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	<title>Michael Brake &#187; Berliner Szene</title>
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		<title>So wie einst Jochen Schmidt</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Oct 2013 18:44:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
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		<description><![CDATA[BERLINER SZENE über eine prominente Volleyballhalle (aus der taz vom 21. Oktober 2013) Jahrelang dachte ich, Jochen Schmidt, also der Lesebühnen-Schmidt, der Müller-haut-uns-raus-Schmidt, seit Neuestem auch der Schneckenmühle-Schmidt, also der Damals-im-Osten-war-ich-auch-zu-schüchtern-Frauen-anzusprechen-Jochen-Schmidt halt, hätte in meiner Volleyballhalle früher Schulsport gehabt. Die]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>BERLINER SZENE über eine prominente Volleyballhalle <span id="more-1650"></span>(aus der <a href="http://taz.de/Berliner-Szenen/!125979/" target="_blank">taz</a> vom 21. Oktober 2013)</h3>
<p>Jahrelang dachte ich, Jochen Schmidt, also der Lesebühnen-Schmidt, der Müller-haut-uns-raus-Schmidt, seit Neuestem auch der Schneckenmühle-Schmidt, also der Damals-im-Osten-war-ich-auch-zu-schüchtern-Frauen-anzusprechen-Jochen-Schmidt halt, hätte in meiner Volleyballhalle früher Schulsport gehabt.</p>
<p>Die Halle gehört zum Heinrich-Hertz-Gymnasium an der Rigaer Straße und ist so klein, dass man an allen vier Feldseiten nur einen halben Meter Auslauf hat und der Ball dauernd an die Decke prallt, aber den Kurs besuche ich trotzdem furchtbar gern, schon seit zwölf Jahren jeden möglichen Montagabend. Er ist das einzige konstante Element in meinem Leben.</p>
<p>Als ich dann neulich mit M. chattete, erzählte sie von einem Tischfußballkurs an der FU. Wir kamen über die hohe Kursgebühr auf die generell hohen FU-Hochschulsport-Preise zur unterschiedlichen Sportstättenlage im Vergleich zur HU. Und ich erzählte von besagter Halle, in der aber ja – immerhin – früher auch Jochen Schmidt Schulsport hatte. Vermutlich wurde er dort immer als Vorletzter in die Mannschaften gewählt, also so würde er das jedenfalls erzählen. Und heute spielt er Fußball-Nationalmannschaft, nur die der Autoren zwar, aber immerhin.</p>
<p>Um sicherzugehen, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich-Hertz-Gymnasium_%28Berlin%29" target="_blank" shape="rect">wikipedierte</a> ich die Information aber noch mal und musste dann feststellen, dass das Hertz-Gymnasium erst 1993 in die Rigaer gezogen war. Schmidt hatte aber schon 1989 Abitur gemacht. Wikipedia, die alte Spielverderberkuh.</p>
<p>Obwohl … weiß man jetzt auch nicht, was bedeutender ist: die Idee einer Hertz-Schulen-Sporthalle an sich oder ihre profane gebäudliche Manifestation. Institutionell gesehen spiele ich ja schon dort Volleyball, wo Jochen Schmidt mal Schüler war. Genau wie übrigens Gregor Gysi, Jürgen Kuttner, Jakob Hein, Tamara Danz und Klaus Lederer, wie ich dank Wikipedia jetzt auch weiß.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/rudimeierkurs.jpg"><img class="size-full wp-image-1651 aligncenter" alt="rudimeierkurs" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/rudimeierkurs.jpg" width="620" height="310" /></a></p>
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		<title>Am Randrillenrand</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Oct 2013 17:19:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
