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	<title>Michael Brake &#187; Ausgehen und Rumstehen</title>
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		<title>Don&#8217;t step on the Fußboden</title>
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		<pubDate>Tue, 21 May 2013 10:27:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<h3><strong>AUSGEHEN UND RUMSTEHEN mit ostdeutschen Bootsverleihern, dem Knie eines schlafenden Riesen und der schüchternsten Stadionrockband der Welt.<span id="more-1757"></span>(aus der taz vom 21. Mai 2013)</strong></h3>
<p>Als es dunkel wird am Freitag, machen sie schon den Lichtcheck für das The-XX-Konzert am nächsten Tag. Dicke weiße und violette Strahlen steigen aus dem Spreepark in den Himmel, und vom Biergarten auf der Insel, die nicht mehr Insel der Jugend heißt, haben wir einen optimalen Blick. Der Bootsverleiher spielt mit seinem Sohn Tischtennis, mit dem Halstuch, dem Ostakzent und der naturbelassenen Art wirkt er wie aus einem DDR-Ferienlager übrig geblieben, und dann sagt er seinem Sohn auch noch, es sei jetzt schon halb zehn, und er könne jetzt leider nicht mehr „Spuk unterm Riesenrad“ gucken.</p>
<p>Vorher hatte er uns ein Kanu geliehen, und wir waren fast bis Niederschöneweide gepaddelt bis zu einem grünen Hügel am rechten Ufer, der aussieht wie das Knie eines schlafenden Riesen. Auf dem Weg mussten wir einem Kohlefrachter und den Schnüren von Anglerfossilen ausweichen, wir sahen vier Reiher neben der Wasserschutzpolizeiwache, jeder von ihnen stand in einer anderen Haltung, wir kamen am Zementwerk vorbei und am Futuro-Haus, das wie ein Ufo mit Facettenbullaugen in einer Kleingartensiedlung steht, davor eine Hollywoodschaukel. Hinten sitzt in einem Kanu, wer schwerer ist und wer es besser kann, hatte uns der Bootsverleiher erklärt. Und weil das bei uns nicht deckungsgleich war, sitze ich vorn. Ich bin ja auch gar nicht sooo viel schwerer als A.</p>
<div>Am nächsten Tag sitze ich dann hinten im Bus 265 und fahre Richtung Spreepark, zum „Night + Day“-Festival. Es ist brechend voll, denn viele haben den Regen abgewartet, mir tun die Vorbands leid, die am frühen Nachmittag gespielt haben. Wir brauchen quälend lang, der Bus wird voller und voller, und dauernd stehen Leute in den Türen beim Losfahren. „Don&#8217;t step on the Fußboden“, sagt der Busfahrer. „The last door auch zumachen.“ Alle lachen.</div>
<p>Der Bus war nur ein Trainingslager für das Festivalgelände. An allen Essens- und Getränkeständen steht man mehr als eine halbe Stunde an, die Veranstalter haben viel zu viele Karten verkauft und so den letzten Tropfen Zauber aus dem Spreepark gemolken. Vom Flair des stillgelegten Vergnügungsparks kriegt man wenig mehr mit als beim Blick über den Zaun, ein paar Pappmaschee-Dinosaurier, irgendwo ein Karussell und in der Ferne das Riesenrad, das sich langsam wie ein Stundenzeiger dreht. Weil da Besucher erst raufgeklettert und dann runtergefallen sind, muss ein Teil des Geländes gesperrt werden. Eine Menschentraube sammelt sich, keiner weiß irgendwas. „Ey, ich hab 80 Euro bezahlt, ich will die DJs sehen“, sagt eine Besucherin. „Ey, ich verdien hier heute nur 80 Euro“, sagt der Security-Mensch.</p>
<p>Sonst ist das Publikum dezent, wenig Leute mit Bärchenkapuzen, und ich bin heilfroh, nicht diese bordeauxrote H+M-Kapuzenjacke mit den weißen Bändchen zu tragen, die auch hier wieder mindestens sieben Männer anhaben. Angenehm auch, mit welcher Seelenruhe das Grillstandpersonal die Massen abfertigt. „Nicht so viel Ketchup nehmen, das macht dick“, sagt der Bratwurstmeister, die Schürze spannt über seinem Bauch. Als The XX endlich spielen, entschädigt das Konzert für alles. Die Stimme von Oliver Sim füllt den gesamten Plänterwald und bricht sich an diesen fantastischen Riesenpappeln. The XX sind die schüchternste Stadionrockband der Welt. Was für ein schöner Superlativ!</p>
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		<title>Eine Zuflucht für verlorene Seelen</title>
