<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Michael Brake &#187; Berlin</title>
	<atom:link href="http://michaelbrake.de/category/berlin/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://michaelbrake.de</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Thu, 31 Jan 2019 00:16:17 +0000</lastBuildDate>
	<language></language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.2</generator>
		<item>
		<title>So wie einst Jochen Schmidt</title>
		<link>http://michaelbrake.de/2013/10/21/so-wie-einst-jochen-schmidt/</link>
		<comments>http://michaelbrake.de/2013/10/21/so-wie-einst-jochen-schmidt/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 21 Oct 2013 18:44:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Berliner Szene]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[taz]]></category>
		<category><![CDATA[Gregor Gysi]]></category>
		<category><![CDATA[Jochen Schmidt]]></category>
		<category><![CDATA[Schulsport]]></category>
		<category><![CDATA[Tamara Danz]]></category>
		<category><![CDATA[Turnhalle]]></category>
		<category><![CDATA[Volleyball]]></category>
		<category><![CDATA[Wikipedia]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://michaelbrake.de/?p=1650</guid>
		<description><![CDATA[BERLINER SZENE über eine prominente Volleyballhalle (aus der taz vom 21. Oktober 2013) Jahrelang dachte ich, Jochen Schmidt, also der Lesebühnen-Schmidt, der Müller-haut-uns-raus-Schmidt, seit Neuestem auch der Schneckenmühle-Schmidt, also der Damals-im-Osten-war-ich-auch-zu-schüchtern-Frauen-anzusprechen-Jochen-Schmidt halt, hätte in meiner Volleyballhalle früher Schulsport gehabt. Die]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>BERLINER SZENE über eine prominente Volleyballhalle <span id="more-1650"></span>(aus der <a href="http://taz.de/Berliner-Szenen/!125979/" target="_blank">taz</a> vom 21. Oktober 2013)</h3>
<p>Jahrelang dachte ich, Jochen Schmidt, also der Lesebühnen-Schmidt, der Müller-haut-uns-raus-Schmidt, seit Neuestem auch der Schneckenmühle-Schmidt, also der Damals-im-Osten-war-ich-auch-zu-schüchtern-Frauen-anzusprechen-Jochen-Schmidt halt, hätte in meiner Volleyballhalle früher Schulsport gehabt.</p>
<p>Die Halle gehört zum Heinrich-Hertz-Gymnasium an der Rigaer Straße und ist so klein, dass man an allen vier Feldseiten nur einen halben Meter Auslauf hat und der Ball dauernd an die Decke prallt, aber den Kurs besuche ich trotzdem furchtbar gern, schon seit zwölf Jahren jeden möglichen Montagabend. Er ist das einzige konstante Element in meinem Leben.</p>
<p>Als ich dann neulich mit M. chattete, erzählte sie von einem Tischfußballkurs an der FU. Wir kamen über die hohe Kursgebühr auf die generell hohen FU-Hochschulsport-Preise zur unterschiedlichen Sportstättenlage im Vergleich zur HU. Und ich erzählte von besagter Halle, in der aber ja – immerhin – früher auch Jochen Schmidt Schulsport hatte. Vermutlich wurde er dort immer als Vorletzter in die Mannschaften gewählt, also so würde er das jedenfalls erzählen. Und heute spielt er Fußball-Nationalmannschaft, nur die der Autoren zwar, aber immerhin.</p>
<p>Um sicherzugehen, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich-Hertz-Gymnasium_%28Berlin%29" target="_blank" shape="rect">wikipedierte</a> ich die Information aber noch mal und musste dann feststellen, dass das Hertz-Gymnasium erst 1993 in die Rigaer gezogen war. Schmidt hatte aber schon 1989 Abitur gemacht. Wikipedia, die alte Spielverderberkuh.</p>
<p>Obwohl … weiß man jetzt auch nicht, was bedeutender ist: die Idee einer Hertz-Schulen-Sporthalle an sich oder ihre profane gebäudliche Manifestation. Institutionell gesehen spiele ich ja schon dort Volleyball, wo Jochen Schmidt mal Schüler war. Genau wie übrigens Gregor Gysi, Jürgen Kuttner, Jakob Hein, Tamara Danz und Klaus Lederer, wie ich dank Wikipedia jetzt auch weiß.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/rudimeierkurs.jpg"><img class="size-full wp-image-1651 aligncenter" alt="rudimeierkurs" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/rudimeierkurs.jpg" width="620" height="310" /></a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://michaelbrake.de/2013/10/21/so-wie-einst-jochen-schmidt/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Am Randrillenrand</title>
		<link>http://michaelbrake.de/2013/10/14/am-randrillenrand/</link>
		<comments>http://michaelbrake.de/2013/10/14/am-randrillenrand/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 14 Oct 2013 17:19:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Berliner Szene]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Tiere]]></category>
		<category><![CDATA[Café]]></category>
		<category><![CDATA[Spätsommer]]></category>
		<category><![CDATA[Wespen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://michaelbrake.de/?p=1623</guid>
		<description><![CDATA[BERLINER SZENE über eine die letzten Tage der Wespen in Berlin.(aus der taz vom 14. Oktober 2013) Auch an den letzten warmen Tagen in Berlin kommt die U-Bahn bei mir nicht alle vier Minuten vorbei, denn ich sitze vorm falschen Café. Dafür]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>BERLINER SZENE über eine die letzten Tage der Wespen in Berlin.<strong><img title="Weiterlesen …" alt="" src="http://michaelbrake.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" /><span id="more-1623"></span>(aus der <a href="http://taz.de/Berliner-Szenen/!125456/" target="_blank">taz</a> vom 14. Oktober 2013)</strong></h3>
<p>Auch an den letzten warmen Tagen in Berlin kommt die U-Bahn bei mir nicht alle vier Minuten vorbei, denn ich sitze vorm falschen Café. Dafür kommt alle vier Sekunden eine Wespe vorbei – die Mädchen am Nebentisch reden auch über nichts anderes. Ich verstehe diese Wespenpanik nicht, dieses „Mach das weg, mimimi“ und das „Jetzt NICHT bewegen“ und das „Ganz vorsichtig!“ und das „Neiiihiiin, mach sie nicht auch noch sauer!“. Man muss doch nur stillhalten.</p>
<p>„Bonjour“, sagt der Kellner und spricht dann auf Fränkisch weiter. Es ist noch schön warm in der Nachmittagssonne und ich lese zum Frühstück das neue <em>Strapazin</em>. Na ja, eigentlich bin ich dauernd abgelenkt und schaue Dinge im Handy nach oder mache Fotos. Ob es schon Cafés mit Instagramverbot gibt? Am anderen Nebentisch bestellt und isst ein Mann mit Anzug und Brille das Gulasch mit Spätzle in weniger als zehn Minuten. Er sieht dynamisch aus.</p>
<p>Die Wespen sind jetzt alle zu mir rübergeschwirrt. Ich schaue ihnen zu. Der Honig aus meinem Quark hat sich in die Randrille des runden Frühstücksbrettchens ergossen und mehrere Wespen sitzen am Randrillenrand und schlürfen wie Pferde am Ufer eines Baches. Manche Wespen kämpfen auch miteinander in der Luft, ihr Futter wird knapp, bald werden sie tot sein, alle. Das ist so traurig! Ich rette eine Wespe vom Grund meines Latte-macchiato-Glases, sie schüttelt sich und fliegt davon.</p>
<p>„Was muss ich denn eigentlich bestellen, wenn ich einen Kaffee mit Milch, aber ohne Schaum bestellen will“, fragt der Mann, der nun da sitzt, wo vorher der Gulaschmann war. „Einen Kaffee mit Milch ohne Schaum“, sagt der Kellner.</p>
<p>Wenig später fegt der Wind die Zeitung des Mannes auf die Straße, ein Krankenwagen überfährt sie. Ein Spatz mit weißen Sprenkeln auf dem Kopf hüpft unter den Tischen lang.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://michaelbrake.de/2013/10/14/am-randrillenrand/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Don&#8217;t step on the Fußboden</title>
		<link>http://michaelbrake.de/2013/05/21/dont-step-on-the-fussboden/</link>
