelbrake.de/2010/02/04/immer-schoen-authentisch-bleiben/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Robert T. Online und Hallo Spencer</title>
		<link>http://michaelbrake.de/2010/01/08/nichts-fuer-nerds/</link>
		<comments>http://michaelbrake.de/2010/01/08/nichts-fuer-nerds/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 08 Jan 2010 22:36:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[taz]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Korn]]></category>
		<category><![CDATA[Anthony Bellanger]]></category>
		<category><![CDATA[Arte]]></category>
		<category><![CDATA[Der Blogger]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
		<category><![CDATA[Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Polylux]]></category>
		<category><![CDATA[Yourope]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://michaelbrake.de/?p=1859</guid>
		<description><![CDATA[Mit „Der Blogger“ und „Yourope“ widmet sich Arte den Themen Europa, Jugend und Internet. Nichts für Nerds, aber für aufgeschlossene Durchschnittsuser. (aus der taz vom 8. Januar 2010) Abgedroschen, aber wahr: Europa wächst zusammen. Und dank Facebook und easyJet geht]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Mit „Der Blogger“ und „Yourope“ widmet sich Arte den Themen Europa, Jugend und Internet. Nichts für Nerds, aber für aufgeschlossene Durchschnittsuser. <span id="more-1859"></span>(aus der taz vom 8. Januar 2010)</h3>
<p>Abgedroschen, aber wahr: Europa wächst zusammen. Und dank Facebook und easyJet geht das noch schneller. Das Leben von Schülern und Studenten zwischen Helsinki und Lissabon unterscheidet sich längst nur noch in Nuancen, was man auch bei Arte gemerkt haben muss. Hier starten am Wochenende gleich zwei wöchentliche Magazine, die sich irgendwo in der Schnittmenge der Themenbereiche Europa, Jugend und Internet bewegen: „Der Blogger“ (Sa., 14 Uhr) und „Yourope“ (So., 17.45 Uhr).</p>
<p>„Yourope“ kommt dabei eher konventionell daher, mit Studio, Moderator und Einzelbeiträgen. Diese tragen unverkennbar die Handschrift von Kobalt Productions, den Ex-„Polylux“-Machern: Der Produktionsaufwand ist hoch, es wird mit zahlreichen Protagonisten und optischen Ideen gearbeitet, schnell geschnitten und viel inszeniert. Die Thesen sind immer ein wenig zu steil, die Analysen stets eine Spur zu holzschnittartig.</p>
<p>Natürlich ist das Social-Media-Berater-Studium in Birmingham „DER Studiengang der Zukunft“. Und natürlich sind die auch übers Internet organisierten Studentenproteste in Österreich so etwas wie die Neuerfindung der Basisdemokratie. Dazu kommen ein skurriler Trend (Social Networks für Haustiere) und ein wirklich gelungener Beitrag über das Phänomen der „Carrot Mobs“.</p>
<h6>Mentaldoping und Coworking</h6>
<p>In seiner Themenwahl ist „Yourope“ ganz gut auf Augenhöhe mit den aktuellen Debatten, in den kommenden Sendungen wird es um Mentaldoping mit Amphetaminen und Ritalin sowie um neue Arbeitsformen wie Coworking gehen. Okay: Wer wirklich im Internet wohnt, wird das alles schon 2008 in seinem Feedreader gelesen haben – aber diese Leute hat das Fernsehen sowieso verloren. Die aufgeschlossenen Durchschnittsinternetnutzer könnte man hingegen erreichen.</p>
<p>Dafür sollte die „Yourope“-Redaktion allerdings zusehen, dass sie die Einzelteile der Sendung noch besser zu einem Ganzen zusammenfügt. Dass die Erstausgabe unter dem Oberthema „Wie Social Networks unser Leben bestimmen“ steht, wird nicht wirklich klar – es hätte auch „Beliebiges aus dem Internet“ heißen können.</p>
<p>Und Moderator Andreas Korn („logo!“) ist auch keine große Hilfe: Hölzern und unbeholfen versenkt er Pointen, die eh schon keine sind („E-Democracy – wobei ,e&#8217; nicht für Igitt, sondern für &#8216;electronic&#8217;, also für elektronisch, steht“) und wirkt in etwa so lebendig wie Robert T. Online.</p>
<h6>Alles im Fluss</h6>
<p>Ganz anders sein französisches Gegenstück Anthony Bellanger, „Der Blogger“. Statt in einem sterilen Studio sitzt er in einem Großraumbüro und spricht direkt in die Kamera seines Laptops.</p>
<p>Souverän wie Spencer aus „Hallo Spencer“ schaltet er aus seiner Kontrollzentrale zu verschiedenen Korrespondenten, nach England, Tschechien, Finnland, unterbricht die Beiträge mitunter, um eine Grafik oder ein Video einzuspielen, und führt am Rechner ein Videointerview mit einer rumänischen Kollegin. Das Ganze hat einen ungewohnten Fluss, der allerdings gut funktioniert, was eben maßgeblich am charismatischen Bellanger liegt.</p>
<p>Die Anmutung ist reifer und authentischer als bei „Yourope“, da ist es auch verzeihlich, dass einer der Beiträge schon 2007 entstanden ist, was, wie die Redaktion versichert, eine absolute Ausnahme sein soll. Hilfreich ist zudem die Beschränkung auf ein überschaubares Thema, das dafür umso gründlicher angegangen wird: In der Pilotfolge ist dies der Umgang mit Schülergewalt.</p>
<p>Schülergewalt? Richtig: Das ist gar kein Onlinethema. Das Spektrum beim „Blogger“ ist breiter, das Internet ist weniger Inhalt als Medium, seine Möglichkeiten werden mit den Standardstilmitteln eines TV-Magazins verknüpft. In den kommenden Ausgaben wird es um Onlinespiele, Privatkundenbanken und Tempolimits gehen. Und sofern Arte diesen guten Eindruck durch die Synchronisation, die bei Redaktionsschluss noch nicht vorlag, nicht gleich wieder kaputt macht, kann man sich darauf freuen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://michaelbrake.de/2010/01/08/nichts-fuer-nerds/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>War was 2009?</title>