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		<description><![CDATA[BERLINER SZENE über eine die letzten Tage der Wespen in Berlin.(aus der taz vom 14. Oktober 2013) Auch an den letzten warmen Tagen in Berlin kommt die U-Bahn bei mir nicht alle vier Minuten vorbei, denn ich sitze vorm falschen Café. Dafür]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>BERLINER SZENE über eine die letzten Tage der Wespen in Berlin.<strong><img title="Weiterlesen …" alt="" src="http://michaelbrake.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" /><span id="more-1623"></span>(aus der <a href="http://taz.de/Berliner-Szenen/!125456/" target="_blank">taz</a> vom 14. Oktober 2013)</strong></h3>
<p>Auch an den letzten warmen Tagen in Berlin kommt die U-Bahn bei mir nicht alle vier Minuten vorbei, denn ich sitze vorm falschen Café. Dafür kommt alle vier Sekunden eine Wespe vorbei – die Mädchen am Nebentisch reden auch über nichts anderes. Ich verstehe diese Wespenpanik nicht, dieses „Mach das weg, mimimi“ und das „Jetzt NICHT bewegen“ und das „Ganz vorsichtig!“ und das „Neiiihiiin, mach sie nicht auch noch sauer!“. Man muss doch nur stillhalten.</p>
<p>„Bonjour“, sagt der Kellner und spricht dann auf Fränkisch weiter. Es ist noch schön warm in der Nachmittagssonne und ich lese zum Frühstück das neue <em>Strapazin</em>. Na ja, eigentlich bin ich dauernd abgelenkt und schaue Dinge im Handy nach oder mache Fotos. Ob es schon Cafés mit Instagramverbot gibt? Am anderen Nebentisch bestellt und isst ein Mann mit Anzug und Brille das Gulasch mit Spätzle in weniger als zehn Minuten. Er sieht dynamisch aus.</p>
<p>Die Wespen sind jetzt alle zu mir rübergeschwirrt. Ich schaue ihnen zu. Der Honig aus meinem Quark hat sich in die Randrille des runden Frühstücksbrettchens ergossen und mehrere Wespen sitzen am Randrillenrand und schlürfen wie Pferde am Ufer eines Baches. Manche Wespen kämpfen auch miteinander in der Luft, ihr Futter wird knapp, bald werden sie tot sein, alle. Das ist so traurig! Ich rette eine Wespe vom Grund meines Latte-macchiato-Glases, sie schüttelt sich und fliegt davon.</p>
<p>„Was muss ich denn eigentlich bestellen, wenn ich einen Kaffee mit Milch, aber ohne Schaum bestellen will“, fragt der Mann, der nun da sitzt, wo vorher der Gulaschmann war. „Einen Kaffee mit Milch ohne Schaum“, sagt der Kellner.</p>
<p>Wenig später fegt der Wind die Zeitung des Mannes auf die Straße, ein Krankenwagen überfährt sie. Ein Spatz mit weißen Sprenkeln auf dem Kopf hüpft unter den Tischen lang.</p>
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		<title>Karton auf dem Kopf</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Apr 2013 00:51:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
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		<description><![CDATA[BERLINER SZENE über eine Bücherlieferung nach Leipzig (aus der taz vom 17. April 2013) Vor einigen Wochen transportierte ich einen kleinen Pappkarton nach Hause, auf dem Fahrrad. Und als ich zu Hause ankam und das Rad im Hof abschließen wollte,]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>BERLINER SZENE über eine Bücherlieferung nach Leipzig <span id="more-1700"></span>(aus der <a href="http://taz.de/Berliner-Szenen/!114668/" target="_blank">taz</a> vom 17. April 2013)</h3>
<p>Vor einigen Wochen transportierte ich einen kleinen Pappkarton nach Hause, auf dem Fahrrad. Und als ich zu Hause ankam und das Rad im Hof abschließen wollte, hatte ich ein Problem, weil ich den Karton nicht auf den Boden stellen konnte, denn es lag Schnee, und er, also der Karton, nicht der Boden, ist ja aus Pappe und weicht dann durch.</p>