		<comments>http://michaelbrake.de/2013/05/21/dont-step-on-the-fussboden/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 21 May 2013 10:27:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgehen und Rumstehen]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[taz]]></category>
		<category><![CDATA[Futuro-Haus]]></category>
		<category><![CDATA[Kanu]]></category>
		<category><![CDATA[Spreepark]]></category>
		<category><![CDATA[Spuk unterm Riesenrad]]></category>
		<category><![CDATA[The XX]]></category>
		<category><![CDATA[Tischtennis]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://michaelbrake.de/?p=1757</guid>
		<description><![CDATA[AUSGEHEN UND RUMSTEHEN mit ostdeutschen Bootsverleihern, dem Knie eines schlafenden Riesen und der schüchternsten Stadionrockband der Welt.(aus der taz vom 21. Mai 2013) Als es dunkel wird am Freitag, machen sie schon den Lichtcheck für das The-XX-Konzert am nächsten Tag. Dicke weiße und violette]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><strong>AUSGEHEN UND RUMSTEHEN mit ostdeutschen Bootsverleihern, dem Knie eines schlafenden Riesen und der schüchternsten Stadionrockband der Welt.<span id="more-1757"></span>(aus der taz vom 21. Mai 2013)</strong></h3>
<p>Als es dunkel wird am Freitag, machen sie schon den Lichtcheck für das The-XX-Konzert am nächsten Tag. Dicke weiße und violette Strahlen steigen aus dem Spreepark in den Himmel, und vom Biergarten auf der Insel, die nicht mehr Insel der Jugend heißt, haben wir einen optimalen Blick. Der Bootsverleiher spielt mit seinem Sohn Tischtennis, mit dem Halstuch, dem Ostakzent und der naturbelassenen Art wirkt er wie aus einem DDR-Ferienlager übrig geblieben, und dann sagt er seinem Sohn auch noch, es sei jetzt schon halb zehn, und er könne jetzt leider nicht mehr „Spuk unterm Riesenrad“ gucken.</p>
<p>Vorher hatte er uns ein Kanu geliehen, und wir waren fast bis Niederschöneweide gepaddelt bis zu einem grünen Hügel am rechten Ufer, der aussieht wie das Knie eines schlafenden Riesen. Auf dem Weg mussten wir einem Kohlefrachter und den Schnüren von Anglerfossilen ausweichen, wir sahen vier Reiher neben der Wasserschutzpolizeiwache, jeder von ihnen stand in einer anderen Haltung, wir kamen am Zementwerk vorbei und am Futuro-Haus, das wie ein Ufo mit Facettenbullaugen in einer Kleingartensiedlung steht, davor eine Hollywoodschaukel. Hinten sitzt in einem Kanu, wer schwerer ist und wer es besser kann, hatte uns der Bootsverleiher erklärt. Und weil das bei uns nicht deckungsgleich war, sitze ich vorn. Ich bin ja auch gar nicht sooo viel schwerer als A.</p>
<div>Am nächsten Tag sitze ich dann hinten im Bus 265 und fahre Richtung Spreepark, zum „Night + Day“-Festival. Es ist brechend voll, denn viele haben den Regen abgewartet, mir tun die Vorbands leid, die am frühen Nachmittag gespielt haben. Wir brauchen quälend lang, der Bus wird voller und voller, und dauernd stehen Leute in den Türen beim Losfahren. „Don&#8217;t step on the Fußboden“, sagt der Busfahrer. „The last door auch zumachen.“ Alle lachen.</div>
<p>Der Bus war nur ein Trainingslager für das Festivalgelände. An allen Essens- und Getränkeständen steht man mehr als eine halbe Stunde an, die Veranstalter haben viel zu viele Karten verkauft und so den letzten Tropfen Zauber aus dem Spreepark gemolken. Vom Flair des stillgelegten Vergnügungsparks kriegt man wenig mehr mit als beim Blick über den Zaun, ein paar Pappmaschee-Dinosaurier, irgendwo ein Karussell und in der Ferne das Riesenrad, das sich langsam wie ein Stundenzeiger dreht. Weil da Besucher erst raufgeklettert und dann runtergefallen sind, muss ein Teil des Geländes gesperrt werden. Eine Menschentraube sammelt sich, keiner weiß irgendwas. „Ey, ich hab 80 Euro bezahlt, ich will die DJs sehen“, sagt eine Besucherin. „Ey, ich verdien hier heute nur 80 Euro“, sagt der Security-Mensch.</p>
<p>Sonst ist das Publikum dezent, wenig Leute mit Bärchenkapuzen, und ich bin heilfroh, nicht diese bordeauxrote H+M-Kapuzenjacke mit den weißen Bändchen zu tragen, die auch hier wieder mindestens sieben Männer anhaben. Angenehm auch, mit welcher Seelenruhe das Grillstandpersonal die Massen abfertigt. „Nicht so viel Ketchup nehmen, das macht dick“, sagt der Bratwurstmeister, die Schürze spannt über seinem Bauch. Als The XX endlich spielen, entschädigt das Konzert für alles. Die Stimme von Oliver Sim füllt den gesamten Plänterwald und bricht sich an diesen fantastischen Riesenpappeln. The XX sind die schüchternste Stadionrockband der Welt. Was für ein schöner Superlativ!</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://michaelbrake.de/2013/05/21/dont-step-on-the-fussboden/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Eine Zuflucht für verlorene Seelen</title>
		<link>http://michaelbrake.de/2013/03/26/eine-zuflucht-fuer-verlorene-seelen/</link>
		<comments>http://michaelbrake.de/2013/03/26/eine-zuflucht-fuer-verlorene-seelen/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 26 Mar 2013 11:27:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgehen und Rumstehen]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[taz]]></category>
		<category><![CDATA[David Bowie]]></category>
		<category><![CDATA[David Lynch]]></category>
		<category><![CDATA[Echo]]></category>
		<category><![CDATA[Galerie]]></category>
		<category><![CDATA[Hund]]></category>
		<category><![CDATA[Lana del Rey]]></category>
		<category><![CDATA[Lena Meyer-Landrut]]></category>
		<category><![CDATA[Musikpreis]]></category>
		<category><![CDATA[Performance]]></category>
		<category><![CDATA[Schlittschuhlaufen]]></category>
		<category><![CDATA[Smartphones]]></category>
		<category><![CDATA[Wikipedia]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://michaelbrake.de/?p=1758</guid>
		<description><![CDATA[AUSGEHEN UND RUMSTEHEN mit Lana, Lena, erogenen Zonen und der tollsten Iris-Heterochromie in der Berliner Kulturszene seit David Bowie. (aus der taz vom 26. März 2013) Fuck. Fuckfuckfuck. Es ist Donnerstag kurz vor Mitternacht, ich habe Kopfschmerzen, gerade wie im Wahn einen Text]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><strong>AUSGEHEN UND RUMSTEHEN mit Lana, Lena, erogenen Zonen und der tollsten Iris-Heterochromie in der Berliner Kulturszene seit David Bowie.<span id="more-1758"></span> </strong><strong>(aus der taz vom 26. März 2013)</strong></h3>
<p>Fuck. Fuckfuckfuck. Es ist Donnerstag kurz vor Mitternacht, ich habe Kopfschmerzen, gerade wie im Wahn einen Text fertig geschrieben und bin bei der Echoverleihung, also genauer: im Pressezentrum, wo sie erst die Stargäste an einer brüllenden Fotografenhorde vorbeigetrieben und danach die Preisverleihung auf einer großen Leinwand gezeigt haben. Und jetzt stelle ich fest, dass ich nicht auf die Aftershowparty gehen kann. Fuck.</p>
<p>Mir fehlt das richtige Bändchen, vom PR-Team ist nur noch die Praktikantin da und eigentlich hab ich es auch nicht verdient, dabei zu sein, denn auf dem roten Teppich, der in Wirklichkeit lila ist, hielt ich Rudolf Schenker für Peter Plate und den Sänger von Hurts für Dave Gahan.</p>
<p>Aber ich wollte doch auf der Party Lena del Rey abschleppen. Oder Lana Meyer-Landrut. Oder beide. Oder zumindest Freigetränke. Stattdessen fahre ich mit der letzten U-Bahn nach Hause. Fuck. Fuckfuckdoppelfuck.</p>
<p>Wenn das Wochenende schon so losgeht. Am Freitagabend habe ich immer noch Scheißlaune. Der Smartphoneakku ist fast alle, der Tabak ist krümelig und ich finde die bescheuerte Drecksgalerie in der doofen Schierker Straße nicht, weil nirgends ein Hinweis steht, dass die unten im Körnerpark ist. Der wurde übrigens unter Straßenniveau angelegt, damit es im Sommer angenehm kühl ist, erklärt mir M., die auch da ist. In der Wikipedia steht, der Park läge tiefer, weil er in eine Kiesgrube gebaut wurde. Aber M. ist dort im Kiez groß geworden und die Wikipedia nicht, also wem glaube ich wohl?</p>