		<link>http://michaelbrake.de/2009/12/22/war-was-2009/</link>
		<comments>http://michaelbrake.de/2009/12/22/war-was-2009/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 22 Dec 2009 19:45:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[taz]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Wiemers]]></category>
		<category><![CDATA[Jahresrückblick]]></category>
		<category><![CDATA[Satire]]></category>
		<category><![CDATA[Werner Doyé]]></category>
		<category><![CDATA[ZDF]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://michaelbrake.de/?p=1804</guid>
		<description><![CDATA[Warum stundenlang fernsehen, wenn es auch in 30 Minuten geht: Der satirische Jahresrückblick „!!!“ (23.50 Uhr, ZDF) (aus der taz vom 22. Dezember 2009) Ratatazong! Im Schweinsgalopp hetzen Werner Doyé und Andreas Wiemers, die Satire-Beauftragten von „Frontal 21“, durch ihren]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Warum stundenlang fernsehen, wenn es auch in 30 Minuten geht: Der satirische Jahresrückblick „!!!“ (23.50 Uhr, ZDF)<span id="more-1804"></span> (aus der <a href="http://www.taz.de/Satire-Rueckblick-im-Zweiten/!45798/" target="_blank">taz</a> vom 22. Dezember 2009)</h3>
<p>Ratatazong! Im Schweinsgalopp hetzen Werner Doyé und Andreas Wiemers, die Satire-Beauftragten von „Frontal 21“, durch ihren halbstündigen satirischen Jahresrückblick. In den Hauptrollen: die neue Bundesregierung, die Schweinegrippe, die Mitarbeiterüberwachung von Bahn &amp; Co, Wahlkampfparolen (WUMS!), Abwrackprämie, Staatsschulden, SPD-Krise, Dieter Althaus – und immer wieder Angela Merkel.</p>
<p>Der Fokus liegt also klar auf der Innenpolitik, auf Kultur- oder Sportthemen (Klinsmann-Rausschmiss? Michael Jackson tot? War da was?) wurde verzichtet. Auf Einlassungen zu 20 Jahren Mauerfall übrigens auch, ein Segen.</p>
<p>Nicht nur die Themen sind zahlreich, auch die Ideen. Mit viel Liebe zum Detail werden Playmobilfiguren animiert, Fotocollagen zusammengestöpselt oder mit Textmarkern ins Bild gekritzelt, es gibt es den Horst-Köhler-Satzbau-Zufallsgenerator, und Kinderdarsteller sprechen Zitate von Gabriel, zu Guttenberg und Kristina Köhler nach.</p>
<p>Und wenn Doyé und Wiemers mal nichts Spezielles einfällt, bleiben ihnen immer noch die Genre-Standards: ein süffisanter Sprecherstil, Bild-Text-Scheren mit markantem Archivmaterial und lustige Politikerzitate (Trittin: „Wenn der Mond ein Käse ist, dann würde er tropfen“), dazu Boing- und Floing-Geräusche und die übliche Musik, von „Forrest Gump“ über die „Muppet-Show“ bis zum „Rosaroten Panther“. Bloß auf die unvermeidliche „Sendung mit der Maus“-Persiflage hätte man auch mal verzichten können. Haben wir 2009 oder 2001?</p>
<p>Das Pointen-Streufeuer bringt indes gleichermaßen Rohrkrepierer und Volltreffer mit sich, aber nach einem etwas bemühten Start grooven sich Doyé und Wiemers, die als kleine Strichmännchen selbst immer mal wieder in den Archivbildern rumhampeln, gut ein. Und zeigen, dass das ZDF auch über sich selbst lachen kann: Die Verschwendung von Gebührengeldern ist genauso Thema wie das 30 Millionen Euro schwere neue „heute“-Studio, „selbstgebaut, nur mit etwas Tapete und zehn Eimern grüner Farbe, für unter 100 Euro“. Bloß der Skandal um Nikolaus Brender fehlt – aber der war ja auch wirklich nicht zum Lachen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://michaelbrake.de/2009/12/22/war-was-2009/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>„Ich bin eine Grenzgängerin“</title>
		<link>http://michaelbrake.de/2009/11/28/ich-bin-eine-grenzgaengerin/</link>
		<comments>http://michaelbrake.de/2009/11/28/ich-bin-eine-grenzgaengerin/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 28 Nov 2009 18:10:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[taz]]></category>
		<category><![CDATA[Adelheid Arndt]]></category>
		<category><![CDATA[Lost & Found]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen mit Behinderung]]></category>
		<category><![CDATA[Schauspielerin]]></category>
		<category><![CDATA[Siebenstein]]></category>
		<category><![CDATA[ZDF]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://michaelbrake.de/?p=1776</guid>
		<description><![CDATA[Nach drei Bundesfilmpreisen wurde eine Kinderserie Adelheid Arndts größter Erfolg. Heute engagiert sie sich für Menschen mit Behinderungen – wie ihre Tochter. (aus der taz vom 28. November 2009) Nein, zuversichtlich sei sie nicht gewesen, 1973, bei der Aufnahmeprüfung an]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Nach drei Bundesfilmpreisen wurde eine Kinderserie Adelheid Arndts größter Erfolg. Heute engagiert sie sich für Menschen mit Behinderungen – wie ihre Tochter. <span id="more-1776"></span>(aus der taz vom 28. November 2009)</h3>
<p>Nein, zuversichtlich sei sie nicht gewesen, 1973, bei der Aufnahmeprüfung an der Schauspielschule. 10 aus 300 Bewerbern – warum sollte gerade sie dabei sein?</p>
<p>Heute kann man sich die Zweifel schwer vorstellen. Selbstbewusst, freundlich, in sich ruhend begegnet einem Adelheid Arndt. 1976 begann sie am Berliner Grips-Theater, schon in den folgenden Jahren gewann sie für „Der Mädchenkrieg“ und „1+1=3“ zwei Bundesfilmpreise, jeweils in der Rolle einer Frau zwischen zwei Männern. Zahlreiche Film-, Fernseh- und Theaterengagements folgten, noch bis 2006 arbeitete die heute 57-Jährige am Wiener Schauspielhaus.</p>