<p>Also setzte ich den Karton kurzerhand auf den Kopf, und während ich so abschloss, sah ich aus dem Augenwinkel, dass jemand aus dem Hinterhaus, wo ich auch wohne, kam und wort- und grußlos an mir vorbeilief. &#8220;Voll peinlich! Mich hier mit so einem Pappkarton auf dem Kopf zu erwischen&#8221;, dachte ich erst, war beim zweiten Nachdenken dann aber beruhigt. Er &#8211; oder sie &#8211; hatte mich vermutlich gar nicht erkannt. Denn zum Glück hatte ich einen Karton auf dem Kopf!</p>
<p>Den Karton hatte ich dabei, um Bücher zu verschicken, an Momox. Das ist ein Internetdienst, der alten Kram billig ankauft, eine Art Riesenantiquariat 2.0. Den gefüllten und verklebten Karton musste ich noch in einen Hermes-Paketshop bringen. Ich machte das auf dem Weg zum Bahnhof, von wo ich nach Leipzig zur Buchmesse fuhr. Ich fand den Paketshop erst nicht, und es war ein ziemliches Gehetze, aber irgendwie ging alles gut.</p>
<p>Am nächsten Tag musste ich feststellen, dass das Momox-Logistikquartier nicht nur ebenfalls in Leipzig liegt, sondern tatsächlich in einer riesigen Halle in direkter Nachbarschaft zum Messegelände. Ich hätte mir den Stress mit dem Hermes-Paketshop auch sparen können!</p>
<p>Später stellte ich mir vor, dass die Verlage nach der Buchmesse ihre abgegrabbelten Messeauslagen gar nicht mehr mit nach Hause nehmen, sondern einfach direkt rüber in die Momox-Halle karren und sich Centbeträge auszahlen lassen. Cut out the Middlemen! So wird die Buchbranche sicherlich noch ein, zwei Gnadenjahre länger überleben.</p>
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		<title>Swergie!!!</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Jan 2013 15:26:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
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		<description><![CDATA[BERLINER SZENE über eine PR-Einladung auf eine Fashionweekparty. (aus der taz vom 21. Januar 2013) Ich wurde zu einer schwedischen Fashion-Week-Party im Radialsystem eingeladen, von einer PR-Agentur. Es muss ein Versehen sein, ein Adressendreher oder so, denn ich verstehe überhaupt]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>BERLINER SZENE über eine PR-Einladung auf eine Fashionweekparty.<strong> <span id="more-1201"></span>(aus der <a href="http://www.taz.de/1/berlin/tazplan-kultur/artikel/?dig=2013%2F01%2F21%2Fa0170&amp;cHash=7566b7fb55143283a9dabc95bc870d1a" target="_blank">taz</a> vom 21. Januar 2013)</strong></h3>
<p>Ich wurde zu einer schwedischen Fashion-Week-Party im Radialsystem eingeladen, von einer PR-Agentur. Es muss ein Versehen sein, ein Adressendreher oder so, denn ich verstehe überhaupt nichts von Mode.</p>
<p>Aber egal, F. und ich sind früh da, holen uns die ersten Complimentary Drinks und informieren darüber eine gemeinsame Freundin via Facebookmobilchat. Sie ist auf Kur und bei ihr ist seit zwei Stunden Nachtruhe, außerdem hat sie gerade erfahren, dass der Mann einer Freundin mit einem Flugzeug in Mexiko verunglückt ist. Kann man denn heutzutage nicht mal mehr bedenkenlos in ein Sportflugzeug steigen?!? Der große Raum im Radialsystem füllt sich, wir kürzen über den Catwalk zu einer freien Stelle ab und dann singt schon das erste von mehreren Karin-Dreijer-Andersson-Soundalikes, über uns ein Mobilé aus Kronleuchtern.</p>
<p>Statt Kurschatten gibt es nur Kurpfuscher und die Anwendungen sind ein Witz, meldet der Facebookchat. Überall hängen Harlekine an den Wänden, und Paulo-Coelho-Sprüche. Selbst die Therapeutin spricht in Autoaufklebern! Bei uns tragen dafür sämtliche Männer Bärte und Beanies. Der Moscow Mule heißt Stockholm Mule und unser Drink, angeblich ein Cape Cod, schmeckt wie Solero-Eis. Wir verpassen die Modenschau, ich habe noch nie eine gesehen!, weil wir im einer orientalischen Shishaplüschlandschaft nachempfundenen Raucherbereich auf neue Drinks warten. Wer wusste alles, dass Absolut Vodka aus Schweden kommt?</p>