<p>„Boah, hier sind so viele Frauen lesbisch!“, sagt irgendjemand. „Der Chef von der Thyssen-Krupp-Stiftung ist 99 und hat in der <i>Bild</i> gesagt, ich hör nicht auf“, sagt jemand anders. Die Ausstellung heißt „Erogenous Zone“, ich finde sie sehr lieblos und bin mir ziemlich sicher, dass das nicht bloß an meiner schlechten Laune liegt. Immerhin backt als Performance-Element eine mollige, nur mit einer Schürze bekleidete Frau mollige unbekleidete Teigfrauen, weswegen es die ganze Zeit gut riecht. Um Punkt zehn Uhr wird dann das Licht ausgemacht. Sind noch vierzig Leute im Ausstellungsraum, aber egal. Feierabend! Alle werden nebenan zur Party geschickt, hier braucht man kein Bändchen, hier will man aber auch keins.</p>
<p>Da fahre ich doch lieber in meine Lieblingsgalerie. Das Team Titanic fühlt sich an wie der „Drive“-Soundtrack, ein Ort, der verlorenen Seelen eine Zuflucht bietet. An diesem Abend vernissagiert Anna Kneer, sie hat eine Delegation Schweizer mitgebracht und ihre Mutter, die aussieht wie aus einem Lynchfilm. Kneer stellt kleinformatige wunderschöne Wolkenbilder aus, großformatige, äh, Farbflächendingse, mit blauen Kristallen überzogene Tiere, ein unverkäufliches ausgestopftes Frettchen. Die Galeristinnen mixen Drinks mit Titanic-Eiswürfeln, an einer Wand hängt eine Nasa-Eintrittskarte und mittendrin, mit der tollsten Iris-Heterochromie der Berliner Kulturszene seit David Bowie: Galeriehund Trotzki, halb Husky, halb Wolfshund, keine zwei Jahre alt, aber die Widerristhöhe eines Kutschpferdes und ein Kopf so groß wie meine beiden Katzen zusammen. Meine Katzen. Fuck. Ich habe ihren Geburtstag vergessen. Am vergangenen Montag sind sie vier geworden. Und warum fällt mir das gerade jetzt ein? Fuckfuckfuck.</p>
<p>Samstag ist alles viel besser, da gehe ich mit A. Schlittschuhlaufen. Wir stapfen durch die verlassenen Eiswüsten Hohenschönhausens, verirren uns in den Wellblechpalast, wo Eishockeyzwerge das „Gasag-U12-Turnier um den Clean-Rohr-Pokal“ ausspielen, und später zeigt A. mir, wie man rückwärts fährt, aber ich verstehe es nicht so ganz. Aber das macht mir nichts, denn A. ist schöner als Lena, Lana und alle anderen vom Echo zusammen. So geht es doch auch.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://michaelbrake.de/2013/03/26/eine-zuflucht-fuer-verlorene-seelen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Swergie!!!</title>
		<link>http://michaelbrake.de/2013/01/21/swergie/</link>
		<comments>http://michaelbrake.de/2013/01/21/swergie/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 21 Jan 2013 15:26:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Berliner Szene]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[taz]]></category>
		<category><![CDATA[Fashion Week]]></category>
		<category><![CDATA[Freigetränke]]></category>
		<category><![CDATA[Laufsteg]]></category>
		<category><![CDATA[Modebranche]]></category>
		<category><![CDATA[Party]]></category>
		<category><![CDATA[Radialsystem]]></category>
		<category><![CDATA[Schweden]]></category>
		<category><![CDATA[Wodka]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://michaelbrake.de/?p=1201</guid>
		<description><![CDATA[BERLINER SZENE über eine PR-Einladung auf eine Fashionweekparty. (aus der taz vom 21. Januar 2013) Ich wurde zu einer schwedischen Fashion-Week-Party im Radialsystem eingeladen, von einer PR-Agentur. Es muss ein Versehen sein, ein Adressendreher oder so, denn ich verstehe überhaupt]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>BERLINER SZENE über eine PR-Einladung auf eine Fashionweekparty.<strong> <span id="more-1201"></span>(aus der <a href="http://www.taz.de/1/berlin/tazplan-kultur/artikel/?dig=2013%2F01%2F21%2Fa0170&amp;cHash=7566b7fb55143283a9dabc95bc870d1a" target="_blank">taz</a> vom 21. Januar 2013)</strong></h3>
<p>Ich wurde zu einer schwedischen Fashion-Week-Party im Radialsystem eingeladen, von einer PR-Agentur. Es muss ein Versehen sein, ein Adressendreher oder so, denn ich verstehe überhaupt nichts von Mode.</p>
<p>Aber egal, F. und ich sind früh da, holen uns die ersten Complimentary Drinks und informieren darüber eine gemeinsame Freundin via Facebookmobilchat. Sie ist auf Kur und bei ihr ist seit zwei Stunden Nachtruhe, außerdem hat sie gerade erfahren, dass der Mann einer Freundin mit einem Flugzeug in Mexiko verunglückt ist. Kann man denn heutzutage nicht mal mehr bedenkenlos in ein Sportflugzeug steigen?!? Der große Raum im Radialsystem füllt sich, wir kürzen über den Catwalk zu einer freien Stelle ab und dann singt schon das erste von mehreren Karin-Dreijer-Andersson-Soundalikes, über uns ein Mobilé aus Kronleuchtern.</p>
<p>Statt Kurschatten gibt es nur Kurpfuscher und die Anwendungen sind ein Witz, meldet der Facebookchat. Überall hängen Harlekine an den Wänden, und Paulo-Coelho-Sprüche. Selbst die Therapeutin spricht in Autoaufklebern! Bei uns tragen dafür sämtliche Männer Bärte und Beanies. Der Moscow Mule heißt Stockholm Mule und unser Drink, angeblich ein Cape Cod, schmeckt wie Solero-Eis. Wir verpassen die Modenschau, ich habe noch nie eine gesehen!, weil wir im einer orientalischen Shishaplüschlandschaft nachempfundenen Raucherbereich auf neue Drinks warten. Wer wusste alles, dass Absolut Vodka aus Schweden kommt?</p>
<p>Die Party war übrigens von Swergie. Swergie. Geile Sache. Ich weiß nicht genau, was Swergie ist oder macht, aber, hey: Swergie, love it! Oder was ich eigentlich sagen will: Liebe PR-Hasen, bitte ladet mich weiterhin zu allem ein, wo es Complimentary Drinks und bizarre Menschen gibt. Swergie! brake@taz.de. Swergie! Bitte. Danke. Swergie!!!</p>
<h3><strong><a href="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/fashionweek_swergie.jpg"><img title="fashionweek_swergie" alt="" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/fashionweek_swergie.jpg" width="620" height="618" /></a></strong></h3>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://michaelbrake.de/2013/01/21/swergie/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Alphaalpakas und tanzende Hunde</title>
		<link>http://michaelbrake.de/2012/11/07/ein-tag-auf-der-heimtiermesse/</link>
		<comments>http://michaelbrake.de/2012/11/07/ein-tag-auf-der-heimtiermesse/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 07 Nov 2012 13:48:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Gebloggtes]]></category>
		<category><![CDATA[Tiere]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://michaelbrake.de/?p=1108</guid>
		<description><![CDATA[Der größte Hund steht vor dem Eingang. Er ist aus Hüpfburggummi und seine Pfote thront auf einer aufblasbaren Riesenkatzenfutterdose. Daneben verkaufen Männer Überraschungstüten für Katzen, Stückpreis 10 Euro. Es ist Heimtiermesse, zum achten Mal in Berlin, zum zweiten Mal im Velodrom. In den]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-1120" title="IF" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/tiermesse_4.jpg" alt="" width="620" height="310" /></p>
<p>Der größte Hund steht vor dem Eingang. Er ist aus Hüpfburggummi <span id="more-1108"></span>und seine Pfote thront auf einer aufblasbaren Riesenkatzenfutterdose. Daneben verkaufen Männer Überraschungstüten für Katzen, Stückpreis 10 Euro. Es ist Heimtiermesse, zum achten Mal in Berlin, zum zweiten Mal im Velodrom.</p>