<p>„Meine große Liebe war das Fernsehen nie. Meine große Liebe ist das Kino“, sagt Arndt. Ihre wohl bekannteste Rolle spielte sie dennoch in einer Kinderfernsehserie, und wieder war sie eine Frau zwischen zwei, nun ja, männlichen Wesen: 16 Jahre, bis 2003, war Arndt die Trödelladenbesitzerin Frau Siebenstein, die mit dem Raben Rudi und einem grantigen Koffer zusammenlebt.</p>
<p>Dabei hatte Arndt stets den Anspruch, über ihre Texte und die Themen der Sendung mitentscheiden zu können, für sie sind Schauspieler mehr als die Sprechpuppen der Regie. „Ich habe mich immer in alles eingemischt“, sagt sie. „Damit macht man sich nicht unbedingt beliebt. Aber das ist der Grund, warum die Dinge gut werden.“</p>
<p>Heute lebt sie in Zürich, neben Berlin und Wien eine der drei Städte, die sie als Zuhause bezeichnet, und zumindest im Moment stehen andere Dinge als die Schauspielerei im Vordergrund. Sie stellt Texte für eigene Lesungen zusammen, etwa über den Maler George Grosz. Vor kurzem hat sie ihre erste Gala moderiert. Arndts wichtigste, erste Aufgabe ist aber Jag Suisse, ein von ihr mitbegründetes Projekt, das Menschen mit Behinderungen ein selbstbestimmtes Leben mit Assistenz – nicht Betreuung, wie sie betont – ermöglichen will. Nicht zuletzt ein persönliches Anliegen, denn Arndts 25-jährige Tochter sitzt im Rollstuhl und hat eine Sprachbehinderung – „aber sie kann selbst denken und selbst entscheiden“.</p>
<p>Für Jag Suisse agiert sie als Botschafterin für Außenseiter. „Manchmal glaube ich, dass ich deshalb Schauspielerin geworden bin“, sagt sie. „Weil ich mich selbst auch immer als Grenzgängerin gefühlt habe.“</p>
<p><em>Dieser Text ist Teil der damaligen Serie <a href="http://michaelbrake.de/tag/lost-found/">„Lost &amp; Found“</a> auf der taz-Medienseite, ein „Was macht eigentlich…“-Format.</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://michaelbrake.de/2009/11/28/ich-bin-eine-grenzgaengerin/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Das Heute-Programm</title>
		<link>http://michaelbrake.de/2009/11/12/das-heute-programm/</link>
		<comments>http://michaelbrake.de/2009/11/12/das-heute-programm/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 12 Nov 2009 19:26:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[taz]]></category>
		<category><![CDATA[Dokusoaps]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlich-Rechtliche]]></category>
		<category><![CDATA[Sendestart]]></category>
		<category><![CDATA[ZDF]]></category>
		<category><![CDATA[ZDFNeo]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://michaelbrake.de/?p=1796</guid>
		<description><![CDATA[Mit ZDF Neo wurde unter den Digitalkanälen von ARD und ZDF endlich eine klar profilierte Marke geschaffen. Ein Zwischenfazit nach zehn Tagen Sendebetrieb. (aus der taz vom 12. November 2009) Am 1. November, dem ersten Sendetag von ZDF Neo, lag]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Mit ZDF Neo wurde unter den Digitalkanälen von ARD und ZDF endlich eine klar profilierte Marke geschaffen. Ein Zwischenfazit nach zehn Tagen Sendebetrieb. <span id="more-1796"></span>(aus der taz vom 12. November 2009)</h3>
<h3><a href="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/zdf_neo001.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1801" alt="zdf_neo001" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/zdf_neo001.jpg" width="620" height="167" /></a></h3>
<p>Am 1. November, dem ersten Sendetag von ZDF Neo, lag der Marktanteil teilweise bei 0,0 Prozent. Das saß. Und war dennoch nicht weiter schlimm, denn um Quoten geht es erst mal nicht beim Nachfolger des ZDF-Dokukanals. Mit dem neuen Digitalsender wurde in dieser Sparte endlich eine Marke mit klarem Profil geschaffen. Der neue Zielgruppen jenseits vom 61-jährigen ZDF-Durchschnittszuschauer erreichen soll, nämlich „die 25- bis 49-Jährigen, die dem Hauptprogramm langsam abhanden zu kommen drohen“, wie ZDF-Neo-Chef Norbert Himmler sagt.</p>
<p>Nach knapp zwei Wochen Sendebetrieb darf man hoffnungsvoll konstatieren: Das kann was werden. Dafür sorgen Sendungen, die man bei ARD und ZDF in einer – angesichts der gesicherten Finanzierung durch GEZ-Milliarden – lächerlich-ängstlichen Quotenfixiertheit höchstens mal verschämt um 0.35 Uhr wegsendet. Intelligentes Fernsehen mit zeitgemäßer Optik, grafischen Gimmicks, abseitigen Themen wie <a href="http://michaelbrake.de/2009/09/30/fernsehen-ueber-fernsehen/" target="_blank">die fabelhafte US-Sitcom „30 Rock&#8221;</a><i>,</i> die BBC-Trickbetrügerserie „Hustle“ oder die Mediensatire „Taking the Flak“ über einen britischen Auslandskorrespondenten in Afrika. Es gibt das eigenproduzierte Magazin „neoMusic“, das „Comedylab“ mit Knacki Deuser, Filme und Konzertmitschnitte.</p>
<p>Nun kann man aber mit einem Mitarbeiterstab von 35 Redakteuren und einem Jahresbudget von 30 Millionen Euro nicht 24 Stunden Highlights raushauen. Und so ist das Tagesprogramm gepflastert mit oftmals mäßig spannenden Dokumentationen aus den ZDF-Archiven, von der Nachkriegsjugend in Halberstadt bis zum Huskieleben in Nordfinnland, mit Telenovela-Wiederholungen, alten „Terra X“- und „37 Grad“-Folgen und mit Dokusoaps.</p>
<h6>Affen, Seinfeld, keine Nachrichten</h6>