<p>Die Party war übrigens von Swergie. Swergie. Geile Sache. Ich weiß nicht genau, was Swergie ist oder macht, aber, hey: Swergie, love it! Oder was ich eigentlich sagen will: Liebe PR-Hasen, bitte ladet mich weiterhin zu allem ein, wo es Complimentary Drinks und bizarre Menschen gibt. Swergie! brake@taz.de. Swergie! Bitte. Danke. Swergie!!!</p>
<h3><strong><a href="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/fashionweek_swergie.jpg"><img title="fashionweek_swergie" alt="" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/fashionweek_swergie.jpg" width="620" height="618" /></a></strong></h3>
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		<title>Was macht Luther?</title>
		<link>http://michaelbrake.de/2012/08/06/was-macht-luther/</link>
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		<pubDate>Mon, 06 Aug 2012 01:02:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
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		<description><![CDATA[BERLINER SZENE über Kirchenaustrittsdiskussionen in der S-Bahn. (aus der taz vom 6. August 2012) „Es geht ums Prinzip. Ich zahl den Mongos doch nix!“ Es geht um die Kirche. In der S-Bahn. Drei Wilmersdorf-Boys diskutieren. Beziehungsweise: Zwei geben Stichwörter, einer]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>BERLINER SZENE über Kirchenaustrittsdiskussionen in der S-Bahn.<span id="more-1706"></span> (aus der taz vom 6. August 2012)</h3>
<p>„Es geht ums Prinzip. Ich zahl den Mongos doch nix!“ Es geht um die Kirche. In der S-Bahn. Drei Wilmersdorf-Boys diskutieren. Beziehungsweise: Zwei geben Stichwörter, einer proklamiert. „Eine Organisation, die sich nur von Steuergeldern finanziert, gehört abgeschafft!“ Und: „Die schreiben mir ständig Briefe. Das ist auch voll dreist.“</p>
<p>Er sei eh schon ausgetreten, automatisch, mit seinem Vater, meint einer der beiden anderen. Die Konfirmation mache man doch eh nur wegen des Geldes, sagt der Dritte. „Aber wenn du konfirmiert bist, bist du katholisch?“, fragt der Zweite. „Nein, Mann! Bist du dumm? Evangelisch. Katholiken werden kommuniert.“ „Aber Katholiken ist der Papst, oder? Wen haben die anderen denn dann? Luther?“</p>
<p>Das weiß jetzt keiner so genau. Und was ist eigentlich los mit Luther? Vielleicht lebt der ja noch. Auf dem Mond, genau wie Hitler. Obwohl, Luther, nein, der lebt doch eher in der Hohlwelt. Da wird man ja auch 500 Jahre alt. Passt also.</p>
<p>Doch zurück zum Austritt. Ein Problem dabei sei nämlich, dass die Kirchensteuer auch auf der Lohnsteuerkarte oder so vermerkt ist. Der Arbeitgeber sieht das also und in Bundesländern wie Bayern und Baden-Württemberg muss man in der Kirche sein. Sonst kriegt man keinen Job. Wirklich? Wirklich! Einem ehemaligen WG-Mitbewohner sei das passiert. „Die rasten da völlig aus.“ Na ja. „Bayern. Weißt du doch, dass die da anders ticken.“</p>
<p>Um wie viel Geld geht es eigentlich? So hoch sei die Kirchensteuer doch gar nicht. Diverse umständliche Erklärungen zu progressiven Steuersätzen und Freibeträgen später steht das Fazit: Kein anderes Land auf der Welt erhebt seine Kichensteuer einkommensbasiert. „Glaub ich nicht“, sagt der Zweite. „Komm, wir wetten um einen Kasten Bier.“ “Um Warsteiner. Das ist gerade bei Netto im Angebot.“</p>