<p>In den Gängen mischt sich der Tierfuttergeruch von Zoohandlungen mit Kaffee und Bockwurst. Es ist eine Welt, in der T-Shirts mit großen Wolfsmotiven noch genauso unironisch getragen werden wie Animal Prints, und die deswegen seltsam fremd wirkt in der reduzierten Waschbetonästhetik des Velodroms. Eine Welt von Menschen, die etwas, das eine große Mehrheit als fröhlichen Zeitvertreib versteht, zu ihrem Hauptlebensinhalt gemacht hat.</p>
<p>Ich laufe hohe Treppen hinab, bis in den Innenraum, wo ich zum ersten Mal eine Bahnradbahn in echt sehe, die Neigung in den Kurven ist irre, wie eine Wand. Auf der großen Aktionsfläche tanzt eine Frau mit ihrem Hund, oder zumindest heißt die Disziplin Dogdance, im Hintergrund läuft ein Schlagermedley. Die Frau hebt die Hand, der Hund hebt die Pfote, die Frau wackelt mit dem Po, der Hund wackelt mit, die Frau macht Pirouetten, der Hund läuft durch die Beine, „Das ist doch gar nicht schlecht für einen so alten Hund“, sagt der Mann am Mikrofon mit komischer Betonung.</p>
<p>Tiere sind hier vor allem in Showrollen zu sehen, beim Kaninhop, beim Hundefrisbee oder bei der Rassekatzenschau. Ansonsten stellen Tierspsychologen aus und Hundefotografen, es gibt wahnsinnig viel Zubehör zu Messepreisen, Hundekörbe, Gummiknochen, Leinen, Terrarien und ganze Kratzbaumwälder. Immerhin, am Eingang findet man Aras aus Bochum und hier unten im Innenraum stehen ein paar Alpakas aus dem Havelland herum, braunwollige Huftiere mit irgendwie zu kleinen Köpfen und zu langen Hälsen. Ihr Besitzer nötigt eine Putzfrau zum Anfassen des Alphaalpakas. Es hat weißes Fell und trägt einen Indiohut.</p>
<p>Am einem benachbarten Stand gucke ich mir die Blattschneideameisen an, sie tragen kleine grüne Ecken, die größer sind als sie selbst. Ein Ameisen-Starterset umfasst eine Königin und einige Arbeiterinnen, mittels Röhren und abnehmbaren Pfropfen lässt sich das Gehege erweitern, theoretisch kann man sich die ganze Wohnung zum Ameisengehege machen. Toll!</p>
<p>Nachdem ich den Ameisen lange genug zugeschaut habe, gehe ich zur Katzenschau.</p>
<p><img title="IF" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/tiermesse_10.jpg" alt="" width="620" height="310" /></p>
<p><img title="tiermesse_1" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/tiermesse_1.jpg" alt="" width="620" height="310" /></p>
<p><img title="IF" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/tiermesse_9.jpg" alt="" width="620" height="310" /></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://michaelbrake.de/2012/11/07/ein-tag-auf-der-heimtiermesse/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Mono und die Meise</title>
		<link>http://michaelbrake.de/2012/08/08/mono-und-die-meise/</link>
		<comments>http://michaelbrake.de/2012/08/08/mono-und-die-meise/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 08 Aug 2012 14:05:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Fotos]]></category>
		<category><![CDATA[Gebloggtes]]></category>
		<category><![CDATA[Tiere]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://michaelbrake.de/?p=969</guid>
		<description><![CDATA[Es war ein Sonntagmorgen im Mai, ich musste zur Arbeit und stand im Bad. Vom Balkon hörte ich ein Rennen, ein Fauchen, ein Piepen und ein Miau.Ich dachte mir nichts dabei, bis ich sah, was passiert ist: Mono hatte eine]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es war ein Sonntagmorgen im Mai, ich musste zur Arbeit und stand im Bad. Vom Balkon hörte ich ein Rennen, ein Fauchen, ein Piepen und ein Miau.<span id="more-969"></span>Ich dachte mir nichts dabei, bis ich sah, was passiert ist: Mono hatte eine Meise gefangen. Entweder hatte die sich ins Innere des Katzennetzes verirrt oder Mono hatte sie irgendwie unten durchgefummelt.</p>
<p>Nun saß sie da und spielte mit dem halbtoten Vogel. Wenn Nauschka ihr zu nahe kam, knurrte sie. Ich versuchte, ihr die Meise wegzunehmen, um ein Foto zu machen, was nach kurzer Zeit dazu führte, dass Mono sie ins Maul nahm und in die Wohnung nahm. Das musste ja nun auch nicht sein, also dass sie den Vogel in meinem Bett auseinander nimmt, deswegen lief ich hinterher. Nach zehn Minuten Jagd hatte ich Katze und Vogel wieder auf dem Balkon.</p>
<p>Mono nutzte die kurze Ruhepause, um den Vogel in einem Bissen aufzuessen. Sie hatte wohl Angst, ich würde ihn ihr wieder wegnehmen. Ich war so stolz auf meine Katze.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img class="size-full wp-image-973 alignnone" title="IF" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/00_totemeise.jpg" alt="" width="620" height="312" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-976" title="IF" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/01_totemeise.jpg" alt="" width="620" height="453" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-972" title="IF" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/02_totemeise.jpg" alt="" width="620" height="402" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-975" title="IF" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/03_totemeise.jpg" alt="" width="620" height="385" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-974" title="IF" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/04_totemeise.jpg" alt="" width="620" height="484" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-970" title="IF" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/05_totemeise.jpg" alt="" width="620" height="424" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-971" title="IF" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/07_totemeise.jpg" alt="" width="620" height="465" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-977" title="IF" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/08_totemeise.jpg" alt="" width="620" height="406" /></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://michaelbrake.de/2012/08/08/mono-und-die-meise/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Was macht Luther?</title>
		<link>http://michaelbrake.de/2012/08/06/was-macht-luther/</link>
		<comments>http://michaelbrake.de/2012/08/06/was-macht-luther/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 06 Aug 2012 01:02:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Berliner Szene]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[taz]]></category>
		<category><![CDATA[Hohlwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendliche]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Kirchensteuer]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Luther]]></category>
		<category><![CDATA[S-Bahn]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://michaelbrake.de/?p=1706</guid>
		<description><![CDATA[BERLINER SZENE über Kirchenaustrittsdiskussionen in der S-Bahn. (aus der taz vom 6. August 2012) „Es geht ums Prinzip. Ich zahl den Mongos doch nix!“ Es geht um die Kirche. In der S-Bahn. Drei Wilmersdorf-Boys diskutieren. Beziehungsweise: Zwei geben Stichwörter, einer]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>BERLINER SZENE über Kirchenaustrittsdiskussionen in der S-Bahn.<span id="more-1706"></span> (aus der taz vom 6. August 2012)</h3>
<p>„Es geht ums Prinzip. Ich zahl den Mongos doch nix!“ Es geht um die Kirche. In der S-Bahn. Drei Wilmersdorf-Boys diskutieren. Beziehungsweise: Zwei geben Stichwörter, einer proklamiert. „Eine Organisation, die sich nur von Steuergeldern finanziert, gehört abgeschafft!“ Und: „Die schreiben mir ständig Briefe. Das ist auch voll dreist.“</p>
<p>Er sei eh schon ausgetreten, automatisch, mit seinem Vater, meint einer der beiden anderen. Die Konfirmation mache man doch eh nur wegen des Geldes, sagt der Dritte. „Aber wenn du konfirmiert bist, bist du katholisch?“, fragt der Zweite. „Nein, Mann! Bist du dumm? Evangelisch. Katholiken werden kommuniert.“ „Aber Katholiken ist der Papst, oder? Wen haben die anderen denn dann? Luther?“</p>