<p>Aber auch hier verstecken sich Perlen wie „Monkey Thieves“, eine Serie über einen indischen Affenclan. Oder die Wiederholungen der Sitcom „Seinfeld“, dank Zweikanalton auch auf Englisch. Eine schöne, aber rechtlich schwierige Option, weil ZDF Neo via Satellit auch in England zu empfangen ist. Nachrichten zeigt Neo hingegen nicht – da ist der Status als „zielgruppenorientiertes Spartenprogramm“ vor.</p>
<p>Bei so einer Programmmischung wundert es nicht, dass die Privatsender im Vorfeld heftig protestierten. Von einem „Frontalangriff auf die Kernkompetenzen kommerzieller Anbieter“ sprach etwa Thomas Schmid vom Verband privater Rundfunk und Telekommunikation. Neo-Chef Himmler stört das nicht, im Gegenteil: „Ich merke durch diese Vorwürfe, dass wir ernst genommen werden. Außerdem dürfen wir uns auch auf die Zuschauer der Privaten zubewegen – die zahlen auch Gebühren.“ Und Dokusoaps wie „Der Straßenchor“ zeigen, dass man Protagonisten von den Rändern der Gesellschaft auch begleiten kann, ohne sie bloßzustellen.</p>
<h6>Wenig Eigenproduktionen</h6>
<p>Was man bei ZDF Neo hingegen noch ein wenig vermisst, sind Eigenproduktionen, Programm, das nicht nur für junge Menschen gemacht wird, sondern von ihnen – und dabei neue visuelle Konzepte austestet. Für so was gab es früher MTV und Viva, mittlerweile passiert das im Internet, und genau da lassen sich noch größere Talente ausbuddeln als der mittelwitzige Gastgeber der Multikulti-Late-Night „Süper Tiger Show“.</p>
<p>Himmler verspricht: „Im nächsten Jahr soll es noch mehr Eigenproduziertes geben, auch im dokumentarischen und Reportagebereich.“ Dabei kann und darf er gerade anfangs experimentieren: „Wir müssen uns als Programmmacher auf unser Bauchgefühl verlassen und vieles ausprobieren.“</p>
<p>0,2 Prozent Marktanteil, bei den jüngeren Zuschauern noch ein bisschen mehr, peilt man bis Ende 2010 an. Es würde dem deutschen Fernsehen sehr gut tun, wenn ZDF Neo das mit dieser Programmmischung gelingt.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://michaelbrake.de/2009/11/12/das-heute-programm/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Fernsehen über Fernsehen</title>
		<link>http://michaelbrake.de/2009/09/30/fernsehen-ueber-fernsehen/</link>
		<comments>http://michaelbrake.de/2009/09/30/fernsehen-ueber-fernsehen/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 30 Sep 2009 17:01:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[taz]]></category>
		<category><![CDATA[30 Rock]]></category>
		<category><![CDATA[Comedy]]></category>
		<category><![CDATA[NBC]]></category>
		<category><![CDATA[New York]]></category>
		<category><![CDATA[Satire]]></category>
		<category><![CDATA[Tina Fey]]></category>
		<category><![CDATA[TV-Serien]]></category>
		<category><![CDATA[ZDFNeo]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://michaelbrake.de/?p=1772</guid>
		<description><![CDATA[Mit aktuellen Serien wie der grandiosen US-Mediensatire „30 Rock“ will der am Sonntag startende Digitalkanal ZDF Neo junge Zuschauer erreichen. (aus der taz vom 31. Oktober 2009) So konsequent haben wir die Öffentlich-Rechtlichen bei ihrem Versuch, endlich junge Zuschauer zu]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Mit aktuellen Serien wie der grandiosen US-Mediensatire „30 Rock“ will der am Sonntag startende Digitalkanal ZDF Neo junge Zuschauer erreichen.<span id="more-1772"></span> (aus der taz vom 31. Oktober 2009)</h3>
<p><a href="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/tinafey1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1774" alt="tinafey1" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/tinafey1.jpg" width="620" height="343" /></a></p>
<p>So konsequent haben wir die Öffentlich-Rechtlichen bei ihrem Versuch, endlich junge Zuschauer zu erreichen, noch nicht erlebt. Am Sonntag wird in den ZDF-Digitalprogrammen der Dokukanal durch den neuen Sender ZDF Neo ersetzt. Und der bietet eine Privatsendern ähnliche Formatmischung: Doku-Soaps, Comedyformate, ein eigenes Musikmagazin, Dokus aus den Archiven, Spielfilme und &#8211; man staune, man staune &#8211; aktuelle englische und amerikanische Serien wie „In Plain Sight“ und „Spooks“.</p>
<p>Das Highlight im Neo-Programm ist allerdings die deutsche Erstausstrahlung von „30 Rock“ – eine grandiose Mediensatire über das Team der fiktiven NBC-Comedysendung „The Girlie Show“, die in den USA bereits in der vierten Staffel läuft. Geschrieben wurde „30 Rock“ von Tina Fey, die ihre jahrelange Erfahrung als Headwriterin von „Saturday Night Live“ verwurstete und zugleich die Hauptdarstellerin gibt.</p>
<p>Ihr Alter Ego ist die Mittdreißigerin Liz Lemon, Nerd und Workaholic, die x-beinig in Turnschuhen durchs Leben geht und abends lieber „Star Wars“ sieht, als geschminkt und aufgerüscht in Manhattans Szenebars nach Mr. Right zu suchen. Im NBC-Hauptgebäude mit der Adresse 30 Rockefeller Plaza muss Lemon ein Team aus neurotischen Schauspielern und Autoren zusammenhalten. Zudem wird ihr gleich in der ersten Folge mit Jack Donaghy (Alec Baldwin) ein neuer Chef vor die Nase gesetzt.</p>
<p>Als Abgesandter des NBC-Mutterkonzerns General Electric hat Donaghy vom Fernsehen keine Ahnung, dafür aber von Marktforschung, Product Placement und Mikrowellen. Als erste Amtshandlung schlägt Donaghy gegen den Willen des Teams den abgehalfterten afroamerikanischen Schauspieler Tracy Jordan als neuen Star der Sendung vor, denn genau wie das ZDF möchte auch der NBC-Manager neue Zielgruppen erreichen.</p>