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		<title>Jeder kann malen</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Aug 2012 10:50:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
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		<description><![CDATA[BERLINER SZENE über die coolste Achtjährige der Welt. (aus der taz vom 1. August 2012) Im Zug von Berlin nach Hannover. Vater, Typ Oliver Korittke, sieht recht verkatert aus. Tochter, etwa acht Jahre, eher so Pippi-Langstrumpf-Style. Tochter: Was soll ich]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>BERLINER SZENE über die coolste Achtjährige der Welt.<span id="more-1763"></span> (aus der taz vom 1. August 2012)</strong></p>
<p><i>Im Zug von Berlin nach Hannover. Vater, Typ Oliver Korittke, sieht recht verkatert aus. Tochter, etwa acht Jahre, eher so Pippi-Langstrumpf-Style.</i></p>
<p><strong>Tochter: Was soll ich malen?</strong></p>
<p>Vater: Mal doch mal Angela Merkel. Die Bundeskanzlerin.</p>
<p><strong>Nee, ich male keine Menschen. Und auch keine Tiere. Und keine Fabelwesen. Ich mal lieber eine Landschaft. Zum Beispiel einen Wald.</strong></p>
<p>Ja, mal doch einen Wald.</p>
<p><strong>Und wie soll ich den Wald malen? Von oben? Oder von mittendrin? Oder &#8230;</strong></p>
<p>&#8230;</p>
<p><strong>Papa! Wie soll ich den Wald malen!? Von oben, von mittendrin &#8230;</strong></p>
<p>Von mittendrin. Von oben sieht das so langweilig aus.</p>
<p><strong></strong><em>(Das Mädchen malt einen Baum)</em></p>
<p><em></em><strong>Papa, Du sollst auch mitmalen.</strong></p>
<p><strong></strong>Nee, ich hab jetzt echt keinen Bock</p>
<p><strong></strong><strong>(<em>flüstert</em>) Sonst schrei ich ganz laut!</strong></p>
<p><strong></strong>Aber ich kann das nicht so gut. Wenn ich da jetzt was male, sieht das alles blöd aus.</p>
<p><strong></strong><strong>Dann sieht es halt blöd aus.</strong></p>
<p><strong></strong>Ich will aber nicht dein schönes Bild doofmalen.</p>
<p><strong></strong><strong>Dann mal ich es halt nochmal.</strong></p>
<p><strong></strong>Man kann auch gar nicht zu mehreren malen. Malen macht man alleine.</p>
<p><strong></strong><strong>Stimmt gar nicht! Man kann auch zu zweit malen, oder zu dritt oder zu viert&#8230;</strong></p>
<p><strong></strong>Mach dir mal ne Haarspange rein, damit du wieder aussiehst wie ein Mensch.</p>
<p><strong></strong><strong>Du sollst jetzt mit mir malen.</strong></p>
<p><strong></strong>Ich kann aber nicht malen.</p>
<p><strong></strong><strong>Jeder kann malen! Jeder kann malen! Das hat meine Kunstlehrerin gesagt.</strong></p>
<p><strong></strong>Als Kind habe ich gern gemalt. Aber durch den Kunstunterricht hatte ich keine Lust mehr. Da wurde einem immer gesagt, du sollst das malen und du sollst so malen. Dabei sollte man malen, worauf man Lust hat. Das kannst du deiner Kunstlehrerin mal sagen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Enttäuschte Liebe</title>
		<link>http://michaelbrake.de/2012/05/12/enttauschte-liebe/</link>
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		<pubDate>Sat, 12 May 2012 13:44:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
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		<description><![CDATA[BERLINER SZENE über einen kurzen Flirt mit Hertha BSC. (aus der taz vom 12. Mai 2012)  Letzten Samstag hatte mich schlagartig eine unerklärliche Zuneigung zu Hertha BSC ereilt. Dieser zarte Spross musste gepflegt werden! Also ging ich mit einem Freund]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><strong><a href="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/hertha_fortuna.jpg"><br />