<p>Das weiß jetzt keiner so genau. Und was ist eigentlich los mit Luther? Vielleicht lebt der ja noch. Auf dem Mond, genau wie Hitler. Obwohl, Luther, nein, der lebt doch eher in der Hohlwelt. Da wird man ja auch 500 Jahre alt. Passt also.</p>
<p>Doch zurück zum Austritt. Ein Problem dabei sei nämlich, dass die Kirchensteuer auch auf der Lohnsteuerkarte oder so vermerkt ist. Der Arbeitgeber sieht das also und in Bundesländern wie Bayern und Baden-Württemberg muss man in der Kirche sein. Sonst kriegt man keinen Job. Wirklich? Wirklich! Einem ehemaligen WG-Mitbewohner sei das passiert. „Die rasten da völlig aus.“ Na ja. „Bayern. Weißt du doch, dass die da anders ticken.“</p>
<p>Um wie viel Geld geht es eigentlich? So hoch sei die Kirchensteuer doch gar nicht. Diverse umständliche Erklärungen zu progressiven Steuersätzen und Freibeträgen später steht das Fazit: Kein anderes Land auf der Welt erhebt seine Kichensteuer einkommensbasiert. „Glaub ich nicht“, sagt der Zweite. „Komm, wir wetten um einen Kasten Bier.“ “Um Warsteiner. Das ist gerade bei Netto im Angebot.“</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://michaelbrake.de/2012/08/06/was-macht-luther/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der schönste Tag</title>
		<link>http://michaelbrake.de/2012/07/18/der-schonste-tag/</link>
		<comments>http://michaelbrake.de/2012/07/18/der-schonste-tag/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 18 Jul 2012 01:26:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Gebloggtes]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://michaelbrake.de/?p=926</guid>
		<description><![CDATA[Es ist der letzte Tag von D. in der Stadt und sie hat den Teufelsberg noch nicht gesehen. Nach dem Aufstehen räumen wir ihre Dreimonatswohnung auf, die Vermieter sind in Spanien, weil dort ihr Kind auf die Welt kommen soll.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-full wp-image-927 alignleft" title="teufelsberg" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/teufelsberg.jpg" alt="" width="600" height="361" /></p>
<p>Es ist der letzte Tag von D. in der Stadt und sie hat den Teufelsberg noch nicht gesehen. <span id="more-926"></span>Nach dem Aufstehen räumen wir ihre Dreimonatswohnung auf, die Vermieter sind in Spanien, weil dort ihr Kind auf die Welt kommen soll. Gemeinsam tragen wir Kisten mit Leergut die Sonnenallee hinab, wann kommt nur endlich diese Araltankstelle? Zum Mittagsfrühstück essen wir Toast und Bruschetta vor dem Rathaus Neukölln, mit Eiskaffee. Überall diese Geranienrabatten, pink und orange! Es ist wie Urlaub in einer BRD-Provinzstadt. In den Achtzigern.</p>
<p>Erst gegen acht kommen wir am S-Bahnhof Grunewald an und laufen zum Berg. Dort ergebnislose Suche nach dem Loch im Zaun, bis auf einmal Leute erscheinen und das massive Kettenschloss am Autozufahrtstor aufmachen. Sie sagen, dass es seit Mai Geld kostet, den Teufelsberg zu besichtigen. 5 Euro. Pro Person. Wir unterschreiben irgendwas, zahlen, egal, wir wollen da jetzt rauf. Außerdem ist alles voller Mücken. Man muss immer in Bewegung bleiben!</p>
<p>Oben ist es so wunderschön wie immer. Post-Atomkrieg-Stimmung. Die Sonne geht über den Tälern des Grunewalds unter. D. malt etwas an eine Wand. Wir trinken Bier, rauchen und knutschen in der Echokammer.</p>
<p>Auf dem Rückweg ist das Tor wieder zugesperrt. Niemand ist zu sehen. Wir rufen. War das nur Fake mit den 5 Euro? Immer in Bewegung bleiben. Die Mücken. Das 3G-Netz ist auf einmal ausgefallen. Wie in so einem schlechten Horrorfilm. Wir finden eine lange Leiter mit Rollen. Wie bei Monkey Island! Als wir sie zum Tor schieben, kommen uns Leute entgegen. Sie erklären uns, wo das Loch im Zaun ist.</p>
<p>Es dämmert sehr, als wir den Berg runtergehen. Zwanzig Meter vor uns steht es etwas Großes am Weg. Es springt ins Gebüsch. Ein Wildschwein! Es ist nicht mehr zu sehen, grunzt aber laut. Es klingt nicht glücklich. D. klammert sich an mich. Sie hat doch sonst nie Angst. Warum jetzt? Ich will weitergehen</p>
<p>Es fürchtet sich genau so sehr wie wir, meine ich. Das kann uns töten, meint D. Aber zurück wollen wir doch auch nicht. Wir gehen langsam weiter. Wenn wir langsam gehen, denkt es, wir schleichen uns an, meint D. Hm.</p>
<p>Plötzlich laufen in einiger Entfernung zwei Füchse über den Weg. Füchse? Nein. Frischlinge, recht große schon. Die Bache im Wald grunzt mit Nachdruck. Und jetzt? Trotzdem gehen – sage ich. Hoffentlich queren keine weiteren Frischlinge, wenn wir genau an der Stelle sind – denke ich.</p>
<p>Wir gehen weiter. Es grunzt. Mehr nicht. Vorbei. Weil uns das Schwein den Weg nach rechts abgeschnitten hat, laufen wir zurück zum S-Bahnhof Heerstraße. Wir kabbeln uns ein wenig, ob ich auch Angst hatte. Nein, sage ich. Hast du aber gesagt, sagt D. Kann ich mich nicht dran erinnern, meine ich. Ich scheitere bei dem Versuch, ihr eine Riesenbärlauchpusteblume zu schenken, alle Samen fliegen weg.</p>
<p>Mit der S-Bahn fahren wir wieder in die Stadt herein. Na gut. Okay. Ich hatte auch ein wenig Angst.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://michaelbrake.de/2012/07/18/der-schonste-tag/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Enttäuschte Liebe</title>
		<link>http://michaelbrake.de/2012/05/12/enttauschte-liebe/</link>
		<comments>http://michaelbrake.de/2012/05/12/enttauschte-liebe/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 12 May 2012 13:44:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Berliner Szene]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[taz]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://michaelbrake.de/?p=531</guid>
		<description><![CDATA[BERLINER SZENE über einen kurzen Flirt mit Hertha BSC. (aus der taz vom 12. Mai 2012)  Letzten Samstag hatte mich schlagartig eine unerklärliche Zuneigung zu Hertha BSC ereilt. Dieser zarte Spross musste gepflegt werden! Also ging ich mit einem Freund]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><strong><a href="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/hertha_fortuna.jpg"><br />
</a>BERLINER SZENE über einen kurzen Flirt mit Hertha BSC. <span id="more-531"></span>(aus der <a href="http://www.taz.de/1/berlin/tazplan-kultur/artikel/?dig=2012%2F05%2F12%2Fa0256&amp;cHash=dccd001ec1" target="_blank">taz</a> vom 12. Mai 2012)</strong> <strong><br />
</strong></h3>
<p><img class="size-full wp-image-532 alignnone" title="hertha_fortuna" src="http://michaelbrake.de/wp-content/uploads/hertha_fortuna.jpg" alt="" width="620" height="350" /></p>
<p>Letzten Samstag hatte mich schlagartig eine unerklärliche Zuneigung zu Hertha BSC ereilt. Dieser zarte Spross musste gepflegt werden! Also ging ich mit einem Freund zum Relegationsspiel gegen Fortuna Düsseldorf ins Olympiastadion &#8211; wo wir seit Jahren nur waren, wenn es galt, Werder Bremen beim Auswärtsspiel zu unterstützen.</p>
<p>Wir sind so pünktlich da, dass wir uns noch Wurst und Bier kaufen können. Als die Aufstellung vorgelesen wird, ist es fast voll. Ich rufe, na ja: spreche die Nachnamen mit. Hey, irgendwie ist das nach elf Jahren ja auch ein wenig <em>meine</em> Stadt. Und einen Verein, den Campino unterstützt, wer wollte den schon in der ersten Liga haben?</p>
<p>Hertha spielt besser. Hertha macht das 1:0. Neuer Spielstand? Hertha: EIIIIIIIIIINS. Düsseldorf: NUUUUUUUULLLL. Etwas schade ist, dass Fangesänge der Düsseldorfer immer nur mit Pfiffen übertönt werden, statt mit Gesängen. Aber jetzt nicht nörgelig werden. Ha-ho-he!</p>