<p>Leider ist Jordan manisch-paranoid &#8211; womit er im Team nicht weiter auffällt: vom kindlich-naiven Pagen bis zum pornosüchtigen Autor mit Trucker-Basecap besteht der bis in die Nebenrollen stark besetzte Cast aus wunderbar absurden Charakteren. Zudem scheut sich „30 Rock“ nicht vor Seitenhieben gegen seinen Haussender NBC, ist überhaupt selbstreferenziell bis zum Gehtnichtmehr, inklusive diverser Cameo-Auftritte populärer US-Mediennasen &#8211; und hat sich so seine zehn Emmys absolut verdient.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://michaelbrake.de/2009/09/30/fernsehen-ueber-fernsehen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>„Ich will kein Kasper der Medienwelt sein“</title>
		<link>http://michaelbrake.de/2009/08/08/ich-will-kein-kasper-der-medienwelt-sein/</link>
		<comments>http://michaelbrake.de/2009/08/08/ich-will-kein-kasper-der-medienwelt-sein/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 08 Aug 2009 17:42:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[taz]]></category>
		<category><![CDATA[Herzblatt]]></category>
		<category><![CDATA[Hörbuchverlag]]></category>
		<category><![CDATA[Lost & Found]]></category>
		<category><![CDATA[Rudi Carrell]]></category>
		<category><![CDATA[Susanna Müller]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://michaelbrake.de/?p=1788</guid>
		<description><![CDATA[Sie war die Stimme von „Herzblatt“. Heute spricht Susi Müller in Werbung, TV-Beiträgen, Navigationssystemen – und veröffentlicht Hörbücher im Selbstverlag. (aus der taz vom 8. August 2009) „Ich war immer lieber im Off, im Hintergrund.“ Sagt Susanna Müller. Und als Stimme]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Sie war die Stimme von „Herzblatt“. Heute spricht Susi Müller in Werbung, TV-Beiträgen, Navigationssystemen – und veröffentlicht Hörbücher im Selbstverlag.<span id="more-1788"></span> (aus der taz vom 8. August 2009)</h3>
<p>„Ich war immer lieber im Off, im Hintergrund.“ Sagt Susanna Müller. Und als Stimme aus dem Off wurde sie auch berühmt: Sie war die Kandidatenvorstellerin Susi bei „Herzblatt“, die mit dem „Jetzt musst du dich entscheiden …“-Satz und dem samtig-verruchten Schlafzimmertimbre.</p>
<p>Rudi Carrell persönlich hatte Susi Müller, die damals beim SWF als Radiomoderatorin arbeitete, 1987 zu „Herzblatt“ geholt. Die Kuppelshow war ein Longseller der Vorabendunterhaltung: 19 Jahre, 7 Moderatoren – Müller war die ganze Zeit dabei. Als ihren Lieblings-„Herzblatt“-Moderator nennt sie Carrell, der auch Patenonkel ihres Sohns war: „Für mich war er der hundertprozentige Entertainer. Er hat sich nicht so in Szene gesetzt wie die meisten Moderatoren heute.“</p>
<p>Ihr selbst blieb eine große Karriere verwehrt – wobei Müller, inzwischen 46, zugibt, sich selbst ein wenig ausgebremst zu haben: „Manche Angebote habe ich mir nicht zugetraut. Eigentlich bin ich etwas zu brav fürs Fernsehen.“ Bereut hat sie ihren Weg nicht: „Ich wollte nie so ein Kasper der Medienwelt werden.“ Dazu kam, dass sie ihrem Sohn zuliebe nicht aus Hamburg wegziehen wollte, wo sie seit 1990 lebt.</p>
<p>2005 wurde „Herzblatt“ ins BR-Regionalfernsehen abgeschoben, 2006 war ganz Schluss. Vorerst, prophezeit Susi Müller: „Ich denke, das liegt nur auf Eis. Singles wird es leider immer geben.“ Bis es so weit ist, vertont Müller Magazinbeiträge und Trailer, moderiert Veranstaltungen, arbeitet als Radio-Gastmoderatorin, spricht Werbespots und Ansagetexte für Telefonanlagen und Navigationsgeräte. Außerdem moderiert sie die aktuell laufenden „Herzblatt“-Best-of-Folgen (freitags, 23.30 Uhr, BR) – und kümmert sich um ihren eigenen kleinen Hörbuchverlag.</p>
<p>Zu dem kam sie 2005, über eine Moderationsanfrage der Messe AudioBooksCologne, statt eines Honorars versprach man Müller einen Messestand. Also gründete sie in nur drei Wochen die „Edition Susi the Voice“, ein Familienunternehmen, ihre Mutter und ihre Schwester helfen bis heute mit. Die Verkäufe sind zwar nicht umwerfend hoch, aber konstant.</p>
<p>Bisher gab es genau drei Veröffentlichungen: eine Coco-Chanel-Biografie, Schnitzlers „Traumnovelle“ und die „Meerjungfrau“ von Hans Christian Andersen. „Da wusste ich erst gar nicht, wie brutal das Märchen ist“, sagt Müller. „Ich habe die Stellen dann einfach rausgelassen. Statt ,Zunge rausschneiden&#8217; steht dort jetzt ,ihre Stimme schenken&#8217;.“ Um sich nicht mehr mit Urheberrechtsfragen rumärgern zu müssen, schreibt Müller momentan an einer Kinder- und einer Liebesgeschichte und arbeitet an einer Meditations-CD-Reihe.</p>
<p>Im Herbst versucht sich Müller mal wieder als Kupplerin. In München plant sie einen Flirtbrunch. „Im privaten Leben habe ich schon oft Leute verkuppelt“, sagt sie. „Ich glaube, da habe ich ein gutes Einfühlungsvermögen – und außerdem ist alles, was ich mache, mit Herz.“</p>
<p><em>Dieser Text ist Teil der damaligen Serie <a href="http://michaelbrake.de/tag/lost-found/">„Lost &amp; Found“</a> auf der taz-Medienseite, ein „Was macht eigentlich…“-Format.</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://michaelbrake.de/2009/08/08/ich-will-kein-kasper-der-medienwelt-sein/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>„Wir waren einen Tick zu früh“</title>
		<link>http://michaelbrake.de/2009/07/25/wir-waren-einen-tick-zu-frueh/</link>
		<comments>http://michaelbrake.de/2009/07/25/wir-waren-einen-tick-zu-frueh/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 25 Jul 2009 17:30:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[taz]]></category>