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		<pubDate>Tue, 26 Mar 2013 11:27:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<h3><strong>AUSGEHEN UND RUMSTEHEN mit Lana, Lena, erogenen Zonen und der tollsten Iris-Heterochromie in der Berliner Kulturszene seit David Bowie.<span id="more-1758"></span> </strong><strong>(aus der taz vom 26. März 2013)</strong></h3>
<p>Fuck. Fuckfuckfuck. Es ist Donnerstag kurz vor Mitternacht, ich habe Kopfschmerzen, gerade wie im Wahn einen Text fertig geschrieben und bin bei der Echoverleihung, also genauer: im Pressezentrum, wo sie erst die Stargäste an einer brüllenden Fotografenhorde vorbeigetrieben und danach die Preisverleihung auf einer großen Leinwand gezeigt haben. Und jetzt stelle ich fest, dass ich nicht auf die Aftershowparty gehen kann. Fuck.</p>
<p>Mir fehlt das richtige Bändchen, vom PR-Team ist nur noch die Praktikantin da und eigentlich hab ich es auch nicht verdient, dabei zu sein, denn auf dem roten Teppich, der in Wirklichkeit lila ist, hielt ich Rudolf Schenker für Peter Plate und den Sänger von Hurts für Dave Gahan.</p>
<p>Aber ich wollte doch auf der Party Lena del Rey abschleppen. Oder Lana Meyer-Landrut. Oder beide. Oder zumindest Freigetränke. Stattdessen fahre ich mit der letzten U-Bahn nach Hause. Fuck. Fuckfuckdoppelfuck.</p>
<p>Wenn das Wochenende schon so losgeht. Am Freitagabend habe ich immer noch Scheißlaune. Der Smartphoneakku ist fast alle, der Tabak ist krümelig und ich finde die bescheuerte Drecksgalerie in der doofen Schierker Straße nicht, weil nirgends ein Hinweis steht, dass die unten im Körnerpark ist. Der wurde übrigens unter Straßenniveau angelegt, damit es im Sommer angenehm kühl ist, erklärt mir M., die auch da ist. In der Wikipedia steht, der Park läge tiefer, weil er in eine Kiesgrube gebaut wurde. Aber M. ist dort im Kiez groß geworden und die Wikipedia nicht, also wem glaube ich wohl?</p>
<p>„Boah, hier sind so viele Frauen lesbisch!“, sagt irgendjemand. „Der Chef von der Thyssen-Krupp-Stiftung ist 99 und hat in der <i>Bild</i> gesagt, ich hör nicht auf“, sagt jemand anders. Die Ausstellung heißt „Erogenous Zone“, ich finde sie sehr lieblos und bin mir ziemlich sicher, dass das nicht bloß an meiner schlechten Laune liegt. Immerhin backt als Performance-Element eine mollige, nur mit einer Schürze bekleidete Frau mollige unbekleidete Teigfrauen, weswegen es die ganze Zeit gut riecht. Um Punkt zehn Uhr wird dann das Licht ausgemacht. Sind noch vierzig Leute im Ausstellungsraum, aber egal. Feierabend! Alle werden nebenan zur Party geschickt, hier braucht man kein Bändchen, hier will man aber auch keins.</p>
<p>Da fahre ich doch lieber in meine Lieblingsgalerie. Das Team Titanic fühlt sich an wie der „Drive“-Soundtrack, ein Ort, der verlorenen Seelen eine Zuflucht bietet. An diesem Abend vernissagiert Anna Kneer, sie hat eine Delegation Schweizer mitgebracht und ihre Mutter, die aussieht wie aus einem Lynchfilm. Kneer stellt kleinformatige wunderschöne Wolkenbilder aus, großformatige, äh, Farbflächendingse, mit blauen Kristallen überzogene Tiere, ein unverkäufliches ausgestopftes Frettchen. Die Galeristinnen mixen Drinks mit Titanic-Eiswürfeln, an einer Wand hängt eine Nasa-Eintrittskarte und mittendrin, mit der tollsten Iris-Heterochromie der Berliner Kulturszene seit David Bowie: Galeriehund Trotzki, halb Husky, halb Wolfshund, keine zwei Jahre alt, aber die Widerristhöhe eines Kutschpferdes und ein Kopf so groß wie meine beiden Katzen zusammen. Meine Katzen. Fuck. Ich habe ihren Geburtstag vergessen. Am vergangenen Montag sind sie vier geworden. Und warum fällt mir das gerade jetzt ein? Fuckfuckfuck.</p>
<p>Samstag ist alles viel besser, da gehe ich mit A. Schlittschuhlaufen. Wir stapfen durch die verlassenen Eiswüsten Hohenschönhausens, verirren uns in den Wellblechpalast, wo Eishockeyzwerge das „Gasag-U12-Turnier um den Clean-Rohr-Pokal“ ausspielen, und später zeigt A. mir, wie man rückwärts fährt, aber ich verstehe es nicht so ganz. Aber das macht mir nichts, denn A. ist schöner als Lena, Lana und alle anderen vom Echo zusammen. So geht es doch auch.</p>