<p>In der zweiten Hälfte fällt dann recht überraschend der Ausgleich. Egal. Weiter! Hinter uns rennt Polizei in den Oberrang. Ein Mann mit Blut im Gesicht wird abgeführt. Etwas mehr als 10 Minuten später macht Düsseldorf das 2:1, per Eigentor. Das Stadion ist still. Die Mannschaft reagiert nicht. Die Hertha-Ostkurve ist nicht mehr vorhanden. Eventuell ein Streik, weil sie Manager Preetz weghaben wollen? Die Fortuna-Fans hüpfen, sie singen &#8220;You&#8217;ll never walk alone&#8221;.</p>
<p>Noch drei Minuten. Die Leute verlassen das Stadion. &#8220;Immerhin ist der Preetz dann wirklich weg&#8221;, sagt hinter mir jemand. Der Stadionsprecher fordert zum Jubeln auf. Die Ostkurve bleibt stumm. Es ist zum Verzweifeln.</p>
<p>Vorbei. Chancen im Rückspiel: gegen Null. Im Stadion läuft &#8220;Bitter Sweet Symphony&#8221;. Ich nehme eine von den vielen kleinen Hertha-Fahnen mit, die vorhin noch geschwenkt wurden. Die können meine Katzen jetzt zerfetzen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://michaelbrake.de/2012/05/12/enttauschte-liebe/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>So nahe an der Erde wie fast nie</title>
		<link>http://michaelbrake.de/2012/05/08/so_nahe_an_der_erde_wie_fast_nie/</link>
		<comments>http://michaelbrake.de/2012/05/08/so_nahe_an_der_erde_wie_fast_nie/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 08 May 2012 18:35:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgehen und Rumstehen]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[taz]]></category>
		<category><![CDATA[Bohemian Rhapsody]]></category>
		<category><![CDATA[Dune]]></category>
		<category><![CDATA[Friseur]]></category>
		<category><![CDATA[Gürtel]]></category>
		<category><![CDATA[Hertha BSC]]></category>
		<category><![CDATA[Orchestre Miniature in the Park]]></category>
		<category><![CDATA[re:publica]]></category>
		<category><![CDATA[Tischfußball]]></category>
		<category><![CDATA[Tristeza]]></category>
		<category><![CDATA[Wahrsagerin]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://michaelbrake.de/blog/?p=498</guid>
		<description><![CDATA[AUSGEHEN UND RUMSTEHEN mit Hippieorchestern, Gürtelverkäufern, Superhelden nach Feierabend und zwei echten Wahrsagerinnen. (aus der taz vom 8. Mai 2012) Bohemian Rhapsody!, ruft jemand. Klar, das ist jetzt dran, das kollektive Mammamiamammamialetmego!-Singen zum Abschluss der re:publica. Aber nix is, beim]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><strong>AUSGEHEN UND RUMSTEHEN mit Hippieorchestern, Gürtelverkäufern, Superhelden nach Feierabend und zwei echten Wahrsagerinnen.<span id="more-498"></span> (aus der taz vom 8. Mai 2012)</strong></h3>
<p>Bohemian Rhapsody!, ruft jemand. Klar, das ist jetzt dran, das kollektive Mammamiamammamialetmego!-Singen zum Abschluss der re:publica. Aber nix is, beim Wechsel von der Kalkscheune ans Gleisdreieck hat man gleich ein paar Traditionen entsorgt (ist trotzdem viel toller die neue Location, wirklich!). Also tritt das Orchestre Miniature in the Park auf, ein Hippietraum mit Kinderinstrumenten und bunten Hosen, und danach gehen alle in den Vorhof und trinken Bier. Auch wenn das viele schon die drei Tage gemacht haben. Viele Stunden später wird doch noch Bohemian Rhapsody gesungen, die Leute lesen den Text von ihren Smartphones ab. Man kann sich das <a href="http://www.youtube.com/watch?v=inlpWKME_oc" target="_blank">auf YouTube anschauen</a>.</p>
<p>Ich bin da längst woanders, als Mitbringsel auf einer Friseur-und-Dinner-Abendgesellschaft. Aus dem Haareschön-Raum kommen ständig neue Frauen. Die wenigen Männer sitzen still im Wohnzimmer, ihre gesamte Kommunikationsenergie ist auf Richard vereint. Dieser Richard („Wie Löwenherz, haha“) hat außerdem einen Koffer dabei und darin sind Gürtel, aus Leder, mit Holzschnallen. Sie kosten 80 Euro. Für einen Gürtel. Das sind 160 Mark!</p>
<p>Dann doch lieber auf den Balkon, es ist ja auch schön warm noch. Man kann über die ganze Karl-Marx-Straße gucken. Von oben sehen wir, wie ein Superheld von der Arbeit kommt, in einem gelb-roten Kostüm. Er verstaut seinen Schild im Kofferraum und fährt mit seinem Kleinwagen nach Hause.</p>
<p>Am nächsten Tag ist Herbst. Einfach so. Weint der Himmel um MCA? Will er eine angemessene Kulisse für den Abstieg von Hertha BSC schaffen? Oder sind das die Eisheiligen? Es ist jedenfalls legitimes Fußballguckwetter, und dann passiert etwas Seltsames, ich realisiere das auch erst, als ein Tor fällt: Auf einmal bin ich für Hertha. Echt jetzt. Muss am Vollmond liegen, der gerade so nah an der Erde vorbeikommt wie fast nie. Oder an meinen netten Tischnachbarn. Als das 2:0 fällt, fragt mich ein kleiner älterer Herr: „Sind Sie auch Hertha-Fan?“ Er sieht so glücklich aus. Na ja, sage ich. Heute wohl schon.</p>
<p>Abends dann zum Kickern ins Neuköllner Hauptquartier der Emoqueerlinken, also ins Tristeza. Und schon stellen sich existenzielle Fragen: War es das wert, für einen Sieg gegen das Team, das seit anderthalb Stunden den Tisch blockiert, die Geisterbahn zu verpassen? Denn die gibt es heute, und nur heute, genau wie Minigolf, Tombola und eine Clownin. Beziehungsweise gab, ich bin mal wieder zu spät.</p>
<p>Nur die Wahrsagerinnen sind noch da. Mir wird ein Hut mit Gespenstermuster aufgesetzt und wir machen eine Gruppensitzung, R. und ich und Hexe Nummer A und Hexe Hataya, es geht um die Frage, was der Sommer bringt. Wir entscheiden uns für die Heilige-Geist-Methode und also gegen die Karten, die Puppen und die Kugel. Es werden Blumen gewedelt, Augen geschlossen und Kristalle geworfen. Sie ergeben keine klaren Linien, keine Struktur. Die Prinzessin liegt auf dem Bauch. Es ist alles ein großes Chaos! Doch dann schält sich eine Erkenntnis aus dem Dunkel: Dune, das beliebte Happy-Hardcore-Projekt aus den Neunzigern, wird in diesem Sommer sein Comeback feiern! Das nenne ich mal erfrischend konkrete Wahrsagerei.</p>
<p>Mir werden dann noch die Karten gelegt. Als Basis habe ich einen Narren mit Guy-Fawkes-Maske, als Charakter eine Art Krieger mit einem großen Schild und als Ausrichtungskarte eine blaue Elfenfrau mit Billy-Idol-Frisur. Was bedeutet: Alles ist offen, doch ich überblicke den Sommer. Und habe es in der Hand, meine Haare zu ändern.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://michaelbrake.de/2012/05/08/so_nahe_an_der_erde_wie_fast_nie/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Drei Straßen weiter</title>
		<link>http://michaelbrake.de/2012/04/20/drei-strassen-weiter/</link>
		<comments>http://michaelbrake.de/2012/04/20/drei-strassen-weiter/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 20 Apr 2012 14:59:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Berliner Szene]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[taz]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://michaelbrake.de/blog/?p=362</guid>
		<description><![CDATA[BERLINER SZENE über die Begegnung mit einer alten Frau (aus der taz vom 20. April 2012) Vor dem Kiosk steht auf einmal ein Obststand. Wie nett. Obwohl. Gehört der zu den Dreharbeiten, die gerade in unserer Straße laufen? Seid ihr echt oder]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><strong>BERLINER SZENE über die Begegnung mit einer alten Frau <span id="more-362"></span>(aus der <a href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=ku&amp;dig=2012%2F04%2F20%2Fa0165&amp;cHash=f31e769cc5">taz</a> vom 20. April 2012)</strong></h3>
<p>Vor dem Kiosk steht auf einmal ein Obststand. Wie nett. Obwohl. Gehört der zu den Dreharbeiten, die gerade in unserer Straße laufen? Seid ihr echt oder vom Film, frage ich. Vom Film. Na gut.</p>