		<category><![CDATA[ARD]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Rieth]]></category>
		<category><![CDATA[Lost & Found]]></category>
		<category><![CDATA[NBC]]></category>
		<category><![CDATA[Wintersport]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://michaelbrake.de/?p=1782</guid>
		<description><![CDATA[Bei NBC Giga prägte Christoph Rieth eine jugendkompatible Politiksendung – die ARD und ZDF nicht wollten. Heute organisiert er fürs Erste den Olympia-Auftritt im Netz. (aus der taz vom 25. Juli 2009) Sein Arbeitsplatz ist die Schnittstelle. Am Übergang des Frontalmassenmediums]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Bei NBC Giga prägte Christoph Rieth eine jugendkompatible Politiksendung – die ARD und ZDF nicht wollten. Heute organisiert er fürs Erste den Olympia-Auftritt im Netz. <span id="more-1782"></span>(aus der taz vom 25. Juli 2009)</h3>
<p>Sein Arbeitsplatz ist die Schnittstelle. Am Übergang des Frontalmassenmediums Fernsehens und den partizipativen Möglichkeiten des Internets. Das war schon 2004 so, als Christoph Rieth, heute 33, Moderator und Redaktionsleiter bei „Giga Real“ wurde. Beim mittlerweile eingestellten NBC-Tochtersender Giga produzierte er täglich ein einstündiges politisches Format, das von einer Generation, die gemeinhin als unpolitisch abgestempelt wird, dankbar aufgenommen wurde. Und das natürlich zielgruppengerecht interaktiv war: „Die Zuschauer konnten auf allen Kanälen mitmachen. Skype, Mail oder auch einfach im Studio vorbeikommen“, sagt Rieth.</p>
<p>Im Frühjahr 2006 war dann Schluss für „Giga Real“. Rieth und sein Team hatten damals fest damit gerechnet, bei den Öffentlich-Rechtlichen zu landen. Aber die Verhandlungen verliefen im Sande. „Ich glaube inzwischen: Wir waren einen Tick zu früh“, sagt Rieth rückblickend. „Die ziehen alle erst jetzt mit interaktiven Elementen nach, wie Maybrit Illner.“</p>
<p>Nach einem zweijährigen Zwischenspiel als Redaktionsleiter und Co-Moderator beim Politiktalk „Busch@n-tv.de“, wo er „sowas wie der Manuel Andrack war, ich habe die Community in die Sendung gebracht“, klappte es dann mit den Öffentlich-Rechtlichen – natürlich wieder an der Schnittstelle. Seit 2008 ist Rieth Projektleiter des ARD-Onlineauftritts für die Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver.</p>
<p>In drei Jahren vom Ausprobiersender Giga in den Apparat ARD. Ein Kulturschock? „Sie ist schon einfach riesig, diese ARD“, sagt Rieth. „Aber ich finde das eine tolle Herausforderung, man muss viele Dinge ganz anders denken.“ Außerdem sei die ARD online bei weitem nicht so verstaubt, wie viele denken.</p>
<p>Was nicht heißt, das alles super ist: „Dieser 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag“ – der aus Wettbewerbsgründen Beschränkungen der öffentlich-rechtlichen Onlineauftritte vorsieht – „blockiert uns gerade. Da bauen wir das weltweit größte Archiv zu den Olympischen Spielen auf und ich darf die Beiträge nur 24 Stunden zeigen.“</p>
<p>Was Christoph Rieth nach Vancouver macht, weiß er noch nicht. „Der Job macht mir Riesenspaß, weil ich sportbegeistert bin“, sagt er. „Aber ich vermisse die Politik schon ein wenig.“ Moderieren wird er aber wohl nicht mehr. „Das ist auf Dauer nicht mein Weg. Dafür bin ich nicht kamerageil genug.“</p>
<p><em>Dieser Text ist Teil der damaligen Serie <a href="http://michaelbrake.de/tag/lost-found/">„Lost &amp; Found“</a> auf der taz-Medienseite, ein „Was macht eigentlich…“-Format.</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://michaelbrake.de/2009/07/25/wir-waren-einen-tick-zu-frueh/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Unsere fettigen Jahre sind vorbei</title>
		<link>http://michaelbrake.de/2009/07/13/unsere-fettigen-jahre-sind-vorbei/</link>
		<comments>http://michaelbrake.de/2009/07/13/unsere-fettigen-jahre-sind-vorbei/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 12 Jul 2009 22:03:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[taz]]></category>
		<category><![CDATA[1950er]]></category>
		<category><![CDATA[ARD]]></category>
		<category><![CDATA[Clemens Wilmenrod]]></category>
		<category><![CDATA[Dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[Esskultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kalte Platten]]></category>
		<category><![CDATA[Kathrin Schlichting]]></category>
		<category><![CDATA[Nachkriegszeit]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://michaelbrake.de/?p=1868</guid>
		<description><![CDATA[Erkundung eines Landes ohne Joghurt: der erste Teil von „Mahlzeit, Deutschland!“ rekapituliert die Mehlschwitzenära.(aus der taz vom 13. Juli 2009) Nach nur acht Sekunden gibt es den ersten Talking Head. Tim Mälzer. Und dann kommen gleich noch Biolek, Dibaba, Wickert,]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Erkundung eines Landes ohne Joghurt: der erste Teil von „Mahlzeit, Deutschland!“ rekapituliert die Mehlschwitzenära.<span id="more-1868"></span>(aus der taz vom 13. Juli 2009)</h3>
<p><a href="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/mahlzeitdeutschland.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1874" alt="mahlzeitdeutschland" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/mahlzeitdeutschland.jpg" width="620" height="232" /></a></p>