</a>BERLINER SZENE über einen kurzen Flirt mit Hertha BSC. <span id="more-531"></span>(aus der <a href="http://www.taz.de/1/berlin/tazplan-kultur/artikel/?dig=2012%2F05%2F12%2Fa0256&amp;cHash=dccd001ec1" target="_blank">taz</a> vom 12. Mai 2012)</strong> <strong><br />
</strong></h3>
<p><img class="size-full wp-image-532 alignnone" title="hertha_fortuna" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/hertha_fortuna.jpg" alt="" width="620" height="350" /></p>
<p>Letzten Samstag hatte mich schlagartig eine unerklärliche Zuneigung zu Hertha BSC ereilt. Dieser zarte Spross musste gepflegt werden! Also ging ich mit einem Freund zum Relegationsspiel gegen Fortuna Düsseldorf ins Olympiastadion &#8211; wo wir seit Jahren nur waren, wenn es galt, Werder Bremen beim Auswärtsspiel zu unterstützen.</p>
<p>Wir sind so pünktlich da, dass wir uns noch Wurst und Bier kaufen können. Als die Aufstellung vorgelesen wird, ist es fast voll. Ich rufe, na ja: spreche die Nachnamen mit. Hey, irgendwie ist das nach elf Jahren ja auch ein wenig <em>meine</em> Stadt. Und einen Verein, den Campino unterstützt, wer wollte den schon in der ersten Liga haben?</p>
<p>Hertha spielt besser. Hertha macht das 1:0. Neuer Spielstand? Hertha: EIIIIIIIIIINS. Düsseldorf: NUUUUUUUULLLL. Etwas schade ist, dass Fangesänge der Düsseldorfer immer nur mit Pfiffen übertönt werden, statt mit Gesängen. Aber jetzt nicht nörgelig werden. Ha-ho-he!</p>
<p>In der zweiten Hälfte fällt dann recht überraschend der Ausgleich. Egal. Weiter! Hinter uns rennt Polizei in den Oberrang. Ein Mann mit Blut im Gesicht wird abgeführt. Etwas mehr als 10 Minuten später macht Düsseldorf das 2:1, per Eigentor. Das Stadion ist still. Die Mannschaft reagiert nicht. Die Hertha-Ostkurve ist nicht mehr vorhanden. Eventuell ein Streik, weil sie Manager Preetz weghaben wollen? Die Fortuna-Fans hüpfen, sie singen &#8220;You&#8217;ll never walk alone&#8221;.</p>
<p>Noch drei Minuten. Die Leute verlassen das Stadion. &#8220;Immerhin ist der Preetz dann wirklich weg&#8221;, sagt hinter mir jemand. Der Stadionsprecher fordert zum Jubeln auf. Die Ostkurve bleibt stumm. Es ist zum Verzweifeln.</p>
<p>Vorbei. Chancen im Rückspiel: gegen Null. Im Stadion läuft &#8220;Bitter Sweet Symphony&#8221;. Ich nehme eine von den vielen kleinen Hertha-Fahnen mit, die vorhin noch geschwenkt wurden. Die können meine Katzen jetzt zerfetzen.</p>
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		<title>Drei Straßen weiter</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Apr 2012 14:59:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
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		<description><![CDATA[BERLINER SZENE über die Begegnung mit einer alten Frau (aus der taz vom 20. April 2012) Vor dem Kiosk steht auf einmal ein Obststand. Wie nett. Obwohl. Gehört der zu den Dreharbeiten, die gerade in unserer Straße laufen? Seid ihr echt oder]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><strong>BERLINER SZENE über die Begegnung mit einer alten Frau <span id="more-362"></span>(aus der <a href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=ku&amp;dig=2012%2F04%2F20%2Fa0165&amp;cHash=f31e769cc5">taz</a> vom 20. April 2012)</strong></h3>
<p>Vor dem Kiosk steht auf einmal ein Obststand. Wie nett. Obwohl. Gehört der zu den Dreharbeiten, die gerade in unserer Straße laufen? Seid ihr echt oder vom Film, frage ich. Vom Film. Na gut.</p>