<p>Eigentlich wollte ich auch nur zum Bäcker, aber vorm Edeka spricht mich eine Frau an. Im Rollstuhl, mit weißem Haar, ich habe sie schon mal gesehen. Ja? Ich bin etwas genervt, weil ich denke, sie will Kleingeld. Doch sie fragt, ob ich sie ein Stück schieben kann. Na gut, ich habe nichts zu tun. Also bringe ich sie bis zu ihrer Wohnung, drei Straßen. Sie könne mir kein Geld geben, sagt sie. Ich würde auch keins nehmen, sage ich.</p>
<p>Sie sei auf einer Kreuzung vom Fahrrad gefallen und habe vor Schreck einen Schlaganfall bekommen. Danach lag sie ein Jahr im Krankenhaus. Ihre Tochter wohnt zum Glück gleich um die Ecke. Und Sie sind auch gebürtiger Berliner?, fragt sie. Ich sage, dass ich aus Oldenburg komme. Ob wir immer noch die 2900 hätten? Früher war sie Finanzbuchhalterin, da kennt man die untergegangenen Postleitzahlen der BRD. Nein, wir haben jetzt was mit 26 und die Nullen haben sie uns weggenommen.</p>
<p>Sie grüßt mehrere Leute. Ein Mann sagt: Schneller. Der hat sie auch mal geschoben, aber als sie ihn bat, langsamer zu sein, hat er sie stehen lassen. Ein anderer war so eifrig, dass er an einer Bordsteinkante zu schnell war und sie aus dem Rollstuhl gepurzelt ist.</p>
<p>An ihrem Haus hat irgendwer ihren Namen in Holzbuchstaben über die Tür gehängt. Wir fahren mit dem Fahrstuhl hoch. Ich schiebe sie in die Wohnung, an den Tisch, auf dem Zeitungen liegen. Hat sie keine Angst, dass ich sie jetzt ausraube? Sie hat sogar einen Balkon, aber da kann sie nicht drauf, weil der Türrahmen zu hoch ist. Als ich gehe, entschuldigt sie sich.</p>
<p>Auf dem Rückweg kaufe ich Balkonblumen. Das hatte ich schon so lange vor, aber war vorher nie an dem Laden vorbeigekommen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://michaelbrake.de/2012/04/20/drei-strassen-weiter/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Pictoplasma Character Walk</title>
		<link>http://michaelbrake.de/2012/04/12/pictoplasma-character-walk-2012/</link>
		<comments>http://michaelbrake.de/2012/04/12/pictoplasma-character-walk-2012/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 11 Apr 2012 23:34:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Fotos]]></category>
		<category><![CDATA[Gebloggtes]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Tiere]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://michaelbrake.de/blog/?p=315</guid>
		<description><![CDATA[Today I met some new guys in Mitte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Today I met some new guys in Mitte.</p>
<div><a href="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/00characterwalk_truckercap.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-476" title="IF" src="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/00characterwalk_truckercap.jpg" alt="" width="620" height="432" /></a></div>
<div><a href="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/01characterwalk_dino.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-478" title="IF" src="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/01characterwalk_dino.jpg" alt="" width="402" height="465" /></a></div>
<div><a href="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/characterwalk_artist.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-472" title="IF" src="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/characterwalk_artist.jpg" alt="" width="614" height="465" /></a></div>
<div><a href="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/characterwalk_catsink.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-483" title="IF" src="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/characterwalk_catsink.jpg" alt="" width="678" height="465" /></a></div>
<div><a href="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/characterwalk_robot.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-475" title="IF" src="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/characterwalk_robot.jpg" alt="" width="555" height="465" /></a></div>
<div><a href="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/characterwalk_atak.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-479" title="IF" src="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/characterwalk_atak.jpg" alt="" width="673" height="465" /></a></div>
<div><a href="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/characterwalk_anime.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-473" title="IF" src="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/characterwalk_anime.jpg" alt="" width="620" height="465" /></a></div>
<div><a href="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/characterwalk_dachs.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-480" title="IF" src="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/characterwalk_dachs.jpg" alt="" width="642" height="465" /></a></div>
<div><a href="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/characterwalk_steckerkopf.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-484" title="IF" src="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/characterwalk_steckerkopf.jpg" alt="" width="763" height="465" /></a></div>
<div><a href="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/characterwalk_abstrakt.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-477" title="IF" src="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/characterwalk_abstrakt.jpg" alt="" width="826" height="465" /></a></div>
<div><a href="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/characterwalk_maennchen.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-485" title="IF" src="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/characterwalk_maennchen.jpg" alt="" width="682" height="465" /></a></div>
<div><a href="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/characterwalk_pullover.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-482" title="IF" src="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/characterwalk_pullover.jpg" alt="" width="620" height="465" /></a></div>
<div><a href="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/characterwalk_starwars.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-481" title="IF" src="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/characterwalk_starwars.jpg" alt="" width="620" height="247" /></a></div>
<div><a href="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/characterwalk_loneguy.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-474" title="IF" src="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/characterwalk_loneguy.jpg" alt="" width="575" height="465" /></a></div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://michaelbrake.de/2012/04/12/pictoplasma-character-walk-2012/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Karfreitag</title>
		<link>http://michaelbrake.de/2012/04/06/karfreitag/</link>
		<comments>http://michaelbrake.de/2012/04/06/karfreitag/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 06 Apr 2012 21:34:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Fotos]]></category>
		<category><![CDATA[Gebloggtes]]></category>
		<category><![CDATA[Tiere]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://michaelbrake.de/blog/?p=95</guid>
		<description><![CDATA[Ein Beitrag zum Fest der Liebe (Ostern).   Am Wegesrand verspeiste eine Katze eine Maus. Sie ließ sich dabei durch nichts stören. Fertig!   Wenn man in sowas wohnen kann, will ich das auch!   Britz. Die WM 2010 ist auch]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<address><span id="more-95"></span></address>
<p>Ein Beitrag zum Fest der Liebe (Ostern).</p>
<address><img class="size-full wp-image-460 alignnone" title="asiatin_bsr_zettel" src="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/asiatin_bsr_zettel1.jpg" alt="" width="500" height="375" /></address>