<p>Nach nur acht Sekunden gibt es den ersten Talking Head. Tim Mälzer. Und dann kommen gleich noch Biolek, Dibaba, Wickert, Fuchsberger hinterher, sodass man kurz Angst hat, wieder in einer dieser Clipshows mit Promiuntermalung gelandet zu sein, die auf den Privaten dauernd laufen.</p>
<p>Eine unbegründete Sorge: Der Dreiteiler „Mahlzeit, Deutschland!“ hält, was man sich von einer öffentlich-rechtlichen Dokumentation über deutsche Essgeschichte verspricht. Wenngleich die erste Folge „Von der Hungerküche zur Fresswelle“ ein wenig schleppend beginnt: mit der Lebensmittelknappheit direkt nach dem Zweiten Weltkrieg.</p>
<p>Es ist die Rüben- und Kartoffelzeit, als in Deutschland noch echter Hunger herrschte und Improvisation beim Kochen alles war. Nicht, dass das uninteressant oder unwichtig wäre, bloß hat man das alles schon so oft gesehen, die Nachkriegsjahre sind televisuell nun wirklich auserzählt.</p>
<h6>Auch die DDR kommt vor</h6>
<p>Aber so ist das halt, erst recht im Grundgesetzjubiläumsjahr 2009. Da müssen en passant ein weiteres Mal die immergleichen Bilder aus dem deutschen Kollektivgedächtnis gezeigt werden: heimkehrende Soldaten, Luftbrücke, Ludwig Erhard, das Wunder von Bern – mit der D-Mark kam die Fresswelle, und der Aufstand des 17. Juni führte zu Lebensmittelfestpreisen in der DDR. Denn auch die kommt vor, in geringerem Umfang zwar als die BRD, aber das ist bei dieser Thematik wohl vertretbar.</p>
<p>Nach einer Viertelstunde nimmt der Film dann endlich an Fahrt auf, geht mitten rein in Trend- und Konsumgeschichte und wird vor allem für die Nachgeborenen interessant. Wem ist schon bewusst, dass es zu Beginn der Fünfziger in Deutschland praktisch noch kein Joghurt gab, kein Ketchup und keine Pizza? Dass alles auf Mehlschwitzenbasis (tot)gekocht wurde? Oder dass in nur 7 Prozent der Haushalte ein Kühlschrank stand?</p>
<p>Bald danach folgte der Einzug der Wundermaschinen von Bosch &amp; Co. in deutsche Küchen. Die große Zeit der kalten Platten mit russischen Eiern, Schinkenröllchen und viel Mayonnaise begann. Und Clemens Wilmenrod, der charismatische erste deutsche Fernsehkoch und Erfinder des Toast Hawaii, sensibilisierte das Volk für Dosenessen und so exotische Nahrungsmittel wie Nudeln.</p>
<h6>Liebevoll montiertes Archivmaterial</h6>
<p>Zwischen die mit sehr viel Sendezeit ausgestatteten Talking Heads – neben den Prominenten sind auch diverse normale Menschen dabei – hat Filmautorin Kathrin Schlichting liebevoll zusammengesuchtes Archivmaterial montiert: Wochenschauen, Werbefilmchen, eine Reportage aus der Bräuteschule. Zudem wird „Mahlzeit, Deutschland!“ durch diverse Animationen und grafische Spielereien aufgelockert, auch wenn die mitunter etwas wahllos wirken.</p>
<p>Das alles macht, ähem, Appetit auf mehr. Es folgen „Vom Eisbein zur Pizza“ (20. Juli) – über die Abkehr von deutscher Traditionsküche hin zu Fertignahrung und den Länderküchen der Gastarbeiter – und „Vom Saumagen zum Sushi“ (27. Juli) – mit den Öko- und Diätfoodtrends, der Asienwelle und dem Kochshowboom. Darauf einen Toast Hawaii.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://michaelbrake.de/2009/07/13/unsere-fettigen-jahre-sind-vorbei/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Händchen für Tabuthemen</title>
		<link>http://michaelbrake.de/2009/07/04/haendchen-fuer-tabuthemen/</link>
		<comments>http://michaelbrake.de/2009/07/04/haendchen-fuer-tabuthemen/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 04 Jul 2009 17:18:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>
		<category><![CDATA[taz]]></category>
		<category><![CDATA[Afrodeutsche]]></category>
		<category><![CDATA[Antirassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Dokumentarfilm]]></category>
		<category><![CDATA[Erotikmagazin]]></category>
		<category><![CDATA[Lost & Found]]></category>
		<category><![CDATA[Mo Asumang]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://michaelbrake.de/?p=1780</guid>
		<description><![CDATA[Mo Asumang war als Erotikmoderatorin abgestempelt, ihre TV-Karriere in einer Sackgasse. Bis sie sich nach einem Schockerlebnis neu erfand. (aus der taz vom 4. Juli 2009) Nein, Angst hat sie keine mehr. „Die Angst hat sich in Neugierde verwandelt“, sagt]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Mo Asumang war als Erotikmoderatorin abgestempelt, ihre TV-Karriere in einer Sackgasse. Bis sie sich nach einem Schockerlebnis neu erfand.<span id="more-1780"></span> (aus der <a href="http://www.taz.de/Mo-Asumangs-zweite-Fernsehkarriere/!37024/" target="_blank">taz</a> vom 4. Juli 2009)</h3>
<p>Nein, Angst hat sie keine mehr. „Die Angst hat sich in Neugierde verwandelt“, sagt Mo Asumang. Dabei hatte sie allen Grund, Angst zu haben: 2003 wurde sie im Songtext einer Neonaziband mit dem Tod bedroht.</p>
<p>Ein Schock, den die 46-Jährige auf ihre Weise verarbeitete: Mit „Roots Germania“ drehte sie ihren ersten Dokumentarfilm. „Naiv, wie ich bin, dachte ich, ich schaffe das in einem halben Jahr“, sagt sie. Stattdessen waren es vier. Der Film, in dem Asumang sich auf die Suche nach ihrer afrodeutschen Identität begibt, die direkte Konfrontation mit Neonazis sucht und bis nach Ghana reist, war 2008 für den Grimme-Preis nominiert.</p>