<p>Eigentlich wollte ich auch nur zum Bäcker, aber vorm Edeka spricht mich eine Frau an. Im Rollstuhl, mit weißem Haar, ich habe sie schon mal gesehen. Ja? Ich bin etwas genervt, weil ich denke, sie will Kleingeld. Doch sie fragt, ob ich sie ein Stück schieben kann. Na gut, ich habe nichts zu tun. Also bringe ich sie bis zu ihrer Wohnung, drei Straßen. Sie könne mir kein Geld geben, sagt sie. Ich würde auch keins nehmen, sage ich.</p>
<p>Sie sei auf einer Kreuzung vom Fahrrad gefallen und habe vor Schreck einen Schlaganfall bekommen. Danach lag sie ein Jahr im Krankenhaus. Ihre Tochter wohnt zum Glück gleich um die Ecke. Und Sie sind auch gebürtiger Berliner?, fragt sie. Ich sage, dass ich aus Oldenburg komme. Ob wir immer noch die 2900 hätten? Früher war sie Finanzbuchhalterin, da kennt man die untergegangenen Postleitzahlen der BRD. Nein, wir haben jetzt was mit 26 und die Nullen haben sie uns weggenommen.</p>
<p>Sie grüßt mehrere Leute. Ein Mann sagt: Schneller. Der hat sie auch mal geschoben, aber als sie ihn bat, langsamer zu sein, hat er sie stehen lassen. Ein anderer war so eifrig, dass er an einer Bordsteinkante zu schnell war und sie aus dem Rollstuhl gepurzelt ist.</p>
<p>An ihrem Haus hat irgendwer ihren Namen in Holzbuchstaben über die Tür gehängt. Wir fahren mit dem Fahrstuhl hoch. Ich schiebe sie in die Wohnung, an den Tisch, auf dem Zeitungen liegen. Hat sie keine Angst, dass ich sie jetzt ausraube? Sie hat sogar einen Balkon, aber da kann sie nicht drauf, weil der Türrahmen zu hoch ist. Als ich gehe, entschuldigt sie sich.</p>
<p>Auf dem Rückweg kaufe ich Balkonblumen. Das hatte ich schon so lange vor, aber war vorher nie an dem Laden vorbeigekommen.</p>
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		<title>Bahnfahren ist schön</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Aug 2011 15:09:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
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		<description><![CDATA[BERLINER SZENE über die guten und schlechten Seiten einer Regionalbahnfahrt am frühen Montagmorgen (aus der taz vom 30. August 2011) Ich habe grundsätzlich nicht gegen – und das wird man ja wohl noch sagen dürfen!  – die Deutsche Bahn. Im Gegenteil, viele]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><strong>BERLINER SZENE über die guten und schlechten Seiten einer Regionalbahnfahrt am frühen Montagmorgen <span id="more-371"></span>(aus der <a href="http://www.taz.de/1/berlin/tazplan-kultur/artikel/?dig=2011/08/30/a0156&amp;cHash=9da5065340" target="_blank">taz</a> vom 30. August 2011)</strong></h3>
<div>
<p>Ich habe grundsätzlich nicht gegen – und das wird man ja wohl noch sagen dürfen!  – die Deutsche Bahn. Im Gegenteil, viele meiner besten Freunde fahren Bahn, und außerdem ist Bahn-Bashing ungefähr so kreativ wie Prenzlauer-Berg-Bashing oder Mario-Barth-Bashing.</p>
<p>Aber. Aber! Was soll der Unsinn, dass in jedem Intercity nur ein rundes Bäckerdutzend Fahrradplätze installiert sind, und die muss man auch noch reservieren, und anders geht es nicht? Hallo, grüne Republik, oder was? Ferienzeit? Geht&#8217;s noch? Da ist sie wieder, diese Unservicementalität (und an dieser Stelle schöne Grüße an die blonde Mitarbeiterin von Schalter 7, Ostbahnhof), die schon Mark Twain zu seinem Bonmot veranlasste, die DB sei &#8220;die DDR des Personenverkehrs&#8221;. Oder war das Gustav Stresemann?</p>
<p>Statt in einem Rutsch und in 3:33 Stunden fahre ich nach Osnabrück nun also mit Umstiegen in Magdeburg und Braunschweig in 6:44 Stunden. Kann man machen. Genau wie seinen Urlaub an einem Montagmorgen um acht Uhr in einem voll besetzten Pendlerzug zu beginnen. Ein wenig wehmütig schaue ich von der Bahntrasse hinab aufs Kater Holzig, wo am Ufer noch die Reste des Wochenendes rumhängen. Mir gegenüber sitzt ein Polizist, der ab und zu wegdöst. Ist das legitim, wenn man eine Dienstwaffe im Halfter trägt? Ist die geladen?</p>