<address> </address>
<p>Am Wegesrand verspeiste eine Katze eine Maus. Sie ließ sich dabei durch nichts stören.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-459" title="IF" src="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/mausekatze1.jpg" alt="" width="500" height="397" /></p>
<p>Fertig!</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-461" title="IF" src="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/mausekatze2.jpg" alt="" width="500" height="375" /></p>
<address> </address>
<p>Wenn man in sowas wohnen kann, will ich das auch!</p>
<address><img class="alignnone size-full wp-image-457" title="IF" src="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/containerhaus.jpg" alt="" width="500" height="948" /></address>
<address> </address>
<p>Britz. Die WM 2010 ist auch schon wieder fast 2 Jahre her.</p>
<address><img class="alignnone size-full wp-image-458" title="IF" src="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/dfahne.jpg" alt="" width="500" height="444" /></address>
<p>Mein Lieblingshaus am Hermannplatz. Mit dynamischen Rallyestreifen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-456" title="IF" src="http://michaelbrake.de/blog/wp-content/uploads/1up_hermannplatz.jpg" alt="" width="500" height="337" /></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://michaelbrake.de/2012/04/06/karfreitag/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Bahnfahren ist schön</title>
		<link>http://michaelbrake.de/2011/08/30/bahnfahren-ist-schon/</link>
		<comments>http://michaelbrake.de/2011/08/30/bahnfahren-ist-schon/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 30 Aug 2011 15:09:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Berliner Szene]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[taz]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://michaelbrake.de/blog/?p=371</guid>
		<description><![CDATA[BERLINER SZENE über die guten und schlechten Seiten einer Regionalbahnfahrt am frühen Montagmorgen (aus der taz vom 30. August 2011) Ich habe grundsätzlich nicht gegen – und das wird man ja wohl noch sagen dürfen!  – die Deutsche Bahn. Im Gegenteil, viele]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><strong>BERLINER SZENE über die guten und schlechten Seiten einer Regionalbahnfahrt am frühen Montagmorgen <span id="more-371"></span>(aus der <a href="http://www.taz.de/1/berlin/tazplan-kultur/artikel/?dig=2011/08/30/a0156&amp;cHash=9da5065340" target="_blank">taz</a> vom 30. August 2011)</strong></h3>
<div>
<p>Ich habe grundsätzlich nicht gegen – und das wird man ja wohl noch sagen dürfen!  – die Deutsche Bahn. Im Gegenteil, viele meiner besten Freunde fahren Bahn, und außerdem ist Bahn-Bashing ungefähr so kreativ wie Prenzlauer-Berg-Bashing oder Mario-Barth-Bashing.</p>
<p>Aber. Aber! Was soll der Unsinn, dass in jedem Intercity nur ein rundes Bäckerdutzend Fahrradplätze installiert sind, und die muss man auch noch reservieren, und anders geht es nicht? Hallo, grüne Republik, oder was? Ferienzeit? Geht&#8217;s noch? Da ist sie wieder, diese Unservicementalität (und an dieser Stelle schöne Grüße an die blonde Mitarbeiterin von Schalter 7, Ostbahnhof), die schon Mark Twain zu seinem Bonmot veranlasste, die DB sei &#8220;die DDR des Personenverkehrs&#8221;. Oder war das Gustav Stresemann?</p>
<p>Statt in einem Rutsch und in 3:33 Stunden fahre ich nach Osnabrück nun also mit Umstiegen in Magdeburg und Braunschweig in 6:44 Stunden. Kann man machen. Genau wie seinen Urlaub an einem Montagmorgen um acht Uhr in einem voll besetzten Pendlerzug zu beginnen. Ein wenig wehmütig schaue ich von der Bahntrasse hinab aufs Kater Holzig, wo am Ufer noch die Reste des Wochenendes rumhängen. Mir gegenüber sitzt ein Polizist, der ab und zu wegdöst. Ist das legitim, wenn man eine Dienstwaffe im Halfter trägt? Ist die geladen?</p>
<p>In Potsdam setzt sich der Polizist mit formaler Geste seine Mütze auf den Kopf und steigt aus. Der ganze Zug leert sich abrupt. Kurze Zeit später erreichen wir Werder, dort, wo die Havel am haveligsten ist, ein Ort, den ich bisher nur von den Baumblütenfestplakaten kannte und immer schon mal sehen wollte. War es also doch zu was gut, das mit den Fahrradstellplätzen.</p>
<p>Langsam rollt der RE 18112 aus dem Sendegebiet der Berliner Szenen. Ich lege meine Füße hoch. Bahnfahren ist schön.</p>
</div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://michaelbrake.de/2011/08/30/bahnfahren-ist-schon/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Dringliche Pariser</title>
		<link>http://michaelbrake.de/2010/06/12/dringliche-pariser/</link>
		<comments>http://michaelbrake.de/2010/06/12/dringliche-pariser/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 12 Jun 2010 11:53:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Berliner Szene]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[taz]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://michaelbrake.de/blog/?p=445</guid>
		<description><![CDATA[BERLINER SZENE über Bedürfnisse im Spätkauf. (aus der taz vom 12. Juni 2010) Im 24-Stunden-Internet-Telecafé-Kiosk mit angeschlossenem Spielautomatenraum am Kottbusser Damm, Kreuzbergseite, blockiert gegen zwei Uhr nachts ein Endzwanziger den Bierkühlschrank. Bestückt mit drei Kölsch, zwei Pils und einer Flasche]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><strong>BERLINER SZENE über Bedürfnisse im Spätkauf. <span id="more-445"></span>(aus der <a href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=ku&amp;dig=2010%2F06%2F12%2Fa0256&amp;cHash=e9556f761a" target="_blank">taz</a> vom 12. Juni 2010)</strong></h3>
<p>Im 24-Stunden-Internet-Telecafé-Kiosk mit angeschlossenem Spielautomatenraum am Kottbusser Damm, Kreuzbergseite, blockiert gegen zwei Uhr nachts ein Endzwanziger den Bierkühlschrank. Bestückt mit drei Kölsch, zwei Pils und einer Flasche Sekt geht er schließlich zur Kasse.</p>
<p>Ob man hier eigentlich auch Kondome kaufen könne, fragt er leise beim Bezahlen. Nein, das könne man nicht. Das wäre aber mal eine Marktlücke! Ja, stimmt wohl, aber hier gebe es trotzdem keine. Es wäre doch aber wirklich eine Marktlücke! Er sei nicht für den Einkauf zuständig, sagt schließlich der komplett unempathische Verkäufer. Irgendwelche alternativen Vorschläge? Habe er auch keine.</p>
<p>Früher hätte man die benachbarte Filiale der Sexshop-Kette &#8220;Erdbeermund&#8221;, Ecke Schönleinstraße, empfehlen können, aber die musste inzwischen schließen. An ihrer Stelle hat ein weiteres Puzzleteil der Billigkleidungslädenmeile nördlicher Kottbusser Damm (&#8220;Mode aus Paris und London&#8221;) aufgemacht. Aber dem Mann kann trotzdem geholfen werden. Es gäbe da einen öffentlichen Kondomautomaten, in der Sanderstraße, werfe ich ein.</p>
<p>Ach, echt, ja? Wo denn, links oder rechts, vor oder hinter der Hobrechtstraße? Es ist offenbar wirklich dringend! Links, vorher. Man brauche aber drei Ein-Euro-Stücke, anders ginge es nicht. Ich muss das wissen, ich wohne im Nachbarhaus. Hektisch werden Ein-Euro-Stücke beim Verkäufer geordert, am besten gleich fünf, falls eins nicht passt. Und raus ist er.</p>
<p>Ich kaufe mein eigenes Bier und gehe langsam nach Hause. Schon von weitem höre ich das satte Geräusch der ausrastenden Metallschublade. Schnellen Schrittes kommt mir der Mann entgegen. Er wirkt jetzt noch aufgeregter. Alles geklappt? Alles geklappt! Aber, ruft er mir noch mit triumphschwangerer Stimme hinterher, eines der Ein-Euro-Stücke hätte wirklich nicht gepasst.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://michaelbrake.de/2010/06/12/dringliche-pariser/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