<p>Eine zweite Fernsehkarriere, die man so nicht unbedingt erwarten konnte. Die erste begann 1997, als Asumang die Moderation von „LiebeSünde“ auf Pro7 übernahm. Es war die große Zeit der Erotikmagazine im deutschen Fernsehen – und während „Wa(h)re Liebe“ die Anmutung eines Swingerclubs für Mittvierziger hatte und „Peep!“ die eines Seite-1-Girls, war „LiebeSünde“ ein gediegen-verruchter Club und auch vergleichsweise journalistisch. Asumang sieht durchaus Parallelen zwischen ihren beiden Karrieren: „Rassismus und Sex sind beides Tabuthemen. Ich glaube, dafür hab ich ein Händchen.“</p>
<p>Als „LiebeSünde“ 2000 eingestellt wurde, war ihre Fernsehkarriere in eine Sackgasse geraten. „Ich hätte gerne weitergemacht“, sagt Asumang. „Aber leider hatte ich drei Buchstaben auf der Stirn stehen: S, E und X.“ Also kümmerte sie sich um ihre Lounge in Berlin, der Stadt, in der sie heute noch lebt.</p>
<p>Bis 2003 der Bruch kam. „&#8217;Roots Germania&#8217; ist mehr als ein Film, sondern ein neuer Lebensentwurf“, sagt Asumang. Derzeit reist sie mit der Roots-Germania-Schultour durch Deutschland, vor allem durch den Osten, Mittwoch war sie in Chemnitz, Donnerstag in Cottbus. Wenn sie in den Klassen Neonazis sieht, setzt sie sich gleich daneben. „Nazis raus! zu brüllen ist 2009 nicht mehr relevant.“ Bei „LiebeSünde“ habe sie sehr viel Geld verdient, sagt Mo Asumang: „Jetzt mache ich was für meine Seele.“</p>
<p><em>Dieser Text ist Teil der damaligen Serie <a href="http://michaelbrake.de/tag/lost-found/">„Lost &amp; Found“</a> auf der taz-Medienseite, ein „Was macht eigentlich…“-Format.</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://michaelbrake.de/2009/07/04/haendchen-fuer-tabuthemen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Dabei sein ist alles</title>
		<link>http://michaelbrake.de/2007/10/04/dabei-sein-ist-alles/</link>
		<comments>http://michaelbrake.de/2007/10/04/dabei-sein-ist-alles/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 04 Oct 2007 15:27:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[taz]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://michaelbrake.de/?p=583</guid>
		<description><![CDATA[Die ARD hat den angestaubten Videotext digitalisiert. Als ARD Text Mobil ist er nun auch auf dem Handy abrufbar – warum auch immer. (veröffentlicht auf taz.de) Die ARD will dabei sein. Im Netz. In den neuen Medien. Und dem ganzen]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><strong>Die ARD hat den angestaubten Videotext digitalisiert. Als ARD Text Mobil ist er nun auch auf dem Handy abrufbar – warum auch immer. <span id="more-583"></span>(veröffentlicht auf <a href="http://www.taz.de/Videotext/!5564/" target="_blank">taz.de</a>)</strong></h3>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-584" title="ard_text" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/ard_text.jpg" alt="" width="618" height="111" /></p>
<p>Die ARD will dabei sein. Im Netz. In den neuen Medien. Und dem ganzen Rest. Zwar ist rechtlich noch nicht abschließend geklärt, inwiefern sich der Grundversorgungsauftrag auch auf das Internet übertragen lässt und ab welchem Punkt gebührenfinanzierte Angebote den Markt für private Konkurrenten kaputt machen – aber das hält das Erste nicht von seinen Expansionsplänen ab.</p>
<p>So sieht die im Juni vorgestellte Digitalstrategie der ARD unter anderem eine Internet-Mediathek nach dem Vorbild der BBC und des ZDF vor, in der man das ARD-Programm der letzten sieben Tage abrufen kann. Seit Mitte Juli wird auch eine 100-Sekunden-Version der Tagesschau als Handy-Download angeboten.</p>
<p>Das ist so weit auch nachvollziehbar. Immerhin geht es darum, auch mal wieder jüngere Mediennutzer zu erreichen und ganz allgemein nicht den Anschluss zu verlieren. Aber dann ist da noch der <a href="http://www.ard-text.de/mobil/100" target="_blank">ARD Text Mobil</a>.</p>
<p>Vorgestellt wurde der Dienst vor einem Monat bei der IFA. Der Start erfolgte sofort im Anschluss, ganz unspektakulär: Wer ein internetfähiges Handy besitzt, kann sich den ARD-Videotext direkt auf sein Telefon laden. Nicht den gesamten freilich, nur ausgewählte Seiten mit Nachrichten, Sportergebnissen und anderen Bereichen des ARD-Programms – aber was braucht der mobile Mensch schon mehr?</p>
<p>Nichts. Oder höchstens eins: Die Antwort, was dieser Dienst jetzt, Ende 2007, noch soll. Als der Videotext in den Siebzigern entwickelt wurde, war der permanente Zugriff auf laufend aktualisierte Nachrichten tatsächlich konkurrenzlos, und das für viele Jahre. Doch irgendwann, und das ist nun schon ein bisschen her, kam das Internet. Wenig später war es dann sogar schnell, billig und benutzerfreundlich.</p>
<p>Mittlerweile ist Internet auch auf Handys eine Selbstverständlichkeit. Aktuell geht es vor allem darum, das Internet in seiner ganzen Multimedia-Pracht auf die mobilen Endgeräte zu bekommen. Das iPhone hat hierbei gezeigt, was möglich ist, Nachahmer werden dies in absehbarer Zeit auch billiger bewerkstelligen.</p>
<p>Der ARD Text Mobil ist da ein nachgerade skurriler Looping. Eine minimal aufgemotzte Emulation eines fast 30 Jahre alten Dienstes dürfte Nostalgiker begeistern, eine Positionierung für die Zukunft sieht anders aus. Die ARD selbst hat mit ihrer 100-Sekunden-Tagesschau gezeigt, wie man es machen kann.</p>
<p>Und so wird man den Verdacht nicht los, dass bei der ARD momentan einfach alles digital gemacht wird, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Sinnvoll oder nicht – egal, Hauptsache, man ist dabei.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://michaelbrake.de/2007/10/04/dabei-sein-ist-alles/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