<p>In Potsdam setzt sich der Polizist mit formaler Geste seine Mütze auf den Kopf und steigt aus. Der ganze Zug leert sich abrupt. Kurze Zeit später erreichen wir Werder, dort, wo die Havel am haveligsten ist, ein Ort, den ich bisher nur von den Baumblütenfestplakaten kannte und immer schon mal sehen wollte. War es also doch zu was gut, das mit den Fahrradstellplätzen.</p>
<p>Langsam rollt der RE 18112 aus dem Sendegebiet der Berliner Szenen. Ich lege meine Füße hoch. Bahnfahren ist schön.</p>
</div>
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		<title>Dringliche Pariser</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Jun 2010 11:53:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
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		<description><![CDATA[BERLINER SZENE über Bedürfnisse im Spätkauf. (aus der taz vom 12. Juni 2010) Im 24-Stunden-Internet-Telecafé-Kiosk mit angeschlossenem Spielautomatenraum am Kottbusser Damm, Kreuzbergseite, blockiert gegen zwei Uhr nachts ein Endzwanziger den Bierkühlschrank. Bestückt mit drei Kölsch, zwei Pils und einer Flasche]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><strong>BERLINER SZENE über Bedürfnisse im Spätkauf. <span id="more-445"></span>(aus der <a href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=ku&amp;dig=2010%2F06%2F12%2Fa0256&amp;cHash=e9556f761a" target="_blank">taz</a> vom 12. Juni 2010)</strong></h3>
<p>Im 24-Stunden-Internet-Telecafé-Kiosk mit angeschlossenem Spielautomatenraum am Kottbusser Damm, Kreuzbergseite, blockiert gegen zwei Uhr nachts ein Endzwanziger den Bierkühlschrank. Bestückt mit drei Kölsch, zwei Pils und einer Flasche Sekt geht er schließlich zur Kasse.</p>
<p>Ob man hier eigentlich auch Kondome kaufen könne, fragt er leise beim Bezahlen. Nein, das könne man nicht. Das wäre aber mal eine Marktlücke! Ja, stimmt wohl, aber hier gebe es trotzdem keine. Es wäre doch aber wirklich eine Marktlücke! Er sei nicht für den Einkauf zuständig, sagt schließlich der komplett unempathische Verkäufer. Irgendwelche alternativen Vorschläge? Habe er auch keine.</p>
<p>Früher hätte man die benachbarte Filiale der Sexshop-Kette &#8220;Erdbeermund&#8221;, Ecke Schönleinstraße, empfehlen können, aber die musste inzwischen schließen. An ihrer Stelle hat ein weiteres Puzzleteil der Billigkleidungslädenmeile nördlicher Kottbusser Damm (&#8220;Mode aus Paris und London&#8221;) aufgemacht. Aber dem Mann kann trotzdem geholfen werden. Es gäbe da einen öffentlichen Kondomautomaten, in der Sanderstraße, werfe ich ein.</p>
<p>Ach, echt, ja? Wo denn, links oder rechts, vor oder hinter der Hobrechtstraße? Es ist offenbar wirklich dringend! Links, vorher. Man brauche aber drei Ein-Euro-Stücke, anders ginge es nicht. Ich muss das wissen, ich wohne im Nachbarhaus. Hektisch werden Ein-Euro-Stücke beim Verkäufer geordert, am besten gleich fünf, falls eins nicht passt. Und raus ist er.</p>
<p>Ich kaufe mein eigenes Bier und gehe langsam nach Hause. Schon von weitem höre ich das satte Geräusch der ausrastenden Metallschublade. Schnellen Schrittes kommt mir der Mann entgegen. Er wirkt jetzt noch aufgeregter. Alles geklappt? Alles geklappt! Aber, ruft er mir noch mit triumphschwangerer Stimme hinterher, eines der Ein-Euro-Stücke hätte wirklich nicht gepasst.</p>
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