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		<title>So nahe an der Erde wie fast nie</title>
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		<pubDate>Tue, 08 May 2012 18:35:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Brake</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<h3><strong>AUSGEHEN UND RUMSTEHEN mit Hippieorchestern, Gürtelverkäufern, Superhelden nach Feierabend und zwei echten Wahrsagerinnen.<span id="more-498"></span> (aus der taz vom 8. Mai 2012)</strong></h3>
<p>Bohemian Rhapsody!, ruft jemand. Klar, das ist jetzt dran, das kollektive Mammamiamammamialetmego!-Singen zum Abschluss der re:publica. Aber nix is, beim Wechsel von der Kalkscheune ans Gleisdreieck hat man gleich ein paar Traditionen entsorgt (ist trotzdem viel toller die neue Location, wirklich!). Also tritt das Orchestre Miniature in the Park auf, ein Hippietraum mit Kinderinstrumenten und bunten Hosen, und danach gehen alle in den Vorhof und trinken Bier. Auch wenn das viele schon die drei Tage gemacht haben. Viele Stunden später wird doch noch Bohemian Rhapsody gesungen, die Leute lesen den Text von ihren Smartphones ab. Man kann sich das <a href="http://www.youtube.com/watch?v=inlpWKME_oc" target="_blank">auf YouTube anschauen</a>.</p>
<p>Ich bin da längst woanders, als Mitbringsel auf einer Friseur-und-Dinner-Abendgesellschaft. Aus dem Haareschön-Raum kommen ständig neue Frauen. Die wenigen Männer sitzen still im Wohnzimmer, ihre gesamte Kommunikationsenergie ist auf Richard vereint. Dieser Richard („Wie Löwenherz, haha“) hat außerdem einen Koffer dabei und darin sind Gürtel, aus Leder, mit Holzschnallen. Sie kosten 80 Euro. Für einen Gürtel. Das sind 160 Mark!</p>
<p>Dann doch lieber auf den Balkon, es ist ja auch schön warm noch. Man kann über die ganze Karl-Marx-Straße gucken. Von oben sehen wir, wie ein Superheld von der Arbeit kommt, in einem gelb-roten Kostüm. Er verstaut seinen Schild im Kofferraum und fährt mit seinem Kleinwagen nach Hause.</p>
<p>Am nächsten Tag ist Herbst. Einfach so. Weint der Himmel um MCA? Will er eine angemessene Kulisse für den Abstieg von Hertha BSC schaffen? Oder sind das die Eisheiligen? Es ist jedenfalls legitimes Fußballguckwetter, und dann passiert etwas Seltsames, ich realisiere das auch erst, als ein Tor fällt: Auf einmal bin ich für Hertha. Echt jetzt. Muss am Vollmond liegen, der gerade so nah an der Erde vorbeikommt wie fast nie. Oder an meinen netten Tischnachbarn. Als das 2:0 fällt, fragt mich ein kleiner älterer Herr: „Sind Sie auch Hertha-Fan?“ Er sieht so glücklich aus. Na ja, sage ich. Heute wohl schon.</p>
<p>Abends dann zum Kickern ins Neuköllner Hauptquartier der Emoqueerlinken, also ins Tristeza. Und schon stellen sich existenzielle Fragen: War es das wert, für einen Sieg gegen das Team, das seit anderthalb Stunden den Tisch blockiert, die Geisterbahn zu verpassen? Denn die gibt es heute, und nur heute, genau wie Minigolf, Tombola und eine Clownin. Beziehungsweise gab, ich bin mal wieder zu spät.</p>
<p>Nur die Wahrsagerinnen sind noch da. Mir wird ein Hut mit Gespenstermuster aufgesetzt und wir machen eine Gruppensitzung, R. und ich und Hexe Nummer A und Hexe Hataya, es geht um die Frage, was der Sommer bringt. Wir entscheiden uns für die Heilige-Geist-Methode und also gegen die Karten, die Puppen und die Kugel. Es werden Blumen gewedelt, Augen geschlossen und Kristalle geworfen. Sie ergeben keine klaren Linien, keine Struktur. Die Prinzessin liegt auf dem Bauch. Es ist alles ein großes Chaos! Doch dann schält sich eine Erkenntnis aus dem Dunkel: Dune, das beliebte Happy-Hardcore-Projekt aus den Neunzigern, wird in diesem Sommer sein Comeback feiern! Das nenne ich mal erfrischend konkrete Wahrsagerei.</p>
<p>Mir werden dann noch die Karten gelegt. Als Basis habe ich einen Narren mit Guy-Fawkes-Maske, als Charakter eine Art Krieger mit einem großen Schild und als Ausrichtungskarte eine blaue Elfenfrau mit Billy-Idol-Frisur. Was bedeutet: Alles ist offen, doch ich überblicke den Sommer. Und habe es in der Hand, meine Haare zu ändern.</p>
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